• 05.07.2010

Gutachten zur Wirksamkeit

Videoüberwachung taugt nicht

Die Hamburger Innenbehörde hat eine Wirksamkeitsanalyse zur Kameraüberwachung auf der Reeperbahn erstellt. Das Ergebnis: Gewalttaten sind seit der Einführung um ein Drittel gestiegen.von Kai Von Appen

  • 14.07.2010 16:06 Uhr

    von clara fritsch:

    Nicht nur auf der Hamburger Reeperbahn ist die Wirksamkeit von Videoüberwachung fraglich - auch am Arbeitsplatz, wo die Videokamera immer beliebter wird, kann sie Straftaten wohl kaum verhindern. ArbeitnehmerInnen haben wenig Chancen, der Überwachung generell auszuweichen - wenn sie weiter in der Firma beschäftigt sein wollen. Die Chance besteht darin, die Überwachung zu regeln, die Betroffenen zu informieren, das Bewusstsein im Betrieb zu schärfen, Kameras und andere Überwachungsinstrumente möglichst sparsam einzusetzen.
    Weitere Infos zur Überwachung am Arbeitsplatz http://blog.gpa-djp.at/arbeitundtechnik/

  • 07.07.2010 15:04 Uhr

    von Ricki:

    Seid der Videoüberwachung wurden noch folgende Maßnahmen zur Gewaltbekämpfung ergriffen:
    1. Ein Waffenverbot auf dem Kiez, mit einem ins absurde gehenden Waffenbegriff. Gefeiert wird, dass die Zahl der beschlagnahmten Waffen geringer wird.
    2. Ein Verkaufsvewrbot für Glasflaschen, da in einer Schlägerei unter Jugendlichen der Sohn des Bezirksamtleiters von Eimsbüttel durch eine zerbrochene Flasche verletzt wurde.
    Mal sehen was als nächstes kommt.
    Das die Polizei nicht von einer höheren Aufklärungsrate spricht läst schlimmes vermuten. Einzelne Fälle, an denen durch Kamerabilder die Täter gefasst wurden gehen sofort durch die lokale Presse. Dabei sind es regelmäßig zur Verkehrssicherung notwendigen Kameras an U- + S-Bahn Stationen, durch die die Bilder gemacht wurden.

  • 06.07.2010 19:40 Uhr

    von max:

    ich finde den Artikel gut, da er ausziegt das Kameras nichts bringen! Und ich lehne es ab die frage zu stellen "wer waren die Straftäter" da dies total irrelevant ist. Dazu steht im Artikel wirklich nicht ob mehr fälle durch diesen Überwachungsaderrat aufgeklärt wurden jedoch ist das eben so fragwürdig da es in erste Linie darum gehen sollte Menschen zu schützten, so das die Täter danach strafen bekommen aber den Opfer hilft dies nicht. Würde man jede Kamera durch einen Polizisten ersetzte würde es sinnvoll sein, ich lehn es aber auch ab!

  • 06.07.2010 19:00 Uhr

    von Kontrollfreak:

    Wer gerne mehr Überwachung möchte kann doch einfach mal nach Großbritannien kommen (nur so als Insidertip). Selbst das Geburtshaus George Orwells wird videoüberwacht, gut wa?

    Und was ist der "Erfolg"? Glasgow ist die Hauptstadt der Kriminalität in Europa, Bilder von Verdächtigen werden sofort in der Zeitung veröffentlicht, ohne eine genaue Untersuchung abzuwarten und die ganze Menschheit verlässt sich ab jetzt auf Kameras statt auf konventionelle Ermittlungsmethoden, die mindestens genauso gut waren. Es wird auch gar nicht mehr gefragt, was ohne Kameras aufgeklärt worden wäre. Manipulation wird vereinfacht. Ein hoch auf die Technik, stellt das Denken aus und guckt euch eure FreundInnen auf dem Monitor an. Das Leben kann doch so einfach sein...

    Gut Nacht!

  • 06.07.2010 17:17 Uhr

    von Sniggles:

    Wenn man Videokameras installiert und gleichzeitig Polizeibeamte entlässt und Streifen reduziert, ist solch eine Entwicklung nicht verwunderlich.

    Kameras können zwar dazu dienen Verbrechen aufzuklären, besser wäre es aber, wenn sie gar nicht erst begangen würden bzw. wenn Verbrecher direkt gestellt werden könnten.
    Dazu bedarf es aber Ordnungshütern die direkt eingreifen können und nicht einer Kamera die nichts tut.

    Das sollten sich einige hier mal ins Hirn rufen bevor sie die tolle Erleichterung von Ermittlungen durch Überwachungsvideos in den Himmel heben!

  • 06.07.2010 15:21 Uhr

    von DonD:

    Ich bin auch überhaupt kein Freund von Videoüberwachung, finde den Artikel jedoch trotzdem etwas befremdlich. War es denn das Ziel, dass durch Videoüberwachung weniger Straftaten begangen werden? Ich habe den Eindruck, diese Maßnahmen dienen dazu, die Verbrechen aufzuklären, indem man erst einmal überhaupt ein Bild des Täters hat, und zudem gerichtsverwertbares Beweismaterial. Der Artikel sagt nichts darüber aus, ob sich die Aufklärungsquote verbessert hat, gleich geblieben ist, oder abgenommen hat. So wie der Artikel abgefasst ist, entsteht der Eindruck, sie wäre gleich geblieben oder hätte abgenommen. Da aber keine Zahlen genannt werden, bleibt dies völlig im Dunkeln. Nicht der beste Journalismus.

  • 06.07.2010 14:25 Uhr

    von liberator_:

    Bei dem Artikel bleiben viele Fragen offen.

    Wie stark wäre die Kriminalität gestiegen ohne Überwachungkameras ? Gibt es Vergleichsbezirke ?

    Was sind die Ursachen für den Gewaltanstieg ?
    Wer sind die Täger ?

    Fragen über Fragen...

  • 06.07.2010 14:04 Uhr

    von Antiparanoider:

    Ähem... ...schonmal darüber nachgedacht, dass eventuell die Dunkelziffer der nicht gemeldeten Gewalttaten abgenommen haben könnte (und damit die Zahl der gemeldeten/bemerkten Gewalttaten zugenommen), weil es sich jetzt aufgrund der Kameraüberwachung endlich lohnt Anzeige gegen Unbekannt zu stellen, weil man jetzt eine Chance hat den Schläger zu erwischen?

    Es ist halt immer eine Frage wie man sich die Statistik biegt - meistens biegt man sich die so, dass sie einem selber in den Kram passt (siehe Wikipedia Kognitive Dissonanz).

    Da ich absolut allergisch gegen Schläger aller Art bin, finde ich Videoüberwachung sehr gut - und nicht nur da - ich kenne viele Fälle in denen fiese und niederträchtige Verbrechen aller Unart mit Hilfe eines Bildes der Täter aufgeklärt werden könnten - ohne aber eben nicht.

    Kameraüberwachung rockt, es sind nur weiterhin zu wenige - vorallendingen für die Politiker bräuchten wir eine lückenlose Überwachung rund um die Uhr, da müssen die halt einfach eine Einverständniserklärung unterschreiben um in den Bundestag zu kommen - fääärtig.

    Und das "Recht am eigenen Bild" ist natürlich auch völliger Unfug, es ist erstens hirnloser Copyright-BS und verhindert zweitens die dokumentarische Erfassung unseres Alltags zur gesamtgesellschaftlichen Selbstreflektion.

    So, und jetzt könnt ihr euch aufregen - so lange und so laut ihr wollt - aber wenn mich jemand schlagen will, dann will ich das auf Video.

    Werden auch Sie: antiparanoid.

  • 06.07.2010 12:47 Uhr

    von otomo:

    Es wäre hilfreich zu erfahren ob denn zumindest die Aufklärungsquote durch die Videoüberwachung gestiegen ist. Wurden mehr Täter zur Rechenschaft gezogen durch Auswertung der Bilder? Gibt es diese Infos seitens der Polizei.

  • 06.07.2010 12:18 Uhr

    von Chris:

    Die Berichterstattung kommt mir einseitig vor. Ich vermisse dabei die sehr offensichtliche Frage, wieviele der begangenen Verbrechen mit Hilfe der Kameras aufgeklärt werden konnten.

  • 06.07.2010 11:33 Uhr

    von Killerfussel:

    Mal sehen wie lange es dauert, bis jemand auf die Idee kommt, daß noch als Erfolg zu verkaufen:

    Die Aussage:
    "Das Fall-Aufkommen in den ausgewählten Deliktsbereichen ... Videoüberwachung um 32 Prozent"

    gegenübergestellt folgender Aussage: "In der Umgebung der Reeperbahn sei "die Zahl um 46 Prozent nach oben geschossen"

    /Ironie ein/
    Hey, mit Videoüberwachung sind es 14% weniger Gewalttaten als in der Umgebung. Es müßen unbedingt noch mehr Kameras her.
    /Ironie aus/

  • 06.07.2010 10:36 Uhr

    von Interpretator:

    Was mich interessieren würde: Wie viele von diesen Straftaten wurden mittels Videoaufnahmen aufgeklärt?

    Sollten da Erfolge zu verzeichnen sein, also Straftäter aufgrund dieser Aufnahmen verurteilt worden sein, wäre das eine Genugtuung für die Opfer und eine präventive Maßnahme gegen die Täter, die im Knast keinen Schaden anrichten können.

    Als Beispiel möchte ich doch die Kofferbomber sehen:
    Verhindern ließ sich der Anschlagsversuch nicht, aber wenigstens konnten die Täter bekannt gemacht und verhaftet werden.

  • 06.07.2010 08:06 Uhr

    von Rod:

    Eine Videoüberwachung mag zwar nicht präventiv wirken, aber sie erleichtert wenigstens die Ermittlung von Gewalttätern. Leute wie diese brutalen S-Bahn-Schläger wären ohne die Videoaufnahmen wohl nie identifiziert worden.

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