Weil er neun Songs vom unveröffentlichten Guns N'Roses-Album ins Netz stellte, verklagte die Band US-Blogger Kevin Cogill. Der plädiert auf unschuldig - und hat ein Spendenkonto für sich eingerichtet.

Neues Album 15 Jahre nach dem "Spaghetti Incident": Axl Rose. Bild: dpa
LOS ANGELES dpa/taz 15 Jahre ist es her, seit Guns N'Roses ihr letztes Album veröffentlicht hatten. Und die Erscheinung der neuen Platte ist so oft verschoben worden, dass böse Zungen zuletzt schon behaupteten, es würde wohl nimmermehr auf den Markt kommen. Bis ein kalifornischer Blogger im Juni 2008 plötzlich neun Songs der Band um Sänger Axl Rose ins Netz stellte.
Eine Aktion, die dem 27-jährigen Kevin Cogill jede Menge Ärger eingehandelt hat. Denn wegen Urheberrechtsverletzung muss er sich jetzt vor Gericht verantworten - ihm drohen bis zu drei Jahren Haft, Strafzahlungen und Schadensersatzforderungen. Wie der Internetdienst "E!Online" am Montag berichtete, plädierte er jedoch auf "nicht schuldig". Ein Termin für den Prozessbeginn wurde noch nicht genannt. Der Mann war Ende August von der amerikanischen Bundespolizei FBI festgenommen worden.
Cogill hatte die Lieder im Juni auf seiner Webseite "antiquiet.com" veröffentlicht. Es handelte sich dabei um Songs von dem geplanten Album "Chinese Democracy", an dem die Rocker um Axl Rose seit mehr als zehn Jahren arbeiten. Es ist nicht bekannt, wie Cogill an die unveröffentlichten Songs gekommen war.
Im September hatte Cogill ein Paypal-Spendenkonto eingerichtet, um seine Verteidigung zu finanzieren. Der Blogger präsentiert sich als Opfer angesichts einer Übermacht von Staatsanwaltschaft und Musikindustrie, die an seinem Fall ein Exempel statuieren wollen.
Achso, übrigens: In den USA soll das Guns N'Roses-Album "Chinese Democracy" am 23. November erscheinen. Deren Gitarrist Slash wünscht Cogill, er möge in der Hölle verrotten - und fürchtet Einbußen für den Verkauf ihrer neuen Platte. Zu unrecht, wie Antiquiet-Bloggerin Britney Bernstein schreibt: "Jede Publicity für dieses Album ist gute Publicity." Denn mal ehrlich: Wer würde sich denn sonst noch für die gealterten Herren Rose und Slash interessieren?
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