• 01.09.2009

Guerilla Gardening

Unkraut jäten im Untergrund

Viele BerlinerInnen begrünen kleine und große Brachflächen, meist ohne Genehmigung. Politik und Verwaltung freuen sich über das Engagement, plädieren aber für Absprachen.von Juliane Wiedemeier

  • 28.10.2009 22:54 Uhr

    von Werner Gerhard:

    Trotz einiger miefiger Argumente meines Vorredners vollste Zustimmung. Diese botanischen Terroristen bereiten offenbar im Internet schon den gärtnerischen 11. September vor, und zwar in unserer Stadt. Oder wie soll ich das (http://twitpic.com/ixql2) anders interpretieren? Die wollen anscheinend schlabbrige grüne Tentakel durch die halbe Stadt ausstrecken! "Die Stadt muss verschönt werden, und da ist jede Unterstützung willkommen." sagte Frau Kalepki. Ob sie die Geister auch wieder los wird, die sie rief?

  • 03.09.2009 01:01 Uhr

    von Dr. Greenthumb:

    Danke für den netten Artikel, aber ich möchte doch darauf hinweisen, dass keine Pflanze "illegal" ist. (Obwohl - manche leider schon; um die geht es hier aber gar nicht.) Mit welchen Strafen müssen die botanischen Terroristen denn rechnen? Gefährden sie die öffentliche Sicherheit? Wahrscheinlich ja, wegen der armen Allergiker. Was sagt der Verfassungsschutz zu solcherlei unautorisierter Verschönerung?

    Ein gewisses Verständnis habe ich aber für die Verärgerung der Behörden. Kaum hat man mit Beton, Granit und Asphalt klare urbane Strukturen geschaffen, kommt aus irgendeiner Ritze wieder so eine schlabbrige grüne Tentakel gekrochen.

    Schlimmer noch: das, was da so bunt und scheinbar unschuldig oben auf dem grünen Gestrüpp draufsitzt, die Blüte nämlich, ist - man muß es deutlich aussprechen - ein Geschlechtsteil! Alle diese Pflanzen strecken uns schamlos ihre Genitalien entgegen! Man darf gar nicht darüber nachdenken.

  • 03.09.2009 00:17 Uhr

    von Frank-Günther Miefritz:

    Skandalös, wie die T.A.Z. diese Kriminellen unterschwellig hochjubelt.

    Erstens gestalten sie städtisches oder privates Eigentum widerrechtlich nach ihren idiosynkratischen Vorstellungen von "Ästhetik" um, wo doch dieses Recht ausschließlich (!) den Eigentümern zukommt. Wenn der Berliner Senat meint, daß die graubraune Erde brachliegen soll, dann wird er dafür gute Gründe haben; z.B. können solche Flächen als Sammelstellen für Hundekot, welcher bekanntlich nicht viel weniger infektiös ist als Krankenhausabfälle, dienen.

    Zweitens transportieren die "Guerillagärtner" mit ihren die Obrigkeit verhöhnenden Aktionen eine verhängnisvolle politische Botschaft: "Wenn wir meinen, die Politik tue nicht genug - dann handeln wir eben selber!" So kann ein Staatswesen auf Dauer nicht funktionieren. Bis zur Opposition gegen die ach so schreckliche "Gentrifizierung" ist es dann nur noch ein kleiner Schritt.

    Mit freundlichen Grüßen

    F. G. M.

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