• 25.07.2011

Guan Jianzhong von Ratingagentur Dagong

"Ideologie ist kein Maßstab"

Die drei US-Rating-Agenturen haben ihre Legitimität verloren, sagt Guan Jianzhong von der chinesischen Agentur Dagong. In China bewerte man die Kreditwürdigkeit von Staaten anders.von JUTTA LIETSCH

  • 26.07.2011 11:38 Uhr

    von guntherkummerlande:

    Die Chinesen sollten als stimmrechtslose
    Kommanditen stille Teilhaber neuer
    europäischer und amerikanischer Unternehmen sein
    mit einer nicht ausbaufähigen Minderheitenbeteiligung.

    So würde jeder Unternehmensbesitzer sich
    selbst mehr schaden als den Chinesen, wenn er
    sein Unternehmen schlecht führt.
    Andererseits gewinnt er an Unabhängigkeit
    gegenüber den durch Hedge-Fonds und Derivaten
    manipulationsanfälligen Markt und hat ein
    Druckmittel gegenüber Banken, die trotz niedrigsten
    Leitzinsen(USA) überhöhte Kreditzinsen verlangen.
    Sie hätten quasi die Funktion der "Golden Angels"
    in Kalifornien. 50% der inflationsverursachenden
    Kapitalmasse sollte in diese Unternehmungen
    investiert werden.
    30% sollten in den IWF, UNO, UNHCR, Rotes Kreuz,
    WWF,Greenpeace,Amnesty International ohne
    Bedingungen zu gleichen Teilen transferiert werden.
    Schließlich haben die auch China vital unterstützt,
    als sie vor den Abgrund standen.
    10% sollte für untoxische Energiegewinnung
    eingesetzt werden
    und nocheinmal 10% als Devisenreserven angelegt und über eine Finanzmarkttransferkapitalsteuer eingezogen werden.

  • 26.07.2011 11:19 Uhr

    von ghkannes@t-online.de:

    Wer bis jetzt nicht kapiert hat, dass
    sowohl eine Inflation als auch eine
    Deflation die Folgen unterlassenen finanzpolitischen
    Handeln sind, hat letzlich nichts von
    der Finanzpolitik des 19. und 20. Jahrhunderts
    begriffen. Die Strafe ist dann zu Recht die
    die Rezession.

    Bei einer Deflation aufgrund
    weggebrochener Märke, die pleite gingen muss das Geld in Auslandinvestitionen in diese weggebrochenen
    Märkte oder in alternative mindestens
    gleichvolumige Gesamt-Märkte fließen.
    Eine Ausfallrisikominimierungsstrategie ist
    anzustreben.
    Sinnvollerweise investiert man so, dass man
    die Stärken des Handelspartner nutzt und ihn
    dabei eine Nische zuteilt, die der eigenen
    Industrie nützlich ist.
    Man achtet darauf das die Außenhandelsbilanzen
    beider Vertragsparteien unter Berücksichtigung
    aller bekannten Handelsbeziehungen mindestens
    ausgeglichen sind.

    Bei einer Inflation ist das letzlich ähnlich.
    Hätte man bei der großen Inflation von
    1923 das Geld an unabhängige Drittweltländer an ihre prognostizierten Rohstoffvorkommen und Minenschürf-
    rechte gekoppelt und das eigene
    überschüssige Inflations- Geld den Einwohnern
    des besagten Landes
    zugeteilt, wäre durch die Deckung und die
    Ersatznachfrage der tiefe Fall der Reichsmark
    stark abgebremst bis aufgehoben worden.
    So verbrannte das Geld zuhause völlig sinnlos.

    Der Kapitalismus schließt aus finanzmathematischer
    Sicht Menschlichkeit mit ein.
    Leider ist bisher niemand dahinter gekommen.


  • 25.07.2011 13:18 Uhr

    von Conrado:


    Innovative Artikel sind ja schoen und gut, aber die TAZ sollte m.E. lieber bei Themen bleiben, bei denen die Redakteure beurteilen koennen, ob Unsinn geredet wird, oder nicht. Herr Guan ist ein Blender und mit ziemlicher Sicherheit auch ein gut geschulter kommunistischer Kader. Er versucht dem Gegner durch haltlose Unterstellungen den Ideologie-Sticker anzuheften. Ein interviewender Journalist muss da dagegenhalten koennen. Ohne Fachkenntnisse ist das schwer. Also: Lieber Haende weg.
    Ich produziere seit 20 Jahren Laenderratings. Methodisch betrachtet gibt es keine "westlichen" Ratingagenturen, es gibt nur gute und schlechte. Moody's etc. beurteilen natuerlich die Wirtschaftskraft eines Landes nicht allein nach BIP pro Kopf, wie Herr Guan unterstellt. Bei der Zahlungsfahigkeit kommt es natuerlich auf Entwicklungen in der Zukunft an, wie etwa Staatseinnahmen und -ausgaben, Aussenhandelsentwicklung und so weiter. Da ist nicht viel Platz fuer Ideologie. Und hohe Waehrungsreserven sind als Puffer natuerlich immer ein Pluspunkt. Das muessen Moody's, S&P, und Fitch nicht von China lernen. Einfach lachhaft. Die Vorstellung von einer internationalen Koordination von Ratingargenturen ist ebenfalls lachhaft. Das weiss selbst der "von der Chinesischen Regierung unabhaengige", "Privatunternehmer" Guan. Das Interview ist ein Witz. Leider ein schlechter.

  • 25.07.2011 13:02 Uhr

    von ghkannes@t-online.de:

    Wenn ein zentralistisch geführtes hochautoritäres Land Kreditgeber und gleichzeitig
    Bewerter der Liquidität ist, ist das unglaubwürdig!
    Für wie dumm halten sie denn den Westen?

    Natürlich würde dann China die Liquidität
    Europas und der USA schlecht einschätzen
    und wahnsinnig hohe Aufschlagszinsen verlangen.
    Damit würde die Liquidität des Westens noch
    weiter eingeschränkt. Staatsanleihen anderer
    Länder+ Ratingagenturen+
    staatlich festgeschrieben Währungskurs= Einschränkung
    der Unabhängigkeit der Länder= angestrebtes
    Monopol auf den Welthandel=Weltherrschaft.
    Nicht mit uns!
    Und Überschüsse in Devisenreserven anzulegen
    ist dumm, wenn man nicht auf die dortigen Staaten
    massiven Einfluss nehmen will.
    Dieses Kapital sollte vorrangig für die Verbesserung
    des Lebensstandards der Chinesen oder für
    Zukunftsprojekte investiert werden.
    Denn wenn die USA drastisch abwerten müssen!!!, dann
    kann China als Dumpingproduzent mit festgeschriebener
    Währung nicht die USA für die chinesische
    Fehlinvestition verantwortlich machen, denn
    die haben die Chinesen selber getätigt.
    Außerdem hätten die Chinesen nicht ständig
    Kredite gewährt, hätte China nicht soviel in
    die USA exportieren können und es wären
    nicht soviele Industriearbeitsplätze in den
    USA verloren gegangen.
    Ich behaupte, die Chinesen haben genau gewußt auf
    welche Risiken sie sich eingelasssen haben.
    Und Sie waren klug diese einzugehen, denn
    die chinesische Infrastruktur und Wohnhäuser
    und Industrie steht.

    Sie sind der eigentliche
    Realwert der aus den Exportgeschäften heraus
    entstanden ist. Die Devisenanleihen, die
    bei China zur Disposition stehen sind
    ein Klacks gegenüber den Schulden der Amerikaner
    plus den industriellen Rückbau und Werteverlust
    der Amerikaner. Alle Investmentbankinggewinne und Staatsschulden der USA
    und Devisenreserven der Chinesen sind virtuell.
    Die Chinesen sollten sehr dankbar sein,
    letzlich, den Wiederaufbau Chinas von der EU und
    von den USA bezahlt bekommen zu haben.
    Obwohl dieser Handel für die beteiligten
    westlichen Volkswirtschaften stark verlustbehaftet war.
    Selbst bei massiver Abwertung der Devisenreserven
    durch die USA bleiben die Amerikaner die
    Verlierer des Handels mit China.
    China hat seinen Hauptkonsumenten halbtot
    geschröpft. Es hätte statt nur Devisenreserven
    zu kaufen, in die USA und EU investieren sollen.
    Das wäre auch richtig, um die eigene Inflation
    zu stoppen.
    Leider denkt es nur an sich.

  • 25.07.2011 12:57 Uhr

    von egghat:

    Tolles Interview!

    Wird empfohlen!

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