Als "unnatürliche Liebe" bezeichnet, war Homosexualität in Indien bis heute verboten. Das Gesetz aus der Kolonialzeit ist nun nichtig. Religiöse Gruppen kritisieren das Urteil.von Sascha Zastiral
Was ich im Urteil gut fand, ist die Feststellung der indischen Richter, daß eine Benachteiligung der Homosexuellen nicht nur gegen den Gleichheitsgrundsatz verstößt, sondern darüber hinaus gegen die Würde des Einzelnen. So eine Erkenntnis haben westliche Länder bisher nicht treffen können.
03.07.2009 12:10 Uhr
von Hartmut:
Na super. Indien macht einen Quantensprung zum Thema Menschenrechte und hier wird über das Für und wieder der Regenbogenflagge diskutiert.
Die Bedeutung dieses Urteil ist nicht zu unterschätzen und ein gewaltiger Sieg für Indiens Schwule. Man bedenke, dieses Urteil fiel in einem Land, das voll ist von religiösen Sektierern und Fanatikern. Mehr noch als die Anerkennung von Schwulen und Lesben ist es ein Zeichen für Demokratie und Rechtsstaat. Wenn auch ansonsten in Indien diesbezüglich manches im Argen liegt.
02.07.2009 17:33 Uhr
von Richard Detzer:
Das hat noch gefehlt, daß das eine politische Macht wird.
02.07.2009 17:26 Uhr
von Fabian Adam:
Die Regenbogenfahne ist seit den Siebzigerjahren Symbol der Lesben und Schwulen. Die PACE-Fahne der Friedensbewegung sieht ähnlich aus, benutzt aber andere Farbtöne und eine andere Reihenfolge – also Vorsicht beim Flaggenkauf.
Ähnliche Probleme haben viele Völker, die ähnliche Flaggen haben (z.B. Luxemburger/innen und Niederländer/innen). Ich habe mal gelesen, dass bei einem Staatsbesuch im Ausland versehentlich die Belgische statt der deutschen Flagge gehisst wurde!
Ich selbst habe es auch nicht gerne, wenn ich für einen heterosexuellen Friedensaktivisten gehalten werde – wenn die Friedensbewegung auch nicht für eine schlechte Sache kämpft (-;=
Spaß beiseite: Lesben und Schwule schätzen es in der Regel sehr, wenn Heterosexuelle ihre Farben tragen. Diese sind Symbol für die Vielfältigkeit des Lebens und der Liebe. Da kann es schon einmal zu kleinen Verwechslungen kommen – nur Mut!
Ansonsten ist der Richterspruch im größten demokratischen Land, das zudem im Ruf steht, sehr konservativ zu sein, ein historischer Meilenstein – wir dürfen mit den Inder/inne/n feiern! Da wollen wir uns doch nicht um Kleinigkeiten wie die Fahne streiten?
02.07.2009 16:20 Uhr
von Dyke:
ähm, sorry, aber DIESE regenbogenflagge, die das heutige symbol der homosexuellen stellt, ist extra von einem schwulen für homosexuelle entworfen worden (gilbert baker, 1978), man kann also nicht von vereinnahmung reden. zwar gibt es regenbogenflaggen schon länger, so zum bsp. die italienische PACE-flagge, sie bestehen aber aus anderen und anders angeordneten farben. die sechs streifen - in der konstellation wie im artikel zu sehen - stehen für die vielfalt homosexuellen lebens.
02.07.2009 13:47 Uhr
von buckelwal:
wunderbar! schade allerdings, dass mensch diese bunte tuch fast nicht mehr verwenden kann, ohne dass es gleich als symbol gedeutet wird. wenn ich es z.b. umbinde, hält mich gleich jede/r für homosexuell orientiert, dabei bin ich vielleicht bisexuell oder hetero- orientiert. ähnliches gilt natürlich auch für manch andere symbole, aber bei dieser schönen regenbogenflagge finde ich es persönlich besonders schade, dass sie definitorisch so sehr vereinnahmt wird, wenn auch nicht für eine schlechte sache, aber trotzdem schade.
Leserkommentare
04.07.2009 11:11 Uhr
von Luis Fernández Vidaud:
Was ich im Urteil gut fand, ist die Feststellung der indischen Richter, daß eine Benachteiligung der Homosexuellen nicht nur gegen den Gleichheitsgrundsatz verstößt, sondern darüber hinaus gegen die Würde des Einzelnen. So eine Erkenntnis haben westliche Länder bisher nicht treffen können.
03.07.2009 12:10 Uhr
von Hartmut:
Na super. Indien macht einen Quantensprung zum Thema Menschenrechte und hier wird über das Für und wieder der Regenbogenflagge diskutiert.
Die Bedeutung dieses Urteil ist nicht zu unterschätzen und ein gewaltiger Sieg für Indiens Schwule. Man bedenke, dieses Urteil fiel in einem Land, das voll ist von religiösen Sektierern und Fanatikern. Mehr noch als die Anerkennung von Schwulen und Lesben ist es ein Zeichen für Demokratie und Rechtsstaat. Wenn auch ansonsten in Indien diesbezüglich manches im Argen liegt.
02.07.2009 17:33 Uhr
von Richard Detzer:
Das hat noch gefehlt, daß das eine politische Macht wird.
02.07.2009 17:26 Uhr
von Fabian Adam:
Die Regenbogenfahne ist seit den Siebzigerjahren Symbol der Lesben und Schwulen. Die PACE-Fahne der Friedensbewegung sieht ähnlich aus, benutzt aber andere Farbtöne und eine andere Reihenfolge – also Vorsicht beim Flaggenkauf.
Ähnliche Probleme haben viele Völker, die ähnliche Flaggen haben (z.B. Luxemburger/innen und Niederländer/innen). Ich habe mal gelesen, dass bei einem Staatsbesuch im Ausland versehentlich die Belgische statt der deutschen Flagge gehisst wurde!
Ich selbst habe es auch nicht gerne, wenn ich für einen heterosexuellen Friedensaktivisten gehalten werde – wenn die Friedensbewegung auch nicht für eine schlechte Sache kämpft (-;=
Spaß beiseite: Lesben und Schwule schätzen es in der Regel sehr, wenn Heterosexuelle ihre Farben tragen. Diese sind Symbol für die Vielfältigkeit des Lebens und der Liebe. Da kann es schon einmal zu kleinen Verwechslungen kommen – nur Mut!
Ansonsten ist der Richterspruch im größten demokratischen Land, das zudem im Ruf steht, sehr konservativ zu sein, ein historischer Meilenstein – wir dürfen mit den Inder/inne/n feiern! Da wollen wir uns doch nicht um Kleinigkeiten wie die Fahne streiten?
02.07.2009 16:20 Uhr
von Dyke:
ähm, sorry, aber DIESE regenbogenflagge, die das heutige symbol der homosexuellen stellt, ist extra von einem schwulen für homosexuelle entworfen worden (gilbert baker, 1978), man kann also nicht von vereinnahmung reden. zwar gibt es regenbogenflaggen schon länger, so zum bsp. die italienische PACE-flagge, sie bestehen aber aus anderen und anders angeordneten farben. die sechs streifen - in der konstellation wie im artikel zu sehen - stehen für die vielfalt homosexuellen lebens.
02.07.2009 13:47 Uhr
von buckelwal:
wunderbar! schade allerdings, dass mensch diese bunte tuch fast nicht mehr verwenden kann, ohne dass es gleich als symbol gedeutet wird. wenn ich es z.b. umbinde, hält mich gleich jede/r für homosexuell orientiert, dabei bin ich vielleicht bisexuell oder hetero- orientiert. ähnliches gilt natürlich auch für manch andere symbole, aber bei dieser schönen regenbogenflagge finde ich es persönlich besonders schade, dass sie definitorisch so sehr vereinnahmt wird, wenn auch nicht für eine schlechte sache, aber trotzdem schade.