@thiotrix Sehr überzeugend. Ich empfehle doch einmal die Lektüre dieses Artikels des Bundes Ökologischer Lebensmittelwirtschaft http://www.boelw.de/biofrage_24.html nebst der zahlreichen angegebenen Quellen (unter anderem der Food and Agriculture Organization of the United Nations). Zitat: "Nichtsdestotrotz kann der Ökologische Landbau als Mittel zur Hungerbekämpfung nicht greifen, wenn das eigentliche Problem nicht in der landwirtschaftlichen Produktion liegt, sondern soziale und politische Ursachen hat. Das zeigt sich an einem Land wie Brasilien, dem derzeit weltgrößten Soja-Exporteur - während dort gleichzeitig etwa 16 Millionen Menschen unterernährt sind." Jetzt bin ich mal auf die Erklärung gespannt, wie dieses Problem durch Gentechnik gelöst werden soll. Und damit ist nicht die Züchtung durch Kreuzung und Auslese gemeint, sondern die Züchtung durch Übertragung artfremder Gene im Interesse der Industrie (Resistenz gegen gleich mit verkaufte Pestizide ...).
12.01.2009 23:51 Uhr
von Max:
"Das Thema Welternährung ist nichts weiter als ein Deckmantel für Industrieinteressen"
Traurige Wahrheit.
12.01.2009 22:04 Uhr
von thiotrix:
Der Kampf gegen Gentechnik kommt etwa 10.000 Jahre zu spät
Seit dem Übergang zu einer seßhaften Lebensweise betreiben Bauern „Gentechnik“ – nichts anderes ist die Züchtung von Pflanzen- und Tierrassen, die es sonst in der Natur niemals gegeben hätte. Alle unsere Getreidearten (die den Löwenanteil der menschlichen Ernährung und der Nutzvieh-Fütterung sicherstellen) sind solche genetisch manipulierten Monster. Bei jedem Züchtungsvorgang werden jeweils mehrere 10.000 Gene wahllos miteinander neu kombiniert – und die Resultate können sich sehen lassen, wenn mal z. B die Wildgräser, aus denen unsere Getreidearten entstanden sind, mit den heutigen Hochleistungssorten vergleicht. Das gilt für alle Tier- und Pflanzenarten, die von Menschen genutzt werden. Eine moderne Intensivlandwirtschaft mit Mineraldünger und Pestiziden ist für die Ernährung vieler Länder zwingend erforderlich, wenn die Bevölkerungsdichten oft genug über 100 Einwohner pro km² beträgt und nur noch vielleicht 5 von 100 Menschen in der Landwirtschaft arbeiten. Ohne künstliche Düngung und chemische Schädlingsbekämpfungsmittel müßte die Hälfte der Menschheit verhungern. Der Kampf gegen die moderne Gentechnik (hier werden Nutzpflanzen durch die Übertragung eines einzelnen Gens aus einer anderen Art verbessert) ist ein Luxushobby, dem sich die Satten und Sicheren gerade in Deutschland mit fast religiöser Inbrunst widmen. Zum Glück können unsere rot-grünen Traumtänzer den Fortschritt in der Agrarproduktion nicht aufhalten: zahlreiche Länder, allen voran USA, Argentinien, China und Brasilien, setzen auf grüne Gentechnik. Etwa 10 % der weltweiten Anbaufläche werden gegenwärtig mit solchen gentechnisch veränderten Nutzpflanzen bebaut, Tendenz stark ansteigend.
Volle Zustimmung: totale Ablehnung von Biosprit – das ist Schwachsinn, der kostbare Ackerflächen vergeudet, um einen kaum meßbaren Beitrag zur Energieversorgung zu leisten. Biosprit wurde übrigens von den sogenannten Grünen in unserem Land vehement befürwortet. Beispiel Bärbel Höhn: „Die Bauern müssen die Ölscheichs des 21. Jahrhunderts werden“. Die Dame hat halt nichts begriffen!
Leserkommentare
13.01.2009 11:26 Uhr
von mannohmann:
@thiotrix
Sehr überzeugend.
Ich empfehle doch einmal die Lektüre dieses Artikels des Bundes Ökologischer Lebensmittelwirtschaft http://www.boelw.de/biofrage_24.html nebst der zahlreichen angegebenen Quellen (unter anderem der Food and Agriculture Organization of the United Nations).
Zitat: "Nichtsdestotrotz kann der Ökologische Landbau als Mittel zur Hungerbekämpfung nicht greifen, wenn das eigentliche Problem nicht in der landwirtschaftlichen Produktion liegt, sondern soziale und politische Ursachen hat. Das zeigt sich an einem Land wie Brasilien, dem derzeit weltgrößten Soja-Exporteur - während dort gleichzeitig etwa 16 Millionen Menschen unterernährt sind."
Jetzt bin ich mal auf die Erklärung gespannt, wie dieses Problem durch Gentechnik gelöst werden soll. Und damit ist nicht die Züchtung durch Kreuzung und Auslese gemeint, sondern die Züchtung durch Übertragung artfremder Gene im Interesse der Industrie (Resistenz gegen gleich mit verkaufte Pestizide ...).
12.01.2009 23:51 Uhr
von Max:
"Das Thema Welternährung ist nichts weiter als ein Deckmantel für Industrieinteressen"
Traurige Wahrheit.
12.01.2009 22:04 Uhr
von thiotrix:
Der Kampf gegen Gentechnik kommt etwa 10.000 Jahre zu spät
Seit dem Übergang zu einer seßhaften Lebensweise betreiben Bauern „Gentechnik“ – nichts anderes ist die Züchtung von Pflanzen- und Tierrassen, die es sonst in der Natur niemals gegeben hätte. Alle unsere Getreidearten (die den Löwenanteil der menschlichen Ernährung und der Nutzvieh-Fütterung sicherstellen) sind solche genetisch manipulierten Monster. Bei jedem Züchtungsvorgang werden jeweils mehrere 10.000 Gene wahllos miteinander neu kombiniert – und die Resultate können sich sehen lassen, wenn mal z. B die Wildgräser, aus denen unsere Getreidearten entstanden sind, mit den heutigen Hochleistungssorten vergleicht. Das gilt für alle Tier- und Pflanzenarten, die von Menschen genutzt werden.
Eine moderne Intensivlandwirtschaft mit Mineraldünger und Pestiziden ist für die Ernährung vieler Länder zwingend erforderlich, wenn die Bevölkerungsdichten oft genug über 100 Einwohner pro km² beträgt und nur noch vielleicht 5 von 100 Menschen in der Landwirtschaft arbeiten. Ohne künstliche Düngung und chemische Schädlingsbekämpfungsmittel müßte die Hälfte der Menschheit verhungern.
Der Kampf gegen die moderne Gentechnik (hier werden Nutzpflanzen durch die Übertragung eines einzelnen Gens aus einer anderen Art verbessert) ist ein Luxushobby, dem sich die Satten und Sicheren gerade in Deutschland mit fast religiöser Inbrunst widmen. Zum Glück können unsere rot-grünen Traumtänzer den Fortschritt in der Agrarproduktion nicht aufhalten: zahlreiche Länder, allen voran USA, Argentinien, China und Brasilien, setzen auf grüne Gentechnik. Etwa 10 % der weltweiten Anbaufläche werden gegenwärtig mit solchen gentechnisch veränderten Nutzpflanzen bebaut, Tendenz stark ansteigend.
Volle Zustimmung: totale Ablehnung von Biosprit – das ist Schwachsinn, der kostbare Ackerflächen vergeudet, um einen kaum meßbaren Beitrag zur Energieversorgung zu leisten. Biosprit wurde übrigens von den sogenannten Grünen in unserem Land vehement befürwortet. Beispiel Bärbel Höhn: „Die Bauern müssen die Ölscheichs des 21. Jahrhunderts werden“. Die Dame hat halt nichts begriffen!