Großbritanniens Reaktion auf Paris

Cameron stockt Geheimdienst auf

Großbritannien hat laut David Cameron im vergangenen halben Jahr sieben Terroranschläge vereitelt. Nun sollen die Geheimdienste personell gestärkt werden.

Ein bewaffneter Polizist steht vor dem Eingang zum Britschen Parlament

Die Sicherheit von Großbritannien soll mit 1.900 neuen Stellen besser gewehrleistet werden können. Foto: reuters

LONDON/BELEK afp/dpa | Die britischen Sicherheitskräfte haben seit Juni nach Angaben von Premierminister David Cameron mehrere Anschläge vereitelt. „Unsere Sicherheits- und Geheimdienste haben in den vergangenen sechs Monaten etwa sieben Attacken gestoppt“, sagte Cameron dem britischen Rundfunk BBC. Es seien Anschläge „von kleinerem Ausmaß“ als diejenigen in Paris vereitelt worden.

Der britische Premierminister will die Geheimdienste nun deutlich aufstocken. 1.900 neue Stellen sollten geschaffen werden, sagte Cameron beim G-20-Gipfel in der Türkei. Zudem sollen die Ausgaben für die Sicherheit auf Flughäfen verdoppelt werden, wie die britische Nachrichtenagentur Press Association weiter berichtete.

Cameron plädierte erneut dafür, dass die britischen Streitkräfte an Luftangriffen auf Stellungen der Terrormilizen IS auch in Syrien teilnehmen - bislang fliegen britische Piloten nur im Irak Angriffe auf IS-Stellungen. Großbritannien befinde sich in einem „Generationen-Kampf“ gegen den Terrorismus, wurde Cameron zitiert.

Außerdem mahnte er eine politische Lösung für den Syrien-Konflikt an, um den IS zu besiegen. „Man kann nicht mit dem sogenannten Islamischen Staat umgehen, ohne eine politische Lösung, die es ermöglicht, diese Organisation dauerhaft zu schwächen und zu zerstören“, sagte er der BBC.

Frankreichs Premierminister Manuel Valls warnte zur gleichen Zeit, die Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ bereite nach der Anschlagsserie in Paris am Freitagabend weitere Angriffe in Europa vor: „Wir wissen, dass Operationen vorbereitet werden, nicht nur in Frankreich, sondern gegen andere europäische Länder“, sagte Valls am dem Radiosender RTL. „Wir werden noch lange mit dieser Bedrohung leben.“

Bei der Anschlagsserie in Paris waren 129 Menschen getötet und hunderte weitere verletzt worden. Der IS hatte sich zu dem Blutbad bekannt. Als Reaktion bombardierte die französische Luftwaffe am Sonntagabend mehre IS-Ziele in Syrien.

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