Grenzen von Familienpolitik
Volksheim und Shoppingmall
Wolfgang Streeck, Direktor des Kölner Max-Planck-Instituts, sprach über Familien- als Geburtenpolitik und dass wachsende Ungleichheit und Armut mit Familienpolitik nicht zu lösen sind.von Rudolf Walther
Leserkommentare
19.07.2010 10:03 Uhr
von Bevölkerungsteil:
Interessante Analyse: Die Massenarbeitslosigkeit und Verarmung der Gesellschaft als logische Folge der Emanzipation der Frau...
Zum Thema Geburtenrate: Wenn die Lebensbedingungen und Überlebenschancen optimal sind, gibt es keinen Grund mehr übermässig Nachwuchs zu produzieren. Es gibt immer da am meisten Kinder, wo es am wenigsten Geld gibt. Höchste Geburtenrate: Gazastreifen. Das Elterngeld ist antisozial und ausserdem wirkungslos.
Man sollte den 50 Jahren Seniorenüberschuss, denen wir entgegen gehen, anders begegnen. Denn eines gibt es nicht: Zu wenig Menschen auf der Welt.
Grundeinkommen ab 60 z.B. wäre eine Idee.
Oder Einheitsrente.
Das würde das Auseinanderdriften der Gesellschaft verlangsamen und den Zusammenhalt fördern.
Ab 2100 kann man ja wieder neu nachdenken, dann steht die Bevölkerungspyramide wieder.
16.07.2010 20:22 Uhr
von hto:
"Die immer stärkere Durchdringung der gesamten Gesellschaft durch den Markt untergräbt traditionelle soziale Verhältnisse und Beziehungen."
- Häh???
Als Mensch anfing seine Toten zu bestatten, wurde er zum Mensch - als er anfing auch daraus ein Geschäft zu machen, war seine Entwicklungsmöglichkeit nach der "Vertreibung aus dem Paradies" (erster / einziger geistiger Evolutionssprung) vollends im Arsch, und Konfusion in Überproduktion von Kommunikationsmüll ...!?
Die Ursache aller Probleme unseres "Zusammenlebens" wie ein Krebsgeschwür, ist der im Zeitgeist nun "freiheitliche" Wettbewerb - "gesundes" Konkurrenzdenken behindert WAHRHAFTIGES ...!?
16.07.2010 15:13 Uhr
von alles beim Alten:
"Streeck illustrierte das am Beispiel der Frauenemanzipation. Sie bedeutete zunächst, dass ab den 60er Jahren mehr Frauen auf den Arbeitsmarkt drängten, mit dem rundum berechtigten Anspruch, ihr Leben selbst zu bestimmen und selbst zu verdienen. Das hatte freilich zwei Folgen: Die Geburtenrate ging zurück, weil die Zeit für Kinder fehlte, und die schlechter bezahlten Frauen wurden zu Konkurrenten der männlichen Alleinverdiener. Wegen des höheren Angebots an Arbeitskräften sanken die Löhne der Männer, was wiederum die Position der Gewerkschaften schwächte. Märkte verursachen auch soziale Dysfunktionen. "
Aus dem gleichen Grund fordert die Wirtschaft stets nach gelockerten Einwanderungsverfahren. Auf diese Weise lassen sich ein für die Wirtschaft akzeptables Arbeitslosenheer halten und die Gehälter drücken.
Wenn man die Gehälter steigen lassen will, muss man also das Angebot an Arbeitskräften einschränken, sei es durch Einschränkung der Arbeitsmigration oder durch das Verbot von Frauenarbeit. Will man dafür sorgen, dass Frauen aller Schichten sich wieder für Kinder entscheiden, dann müssen die Arbeitsbedingungen für alle Frauen angeglichen werden, d.h. Frauenarbeit verbieten.
Mit anderen Worten, wer für Einwanderung und Emanzipation ist, muß auch für Dumpinglöhne und soziale Verwerfungen sein. Einen alternativen dritten Weg gibt es leider (bisher) nicht.