Polnische Sprayer wünschen die Juden normalerweise an den Galgen. Der Aktionskünstler Betlejewski nutzt den Alltags-Rassismus, kehrt ihn um und verunsichert so die Polen.von Gabriele Lesser
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28.02.2010
Graffiti-Kunst in Polen
"Ich sehne mich nach Dir, Jude"
Polnische Sprayer wünschen die Juden normalerweise an den Galgen. Der Aktionskünstler Betlejewski nutzt den Alltags-Rassismus, kehrt ihn um und verunsichert so die Polen.von Gabriele Lesser
< Ehrlich gesagt finde ich den Artikel auch nicht sonderlich realitätsnah. Ich bin öfter in Polen, spreche die Sprache einigermaßen und muss da die Polen wirklich ein wenig in Schutz nehmen. Ich habe bislang nur einmal eine wirklich hetzende Aufschrift gesehen (die allerdings nicht gegen Juden gerichtet war). Natürlich gibt es Antisemitismus, aber das an Häuserwänden "normalerweise" derartige Parolen prangen, halte ich für reichlich krux. Ich habe das Gefühl, die Autorin war noch nicht sehr oft in Polen.
Ein anderes Beispiel: Als ich vor ein paar Jahren in Warschau war, gab es ein großes jüdisches Festival. Um die Musikbühne waren riesige Menschenmassen, vor allem sehr viele junge Polen (so auch die beiden, mit denen ich unterwegs war). Insgesamt habe ich das Gefühl, dass das Interesse an jüdischer Kultur in Polen in den letzten Jahren gestiegen ist.
17.03.2010 12:29 Uhr
von Siekielewski:
This whole article is a load of crap.
Sure antysemitism exists in Poland, like in every country in the world, but it doesn't mean that most of poles would prefer seeing hanged david stars than "tesknie za Toba zydzie".
The biggest controversy about the writing is that "zyd" ("Jew") is by some found as a not politically correct word same as "nigger".
It may be a bit low, but one should remember that a couple of years back the poles were hiding Jews from german murderers, now I see you're curing your complexes calling us antisemites.
I suggest the author stops writing things she doesn't have a slight idea about.
Tschus.
16.03.2010 19:54 Uhr
von gosia:
Unter den bisher 6 Kommentaren habe ich 2 polnische finden können und ich finde, sie sind der Autorin gegenüber nicht gerecht. Bevor ich erkläre, warum, möchte ich erstmal betonen, dass auch ich Polin und aus einer Großstadt herkomme.
Beide Kommentare versuchen Frau Lesser klar zu machen, das der Antisemitismus in Polen gar nicht so ausgedehnt sei. Erstens versuchen die beiden sich zu verteidigen, als ob Frau Lesser das Phänomen in Polen subiektiv und ungerecht beschrieben hätte, was - meines Erachtens - gar nicht der Fall ist, denn der Text wurde sehr obiektiv gestaltet, außerdem IST der Antisemitismus in Polen ein Problem, denn Polen ist nicht nur Warschau u. Krakau... (und was ist das schon für ein Argument: "these areas are the poorest, and the least politically represented ones" - stimmt, aber sind das nicht die meisten in Polen???). Ist denn die Aktion "ich sehne mich nach dir, Jude" nicht selbst das beste Argument dafür, dass das Problem des Antisemitismus bei uns existiert?? (dabei muss ich auch hinzufügen, dass die von Frau Lesser erwähnten Beispiele des Antisemitismus Tatsache in Polen sind - "Jude" und "Zyd" klingen in Polen SEHR pejorativ).
Frau Lesser, besten Dank für diesen Artikel! VOR ALLEM handelt er von "guten" Polen, nicht den "schlechten", von denen man leider so vieles in deutschen Medien finden kann.
06.03.2010 19:09 Uhr
von Michał Borsuk:
"Mit der Zeit habe 'Jude' eine so negative Konnotation in Polen angenommen"
Quatsch.
In Poland there are some areas where antisemitism exists, and indeed does well. At the some time, and not coincidentally, these areas are the poorest, and the least politically represented ones.
It's not that bad to be a Jew in Poland. The antisemitism is very shallow, skin-deep. I've met with much stronger and more dangerous feelings in Canada.
01.03.2010 13:59 Uhr
von Henning :
Liebe Frau Lesser, Sie schreiben sinngemäß, dass nur wenig daran erinnert, dass Warschau einmal die Hauptstadt des jüdischen Lebens in Polen war. Das stimmt. Aber mein Eindruck ist, dass in der letzten Zeit immer m e h r daran erinnert. Gehen Sie durch die Prózna-Straße, besuchen Sie das Jüdische Theater! Spazieren Sie durch die Stadt, senken Sie den Blick und Sie stoßen überall auf Markierungen, die den Verlauf der Ghetto-Mauer zeigen.
28.02.2010 18:41 Uhr
von Thomas Lange:
Ich sehne mich auch danach, Menschen kennen zu lernen, Nachkommen, die unsere Nachbarn waren und dann "verschwunden sind ".
28.02.2010 14:04 Uhr
von Tobias:
Vielleicht ist mit der Aktion auch an die Vertreibung der wenigen nach der Schoah in Polen verbliebenen Juden unter kommunistischer Herrschaft zu denken. Nur als Denkanstoß, nicht als Relativierung zu verstehen. Antisemitismus ist ein zu großes und dramtisches Phänomen, als es auf den Zweiten Weltkrieg und das nationalsozialistische Deutschland zu beschränken.
28.02.2010 13:58 Uhr
von henny:
Wer wissen will, wie das jüdische Leben in Polen zwischen 1935 und 1939 ausgesehen hat, sollte das Buch "Leben im Schtetl" mit Photos von Roman Vishniac anschauen. Aufgenommen zwischen Pressburg, Karpaten-Ukraine, Warschau, Galizien, Wilna u. a. geben sie einen Einblick in die Wirklichkeit der jüdischen Community. Auf dem Weg zur Synagoge trug man dort wirklich Kaftan und Pelzmütze. Es gab in Warschau 27 jüdische Tageszeitungen!
Gleiches gilt für den Bildband "Polyn" von Alter Kacyzne, der das jüdische Leben auf der Straße und bei der Arbeit in Polen als Erinnerung für die Amerika-Auswanderer dokumentierte.
28.02.2010 13:53 Uhr
von lucky bastardo:
Spannende Aktion.
28.02.2010 13:35 Uhr
von mein Name:
Das ist eine klasse Aktion. Ob der Zensur in der BRD müsste man hier Aktionen machen, auf denen steht: "ich sehne mich nach dir, Kommunist!"
28.02.2010 13:32 Uhr
von Warschauer:
Frau Lesser, schon mal was vom Museum der polnischen juden in Warschau gehört ? oder vom Singer festival in der Prozna Straße ? und haben sie gesehen wie viele Warschauer Marek Edelman verabschiedet haben ? schon mal die Hannukah Feier vor dem Kulturpalast gesehen ?
Natürlich haben sie das. Schreiben sie deshalb nicht so einen Unsinn, alsob die Polen nur an sich denken würden.
Leserkommentare
27.03.2010 20:23 Uhr
von Britt:
<
Ehrlich gesagt finde ich den Artikel auch nicht sonderlich realitätsnah. Ich bin öfter in Polen, spreche die Sprache einigermaßen und muss da die Polen wirklich ein wenig in Schutz nehmen. Ich habe bislang nur einmal eine wirklich hetzende Aufschrift gesehen (die allerdings nicht gegen Juden gerichtet war). Natürlich gibt es Antisemitismus, aber das an Häuserwänden "normalerweise" derartige Parolen prangen, halte ich für reichlich krux. Ich habe das Gefühl, die Autorin war noch nicht sehr oft in Polen.
Ein anderes Beispiel: Als ich vor ein paar Jahren in Warschau war, gab es ein großes jüdisches Festival. Um die Musikbühne waren riesige Menschenmassen, vor allem sehr viele junge Polen (so auch die beiden, mit denen ich unterwegs war). Insgesamt habe ich das Gefühl, dass das Interesse an jüdischer Kultur in Polen in den letzten Jahren gestiegen ist.
17.03.2010 12:29 Uhr
von Siekielewski:
This whole article is a load of crap.
Sure antysemitism exists in Poland, like in every country in the world, but it doesn't mean that most of poles would prefer seeing hanged david stars than "tesknie za Toba zydzie".
The biggest controversy about the writing is that "zyd" ("Jew") is by some found as a not politically correct word same as "nigger".
It may be a bit low, but one should remember that a couple of years back the poles were hiding Jews from german murderers, now I see you're curing your complexes calling us antisemites.
I suggest the author stops writing things she doesn't have a slight idea about.
Tschus.
16.03.2010 19:54 Uhr
von gosia:
Unter den bisher 6 Kommentaren habe ich 2 polnische finden können und ich finde, sie sind der Autorin gegenüber nicht gerecht. Bevor ich erkläre, warum, möchte ich erstmal betonen, dass auch ich Polin und aus einer Großstadt herkomme.
Beide Kommentare versuchen Frau Lesser klar zu machen, das der Antisemitismus in Polen gar nicht so ausgedehnt sei. Erstens versuchen die beiden sich zu verteidigen, als ob Frau Lesser das Phänomen in Polen subiektiv und ungerecht beschrieben hätte, was - meines Erachtens - gar nicht der Fall ist, denn der Text wurde sehr obiektiv gestaltet, außerdem IST der Antisemitismus in Polen ein Problem, denn Polen ist nicht nur Warschau u. Krakau... (und was ist das schon für ein Argument: "these areas are the poorest, and the least politically represented ones" - stimmt, aber sind das nicht die meisten in Polen???). Ist denn die Aktion "ich sehne mich nach dir, Jude" nicht selbst das beste Argument dafür, dass das Problem des Antisemitismus bei uns existiert?? (dabei muss ich auch hinzufügen, dass die von Frau Lesser erwähnten Beispiele des Antisemitismus Tatsache in Polen sind - "Jude" und "Zyd" klingen in Polen SEHR pejorativ).
Frau Lesser, besten Dank für diesen Artikel! VOR ALLEM handelt er von "guten" Polen, nicht den "schlechten", von denen man leider so vieles in deutschen Medien finden kann.
06.03.2010 19:09 Uhr
von Michał Borsuk:
"Mit der Zeit habe 'Jude' eine so negative Konnotation in Polen angenommen"
Quatsch.
In Poland there are some areas where antisemitism exists, and indeed does well. At the some time, and not coincidentally, these areas are the poorest, and the least politically represented ones.
It's not that bad to be a Jew in Poland. The antisemitism is very shallow, skin-deep. I've met with much stronger and more dangerous feelings in Canada.
01.03.2010 13:59 Uhr
von Henning :
Liebe Frau Lesser,
Sie schreiben sinngemäß, dass nur wenig daran erinnert, dass Warschau einmal die Hauptstadt des jüdischen Lebens in Polen war. Das stimmt. Aber mein Eindruck ist, dass in der letzten Zeit immer m e h r daran erinnert. Gehen Sie durch die Prózna-Straße, besuchen Sie das Jüdische Theater! Spazieren Sie durch die Stadt, senken Sie den Blick und Sie stoßen überall auf Markierungen, die den Verlauf der Ghetto-Mauer zeigen.
28.02.2010 18:41 Uhr
von Thomas Lange:
Ich sehne mich auch danach, Menschen kennen zu lernen, Nachkommen, die unsere Nachbarn waren und dann "verschwunden sind ".
28.02.2010 14:04 Uhr
von Tobias:
Vielleicht ist mit der Aktion auch an die Vertreibung der wenigen nach der Schoah in Polen verbliebenen Juden unter kommunistischer Herrschaft zu denken. Nur als Denkanstoß, nicht als Relativierung zu verstehen. Antisemitismus ist ein zu großes und dramtisches Phänomen, als es auf den Zweiten Weltkrieg und das nationalsozialistische Deutschland zu beschränken.
28.02.2010 13:58 Uhr
von henny:
Wer wissen will, wie das jüdische Leben in Polen zwischen 1935 und 1939 ausgesehen hat, sollte das Buch "Leben im Schtetl" mit Photos von Roman Vishniac anschauen. Aufgenommen zwischen Pressburg, Karpaten-Ukraine, Warschau, Galizien, Wilna u. a. geben sie einen Einblick in die Wirklichkeit der jüdischen Community. Auf dem Weg zur Synagoge trug man dort wirklich Kaftan und Pelzmütze. Es gab in Warschau 27 jüdische Tageszeitungen!
Gleiches gilt für den Bildband "Polyn" von Alter Kacyzne, der das jüdische Leben auf der Straße und bei der Arbeit in Polen als Erinnerung für die Amerika-Auswanderer dokumentierte.
28.02.2010 13:53 Uhr
von lucky bastardo:
Spannende Aktion.
28.02.2010 13:35 Uhr
von mein Name:
Das ist eine klasse Aktion.
Ob der Zensur in der BRD müsste man hier Aktionen machen, auf denen steht:
"ich sehne mich nach dir, Kommunist!"
28.02.2010 13:32 Uhr
von Warschauer:
Frau Lesser, schon mal was vom Museum der polnischen juden in Warschau gehört ? oder vom Singer festival in der Prozna Straße ? und haben sie gesehen wie viele Warschauer Marek Edelman verabschiedet haben ? schon mal die Hannukah Feier vor dem Kulturpalast gesehen ?
Natürlich haben sie das. Schreiben sie deshalb nicht so einen Unsinn, alsob die Polen nur an sich denken würden.