• 12.08.2010

Google Street View und Netzneutralität

Das unsichtbare Zweite

Netzneutralität – schon mal gehört? Nee, derzeit dreht sich ja alles um Google Street View. Der Rummel um Wuppertal in 3-D verdeckt eine wichtige Verteilungsdebatte.von Daniel Schulz

  • 14.08.2010 10:47 Uhr

    von Ilse Kremer:

    @gobi todic:

    Hältst Du einen Werbetexter wirklich für einen "grossen Namen"???

  • 13.08.2010 14:31 Uhr

    von fluxus:

    @Ulrike:
    Von einem "Sündenbock ablenken" klingt ein bisschen merkwürdig, denn beim Begriff "Sündenbock" geht es ja bereits um eine Ablenkung von den eigentlichen Tätern/Verursachen.

    Aber wenn wir schon von Ablenkung reden, die mediale, von eine paar populistischen Politikern angeheizte Hysterie gegen das vollkommen harmlose Ablichten von Häuserfassaden ist in der Tat nichst als eine Ablenkung von den eigentlichen Problemen, z.B. dem politischen Versäumnis, dem unendlichen Datenhunger kapitalistischer, globaler Playern auf der einen und Ermittlungsbehörden/Innenministerien/Nachrichtendiensten etc. auf der anderen Seite klare Grenzen zu setzen.

    Bei einem harmlosen Projekt wie Google Streetmap ist das aber gar nicht nötig, ich denke, dieses Projekt wird sowieso, auch ganz ohne staatliche Einmischung, an mehrere Grenzen stossen: zum einen wird das ganze schnell ziemlich unsexy, sobald die unendliche Hässlichkeit, Öde und Tristesse durchschnittlicher Hausfassaden der deutschen Provinz dort wirklich 1:1 abgebildet wird, und interessant aussehende Häuser darin (wie im richtigen Leben) vollkommen untergehen.
    Zum anderen gelten hier auch die grundsätzlichen Überlegungen zum Thema einer Landkarte im Masstab 1:1, die Lewis Carrol und Jorge Luis Borges schon vor langer Zeit literarisch formuliert haben, und die Umberto Eco später in einem Aufsatz gesammelt hat, der mit den folgenden 3 Schlussfolgerungen endet:
    1. Eine Karte im Maßstab 1:1 gibt das Territorium immer nur ungenau wieder.
    2. Das Reich wird im selben Moment, in dem man seine Karte erstellt, undarstellbar.
    3. Jede Karte im Maßstab 1:1 besiegelt das Ende des Reiches als solches und wäre mithin die Karte eines Territoriums, das kein Reich mehr ist.

    (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Karte_im_Ma%C3%9Fstab_1:1#Literarische_Rezeption_der_Idee)

  • 13.08.2010 14:01 Uhr

    von fluxus:

    Online-Petition der "Initiative Pro Netzneutralität":

    http://pro-netzneutralitaet.de/

    Es gibt meines Erachtens keinen vernünftigen Grund, diese Petition nicht zu unterzeichnen (und es dauert auch nur ein paar Sekunden).


  • 13.08.2010 12:52 Uhr

    von Ricardo Schlämann:

    guter artikel, herr schulz...die debtte um die netzneutralität ist für meien begriffe wesentliuch wichtiger als streetview..da haben sie vollkommen recht.
    ich bin auf die weitere entwicklung gespannt...

  • 13.08.2010 10:45 Uhr

    von Ulrike:

    Wieso jetzt über die Politiker aufregen und vom eigentlichen Sündenbock ablenken? Die Sache mit der Videoüberwachung ist ein anderes Thema. In diesem Fall ist Google der Sündenbock!

  • 13.08.2010 09:46 Uhr

    von Joe:

    Die, die uns vor Google retten wollen machen dauernd Gesetze die unsere Freiheit viel mehr einschränken. Und damit meine ich nicht nur Vorratsdatenspeicherung, Lauschangriff, Paragraph §202c StGB, Quellen TKÜV, etc.pp.
    Alles Propaganda. Wer sein Haus nicht bei google haben will soll es eben schwärzen lassen. Btw. Netzneutralität haben andere schon vor 20 Jahren gefordert! Problem: Damit kann man keine Stimmen fangen, weils die Masse nicht kapiert.

  • 13.08.2010 08:56 Uhr

    von Sichwundernde:

    Ja, ich hatte davon schon vor diesem Artikel gelesen, und war ebenso erstaunt, daß es sonst nicht groß Thema ist.
    Schon seltsam, wie manchmal Dinge parallel passieren, die bewirken, daß die eine Sache in den Medien und in den Gehirnen der Menschen untergeht. So z.B. auch beim Sparpaket der Bundesregierung versus Fußball-WM.
    Ein Schelm wer Böses dabei denkt...

  • 13.08.2010 08:24 Uhr

    von Holger Wegemann:

    Im deutschen Recht ist ja die sogenannte Panoramafreiheit eingeräumt, konkret heißt das, auf etwa Augenhöhe darf man von der Straße aus mit einer normalen Fotooptik Häuser und Landschaft abbilden. Das macht ja auch Street-viev.
    Die Aufregung um diese Art der Bildspeicherung kann ich nicht ganz nachvollziehen, da ja nur abgebildet wird, was auch dem normalen Betrachter dargeboten wird: eine präsentable Fassade, die man vielleicht auch gerne seinen Nachbarn und der Welt im Netz zeigt.
    Problematischer sehe ich da Google-Earth. Hier schaut
    man ungefragt sozusagen über Nachbars Gartenzaun, eben ungefragt ins Private. Da schützt keine Hecke.
    Will sagen, Street-view zielt auf den Phänotyp, Google-Earth auf die DNA, auf die Strukturen und schaut von oben in unsere Kaffe- und Teetassen. Das sehe ich auch als größeres Problem, als dasß nur meine Haustüre geknipst wird.

  • 12.08.2010 23:10 Uhr

    von Anony:

    Seit Tagen warte ich darauf, das es endlich jemand schafft, über den Street-View-Tellerrand zu schauen.
    Es sollte anders herum sein. Die Medien sollten aufschreien, ob dieses Angriffs gegen die Netzneutralität und Street-View vergessen.
    Aber nein:
    Die StreetView-Berichte nehmen stark zu während die viel größere Gefahr vergessen wird. Traurig, dass ein Unternehmen wie Google es schaft, die Medien so auszutricksen.

  • 12.08.2010 19:43 Uhr

    von Gobi Todic:

    Danke, taz. Nicht noch mehr Wind in dieses Scheinthema Street-View. Ohne Netzneutralität wird aus dem Internet ein zweites Kabelfernsehen, in dem dicke Anbieter ausliefern, und kleine Blogger und Podcaster keine Chance mehr haben.
    Mehr berichten, bitte. Initiative Pro Netzneutralität hat gerade mal knapp über 5000 Unterzeichner nach 2 Tagen, obwohl große Namen wie Sascha Lobo und Konsorten mitmischen...

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