• 07.01.2010

Gilliams "Das Kabinett des Dr. Parnassus"

Wahn und Wirklichkeit im Weitwinkel

In Terry Gilliams neuem Film "Das Kabinett des Dr. Parnassus" bleibt die Katastrophe aus. Man merkt dem Film an, dass er den Widerspruch zwischen Fakt und Fiktion schlecht verdaut.von Dietmar Kammerer

  • 25.04.2010 20:36 Uhr

    von Dennis:

    Ich muss mal aufräumen, mit diesen unwirklichen Kritiken die ich überall lesen muss.

    Zuerst:

    Was ist tröstlich daran, das der große Dr. Parnassus (Gott selbst?) und der Teufel am Ende versöhnt beieinander sinnen?

    Nichts. Hoffnungsloser kann doch ein Ende gar nicht sein - es zeigt uns das dieses Spiel des Lebens in dem wir verwoben unserem Schicksal zu entrinnen versuchen niemals enden wird. Kein Trick, und keine Selbsttäuschung können uns vor unseren eigenen Entscheidungen bewahren. Ganz genauso wie bei den Protagonisten dieses Film.

    Die Wette gilt. Immer und überall. Für jeden von uns.

    Und nicht einmal die höchsten Instanzen können diesen Wettlauf durch Ihre Macht für sich entscheiden.

    Die Menschen wählen selbst, gemäß Ihrer Natur.

    Und Gilliam wird nicht moralisch dabei!

    Denn er macht uns klar, wir sind was wir sind. Unser Vorteil ist unser Nachteil. Wir sind zu verführen und wir verführen selbst. Wir täuschen und werden getäuscht. Und wir machen nicht einmal vor uns selbst oder jenen die wir lieben halt.

    Das ist ie unenliche Geschichte.

    Verführung als Chance? Schwer zu trennen was uns zu unserem Handeln motiviert, manchmal ist es schlichtweg dasselbe.

    Und das ist doch das wunderbare und ebenso schreckliche an uns Menschen: selbst wenn alles zerfallen und verspielt ist, selbst dann sind wir bereit für die nächste Chance, die nächste Wette. Gegen uns selbst und wider unserem Schicksal - oder genau dorthin.

    Und wer war noch nicht an Dr. Parnassus Stelle, am Abgrund von allem, weil alles verloren ist?

    Und nein, nicht einmal der Tod entlässt uns aus der Verantwortung. Der Teufel fischt uns persönlich zurück ins gemeinsame Boot - oder wie im Film zurück auf den Berg, mit einer Angel.

    Wir sind fragile Geschöpfe. Und im Moment des totalen Verlustes stehen wir auf und fangen wieder von vorne an. Der Preis bleibt zu bezahlen. Das will uns Gilliam gar nicht anders erklären.

    Und darum sind wir Menschen eben nicht nur fragile, sondern auch sehr starke Geschöpfe.

    Keine Frage das sich in diesen Momenten vor uns, wie auch im Film, die Erde auftut, als wäre es unsere eigene klaffende Wunde, die sich da zeigt.

    Und nur einen Steinwurf (oder einen neuen Wetteinsatz?) entfernt, bricht das Licht durch den Wolkenvorhang und zeigt uns wie ein Engel jenes friedliche, sichere Tal, in das wir uns genauso hätten verlaufen können.

    Wer vergeblich verliebt oder anderweitig geliebte Menschen verloren hat weiss wie Pranassus sich fühlt. Wie lang sind die Wege um dorthin zurück zu gelangen wo wir uns einst verloren haben? Unendlich lang? Genau!

    Wir sind unbelehrbar. Und dieser Film erinnert uns daran, das es nichts zu lernen gibt.

    Teufel und Gott gehören zusammen - in uns - sind unsere Verkehrsschilder.

    Keine Moral, keine Religion, nichts schützt uns. Selbst die Tugend scheint Illusion. Es bleiben die tausend Stufen in das himmlische Schloss unserer Befreiung oder das Spiel um neue Chancen.

    Dessen sind wir alle Gewiss. Deshalb erkennen wir uns als Menschen. Manchmal erschrecken wir dabei.

    Gut das Gilliam seine Bilder wie aus dem Fabelbuch gewählt hat.

    Ich bin enttäuscht von den vielen Kritikern dieses Films, die meiner Meinung nach die Tiefe seiner Geschichte verpasst haben müssen.

    Nein, Terry Gilliam ist keineswegs versöhnlich oder weniger brachial als in bisherigen Filmen.

    Der Geschichtenerzähler erzählt die nächste Geschichte - ohne Happy End. Es gibt kein Ende. Und das ist nicht nur im Sinne des Plots, das ist im Sinne unserer Schöpfung.

  • 02.02.2010 13:45 Uhr

    von Filo:

    Letztlich muß man sich- unabhängig von irgendwelchen Kritiken -immer selbst ein Bild machen. Ich habe den Film gesehen und -was soll ich sagen? Wenn man böse sarkastisch sein will, könnte man behauptenn, man kenne den Grund für H. Ledgers Selbstmord...
    So einen Riesenkäse habe ich in den letzten Jahren kein zweites Mal gesehen, Starbesetzung und -regisseur hin oder her!!

  • 07.01.2010 20:36 Uhr

    von Sebastian:

    Den obigen Beschwerden will ich vehement widersprechen. Die Filmbesprechungen in der taz sind gerade deshalb so gut, weil sie sich nicht in einem bloßen Nacherzählen (gespickt mit ein paar Worten wie "gelungen" oder "unglaubwürdig") erschöpfen, sondern tiefer gehen. Ohnehin ist es bei vielen guten Filmen irrelevant, ob man Teile des plots kennt oder nicht, weil die Qualitäten woanders liegen und das Wissen die Erfahrung beim Ansehen nicht entwerten kann. Auf die anderen Gilliam-Filme, die ich kenne, trifft das jedenfalls zu und durch das Lesen der Besprechung hier fühle ich mich kein bisschen überinformiert.
    P.S.: Zum Heulen, dass man Harry Potter diesen Stümpern überlassen hat; Gilliam hätte daraus sicher etwas Gutes gemacht.

  • 07.01.2010 16:53 Uhr

    von begeisterter:

    ooops...doppelt hält ja bekantlich besser,hehe!
    sorry!

  • 07.01.2010 15:18 Uhr

    von begeisterter:

    Danke für die Darstellung des Endes.Habe mich zwar auf den Film gefreut,allein schon Tom W. als Teufel zu sehen wäre mir eine Freude gewesen,aaaaber eine Filmkritik mit dem Ende des Filmes anzufangen ist sicherlich der falsche Weg um den Film schmackhaft zu machen. Da ich Terry & seine Filme mag guck ich mir den Film an. Sicherlich wird die Darstellung des Endes in dieser Kritik stark vom Ende in dem Kinosaal/Film abweichen....hoff ich doch! Ansonsten:nächstes Mal vielleicht nicht das Ende erzählen. Wenn ich das in meinem Bekanntenkreis mache, ziehe ich auch immer den Ärger aller auf mich.

  • 07.01.2010 15:12 Uhr

    von begeisterter:

    Danke für die Darstellung des Endes.Habe mich zwar auf den Film gefreut,allein schon Tom W. als Teufel zu sehen wäre mir eine Freude gewesen,aaaaber eine Filmkritik mit dem Ende des Filmes anzufangen ist sicherlich der falsche Weg um den Film schmackhaft zu machen. Da ich Terry & seine Filme mag guck ich mir den Film an. Sicherlich wird die Darstellung des Endes in dieser Kritik stark vom Ende in dem Kinosaal/Film abweichen....hoff ich doch! Ansonsten:nächstes Mal vielleicht nicht das Ende erzählen. Wenn ich das in meinem Bekanntenkreis mache, ziehe ich auch immer den Ärger aller auf mich.

  • 07.01.2010 14:42 Uhr

    von Ulrike:

    Die Kritik ist zwar informativ und auch gut geschrieben, aber kann man den Artikel nicht mit einem "Spoiler Alert" versehen? Nicht jedem ist es egal zu erfahren, wie der Film ausgeht _bevor_ er ihn gesehen hat.

  • 07.01.2010 13:04 Uhr

    von Micha:

    Ich hatte es mir seit der Kritik von "V for Vendetta" eigentlich abgewöhnt Filmkritiken in der TAZ zu lesen. Und auch dieses Mal hätte ich es wohl lassen sollen! Kann man eine Filmkritik nicht schreiben, ohne zu Beginn gleich das Ende des Films zu verraten? In der TAZ würde eine Kritik zur ersten "Star Wars"-Trilogie sicher auch damit beginnen, dass es doch bezeichnend sei, dass Darth Vader Luke Skywalkers Sohn ist.

  • 07.01.2010 11:08 Uhr

    von gilliam-fan:

    juchuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuu !!!!!!!!
    den schau ich mir gleich mehrmals an...

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