Gesundheitspunktesystem für Lebensmittel
Die Ampel im Supermarkt
Mit der Kennzeichnung von Dickmachern wollen Verbraucherschützer gegen Übergewicht angehen. Ernährungspsychologen halten diese Kennzeichnung von Lebensmitten für wirkungslos.von Kathrin Burger
Leserkommentare
19.01.2009 15:48 Uhr
von xekinai:
Neben ein paar interessanten Argumenten sind in dem Artikel leider auch eine Reihe von Ungenauigkeiten und verschiedene Argumente gegen die "Ampel", die bei näherer Betrachtung nicht wirklich greifen.
1) Einerseits wird behauptet, "Speiseöl würde vier rote Punkte erhalten", andererseits kritisiert "Grundnahrungsmittel wie loses Obst und Gemüse, Brot und Wasser bekämen keine Punkte". Speiseöle erhalten keine vier roten Punkte, erstens, weil sie weder Zucker noch Salz enthalten, und zweitens, weil es mit gutem Grund um "zusammengesetzte" (nicht: verpackte) Nahrungsmittel geht. Denn bei einem Fertiggericht oder Fruchtjoghurt ist eben NICHT mit gesundem Menschenverstand erkennbar, was drin ist - bei Öl und Butter ist es klar.
2) DIe Forderung der Verbraucherverbände ist, die Angaben pro 100g zu machen - und eben nicht bezogen auf eine dubiose "Portion". Worauf sich der Artikel hier bezieht, ist die existierende freiwillige Kennzeichnung mancher Hersteller - von der sich die Ampel eben unterscheiden soll.
3) Die vorgeschlagene Kennzeichnung ist differenzierter als pauschales "gesund" oder "ungesund", indem die Gehalte verschiedener Stoffe angezeigt werden. Ob die Ergebnisse der Westenhofer-Studie daher übertragbar sind, ist fraglich.
4) Argumente, dass die Ampel alleine nicht wirkt, sondern es z.B. an Bildung oder Geld fehlt, sind keine Argumente gegen die Ampel, sondern für einen breiten Mix von Maßnahmen. Jedem denkenden Menschen ist klar, dass eine Maßnahme allein das Übergewicht nicht abschaffen wird.
Im übrigen leidet der Artikel unter schlechtem Quellennachweis: Wer sind die "Ernährungsberater" oder die "Experten des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen" (der übrigens vzbv heißt)?
15.01.2009 14:17 Uhr
von Martin:
Perfekt wäre die Angabe von Fett, Zucker, Salz, Kalorien in absolut und Prozent eines Tagesbedarfs und zwar jeweils für 100g und für die ganze Packung, nicht für die albernen Portionen. Zusätzlich könnten die Angaben noch Ampel-farblich hinterlegt werden.
Allein nur die Ampel ist zu wenig Information. Warum sollte der Rest der Verbraucher darunter leiden, daß ein kleiner Teil zu dumm für Prozentrechnung ist und nur die Ampel verstehen würde?