• 21.04.2010

Gesteigerte Aktivitäten bei der Bundesregierung

300 Euro auch für Reiche

Die Regierung verabschiedet eine Reihe von Beschlüssen zur Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik. Darunter auch das umstrittene Nationale Stipendienprogramm.von Eva Völpel

  • 23.04.2010 10:28 Uhr

    von Oli:

    Ein Stipendium ist eine Auszeichnung für gute Leistung und eine Zukunft, die darauf baut. Die Wortwahl hier gleicht eher dem Bafög und in der Realität bleiben doch die Studiengebühren als größte Hürde für ärmere Studenten. Ich habe früher im Ausland gelebt und dort, wo ein Studium Geld kostet, geht es für die Familien am Ende auch nur noch ums Geld: Wer es hat, studiert, wer nicht, studiert nicht. Nur 1 Prozent der besonders Begabten fällt einer Kirche oder irgendeiner Organisation auf und schafft dann den Sprung zur Uni.

    @Hanna
    Das ist Deutschland 2010. Ich vermute mal, dass in 2015 wieder Reformen mit dem gleichen Tenor gemacht werden, am Ende müssen Arbeitslose eine Schaufel an der Jacke tragen und täglich vor den ARGEn antreten.

  • 22.04.2010 16:45 Uhr

    von Hanna:

    Am Mittwoch beschloss das Kabinett zudem, sich verstärkt um die Förderung von arbeitslosen Jugendlichen, Alleinerziehenden und Älteren zu kümmern. Man nehme jetzt die Menschen in den Blick, die schwieriger in Arbeit zu vermitteln seien, sagte von der Leyen. (Zitat)

    Das ist schon interessant, dass im Jahr 5. einer Mahmutreform, eine Änderung gemacht wird, die im Grunde genommen genauso begründet wird, wie die erste Reform.
    Noch interessanter finde ich, dass die Politiker ihre hohlen und wirklich sich selber verratende Anküdigungen ungefiltert in die Medien posaunen. Gerade die Vermittlung von Arbeitslosen in Arbeit stand ja dick im Programm von hartz-IV - wie kann das jetzt nochmals intensiviert werden? Genauso die Sanktionierung von Menschen, die nicht an ihrer Integration in den Arbeitsmarkt mitwirken - auch das steht schon im Gesetz?
    Vielleicht liegt das alles daran, dass die ARGEn ihre Arbeit gar nicht machen und gar nicht machen können. Weder gibt es Vollbeschäftigung, noch findet die ARGE wirklich die Leute, die am Ende tatsächlich einem Arbeitslosen eine Arbeitsstelle anbieten können. Selbst Akademiker werden von der ARGE gar nicht vermittelt, beraten oder qualifiziert, eher im Gegenteil. Da werden schon mal diplomierte und promovierte zu einem Training geschickt, wo sie vollkommen unterfordert sind.
    Wenn die Regierung denkt, sie könnte durch solche Manöver irgendeine positive Ernte für sich einfahrn, hat sie sich arg getäuscht - das hier wird Nichts.
    Und besser wäre auch das Gesetz zu kippen und einen anderen Weg zu probieren. Die Mittel (Armut, Mobbing, Nichts-Tun, Ausreden und vor allem keine Qualifizierung) bringen nichts - nur der PR-Effekt stimmt. Dafür sorgen solche Rumpelstielzchen wie Theo Sarrazin, der mal eine Diät, mal eine kalte Dusche als Rezeptur parat hält - nur eben nicht für sich selbst.

  • 22.04.2010 13:02 Uhr

    von bruder:

    Und die Allgemeinheit soll für die Zahlungsunwilligkeit eines Großverdieners aufkommen? Die verantwortliche Damen hat leider recht!

    PS: Auch das Einkommen meiner Eltern war knapp über der Grenze, dennoch brauchte ich keine drei Jobs für die Grundsicherung(Urlaub und Plasma-TV kann man dann halt knicken...).

  • 22.04.2010 12:52 Uhr

    von Holländer:

    Die Beschwerden zielen meist darauf, dass die Elite zusätzlich gefördert wird. Für Unabhängigkeit der Wissenschaft sind die Stipendien Gift. Die Universität muss jetzt ein (bürokratisches) Apparat aufbauen um Unternehmen an zu locken. Danach sollte man keine unabhängige Forschung mehr von diese Universität erwarten. Vor allem in NRW wo die Unternehmen auch schon in den Aufsichtsräten sitzen. Elite Universitäten (in den USA) sind nicht so gut weil der Unterricht so gut ist, sondern weil die gute Studenten zu Ihnen kommen. Die Deutsche Universität werden also gezwungen sein alles zu machen den Unternehmensanteil dieser Stipendien einzuwerben.

    Ein Professor der Nebenwirkungen eines Medizin findet, wird wohl besucht von Universitätskanzler bekommen der ihm klar macht, dass er bei Veröffentlichung auf seiner Sekretärin und studentischen Hilfskräfte verzichten müsste. Die meiste Forschung wird von prekär beschäftigten Projektmitarbeiter gemacht. Diese bekommen wahrscheinlich nicht mal Besuch, sondern werden einfach nicht wieder eingestellt.

    Bald gibt es auch kein Klimawandel mehr in Deutschland und sind Farb- und Zusatzstoffe gesundheitsfördernd.

    Man fragt sich warum nicht einfach alle Unternehmen an diese Stipendien mit zahlen, ganz unbürokratisch über den Steuern. Und sonst wäre es immerhin noch besser wenn unabhängige Stiftungen, wie bis jetzt der Fall ist, das Geld für die Stipendien ein werben.

  • 22.04.2010 07:59 Uhr

    von Wolfgang:

    10000 Schüler und Schülerinnen verlassen jährlich die Hauptschulen, ohne einen Hauptschulabshluß erreicht zu haben. Die Zukunft heißt Hartz IV.
    300 Euro für Reiche. Das ist Deutschlands Zukunft.

  • 22.04.2010 07:31 Uhr

    von johannes:

    Wegen dem Stipendium für alle:
    Abgesehen von der 10% Elite Förderung und den 150 € Eigenanteil der Unis finde ich dass dies ein guter Schritt ist.
    Es gibt viele Studenten die zwar rein rechnerisch reich wären aber vom Geldsegen ihrer Eltern nichts abkriegen.
    Dazu zwei Beispiele
    Ich kriege kein Bafög da meine Eltern gerade über die Grenze kommen. Dennoch habe ich mittlerweile 3 Jobs neben dem Studium um mir meinen Unterhalt zu verdienen.
    Ein Kommilitone wird von seine reichen Vater nicht unterstützt und erhält kein Bafög. Die Antwort der verantwortlichen Dame "Dann verklagen Sie doch ganz einfach Ihren Vater"
    Wir beide würden uns bestimmt über 300 Euro im Monat freuen!

  • 21.04.2010 20:46 Uhr

    von Juergen K:

    Irgendwie interessant, dass das Bafög im Beisein von der Leyers um 2%
    "wegen der Inflation und anderer massgeblicher Kriterien" angehoben wurde.

    Ich gönne es den Studenten.

    Würde es Hartz4 auch als Kredit geben, hätte sich von der Leyer sicherlich auch "an die Inflation und die massgeblichen Kriterien" noch erinnern können,
    da sie unlängst bekannt -also evident- wurden.

    Der krönende Abschluss der Arbeitsmarktplitik mündete in "Wir" -womit wohl die Vermittler gemeint sind- "wollen schlichtweg besser werden".

    Na wenn das nichts ist ?

    Ich glaube,
    das hat Leidkultur Niveau und
    sollte weltweit Anwendung finden.

    Invertierung findet im Bundsfamilienministerium statt:
    Schroeder will arbeitslose männer (also das Gewschmeiss, das der Industrie und den Unternehmen

    nur noch als Vermittlungshemmnisanhäufung,
    gepaart mit Bildungsferne,
    Sucht- und Alkoholkrank,
    überschuldet, insolvent und verarmt

    zu Kindererziehern umfunktionieren.

    Wohl dazu, dass dann die Freiwerdenden Mütter (ebenfalls mit allen Eigenschaften der verarmung,

    der Industrie und den Unternehmen zur Verfügung stehen.

    Mich wunderte es nicht, wenn Scheidenlippenliftings demnächst von der kase übernommen werden.

    Damit sich die Hungerlohnarbeitgeber der "Spannung" der kostenlosen Praktikantinnen hingeben können.

    Strassenstrich und Bordelle sollen ja von Städten und Gemeinden mit -wie nennt man das ?-

    Steckpauschale belegt werden.

    Junge Junge !








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