• 08.01.2009

Gespräche mit Dramatiker Heiner Müller

Neue Gespenster am toten Mann

Einerseits: Heiner Müller ist inzwischen halb vergessen. Andererseits: Was würde man mittlerweile wieder geben für ein Gespräch mit ihm, zum Beispiel über 9/11!von Stephan Schlak

  • 08.01.2009

Gespräche mit Dramatiker Heiner Müller

Neue Gespenster am toten Mann

Einerseits: Heiner Müller ist inzwischen halb vergessen. Andererseits: Was würde man mittlerweile wieder geben für ein Gespräch mit ihm, zum Beispiel über 9/11!von Stephan Schlak

  • 19.01.2009 23:53 Uhr

    von Joachim Petrick:

    Alte Gespenster im neuen Gewand am toten „Wahrheitsdespoten“,
    Heiner Müller „ Alles Weitere nur mündlich“- Idiot“ Beute von Heute im Gespenster Wakie Takie Talk? “Auf eine Zigarre“ kaltblütig „Berliner Swing- , Tango- Spinx“ in Klärchens Ballhaus zum Achtzigsten.

    "Selbst Idioten können sterben, ungerührt die Wahrheit finden!?
    Heiner Müller, gar nicht Stephan Hermelin, niemals Walter Janka, „Wolf Biermann, geh du voran“, eher Stefan Lederer im toten Stefan Heym, stephanisierte....
    Jetzt aber richtig wichtig!:

    War Heiner Müller so gefühlt, streng mit sich im Umgang, schuldig, dass er solchen Ekel angesichts frei herumlaufender Unschuld fühlte?
    Heiner Müller!, lass deine Gedanken lakonisch schnarrend ironisch vom Himmel fallen wie Schnee im Sommer! Aus der Hölle wäre es Egalität.
    .
    ...als sei er der missratene quattrozonale Zigarre schmauchende, rauchende Enkel des Volksbühnenkanzler Ludwig Ehrhard junior!?.....

    Der guten wie trefflichen Worte zu Heiner Müllers achtzigsten Geburtstag sind nun genug gewechselt, jetzt müssen Reibereien, Frechheiten, enteilt der Meute, Tollheiten als des Wahnsinns fette Beute her, zu denen mich einfühlende Brückensätze über den verstorbenen Heiner Müller angestiftet.

    Heiner Müller setzte seine Gefühls- , Gedanken- und Begriffswelt selber zeitlebens dramaturgisch, auf Zuruf, Stichworte, die aus der Zeitgeschichte hervorbrechend leidenschaftslos hüben, theatralisch drüben „ Seine Aufwartung gab Heiner Müller 1988 Ernst Jünger“ oder umgekehrt in die Geschichte wiesen, fix & fertig täglich sich selber vor- , daneben- wie aufführend, vollkommen scholle, bühnenreif vollendet in Szene.
    Einmal grinste Heiner Müller livehaft per Dreh „Ruck Zuck“, Gestattungsprodukt Elaste Plaste „Standby“ hin-und hergesimmelt mucksmäuschenstill, mausetot beredt, mit Mut zu Auslassungen, stirnig hirnig hinter seiner dick gehornten Brille, bei Gelegenheit seinen lauernden Zynismus zielführend herunter würgend dimmend voll im Lot, als sei er der missratene unizonale Zigarre schmauchende, rauchende deutsche Enkel des End- Volksbühnenkanzler Ludwig Ehrhard junior, mit seinem formierten Gesellschaftstheater, samt Pinscher, Schmeißfliegen Gerede & Getue & Gehabe.
    „Scheiße im poetisch dramaturgisch Trompetenrohr, kommt zum Glück „auf Deibel kome heraus“, bei Heiner Müller selten vor, Grass drüber, es günthert drastisch im Komplott- Zuckersteckrüben- Kompott des Interzonenhandels Kommerziell Ordinäre Koordination ddrbrd, namentlich Walter Ulbricht, der Stalin- Wicht- Schlichter „SED-Politbüro- Partei- König- Banause Mild“. “Auftragsarbeit an Heiner Müller schriftlich per gesatteltem, gestiefelt gesporntem Kurier & Pferd zugesandt“.

    Schon deshalb, von da ab, für Heiner Müller, den dramarturgischen Wal- Dichterjäger RAF „Ahab“ Baader “Auf ein Date mit RAF- Anwalt Klaus Croissant, bekennender „IM“ in Paris“, alles Weitere nur noch mündlich vor dem „Last Ordre“ Welt- Gefecht.
    „Selbst Idioten können sterben, ungerührt die Wahrheit finden“!?, meinte Heiner Müller sarkastisch sakrosankt drastisch, gar nicht Stephan Hermelin, niemals Walter Janka, „Wolf Biermann, geh du voran“, eher Stefan Lederer im toten Stefan Heym, stephanisierte, dirgierte, intendierte Heiner Müller seine eigene Gedankenwelt im ewigen Zorn putativ geraubter Jugend seiner sprachlich gewandt, gelackt zackigen Lakonie als kapitaler „klerikaler“ Global- Player, Zar Rasputin mit Zigarren- Spleen, seinen Welt- Konzern von eigenen und unbekannten Gnaden ungebührlich zu zähmen!?
    Wir schauen betroffen, viele Frage bleiben unbegreiflich unerwartet offen, wie der Vorhang zu der „Personalie“ Heiner Müller als gesamtdeutschen „Dramaturgen- Thriller“.

    “Wer verstellt hier wem die Sicht per Verdunklungs- Lampen- Fieber auf unsere Geschichte?
    Alles Weitere bei posthistorischem Lichte vor Gericht und nun doch nur alles schriftlich in seinen ungehaltenen Dramen, Reden, Interviews, Auftritten in Talk- Shows, Werken!“.
    „Gebe es, wie in Südafrika, von Nelson Mandela ins Leben gerufen, eine deutsch- deutsche Wahrheitskommission, alles Weitere, selbstredend in unseren offenbarten Taten & Werken, rein & fein, nur mündlich“.

    So wurde denn faustisch mit Alleinstellungsmerkmal aus:
    “Heinrich mir graut vor Dir“,
    „Heiner, es graut in mir, es will in mir nicht farbig werden, egal ob Pal, ob Secam, nur im Grauen noch schlummern deutsch- deutsche Konturen!?“

    “ So wie Kaiser Wilhelm II seine Heere vor lauter lauten deutschen Fürsten/innen nicht deutsch, nur grauenhaft kaiserlich nennen durfte, außer im maritimen Flotten- Krieg- Prunk & Pomp, dürfen wir heute, deutsch- deutsch Sesam- bunt in der Lindenstraße nachgedacht, gegeißendörfert noch immer nicht!?
    „Herbert Wehner steht ostelbisch ratlos mucksmäuschenstill „Wer mit mir redet, hat so gut wie geschwiegen“ tot im Sachsen Nebel“ auf der Höhe unserer deutscheuropäischen Möglichkeiten reiten“.

    Womit wir piepmunter wie –egal bei dem Sachsen Herbert Wehner wären, der dem Eppendorfer Ostberliner Heiner Müller für sein alltäglich dramaturgisches Grauen wie jeder ferne, nahe Nachbar/in, Hinz & Kunz, auch unverdient „Haste mal eine MDN, oder zwei, echte Friedensware“ nach Kräften, vermögenden Talenten unvermutet Nahrung gab?“

    Da war Heiner Müller nach- wie vortragend eigen, die Zeit nach dem Berliner Mauerfall vom 09. November 1989 wollte sich ihm, so gut & schlecht wie uns, nicht zeigen, also rauchte er „Der Zeit“, seine „Restlebenszeit“ im Stahlgewitter der gesamtdeutschen Ernst Jünger Schonbrot- Zeit durch die brennende Zigarre lebensprall, gar nicht schorlemmer, voll ins Friedrich Gedicht, montagsmalend sein Gesicht.
    Eher ein wandelnder Bundesgerichtstag, wie früher der „Innere Reichstag“ ein Gedicht!

    Wenn Heiner Müller 1992 sagt: "Es ist nicht leicht, Spaß am Untergang der Welt zu haben, wenn man eine kleine Tochter hat".
    Was sagt uns das Heute?
    Vielleicht sagt uns Heiner Müller damit lakonisch unverstellt im Stil seiner gefühlten Generationshorde, dass er sich lebenslang mit jenen verband, die Verelendung, Verzweiflung als KZ- , als Kriegsversehrte, Kriegsgefangene, Widerständler/innen, heimkehrende Exilanten/innen, als Landser, Rotarmisten wie Deutsche, aus Kesselschlachten des Zweiten Weltkriegs, als Parteisoldaten/innen im Moskauer Hotel Luxor, als Übriggebliebene traumatisiert der Welt der Gegenwärtigen nur noch im Minimalkonsens eines putativ erahnt bevorstehenden Untergangs begegnend letzten Spaß abringen können!?

    Wenn Heiner Müller ungefiltert auf historisch verstellt erreichbarem Niveau losschwafelte, die Demokratie vom historischen Grunde her als Selektion, als „Prinzip Auschwitz“ identifizierte, mag er an die Weimarer Demokratie gedacht haben, in der bereits 1919 Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht als parlamentarisch erfahrer „Flügel“ der armen USPD, der KPD von Freikorps ermordet, liquidiert, sein Interesse an Parlamenten, an Abgeordneten/innen auf Null exekutiv rekrutiert!?

    War nicht die Weimarer Demokratie die reinste Registratur und Plattform mit IBM- Lochkarten System, die Vorrausetzungen für die Selektion des NS- Terror- Regimes „Prinzip Ausschwitz, Treblinka, Sobibor, Aushungern von Leningrad“ samt europaweiter Kollaboration zu organisieren?!

    Frei nach Heiner Müller “Diese herumlaufende Unschuld in den Einkaufszentren der USA, in Deutschland, dieses robust demonstrative „Power Shopping“ mitten in der Dauerkrise schwindsüchtiger Massssenkaufkraft, löst bei mir einen Ekel aus“.

    War Heiner Müller so streng mit sich umgehend, schuldig, dass er solchen Ekel angesichts frei herumlaufender Unschuld fühlte?

    Frei nach Heiner Müller in den USA ca. 1985 “Ja! Es ist richtig! Hier in den USA leben die Menschen freier. Der Preis für die Freiheit in den USA liegt aber in der Unfreiheit in anderen Teilen unserer Welt“

    Aber Herr Müller!, kann ich da nur postmortem fragen:
    “Haben die Amerikaner/innen sich nicht im historisch dialektischen Sinn von Marx & Engels ihre Freiheit erkämpft und bis heute, trotz vieler Gefährdungen, Anfechtungen, erfundenen wie realen Gefahrenlagen halbwegs behauptet?

    Ist die Freiheit der Amerikaner/innen nicht eher durch die fortbestehende Unfreiheit der Menschen in anderen Teilen unserer Welt gefährdet? Welche dunklen Pläne wollen Sie mit Ihren vor- dialektischen „Allgemeinplätzen“ nähren, welchen die Nährung entziehen?“

    Selbst abwesend, lässt Heiner Müller uns Deutsche u. a.? mit seinen dunkel erhellenden Sticheleien, wie das atmende Schnappen nach der Mutterbrust, in unseren Gemütsverfassungen nicht ruhen.
    Das ist nun aber wirklich gut so!

    „Danke Heiner Müller“, flüstert mir ein Gespenst, gekleidet Schlag- Hose Helote , am Grab des toten Wahrheitsdespoten!
    Tschüss!, sage ich!
    Nichts wie weg!, denke ich.
    Joachim Petrick

  • 10.01.2009 21:55 Uhr

    von Master:

    Lassen wir Darwins Worte nicht die letzten sein und ziehen einen adaptiertes Galileo Wort zu Rate:
    "Und es reicht doch."

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