Die Debatte um Open Access und Kulturflatrate ist nur der neueste Zyklus des Streits um das Urheberrecht. Jede neue Technologie hat die Interessen von Verlegern und Produzenten bedroht.von Rudolf Walther
@makeze: Die Menschen werden sich aber wohl eher nicht daran gewöhnen, vom Bildschirm zu lesen, dafür sorgen schon mindestens die steigenden Strompreise... und abgesehen davon ist das Layout durchschnittlicher Online-Texte im Vergleich zu Büchern eine Zumutung, von der ständigen Ablenkung durch (meistens auch noch animierte!) Werbebanner gar nicht zu reden! Sogar mir als langjährigem "Webjunkie" fängt das mittlerweile an, auf die Nerven zu gehen, und in meinem Freundeskreis (allesamt keine ausgesprochenen "Power-User") kommt niemand auf die Idee, Bücher online zu lesen...
@makeze Super, das habe ich mir schon immer gewünscht: Bücher, bei denen ständig Werbebanner aufblinken. "Wer diesen Harry Potter liest, kauft auch Chips von XXX" "Wenn Sie diese Stelle spannend finden, mögen Sie auch Schokoriegel von XXX"
09.09.2009 13:30 Uhr
von Gachmuret:
Was in diesem Artikel völlig vernachlässigt wird, ist die schlichte Tatsache, daß erst das Urheberrecht die Unabhängigkeit von Kreativen ermöglicht hat. Erst die Möglichkeit, mit den eigenen kreativen Schöpfungen Geld zu verdienen, hat die Malerei aus der Umklammerung von Kirche und Mäzenen befreit (die ja auch die Motive bestimmten), hat Schriftstellern ermöglicht, von ihren Werken zu leben (Goethe lebte von seinen hochdotierten Posten in Weimar, nicht von seinen Dramen und Gedichten, von Schiller gar nicht erst zu reden), hat Musikern ermöglicht, unabhängig von der Gunst adliger Höfe leben zu können. Solange sich die grundlegende Wirtschaftsordnung nicht ändert (und nach einem Ende des Kapitalismus sieht es wahrlich nicht aus), führt am Urheberrecht kein Weg vorbei, wenn wir weiterhin unabhängige Kreative haben wollen. Im Übrigen: Was ist das für eine Herabsetzung kreativer Schaffensprozesse, wenn Autobauer ihre Autos verkaufen dürfen, Staubsaugerhersteller ihre Staubsauger und Bierbrauer ihre Bier - nur die Kreativen haben ihre Produkte mal gefälligst herzuschenken oder sich mit einer Pauschale abfinden zu lassen? Die Entwicklung des Urheberrechtes ist letztlich eine Errungenschaft der Informations- und Wissensgesellschaft, die sehr viel älter ist, als manche heute glauben mögen, (btw: wundert sich wirklich niemand, daß die Idee des geistigen Eigentums eine Idee der Aufklärung ist???), weil das Urheberrecht nämlich die Gleichwertigkeit des kreativen Schaffenspozesses allen anderen Schaffensprozessen gegenüber anerkennt. Mithin also Ausdruck der Erkenntnis ist, daß Wissen und Information ebenso wichtig sind wie Brot und Wasser, also zur Grundversorgung gehören. Weder Brot noch Wasser werden aber verschenkt, trotz ihrer unbestrittenen Bedeutung.
08.09.2009 14:28 Uhr
von Makeze:
Vor einem Jahr hat die Harry Potter Serie die 400 mio. exemplar Marke gebrochen. Man stelle sich vor, was ein kleiner Werbebanner auf jeder Seite einbringen könnte. Verglichen mit den Zuschauerzahlen im Stadion und im TV von Spielen des Real Madrid, und dem was die an Werbeeinnahmen haben muss da einfach eine gigantische Summe bei rauskommen. Wenn sich der Mensch dann endlich daran gewöhnt hat vom Bildschirm zu lesen, kann ein Author auf den Verlag verzichten und direkt einen lukrativen Pay-per-Click Deal mit einem Werbepartner machen. Es wird unabhängige Marketingfirmen geben, die das Werk für einen gewissen Prozentsatz bekannt machen, und für besonders erfolgreiche Bücher gibt es dann einen richtigen Druck für den Sammler. Es gibt dann zwar keine schönen Bücher mehr im Regal, aber der Inhalt (das eigentlich wichtige am Buch) wird allen und jedem jederzeit auf der ganzen Welt verfügbar sein.
Was für eine schöne aufgeklärte Welt der Informationsfreiheit!
08.09.2009 12:50 Uhr
von Axel Dörken:
Ich bin selber Autor eines Arbeitsbuches zur Prüfung und Änderung von unbewussten Meinungen.
Mich nervt es, dass ich kein Buch in Auftrag geben kann, bei dem ich den Preis dem Käufer freistelle.
Mein eBook verkaufe ich, wie meine sonstigen Dienstleistungen, in dem ich eine vorschlags- und einen Mindestpreis benenne.
Da ich für Bildung für alle bin, kann die Arbeitsmethode, die in meinem eBook benannt wird, von jedem umsonst von der Homepage gezogen werden.
Das Resultat: Vorschlagspreis eBook: 25,00 € Mindestpreis eBook: 5,00 €
Methoden: 0,00€
Von allen verkauften Büchern erhielt ich im Schnitt 23,00€.
Ehrlichkeit, Achtsamkeit und das Fördern der Freiwilligkeit lohnen sich!
Liebe Grüße Axel Dörken
Buchtipp: "Denken hilft zwar - Nützt aber nichts" Wer Ehrbarkeit vorlebt, dem wird mehrheitlich mit Ehrung begegnet!
08.09.2009 12:20 Uhr
von hallo?:
@clementine Ich kann Ihnen nur in vollem Umfang zustimmen. Gerade die historische Entwicklung, die im Artikel aufgezeigt wird, belegt doch den gesellschaftlichen Wandel, der ein Urheberrecht erforderlich gemacht hat und der eben in den zunehmenden Möglichkeiten der Vervielfältigung begründet liegt.
@rod Soll der Programmierer für das Erstellen seines Programms kein Geld bekommen? Womit bezahlt er die notwendige Computerausstattung, das Büro, den Strom, die Ausbildung bzw. Fortbildung? Alles für Lau? Nur weil Sie meinen, dass der Programmcode nix mehr wert ist, wenn er erst einmal auf CD/DVD gebrannt ist?
@Frank Rademacher Was glauben Sie wohl, wie lange es noch innovative Medikamente gibt, wenn man damit nichts mehr verdienen kann? Weg mit Patenten heisst dann auch weg mit Forschung. Denn die kann und wird sich dann kein Unternehmen mehr leisten.
08.09.2009 12:07 Uhr
von Marcus:
Sorry, aber was ich hier teilweise an Kommentaren lese ist absoluter Schwachsinn. Natürlich ist "geistiges Eigentum" wichtig! Warum soll eine Band nur von Konzerten leben? Und stellt euch vor wie die Softwarewelt aussehen würde, wenn Computerfirmen durch Wartung verdienen würde. Es gebe keine Programme die ohne Wartung laufen würden.
"Geistiges Eigentum" ist wichtig und man sollte dafür entlohnt werden, wenn man etwas produziert (Bücher, Ideen, Musik, ...) was andere mögen. Aber was mir nicht gefällt ist, dass man nicht trotzdem frei kopieren kann - und die Autoren, Musiker etc. trotzdem ihr Geld bekommen. Etwa über eine Kulturflatrate. Dass sie bezahlt werden müssen finde ich aber ganz selbstverständlich.
Wichtig wäre mir auch, dass Autoren etc gerecht bezahlt werden. Bei der GEMA habe ich nicht das Gefühl, dass es gerecht zugeht. Ich habe eher das Gefühl, dass Musiker mit stärkerer Lobby (= größerer Plattenfirma) generell mehr bekommen. So wird bei kleinen Radiosendern nicht erfasst, welche Songs gespielt werden - das interessiert die GEMA nicht. Und was auf iPods gehört wird ist auch nicht so relevant wie das, was bei Radio Hamburg läuft. Wer hört denn noch Radio Hamburg? Alle Welt läuft mit iPods rum - also sollte auch das mittels Kulturflatrate o.ä. gerechter an die Musiker verteilt werden.
08.09.2009 11:55 Uhr
von Marcus:
Schöner Artikel.
Man stelle sich vor wie die Welt aussähe, wenn die (offenbar schon damals nicht ganz auf der Höhe der Zeit agierende) GEMA mit ihrem Wunsch, den Verkauf von Tonbandgeräten zu verbieten, durchgekommen wäre...
Und frage sich das jedesmal wenn die GEMA oder die CD-Industrie wieder abstruse Forderungen formuliert.
08.09.2009 09:41 Uhr
von clementine:
Rod, wie tritt ein Autor "live" auf? In seinem Buch stecken vielleicht mehrere Jahre Arbeit, die erst anschließend, nach dem eigentlichen Arbeitsprozess über den Verlauf des Buches bezahlt werden. Ein Musiker ist möglicherweise kreativer als andere, schreibt Musikstücke. Die weniger begabten (oder auch fauleren) Musikerkollegen treten dann mit der von ihm geschaffenen Musik "live" auf. Vielleicht sehen sie besser aus, vielleicht lassen sie sich besser vermarkten. Der Schöpfer des Werks soll leer ausgehen?
Ein Filmemacher investiert viel Zeit und Geld in seinen Film. Wie soll er "direkt für die aktuelle Arbeit bezahlt" werden?
Alle Künstler als Angestellte des Staates? Der dann irgendwann wieder bestimmt, was Kunst ist und welche Kunst genehm ist?
08.09.2009 09:22 Uhr
von dietah:
Kruzifix! Auf diesen Artikel warte ich seit 3 Jahren.
Genau darum gehts es, wenn durchgeknallte FrauInnen ...ähhm tschuldigung... FamilienministerInnen und rollstuhlfahrende Grundgesetzamokläufer vom Untergange des Abendlandes faseln. Die schwabbelige Großindustrie, die vom Zäunebauen und Danachabkassieren lebt, gießt ihren klebrigen Sermon drüber... Und schon sind wir da, wo wir gerade sind.
Hier gehts nur um den möglichst billigen Versuch der restaurativen Kräfte ihr Macht- bzw. Profitmonopol zu sichern und auf neue Technologien auszuweiten. Damit der Rubel auch noch morgen rollt, ohne sich anstrengen zu müssen bzw. der erneute und kümmerliche Versuch den Menschen kontrollieren zu wollen. Diese konservative Brut wird es wohl nie lernen.
08.09.2009 09:13 Uhr
von Rod:
Der Gedanke des "geistigen Eigentums" ist längst überholt, denn nichts bremst den Fortschritt der Menschheit als gesamtes mehr, als solche kleinlichen Egoismen. Wir müssen den Zusammenhang zwischen Arbeit und Entlohnung völlig neu überdenken. Ein Schritt in die richtige Richtung ist ein Grundeinkommen für alle, in Verbindung damit, dass was durch sie geschaffen wird der Allgemeinheit zugute kommt. Ausschlaggebend für Bezahlung ist doch die aktuell geleistete Arbeit. Ein Musiker sollte dafür bezahlt werden, wenn er live spielt, aber nicht für den Verkauf von Kopien, denn damit hat er doch keine Leistung vollbracht. Der Ersteller eines Computerprogramms vollbringt mit dem Verkauf von Kopien dieses Programms ebenfalls keine Arbeit mehr, die eine Bezahlung rechtfertigen würde. Vielmehr wäre eine Bezahlung dadurch gerechtfertigt, dass er nachhaltigen Service und Support leistet, also eine tatsächliche Arbeitsleistung vollblringt. Die Menschheit muss sich generell von der Vorstellung verabschieden, Geld allein aus Besitz verdienen zu wollen, denn das ist der Quell allen Übels.
08.09.2009 02:18 Uhr
von Schmusebauch:
Leute die eine Kulturflatrate fordern sind für mich solange kleingeistige hedonistische Arschlöcher, bis sie im gleichen Atemzug eine Brot und Wasser Flatrate für Kultur / Medienschaffende fordern.
07.09.2009 20:58 Uhr
von Frank Rademacher:
Das Urheberrecht ist die geistige Versklavung der Gesellschaft – 9 Urheberrechtsverletzung strafrechtlich bis zu 5 Jahren Haft zu sanktionieren, ist reiner Irrsinn. Reine Lobbypolitik-Politik, mehr nicht. Genauso die einseitige Berichtserstattung in den gängigen Medien. Da spricht man unisono von sog. Piraten, Raubkopierer, Diebe usw. Wieso klagt den keiner Google an? Das Urheberrecht ist das Recht des Stärkeren. Ohne Macht, kein wirkliches Urheberrecht. Mit Hinblick auf Urheberrechte (Patente) der Pharmafirmen, verhindert man die Lieferung von lebensnotwendigen Medikamenten in sog. Entwicklungsländer. Folge: Tod zigtausender Menschen. Ich plädiere für eine bedingungslose Aufhebung des Urheberrechts. Anschließend sollte, der Jene der Rechte aus Urheberschaften gegen die breite Schicht der Bevölkerung geltend macht, zu 10 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt werden.
07.09.2009 19:38 Uhr
von Ida Gümpe:
Hallo hto, bist du der Mensch, der in Wuppertal bei jedem Wetter in der Fußgängerzone seine Gedichte verteilt? Ich habe dir neulich eins abgekauft ("Sich nahende Entfernung"), es war seine 2 Euro wert! Grüße!!
07.09.2009 14:23 Uhr
von hto:
"Nichts gehört dem Mensch wahrhaftig allein. Sogar / besonders seine Gedanken nicht, weil sie immer abhängig vom Zusammenleben in der / irgendeiner Gemeinschaft wachsen" - würden wir tatsächlich so zusammenleben, würde ein geistig-heilendes Selbst- und Massenbewußtsein den stumpf- wie wahnsinnigen Kreislauf des "Individualbewußtseins" seit der "Vertreibung aus dem Paradies" / der gebildeten Suppenkaspermentalität auf Sündenbocksuche beenden und ...
Ein Zusammenleben ohne Wettbewerb um "Wer soll das bezahlen?", auf der Basis eines bedingungslosen Menschenrechts auf Nahrung, Wohnen und Gesundheit, mit allen daraus menschenwürdig resultierenden Konsequenzen / Möglichkeiten, ist absolut möglich - Atheisten und Schöpfungsgläubige würden in wirklicher Vernunft ein wahrhaftiges Recht bis zum Urheber ...
Leserkommentare
13.09.2009 00:05 Uhr
von Yadgar:
@makeze:
Die Menschen werden sich aber wohl eher nicht daran gewöhnen, vom Bildschirm zu lesen, dafür sorgen schon mindestens die steigenden Strompreise... und abgesehen davon ist das Layout durchschnittlicher Online-Texte im Vergleich zu Büchern eine Zumutung, von der ständigen Ablenkung durch (meistens auch noch animierte!) Werbebanner gar nicht zu reden! Sogar mir als langjährigem "Webjunkie" fängt das mittlerweile an, auf die Nerven zu gehen, und in meinem Freundeskreis (allesamt keine ausgesprochenen "Power-User") kommt niemand auf die Idee, Bücher online zu lesen...
09.09.2009 21:08 Uhr
von Iven:
Meine Meinung zur Materie:
http://www.querbeet-deluxe.com/2009/08/creative-commons-openacces-und-der-lebenssaft-der-informationsgesellschaft/
09.09.2009 15:52 Uhr
von Wildes:
@makeze Super, das habe ich mir schon immer gewünscht: Bücher, bei denen ständig Werbebanner aufblinken. "Wer diesen Harry Potter liest, kauft auch Chips von XXX" "Wenn Sie diese Stelle spannend finden, mögen Sie auch Schokoriegel von XXX"
09.09.2009 13:30 Uhr
von Gachmuret:
Was in diesem Artikel völlig vernachlässigt wird, ist die schlichte Tatsache, daß erst das Urheberrecht die Unabhängigkeit von Kreativen ermöglicht hat. Erst die Möglichkeit, mit den eigenen kreativen Schöpfungen Geld zu verdienen, hat die Malerei aus der Umklammerung von Kirche und Mäzenen befreit (die ja auch die Motive bestimmten), hat Schriftstellern ermöglicht, von ihren Werken zu leben (Goethe lebte von seinen hochdotierten Posten in Weimar, nicht von seinen Dramen und Gedichten, von Schiller gar nicht erst zu reden), hat Musikern ermöglicht, unabhängig von der Gunst adliger Höfe leben zu können.
Solange sich die grundlegende Wirtschaftsordnung nicht ändert (und nach einem Ende des Kapitalismus sieht es wahrlich nicht aus), führt am Urheberrecht kein Weg vorbei, wenn wir weiterhin unabhängige Kreative haben wollen.
Im Übrigen:
Was ist das für eine Herabsetzung kreativer Schaffensprozesse, wenn Autobauer ihre Autos verkaufen dürfen, Staubsaugerhersteller ihre Staubsauger und Bierbrauer ihre Bier - nur die Kreativen haben ihre Produkte mal gefälligst herzuschenken oder sich mit einer Pauschale abfinden zu lassen? Die Entwicklung des Urheberrechtes ist letztlich eine Errungenschaft der Informations- und Wissensgesellschaft, die sehr viel älter ist, als manche heute glauben mögen, (btw: wundert sich wirklich niemand, daß die Idee des geistigen Eigentums eine Idee der Aufklärung ist???), weil das Urheberrecht nämlich die Gleichwertigkeit des kreativen Schaffenspozesses allen anderen Schaffensprozessen gegenüber anerkennt. Mithin also Ausdruck der Erkenntnis ist, daß Wissen und Information ebenso wichtig sind wie Brot und Wasser, also zur Grundversorgung gehören. Weder Brot noch Wasser werden aber verschenkt, trotz ihrer unbestrittenen Bedeutung.
08.09.2009 14:28 Uhr
von Makeze:
Vor einem Jahr hat die Harry Potter Serie die 400 mio. exemplar Marke gebrochen. Man stelle sich vor, was ein kleiner Werbebanner auf jeder Seite einbringen könnte. Verglichen mit den Zuschauerzahlen im Stadion und im TV von Spielen des Real Madrid, und dem was die an Werbeeinnahmen haben muss da einfach eine gigantische Summe bei rauskommen. Wenn sich der Mensch dann endlich daran gewöhnt hat vom Bildschirm zu lesen, kann ein Author auf den Verlag verzichten und direkt einen lukrativen Pay-per-Click Deal mit einem Werbepartner machen. Es wird unabhängige Marketingfirmen geben, die das Werk für einen gewissen Prozentsatz bekannt machen, und für besonders erfolgreiche Bücher gibt es dann einen richtigen Druck für den Sammler. Es gibt dann zwar keine schönen Bücher mehr im Regal, aber der Inhalt (das eigentlich wichtige am Buch) wird allen und jedem jederzeit auf der ganzen Welt verfügbar sein.
Was für eine schöne aufgeklärte Welt der Informationsfreiheit!
08.09.2009 12:50 Uhr
von Axel Dörken:
Ich bin selber Autor eines Arbeitsbuches zur Prüfung und Änderung von unbewussten Meinungen.
Mich nervt es, dass ich kein Buch in Auftrag geben kann, bei dem ich den Preis dem Käufer freistelle.
Mein eBook verkaufe ich, wie meine sonstigen Dienstleistungen, in dem ich eine vorschlags- und einen Mindestpreis benenne.
Da ich für Bildung für alle bin, kann die Arbeitsmethode, die in meinem eBook benannt wird, von jedem umsonst von der Homepage gezogen werden.
Das Resultat:
Vorschlagspreis eBook: 25,00 €
Mindestpreis eBook: 5,00 €
Methoden: 0,00€
Von allen verkauften Büchern erhielt ich im Schnitt 23,00€.
Ehrlichkeit, Achtsamkeit und das Fördern der Freiwilligkeit lohnen sich!
Liebe Grüße
Axel Dörken
Buchtipp: "Denken hilft zwar - Nützt aber nichts"
Wer Ehrbarkeit vorlebt, dem wird mehrheitlich mit Ehrung begegnet!
08.09.2009 12:20 Uhr
von hallo?:
@clementine
Ich kann Ihnen nur in vollem Umfang zustimmen.
Gerade die historische Entwicklung, die im Artikel aufgezeigt wird, belegt doch den gesellschaftlichen Wandel, der ein Urheberrecht erforderlich gemacht hat und der eben in den zunehmenden Möglichkeiten der Vervielfältigung begründet liegt.
@rod
Soll der Programmierer für das Erstellen seines Programms kein Geld bekommen? Womit bezahlt er die notwendige Computerausstattung, das Büro, den Strom, die Ausbildung bzw. Fortbildung? Alles für Lau? Nur weil Sie meinen, dass der Programmcode nix mehr wert ist, wenn er erst einmal auf CD/DVD gebrannt ist?
@Frank Rademacher
Was glauben Sie wohl, wie lange es noch innovative Medikamente gibt, wenn man damit nichts mehr verdienen kann?
Weg mit Patenten heisst dann auch weg mit Forschung. Denn die kann und wird sich dann kein Unternehmen mehr leisten.
08.09.2009 12:07 Uhr
von Marcus:
Sorry, aber was ich hier teilweise an Kommentaren lese ist absoluter Schwachsinn. Natürlich ist "geistiges Eigentum" wichtig! Warum soll eine Band nur von Konzerten leben? Und stellt euch vor wie die Softwarewelt aussehen würde, wenn Computerfirmen durch Wartung verdienen würde. Es gebe keine Programme die ohne Wartung laufen würden.
"Geistiges Eigentum" ist wichtig und man sollte dafür entlohnt werden, wenn man etwas produziert (Bücher, Ideen, Musik, ...) was andere mögen. Aber was mir nicht gefällt ist, dass man nicht trotzdem frei kopieren kann - und die Autoren, Musiker etc. trotzdem ihr Geld bekommen. Etwa über eine Kulturflatrate. Dass sie bezahlt werden müssen finde ich aber ganz selbstverständlich.
Wichtig wäre mir auch, dass Autoren etc gerecht bezahlt werden. Bei der GEMA habe ich nicht das Gefühl, dass es gerecht zugeht. Ich habe eher das Gefühl, dass Musiker mit stärkerer Lobby (= größerer Plattenfirma) generell mehr bekommen. So wird bei kleinen Radiosendern nicht erfasst, welche Songs gespielt werden - das interessiert die GEMA nicht. Und was auf iPods gehört wird ist auch nicht so relevant wie das, was bei Radio Hamburg läuft. Wer hört denn noch Radio Hamburg? Alle Welt läuft mit iPods rum - also sollte auch das mittels Kulturflatrate o.ä. gerechter an die Musiker verteilt werden.
08.09.2009 11:55 Uhr
von Marcus:
Schöner Artikel.
Man stelle sich vor wie die Welt aussähe, wenn die (offenbar schon damals nicht ganz auf der Höhe der Zeit agierende) GEMA mit ihrem Wunsch, den Verkauf von Tonbandgeräten zu verbieten, durchgekommen wäre...
Und frage sich das jedesmal wenn die GEMA oder die CD-Industrie wieder abstruse Forderungen formuliert.
08.09.2009 09:41 Uhr
von clementine:
Rod, wie tritt ein Autor "live" auf? In seinem Buch stecken vielleicht mehrere Jahre Arbeit, die erst anschließend, nach dem eigentlichen Arbeitsprozess über den Verlauf des Buches bezahlt werden.
Ein Musiker ist möglicherweise kreativer als andere, schreibt Musikstücke. Die weniger begabten (oder auch fauleren) Musikerkollegen treten dann mit der von ihm geschaffenen Musik "live" auf. Vielleicht sehen sie besser aus, vielleicht lassen sie sich besser vermarkten. Der Schöpfer des Werks soll leer ausgehen?
Ein Filmemacher investiert viel Zeit und Geld in seinen Film. Wie soll er "direkt für die aktuelle Arbeit bezahlt" werden?
Alle Künstler als Angestellte des Staates? Der dann irgendwann wieder bestimmt, was Kunst ist und welche Kunst genehm ist?
08.09.2009 09:22 Uhr
von dietah:
Kruzifix!
Auf diesen Artikel warte ich seit 3 Jahren.
Genau darum gehts es, wenn durchgeknallte FrauInnen ...ähhm tschuldigung... FamilienministerInnen und rollstuhlfahrende Grundgesetzamokläufer vom Untergange des Abendlandes faseln.
Die schwabbelige Großindustrie, die vom Zäunebauen und Danachabkassieren lebt, gießt ihren klebrigen Sermon drüber... Und schon sind wir da, wo wir gerade sind.
Hier gehts nur um den möglichst billigen Versuch der restaurativen Kräfte ihr Macht- bzw. Profitmonopol zu sichern und auf neue Technologien auszuweiten.
Damit der Rubel auch noch morgen rollt, ohne sich anstrengen zu müssen bzw. der erneute und kümmerliche Versuch den Menschen kontrollieren zu wollen.
Diese konservative Brut wird es wohl nie lernen.
08.09.2009 09:13 Uhr
von Rod:
Der Gedanke des "geistigen Eigentums" ist längst überholt, denn nichts bremst den Fortschritt der Menschheit als gesamtes mehr, als solche kleinlichen Egoismen. Wir müssen den Zusammenhang zwischen Arbeit und Entlohnung völlig neu überdenken. Ein Schritt in die richtige Richtung ist ein Grundeinkommen für alle, in Verbindung damit, dass was durch sie geschaffen wird der Allgemeinheit zugute kommt.
Ausschlaggebend für Bezahlung ist doch die aktuell geleistete Arbeit. Ein Musiker sollte dafür bezahlt werden, wenn er live spielt, aber nicht für den Verkauf von Kopien, denn damit hat er doch keine Leistung vollbracht.
Der Ersteller eines Computerprogramms vollbringt mit dem Verkauf von Kopien dieses Programms ebenfalls keine Arbeit mehr, die eine Bezahlung rechtfertigen würde. Vielmehr wäre eine Bezahlung dadurch gerechtfertigt, dass er nachhaltigen Service und Support leistet, also eine tatsächliche Arbeitsleistung vollblringt.
Die Menschheit muss sich generell von der Vorstellung verabschieden, Geld allein aus Besitz verdienen zu wollen, denn das ist der Quell allen Übels.
08.09.2009 02:18 Uhr
von Schmusebauch:
Leute die eine Kulturflatrate fordern sind für mich solange kleingeistige hedonistische Arschlöcher, bis sie im gleichen Atemzug eine Brot und Wasser Flatrate für Kultur / Medienschaffende fordern.
07.09.2009 20:58 Uhr
von Frank Rademacher:
Das Urheberrecht ist die geistige Versklavung der Gesellschaft – 9
Urheberrechtsverletzung strafrechtlich bis zu 5 Jahren Haft zu sanktionieren, ist reiner Irrsinn. Reine Lobbypolitik-Politik, mehr nicht.
Genauso die einseitige Berichtserstattung in den gängigen Medien. Da spricht man unisono von sog. Piraten, Raubkopierer, Diebe usw. Wieso klagt den keiner Google an? Das Urheberrecht ist das Recht des Stärkeren. Ohne Macht, kein wirkliches Urheberrecht.
Mit Hinblick auf Urheberrechte (Patente) der Pharmafirmen, verhindert man die Lieferung von lebensnotwendigen Medikamenten in sog. Entwicklungsländer. Folge: Tod zigtausender Menschen.
Ich plädiere für eine bedingungslose Aufhebung des Urheberrechts. Anschließend sollte, der Jene der Rechte aus Urheberschaften gegen die breite Schicht der Bevölkerung geltend macht, zu 10 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt werden.
07.09.2009 19:38 Uhr
von Ida Gümpe:
Hallo hto, bist du der Mensch, der in Wuppertal bei jedem Wetter in der Fußgängerzone seine Gedichte verteilt? Ich habe dir neulich eins abgekauft ("Sich nahende Entfernung"), es war seine 2 Euro wert! Grüße!!
07.09.2009 14:23 Uhr
von hto:
"Nichts gehört dem Mensch wahrhaftig allein. Sogar / besonders seine Gedanken nicht, weil sie immer abhängig vom Zusammenleben in der / irgendeiner Gemeinschaft wachsen" - würden wir tatsächlich so zusammenleben, würde ein geistig-heilendes Selbst- und Massenbewußtsein den stumpf- wie wahnsinnigen Kreislauf des "Individualbewußtseins" seit der "Vertreibung aus dem Paradies" / der gebildeten Suppenkaspermentalität auf Sündenbocksuche beenden und ...
Ein Zusammenleben ohne Wettbewerb um "Wer soll das bezahlen?", auf der Basis eines bedingungslosen Menschenrechts auf Nahrung, Wohnen und Gesundheit, mit allen daraus menschenwürdig resultierenden Konsequenzen / Möglichkeiten, ist absolut möglich - Atheisten und Schöpfungsgläubige würden in wirklicher Vernunft ein wahrhaftiges Recht bis zum Urheber ...