Georgien / Armenien / Baku

Programm der Reise

vom 16. bis 28. Sept. 2019

In der Altstadt von Tbilissi (Tiflis) Bild: Marcus Denzer

1. Tag (Montag)

Abflug um 11.20 Uhr ab Berlin Tegel bzw. 14.15 Uhr ab Frankfurt mit Air Ukraine International über Kiew nach Baku. Ankunft gegen 01:20 Uhr. Reiseleiterin Barbara Oertel ist schon vor Ort, empfängt die Gruppe am Flughafen und bringt Sie zum Hotel.

2. Tag (Dienstag)

Nachdem sich alle ausgeruht haben, beginnen wir unseren Aufenthalt in der Metropole Baku mit einem ausführlichen Stadtrundgang. Dabei richten wir unser Augenmerk vor allem auf die Altstadt, die seit 2000 zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Wir besuchen u.a. die Moham-med-Moschee aus dem 11. Jh., den ehemaligen Feuertempel Ateschgah, die Tezepir Moschee, die russisch-orthodoxe Kathedrale sowie die Bibi-Heybat-Moschee.

Skyline der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku Bild: Archiv

Nachmittags treffen wir Shala Ismayil, Leiterin des Frauenbündnisses für Rationale Entwicklung, zu einem ausführlichen Gespräch. Ismayil ist Koordinatorin mehrerer Frauenprojekte sowohl in Baku als auch in der Provinz. Einige von ihnen haben zum Ziel Frauen in die Lage zu versetzen, wirtschaftlich auf eigenen Beinen stehen zu können.

Ausklingen lassen wir den Tag mit einem Essen in einem traditionellen aserbaidschanischen Restaurant.

3. Tag (Mittwoch)

Heute Vormittag sprechen wir  mit dem Vorsitzenden der oppositionellen Partei Musavat über aktuell-politische Themen.

Am Nachmittag wartet Mehman Aliyev, Direktor der Nachrichtenagentur Turan auf uns. Wir werden uns über die Arbeit von aserbaidschanischen Journalisten, die Medienlandschaft des Landes und die Schwierigkeiten mit der Pressefreiheit.

Nach dem Gespräch bleibt noch Zeit, um Baku auf eigene Faust zu erkunden. Beim Abendessen lassen wir uns aserbaidschanische Spezialitäten schmecken.

Das neue Parlament in Kutaisi Bild: Ruth Aping

4. Tag (Donnerstag)

An unserem letzten Tag in Aserbaidschan steht noch ein Ausflug in die Umgebung der Hauptstadt auf dem Programm. Wir werden das Leben außerhalb der Großstadt kennenlernen und auch unterwegs essen.

Der Abend in Baku steht dann zur individuellen Verfügung, z.B. für den Besuch einer Kulturveranstaltung, einen Kneipenbesuch oder auch einfach zum Ausruhen.

5. Tag (Freitag)

Bizarre Souvenirs im Stalin-Museum Gori (Georgien) Bild: Ruth Aping

Nach dem Frühstück geht es zum Flughafen, um nach Tiflis weiter zu reisen. Dort werden wir gegen 13.00 Uhr eintreffen, um dann per Bus unverzüglich nach Kutaisi, in die zweitgrößte Stadt Georgiens weiter zu fahren(circa drei Stunden Fahrt).

Nach dem Einchecken in unserem Gästehaus, besichtigen wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Kutaisis, wie zum Beispiel die Bagrati-Kathedrale, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Wir machen auch einen Abstecher zum Parlamentsgebäude – ein gigantisches Bauwerk aus Glas und Stahl, das Ex-Präsident Michail Saakaschwili für knapp 90 Millionen Dollar erreichten ließ und im Mai 2012 einweihte. Es sollte ein Spiegelbild der jüngsten Veränderungen in Georgien sein. Mittlerweile ist es beschlossene Sache, dass das Parlament wieder nach Tiflis zurück verlegt werden soll. Die Nutzung des Gebäudes ist bislang noch immer unklar.

Nach der Parlamentsvisite machen wir einen Besuch bei der deutsch-georgischen Gesellschaft in Kutaisi, der einzigen derartigen Organisation im ganzen Land. Einer der Arbeitsschwerpunkte sind Sprachkurse, um junge Georgier zu Arbeits- und Studienaufenthalten nach Deutschland vermitteln zu können.

Den Tag beschließen wir im Gästehaus Netela, einem Familienbetrieb. Hoch auf einem Hügel gelegen, hat man einen wunderbaren Blick über die gesamte Stadt. Im Netela verwöhnt uns die Hausherrin zum Abendessen mit hausgemachten Köstlichkeiten der georgischen Küche.

Schwefelbäder in Tbilissi Bild: Archiv

6. Tag (Samstag)

Nach dem zeitigen Frühstück geht es per Bus in das knapp 90 Kilometer entfernte Städtchen Tschiatura – zu Deutsch „Ein Wurm oder keiner“. Dieser Ort mit knapp 13. 000 Einwohnern, am Fuße des großen Kaukasus ist einzigartig. Hauptverkehrsmittel in der kleinen Stadt, früher ein Zentrum des Manganerzbaus, sind 26 Seilbahnen. Einige der Seilbahnen wurden überholt und modernisiert. Mittlerweile lockt Tschiatura auch immer mehr neugierige Touristen an. Das freut die Menschen vor Ort, bringt aber auch Probleme mit sich. Denn es gibt bislang so gut wie keine Unterbringungskapazitäten.

Am frühen Abend treffen wir in Tiflis ein, checken im Hotel ein und lassen dann den Tag in einem georgischen Restaurant ausklingen.

7. Tag (Sonntag)

Am Vormittag erkunden wir die Altstadt der georgischen Hauptstadt, die zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt werden soll. Unser Rundgang führt uns zunächst zum Rustaweli-Boulevard. Entlang dieser Platanen gesäumten Flaniermeile befinden sich Theater, Paläste und Wohn-häuser im Stil des Klassizismus, Jugendstils und Barocks sowie das Parlamentsgebäude. Weiter geht es in das Viertel um den ehemaligen Marktplatz, heute der Gorgassali-Platz, wo sich zahlreiche Kirchen sowie die Synagoge befinden. Zum Abschluss besuchen wir das Bäderviertel Abanotubani. Die ursprünglich 65 Schwefelbäder, von denen heute noch sieben in Betrieb sind, werden seit rund 700 Jahren genutzt. Einer Legende nach verdankt Tbilissi, was „warme Quelle“ bedeutet, diesem Ort auch seinen Namen.

Kirche am Sevan-See in Armenien Bild: Ruth Aping

Am Nachmittag erwartet uns die Leiterin des Kaukasischen Hauses Naira Gelaschwili. Die Germanistin und Übersetzerin leitet das Kaukasische Haus in Tbilissi – eine Einrichtung, die sich besonders für die Aussöhnung zwischen den Völkern des Kaukasus einsetzt. Ein weiterer Schwerpunkt der Tätigkeit des Hauses ist die Arbeit mit Flüchtlingskindern. Trotz großer finanzieller Schwierigkeiten und jahrelanger Konflikte mit der ehemaligen Regierung von Saakaschwili – so sollte das Kaukasische Haus aus seinem Gebäude vertrieben werden – ist es Naira Gelaschwili bisher immer gelungen, mehrmals im Jahr ihre mehrwöchige Sonntagsschule für Flüchtlingskinder durchzuführen. Seit 2017 liegt von Naira Gelaschwili mit der Novelle „Ich bin sie“ (Verbrecher-Verlag, Berlin) ein weiteres Werk in deutscher Übersetzung vor.

Ausklingen lassen wir den Tag in einem Restaurant mit Köstlichkeiten der landestypischen Küche, wie dem Käsebrot Chatschapuri, und einem Glas guten georgischen Weins aus dem östlichen Landesteil Kachetien.

8. Tag (Montag)

Am Vormittag ist ein Treffen mit jungen Aktivisten vorgesehen, die uns auch einen Einblick in die alternative Kunstszene geben können. Der Nachmittag steht für eigene Erkundungen zur Verfügung.

Optional ist es möglich, mit dem Historiker Davit Jischkariani auf den Spuren Stalins zu wandeln. Die Exkursion zu Fuß, die Jischkariani selbst ausgearbeitet hat, dauert circa zwei Stunden. Abends gibt es ein gemeinsames Abendessen.

Nächtliche Springbrunnen in Jerevan Bild: Ruth Aping

9. Tag (Dienstag)

Am Morgen machen wir uns zeitig auf den Weg nach Armenien. Die Busfahrt bis zur Grenze, die wir zu Fuß überqueren, dauert ungefähr zwei Stunden. Von der Grenze geht es weiter in den Ort Dilijan. Im Hotel empfängt uns der armenische Co-Reiseleiter, der Journalist und Turkologe Tigran Petrosyan, der uns für den Rest der Reise durch seine armenische Heimat begleiten wird.

Am Nachmittag besuchen wir noch ein armenisches Dorf. Mit Einheimischen können wir über das Leben in der armenischen Provinz sprechen. Nach unserer Rückkehr werden wir im Hotel in Dilijan zu Abend essen.

10. Tag (Mittwoch)

Am Morgen ist Zeit für einen Besuch am Sevan-See. Der See hat eine atemberaubende Natur und ist mit ca. 1.240 Quadratkilometern der größte Süßwassersee des Kaukasus sowie mit einer Höhe von etwa 1900 Metern über dem Meeresspiegel einer der größten Hochgebirgsseen der Welt. Wir besichtigen hier auch das Kloster Sevananwank, das auf einer Halbinsel liegt. Von den Bauten ist nur noch eine Kirche erhalten.

Dann geht es weiter nach Jerevan. Nach dem Check-In in unserem Hotel erkunden wir die armenische Hauptstadt. Zu unseren Stationen zählen unter anderem die 1705 fertiggestellte Sorarwar-Kirche, die dem heiligen Gregor dem Erleuchteten geweihte Sourp-Krikor-Lusavorich-Kathedrale sowie die blaue Moschee, die im 18. Jahrhundert erbaut wurde. Besichtigen werden wir auch das Herzstück Jerevans – den Platz der Republik, wo mehrere Ministerien angesiedelt sind. Jeden Abend bietet sich hier ein besonderes Schauspiel: Zu klassischer Musik ergießen sich aus einem Springbrunnen zahlreiche Fontänen, die bunt angestrahlt sind. Selbstverständlich dürfen bei einem Rundgang auch das in den 1930er Jahren errichtete Lichtspielhaus Moskau sowie die Kaskaden nicht fehlen – eine in den 1970er Jahren angelegte imposante Treppenanlage, die auf einen Hügel führt. Sobald man diesen erklommen hat, bietet sich ein beeindruckender Blick über die Stadt. Einen Besuch wert ist auch das Mashtots-Matenadaran-Institut, das zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört. Hier lagern 17.000 alte Handschriften aus Armenien. Diese reichen teilweise bis ins 6. Jahrhundert zurück.

Abends essen wir in einem urigen armenischen Restaurant, das in einem Kellergewölbe untergebracht ist. Zu Gast wird Liana Badaljan sein, Projektleiterin der Friedrich-Ebert-Stiftung in Armenien.

Ausstellungsobjekt in der Genozid-Gedenkstätte in Jerevan Bild: Ruth Aping

11.Tag (Donnerstag)

Am Vormittag sprechen wir mit einer politischen Aktivistin, die seit letztem Jahr Mitglied der neuen Regierung von Nikol Paschinian ist. Der ehemalige Oppositionspolitiker ist seit 2018 neuer armenischer Regierungschef. Anschließend treffen wir den Politikwissenschaftler Stepan Grigorjan, mit dem wir über aktuell-politische Fragen und über die die politische Situation Armeniens vor und nach dem Regierungswechsel von 2018.

Frauen in einem Park in Jerevan Bild: Ruth Aping

Unser Abendessen findet in einem armenischen Restaurant statt, das für seine große Auswahl an Schaschlik, dem Leibgericht der Armenier, bekannt ist.

12.Tag (Freitag)

Am Morgen geht es zum Denkmal für die Opfer des Genozids. Das Monument, dass an die 1,5 Millionen armenische Opfer des Völkermords durch die Türken im Jahre 1915 erinnert, liegt auf dem Jerevaner Hügel Zizernakaberd. Es setzt sich aus zwölf Basalt-Stelen zusammen, die sich über ein Ewiges Feuer neigen. Ein spitzer, in den Himmel ragender, Obelisk symbolisiert die Wiedergeburt des armenischen Volkes bzw. Ostarmeniens. Anlässlich des 100. Jahrestages des Genozids 2015 wurde die Gedenkstätte in manchen Teilen vollständig umgestaltet. Danach besuchen wir ein Frauenhaus in einem Außenbezirk der armenischen Hauptstadt und sprechen mit der Frauenrechtsaktivistin Zara Hovanisjan über ihre Arbeit und Genderfragen. Am Nachmittag gibt es noch Zeit für individuelle Aktivitäten.

Unseren letzten Abend verbringen wir in einem Restaurant mit armenischer Livemusik.

13. Tag (Freitag)

Am frühen Morgen um 4.20 Uhr fliegen wir von Jerevan über Kiew nach Deutschland zurück. Ankunft ca. 10.40 Uhr in Berlin-Tegel bzw. 13.00 Uhr in Frankfurt. Umstellungen und Änderungen im Detail sind möglich.

Stand: 27.11.2018 Der Rückflug kann individuell auch später erfolgen. Näheres beim Veranstalter.