Die Bundesregierung finanziert fremdnützige Forschung an geistig Behinderten. Die Lebenshilfe kritisiert das als moderne Eugenik – und fordert einen Geldstopp.von Klaus-Peter Görlitzer
Voll fies und echt gefährlich, diese Forscher. Sie wollen Behinderung einfach wegtherapieren oder gar nicht erst entstehen lassen. Gibt es einen schlimmeren Vorwurf?
Die bittere Wahrheit ist jedoch, dass auch Onkologen, Internisten und sogar Chirurgen landauf, landab täglich bemüht sind, die schönsten Erkrankungen einfach wegzutherapieren. Bzw. sie durch Forschung mittels Gewebsanalysen und Genstudien an der Entstehung zu hindern. Versteht sich von selbst, dass sie sich dazu mit weiteren finsteren Mächten verschworen haben: der Akademie, zwielichtigen Firmen und dem Forschungsministerium.
Liebe taz! Was spricht dagegen, auf einer Wissenschaftsseite Autoren mit Ahnung von Wissenschaft Platz zu geben?
24.09.2010 13:36 Uhr
von jane:
Es gibt schon lange Jahre viel heftigere Eugenik in Behindertenheimen oder sonst bevormundeten Behinderten, nämlich die Praxis, dass alle weiblichen Behinderten zwangsweise die Pille nehmen müssen, damit sie keine Kinder kriegen. Wer sich als Behinderter dagegen wehrt kann mitunter kurzzeitig in der Psychiatrie landen. Eine sowohl eugenische wie sexistische Praktik. Bestimmt schon seit 20 Jahren Normalität.
24.09.2010 11:21 Uhr
von Crowing:
'dass im MRNET geforscht würde, "um Geld im Gesundheitswesen einzusparen, indem sogenannte geistige Behinderung wegtherapiert wird bzw. gar nicht erst entsteht". Sollte sich dies bestätigen, "handelte es sich hier um moderne Eugenik...'
Behinderung zu therapieren oder präventiv zu behandeln gilt jetzt als Eugenik? Zugegeben, vorgeburtliche Gentests können zu einer Abtreibungsentscheidung führen, aber der wichtigere Punkt dabei ist doch sicherzustellen, dass die Entscheidung weiterhin allein bei den Eltern verbleibt und ihnen durch die Wahl für ein behindertes Kind keine zusätzlichen Nachteile durch politischen Sparpläne entstehen.
Alleine ein mehr an objektiver Information kann ich nicht verurteilen.
24.09.2010 09:14 Uhr
von K. T.:
Eine unangemessen aggressive Reaktion auf die Forschung. Das Wort Eugenik wird doch nur verwendet, um die negative Bedeutung als Rassenhygiene ins Spiel zu bringen, ohne jedoch diesen schamlosen Vorwurf tatsächlich auszusprechen.
Ich habe noch nie verstanden, warum Krankheiten (und hier geht es definitiv nicht um Kranke, denn diesen droht kein Leid) schützenswert sein sollen. Eine abartige "Ethik", die nur religiös zu begründen ist. Gleichzeitig nutzen ihre Vertreter ausgiebig die Errungenschaften der modernen Medizin, hier stört sie der Eingriff in die natürliche (göttliche?) Ordnung nicht.
Leserkommentare
24.09.2010 18:19 Uhr
von jensmichael:
Voll fies und echt gefährlich, diese Forscher. Sie wollen Behinderung einfach wegtherapieren oder gar nicht erst entstehen lassen. Gibt es einen schlimmeren Vorwurf?
Die bittere Wahrheit ist jedoch, dass auch Onkologen, Internisten und sogar Chirurgen landauf, landab täglich bemüht sind, die schönsten Erkrankungen einfach wegzutherapieren. Bzw. sie durch Forschung mittels Gewebsanalysen und Genstudien an der Entstehung zu hindern. Versteht sich von selbst, dass sie sich dazu mit weiteren finsteren Mächten verschworen haben: der Akademie, zwielichtigen Firmen und dem Forschungsministerium.
Liebe taz! Was spricht dagegen, auf einer Wissenschaftsseite Autoren mit Ahnung von Wissenschaft Platz zu geben?
24.09.2010 13:36 Uhr
von jane:
Es gibt schon lange Jahre viel heftigere Eugenik in Behindertenheimen oder sonst bevormundeten Behinderten, nämlich die Praxis, dass alle weiblichen Behinderten zwangsweise die Pille nehmen müssen, damit sie keine Kinder kriegen. Wer sich als Behinderter dagegen wehrt kann mitunter kurzzeitig in der Psychiatrie landen.
Eine sowohl eugenische wie sexistische Praktik. Bestimmt schon seit 20 Jahren Normalität.
24.09.2010 11:21 Uhr
von Crowing:
'dass im MRNET geforscht würde, "um Geld im Gesundheitswesen einzusparen, indem sogenannte geistige Behinderung wegtherapiert wird bzw. gar nicht erst entsteht". Sollte sich dies bestätigen, "handelte es sich hier um moderne Eugenik...'
Behinderung zu therapieren oder präventiv zu behandeln gilt jetzt als Eugenik?
Zugegeben, vorgeburtliche Gentests können zu einer Abtreibungsentscheidung führen, aber der wichtigere Punkt dabei ist doch sicherzustellen, dass die Entscheidung weiterhin allein bei den Eltern verbleibt und ihnen durch die Wahl für ein behindertes Kind keine zusätzlichen Nachteile durch politischen Sparpläne entstehen.
Alleine ein mehr an objektiver Information kann ich nicht verurteilen.
24.09.2010 09:14 Uhr
von K. T.:
Eine unangemessen aggressive Reaktion auf die Forschung. Das Wort Eugenik wird doch nur verwendet, um die negative Bedeutung als Rassenhygiene ins Spiel zu bringen, ohne jedoch diesen schamlosen Vorwurf tatsächlich auszusprechen.
Ich habe noch nie verstanden, warum Krankheiten (und hier geht es definitiv nicht um Kranke, denn diesen droht kein Leid) schützenswert sein sollen. Eine abartige "Ethik", die nur religiös zu begründen ist. Gleichzeitig nutzen ihre Vertreter ausgiebig die Errungenschaften der modernen Medizin, hier stört sie der Eingriff in die natürliche (göttliche?) Ordnung nicht.