Die Kartoffel Amflora von BASF darf in Deutschland angebaut werden. Gut für den Forschungsstandort, jubelt die Union. Umweltschützer befürchten aber Gesundheitsrisiken.von Heike Holdinghausen
genau ist das Problem. Die Industrie nimmt solche kollateralschäden billigend in Kauf. In mexiko, dem Heimatland des Mais ist die dortige Sortenvielfalt längst durch eienn Monsantomais bedroht. Die Gefahr liegt eben in erster Linie nicht darin, dass menschen direkt vergiftet werden, sondern eher daran, dass die in jahrhundertelanger Arbeit gezüchtete Sortenvielfalt durch Einkreuzung zerstört wird. Dazu sind diese Zuchtsorten bisher immer noch nachsaatfähig. Das soll heissen, ich kann von meiner Ernte einen Teil für die Neuaussaat im nächsten Jahr verwenden. Wenn also demnächst essbare kartoffeln auf den Markt kommen in denen eine Einkreuzung festgestellt wird , wird BASF wahrscheinlich als erstes Tantiemen fordern. Die wirtschaftliche Gefahr der Gentechnik ist, von allen anderen Risiken mal abgesehen, eine schleichende Privatisierung der Baupläne des Lebens. Eine Entwicklung geghen die sich jeder freuiheitsliebende mensch stemmen sollte, egal wie toll er einen Mehrverdienst für Aktionäre findet.
28.04.2009 16:45 Uhr
von Jens Schlegel:
AnlukAs: Es geht weniger darum, ob diese Kartoffel nun als Nahrungsmittel zugelassen wird oder nicht. Es war in Europa auch schon Reis im Beutel der nicht einmal in seinem Herkunftsland Amerika als Lebensmittel zugelassen war. Will sagen, die Kartoffel findet ihren Weg.
Natürlich haben wir unseren Wohlstand durch Forschung etc. Aber auch Umweltverschmutzung, Klimaerwärmung, steigende Krebszahlen. Es gilt also mit diesem Wissen abzuwägen, welche Gefahren von Neuerungen ausgehen. In diesem Fall: Beträchtliche Gefahren für die Fauna in der Umgebung des Feldes. Nachhaltige Kontaminierung des Boden Auskreuzung auf andere Felder.
Mögliche Vorteile Mehr Kontrolle für BASF Mehr Gewinn für die Aktionäre von BASF
28.04.2009 13:08 Uhr
von lukAs:
Gute Entscheidung!
Diese kartoffel soll ausdrücklich in der industrie (a priori natürlich böse) eingesetzt werden und nicht als futtermittel! ich verstehe diese angst und fortschrittsfeindlichkeit nicht, die der wissenschaft entgegengebracht wird.
zum argument der freien verbreitung in der natur kann man nur sagen, dass die unternehmen gar kein interesse daran haben, dass sich die pflanzen selbst verbreiten, damit sie die 100% kontrolle über das saatgut haben.
der großteil des wohlstands, den wir uns in den letzten 150 jahren erarbeitet haben, beruht auf den naturwissenschaften - chemie, medizin, biologie, physik. diese werden uns auch in zukunft ernähren, warum sägen wir also den ast auf dem wir sitzen ab? warum beginnen die selbsternannten umweltschützer nicht mal, sich wissen zu verschaffen und kritisch zu denken anstatt einfach nur gegen irgendetwas zu sein?
28.04.2009 09:47 Uhr
von shs:
besonders interessante Entscheidung, da nun gerade diese unschöne Angelegenheit mit der längerfristigen Verantwortung in der Wirtschaft eine Rolle spiel und diese wunderbare neue Grippe zu uns schappt... in diesem Zusammenhang mit der Antibiotikaresitenz fällt mir noch dieser TBC Erreger aus Asien ein, der herrlicherweise nicht mehr durch Antibiotika behandelt werden kann... und wegen dem Testgelände ?... können sich diese neuen Kartoffeln eigentlich nicht selbstständig aussähen ? arme Dinger... da kann denen weder Wetter noch Fauna helfen sich auch woanders anzusiedeln...
jaja.. Verantwortung ist schon was feines
27.04.2009 23:19 Uhr
von be. wa.:
"keine Gefahren für Umwelt und Gesundheit erkennbar."
Naja, so wenig erkennbar wie für einen durchschnittlichen Europäer des Jahres 1500 die Giftigkeit treibender Kartoffeln oder überhaupt die Tatsache, dass das zeitweise essbare bzw genießbare dieses Gemüses sich nicht oberhalb, sondern unterhalb der Erde befindet.
Oder wie bei der Geschichte als einer sagte: "Ach ja, essen wir 'mal diesen schönen Pilz, sieht ja aus wie ein Steinpilz und Gefahren sind nicht erkennbar". Sprachs und aß einen Knollenblätterpilz.
Erkenntnis, auch von Gefahren, ist sehr relativ.
27.04.2009 17:51 Uhr
von A.S. Reyntjes:
"Ministerin Aigner zeigt Stärke."
D i e Schlagzeile ist ja wohl daneben.
"Aigner macht auf Stärke." (Indem sie sich erpressen läßt).
Leserkommentare
05.05.2009 07:00 Uhr
von kahalla:
@lukAS
genau ist das Problem. Die Industrie nimmt solche kollateralschäden billigend in Kauf. In mexiko, dem Heimatland des Mais ist die dortige Sortenvielfalt längst durch eienn Monsantomais bedroht. Die Gefahr liegt eben in erster Linie nicht darin, dass menschen direkt vergiftet werden, sondern eher daran, dass die in jahrhundertelanger Arbeit gezüchtete Sortenvielfalt durch Einkreuzung zerstört wird.
Dazu sind diese Zuchtsorten bisher immer noch nachsaatfähig. Das soll heissen, ich kann von meiner Ernte einen Teil für die Neuaussaat im nächsten Jahr verwenden. Wenn also demnächst essbare kartoffeln auf den Markt kommen in denen eine Einkreuzung festgestellt wird , wird BASF wahrscheinlich als erstes Tantiemen fordern.
Die wirtschaftliche Gefahr der Gentechnik ist, von allen anderen Risiken mal abgesehen, eine schleichende Privatisierung der Baupläne des Lebens. Eine Entwicklung geghen die sich jeder freuiheitsliebende mensch stemmen sollte, egal wie toll er einen Mehrverdienst für Aktionäre findet.
28.04.2009 16:45 Uhr
von Jens Schlegel:
AnlukAs:
Es geht weniger darum, ob diese Kartoffel nun als Nahrungsmittel zugelassen wird oder nicht. Es war in Europa auch schon Reis im Beutel der nicht einmal in seinem Herkunftsland Amerika als Lebensmittel zugelassen war. Will sagen, die Kartoffel findet ihren Weg.
Natürlich haben wir unseren Wohlstand durch Forschung etc. Aber auch Umweltverschmutzung, Klimaerwärmung, steigende Krebszahlen. Es gilt also mit diesem Wissen abzuwägen, welche Gefahren von Neuerungen ausgehen. In diesem Fall:
Beträchtliche Gefahren für die Fauna in der Umgebung des Feldes.
Nachhaltige Kontaminierung des Boden
Auskreuzung auf andere Felder.
Mögliche Vorteile
Mehr Kontrolle für BASF
Mehr Gewinn für die Aktionäre von BASF
28.04.2009 13:08 Uhr
von lukAs:
Gute Entscheidung!
Diese kartoffel soll ausdrücklich in der industrie (a priori natürlich böse) eingesetzt werden und nicht als futtermittel! ich verstehe diese angst und fortschrittsfeindlichkeit nicht, die der wissenschaft entgegengebracht wird.
zum argument der freien verbreitung in der natur kann man nur sagen, dass die unternehmen gar kein interesse daran haben, dass sich die pflanzen selbst verbreiten, damit sie die 100% kontrolle über das saatgut haben.
der großteil des wohlstands, den wir uns in den letzten 150 jahren erarbeitet haben, beruht auf den naturwissenschaften - chemie, medizin, biologie, physik. diese werden uns auch in zukunft ernähren, warum sägen wir also den ast auf dem wir sitzen ab? warum beginnen die selbsternannten umweltschützer nicht mal, sich wissen zu verschaffen und kritisch zu denken anstatt einfach nur gegen irgendetwas zu sein?
28.04.2009 09:47 Uhr
von shs:
besonders interessante Entscheidung, da nun gerade diese unschöne Angelegenheit mit der längerfristigen Verantwortung in der Wirtschaft eine Rolle spiel und diese wunderbare neue Grippe zu uns schappt... in diesem Zusammenhang mit der Antibiotikaresitenz fällt mir noch dieser TBC Erreger aus Asien ein, der herrlicherweise nicht mehr durch Antibiotika behandelt werden kann... und wegen dem Testgelände ?... können sich diese neuen Kartoffeln eigentlich nicht selbstständig aussähen ? arme Dinger... da kann denen weder Wetter noch Fauna helfen sich auch woanders anzusiedeln...
jaja.. Verantwortung ist schon was feines
27.04.2009 23:19 Uhr
von be. wa.:
"keine Gefahren für Umwelt und Gesundheit erkennbar."
Naja, so wenig erkennbar wie für einen durchschnittlichen Europäer des Jahres 1500 die Giftigkeit treibender Kartoffeln oder überhaupt die Tatsache, dass das zeitweise essbare bzw genießbare dieses Gemüses sich nicht oberhalb, sondern unterhalb der Erde befindet.
Oder wie bei der Geschichte als einer sagte: "Ach ja, essen wir 'mal diesen schönen Pilz, sieht ja aus wie ein Steinpilz und Gefahren sind nicht erkennbar". Sprachs und aß einen Knollenblätterpilz.
Erkenntnis, auch von Gefahren, ist sehr relativ.
27.04.2009 17:51 Uhr
von A.S. Reyntjes:
"Ministerin Aigner zeigt Stärke."
D i e Schlagzeile ist ja wohl daneben.
"Aigner macht auf Stärke." (Indem sie sich erpressen läßt).