In der Bundestags-Generaldebatte wandelt sich FDP-Chef Westerwelle vom Polarisierer zum Außenminister. Merkel verteidigt Rekordschulden mit Verweis auf Weimarer Republik.von R. Bollmann
Wenn ich in der taz über Guido Westerwelle lese: „Am Rednerpult unter der Reichstagskuppel steht ein Mann, der offenbar etwas verstanden hat“, dann muss ich energisch widersprechen. Guido Westerwelle hat nichts verstanden, er wird nichts verstehen. Und ich kann nicht verstehen, wie man zu solch einer Einschätzung kommen kann, wenn man Westerwelle süffisant vergleichend über eine historische Brasilien-Expedition palavern hört. Und ich kann nicht verstehen, dass dieser Teil seiner in vielen Medien publizierten Rede im taz-Artikel gar nicht berichtet wird.
Es ist unerträglich, einen schrägen bis skandalösen historischen Vergleich nach dem anderen von Guido Westerwelle lesen oder anhören zu müssen. Nach der „spätrömischen Dekadenz“ brachte er nun in der Bundestagsdebatte vom Mittwoch die portugiesische Reisedelegation von der Zeit der „Entdeckung“ Brasiliens – wie er das nennt – als Entschuldigung für die kurios zusammengestellte Begleiterschar, die er jüngst nach Südamerika mitgenommen hatte. Diesem geschichtslosen Außenminister ist überhaupt nicht klar, welche Gräuel an der Urbevölkerung durch diese und die folgenden Reisedelegationen der damaligen „Brasilien-Entdeckung“ gefolgt sind. Der Mann vom Außenamt hat wirklich nichts verstanden. Möglicherweise decken sich die damaligen portugiesischen Absichten mit den seinen. Dieser Mann vom Außenamt ist einfach gefährlich, auch weil er nichts verstanden hat.
Dieter Horstmann
18.03.2010 13:45 Uhr
von tom:
Guido bleibt Guido : Unfähig, verlogen, korrupt! Der kann so viel Kreide fressen wie er will!
18.03.2010 10:45 Uhr
von Dieter Horstmann:
Wer die Bundeskanzlerin am Mittwoch aus Berlin gehört hat, ahnt: Boah, da steht was bevor, da komm was auf uns zu! Und nicht nur auf uns. Aber was kommt da? Auf jeden Fall was Mythologisches. Und irgendwie klingt´s bedrohlich. Allerdings: Mythologisch ist auf jeden Fall nicht zwangsläufig auch logisch.
Originalton Angela Merkel vor den Abgeordneten des Bundestages im Rahmen der Generaldebatte zum Bundeshaushalt: „In den nächsten Jahren steht … vor uns eine riesige Aufgabe – ich sage: eine Herkules-Aufgabe -, weil wir eigentlich Unvereinbares zusammenbringen müssen: Haushaltskonsolidierung, Wachstum schaffen und das Ganze in einem Umfeld einer Gesellschaft, deren Altersaufbau sich dramatisch verändert.“ So weit die Bundeskanzlerin. Sehr mythisch! Maßnahmen hat sie noch nicht verraten. Sonst hätte man sich vielleicht vorstellen können, um was es gehen soll. Die Mythen bleiben also vorerst in den Tüten.
Schaut man sich nun den Aufgabenkatalog des Herkules näher an, dann findet man allerdings nichts, was mit Haushaltssanierung in Verbindung gebracht werden kann, und Herkules musste auch nur für das Wachstum seiner eigenen Muskeln an Armen, Beinen und Lenden und die Mehrung seiner Pfiffigkeit sorgen, um die gestellten Aufgaben zu meistern.
Welche Herkules-Aufgabe sieht Frau Merkel denn nun eigentlich vor uns stehen? Herkules hatte ja zu seiner Zeit nicht nur eine, sondern gleich zwölf knifflige Arbeiten zu erledigen. Dabei ging es je dreimal um das Töten und Einfangen von Tieren, dann um Stallausmistung, um Pferde-Zähmung, um Beschaffung eines gürtelartigen Wehrgehänges, um den Raub einer Herde und das Klauen goldener Äpfel sowie um das Heraufbringen des Unterwelt-Wachhundes an die Oberwelt.
Allenfalls, wenn Frau Merkel ihren Stall ausmisten will, bin ich dabei, ohne gleich mit Herkules verglichen werden zu wollen. Und es werden sicherlich viele andere Menschen ebenfalls behilflich sein. Die Zähmung der Pferde, die da in Politik und Großfinanz ständig durchgehen: Kein Problem, wenn man einfach die zügellosen peitschenden und spitzspornigen Geisterreiter aus den Sätteln holt!
Ich hoffe inständig, dass die Kanzlerin nicht die übrigen Herkules-Aufgaben auf ihrer Agenda hat und uns damit belästigen will. Darüber hinaus hoffe ich, dass sie nicht fälschlicherweise glaubt, AKW-Laufzeit-Verlängerung, Kopfpauschale und die anderen Unsinnigkeiten, die man von ihr und ihrem Umfeld hört, hätten schon im Aufgabenheft von Herkules gestanden. Herkules hatte auch keinen Fahr- oder Flugbefehl nach Afghanistan.
18.03.2010 09:19 Uhr
von marikanin:
Max Keiser: Die Deutschen profitieren enorm von den Schulden Griechenlands.
... es ist ja nicht auszuschließen, ..,das Herr Westerwelle langsam doch wieder erkennt, was eine Demokratie auch ausmacht..- nämlich.., der Zusammenhalt in den Grundwerten, das WErben um die Besten Lösungen., das Miteinander..und das ja sogar über die Landesgrenzen hinaus.
..Ja.., nun, wo man jahrelang abgewirtschaft hat., fällt den Leuten mit den Diäten auf.., das die sparen müssen.., vielleicht auch deshalb, weil IHre Politik diese Maßnahmen erfordert.
Denn.., wer die ABwärtspirale reichlich ankurbelt muß sich nicht wundern.
Mangelwirtschaft , bzw. Mangeldenken,., gibt, bzw. gab es eben nicht nur in den sozialistischen Ländern.
18.03.2010 01:14 Uhr
von vic:
Der hat sich nicht gewandelt. Irgendwer hat ihm vermutlich klargemacht, dass er und seine Clique sein Amt, seine Partei und damit die gesamte Bundesregierung durch sein Verhalten ganz tief in die Scheiße geritten hat. Jetzt ist Seriosität spielen angesagt, man will schließlich Wahlen gewinnen. Das macht ihn aber noch lange nicht zu einem ernsthaften Politiker. Westerwelle ist ein Politclown, der sein Amt missbraucht um Freunden und Gönnern das Leben zu versüßen, und der in einer Regierung nichts zu suchen hat. Nicht einmal in einer Schwarz-Gelben.
17.03.2010 23:37 Uhr
von senfdazugeberin:
Suppenkasperle hat Kreide gefressen! Oder - Es ändern sich die Zeiten - aber niemals die Leute!
17.03.2010 22:57 Uhr
von mit Majo:
"Die erstaunlichste Rede hält an diesem Mittwoch Guido Westerwelle,..." und wer hat sie ihm geschrieben dem Musterschüler ??????????????????
17.03.2010 19:21 Uhr
von Christian Alexander Tietgen:
Wow, ich hatte schon vergessen, dass Westerwelle Außenminister ist.
Leserkommentare
19.03.2010 01:27 Uhr
von Dieter Horstmann:
Wenn ich in der taz über Guido Westerwelle lese: „Am Rednerpult unter der Reichstagskuppel steht ein Mann, der offenbar etwas verstanden hat“, dann muss ich energisch widersprechen. Guido Westerwelle hat nichts verstanden, er wird nichts verstehen. Und ich kann nicht verstehen, wie man zu solch einer Einschätzung kommen kann, wenn man Westerwelle süffisant vergleichend über eine historische Brasilien-Expedition palavern hört. Und ich kann nicht verstehen, dass dieser Teil seiner in vielen Medien publizierten Rede im taz-Artikel gar nicht berichtet wird.
Es ist unerträglich, einen schrägen bis skandalösen historischen Vergleich nach dem anderen von Guido Westerwelle lesen oder anhören zu müssen. Nach der „spätrömischen Dekadenz“ brachte er nun in der Bundestagsdebatte vom Mittwoch die portugiesische Reisedelegation von der Zeit der „Entdeckung“ Brasiliens – wie er das nennt – als Entschuldigung für die kurios zusammengestellte Begleiterschar, die er jüngst nach Südamerika mitgenommen hatte. Diesem geschichtslosen Außenminister ist überhaupt nicht klar, welche Gräuel an der Urbevölkerung durch diese und die folgenden Reisedelegationen der damaligen „Brasilien-Entdeckung“ gefolgt sind. Der Mann vom Außenamt hat wirklich nichts verstanden. Möglicherweise decken sich die damaligen portugiesischen Absichten mit den seinen. Dieser Mann vom Außenamt ist einfach gefährlich, auch weil er nichts verstanden hat.
Dieter Horstmann
18.03.2010 13:45 Uhr
von tom:
Guido bleibt Guido :
Unfähig, verlogen, korrupt!
Der kann so viel Kreide fressen wie er will!
18.03.2010 10:45 Uhr
von Dieter Horstmann:
Wer die Bundeskanzlerin am Mittwoch aus Berlin gehört hat, ahnt: Boah, da steht was bevor, da komm was auf uns zu! Und nicht nur auf uns. Aber was kommt da? Auf jeden Fall was Mythologisches. Und irgendwie klingt´s bedrohlich. Allerdings: Mythologisch ist auf jeden Fall nicht zwangsläufig auch logisch.
Originalton Angela Merkel vor den Abgeordneten des Bundestages im Rahmen der Generaldebatte zum Bundeshaushalt: „In den nächsten Jahren steht … vor uns eine riesige Aufgabe – ich sage: eine Herkules-Aufgabe -, weil wir eigentlich Unvereinbares zusammenbringen müssen: Haushaltskonsolidierung, Wachstum schaffen und das Ganze in einem Umfeld einer Gesellschaft, deren Altersaufbau sich dramatisch verändert.“ So weit die Bundeskanzlerin. Sehr mythisch! Maßnahmen hat sie noch nicht verraten. Sonst hätte man sich vielleicht vorstellen können, um was es gehen soll. Die Mythen bleiben also vorerst in den Tüten.
Schaut man sich nun den Aufgabenkatalog des Herkules näher an, dann findet man allerdings nichts, was mit Haushaltssanierung in Verbindung gebracht werden kann, und Herkules musste auch nur für das Wachstum seiner eigenen Muskeln an Armen, Beinen und Lenden und die Mehrung seiner Pfiffigkeit sorgen, um die gestellten Aufgaben zu meistern.
Welche Herkules-Aufgabe sieht Frau Merkel denn nun eigentlich vor uns stehen? Herkules hatte ja zu seiner Zeit nicht nur eine, sondern gleich zwölf knifflige Arbeiten zu erledigen. Dabei ging es je dreimal um das Töten und Einfangen von Tieren, dann um Stallausmistung, um Pferde-Zähmung, um Beschaffung eines gürtelartigen Wehrgehänges, um den Raub einer Herde und das Klauen goldener Äpfel sowie um das Heraufbringen des Unterwelt-Wachhundes an die Oberwelt.
Allenfalls, wenn Frau Merkel ihren Stall ausmisten will, bin ich dabei, ohne gleich mit Herkules verglichen werden zu wollen. Und es werden sicherlich viele andere Menschen ebenfalls behilflich sein. Die Zähmung der Pferde, die da in Politik und Großfinanz ständig durchgehen: Kein Problem, wenn man einfach die zügellosen peitschenden und spitzspornigen Geisterreiter aus den Sätteln holt!
Ich hoffe inständig, dass die Kanzlerin nicht die übrigen Herkules-Aufgaben auf ihrer Agenda hat und uns damit belästigen will. Darüber hinaus hoffe ich, dass sie nicht fälschlicherweise glaubt, AKW-Laufzeit-Verlängerung, Kopfpauschale und die anderen Unsinnigkeiten, die man von ihr und ihrem Umfeld hört, hätten schon im Aufgabenheft von Herkules gestanden. Herkules hatte auch keinen Fahr- oder Flugbefehl nach Afghanistan.
18.03.2010 09:19 Uhr
von marikanin:
Max Keiser:
Die Deutschen profitieren enorm von den Schulden Griechenlands.
http://www.youtube.com/watch?v=AbH1JsOTInk&feature=player_embedded#
18.03.2010 08:36 Uhr
von Karlchen:
... es ist ja nicht auszuschließen, ..,das Herr Westerwelle langsam doch wieder erkennt, was eine Demokratie auch ausmacht..-
nämlich.., der Zusammenhalt in den Grundwerten, das WErben um die Besten Lösungen., das Miteinander..und das ja sogar über die Landesgrenzen hinaus.
..Ja.., nun, wo man jahrelang abgewirtschaft hat., fällt den Leuten mit den Diäten auf.., das die sparen müssen.., vielleicht auch deshalb, weil IHre Politik diese Maßnahmen erfordert.
Denn.., wer die ABwärtspirale reichlich ankurbelt muß sich nicht wundern.
Mangelwirtschaft , bzw. Mangeldenken,., gibt, bzw. gab es eben nicht nur in den sozialistischen Ländern.
18.03.2010 01:14 Uhr
von vic:
Der hat sich nicht gewandelt.
Irgendwer hat ihm vermutlich klargemacht, dass er und seine Clique sein Amt, seine Partei und damit die gesamte Bundesregierung durch sein Verhalten ganz tief in die Scheiße geritten hat.
Jetzt ist Seriosität spielen angesagt, man will schließlich Wahlen gewinnen.
Das macht ihn aber noch lange nicht zu einem ernsthaften Politiker.
Westerwelle ist ein Politclown, der sein Amt missbraucht um Freunden und Gönnern das Leben zu versüßen, und der in einer Regierung nichts zu suchen hat. Nicht einmal in einer Schwarz-Gelben.
17.03.2010 23:37 Uhr
von senfdazugeberin:
Suppenkasperle hat Kreide gefressen!
Oder - Es ändern sich die Zeiten -
aber niemals die Leute!
17.03.2010 22:57 Uhr
von mit Majo:
"Die erstaunlichste Rede hält an diesem Mittwoch Guido Westerwelle,..." und wer hat sie ihm geschrieben dem Musterschüler ??????????????????
17.03.2010 19:21 Uhr
von Christian Alexander Tietgen:
Wow, ich hatte schon vergessen, dass Westerwelle Außenminister ist.