• 15.02.2009

"Gehdenken" in Dresden gegen Rechts

Nur ein bisschen stärker

Die Gegenkundgebung zum Neonazi-Aufmarsch in Dresden war nur ein bedingter Erfolg der Zivilgesellschaft. Denn sie demonstrierte auch die Uneinigkeit der Nazi-Gegner.von Michael Bartsch

  • 04.04.2011 19:07 Uhr

    von Timo:

    Guten Abend,
    CDU und FDP haben sich nicht an Geh-Denken beteiligt, weil dort auch zahlreiche K-Gruppen zu den Organisatoren (dem Bündnis) gehörten. Man will den Teufel nicht an der Seite des Belzebubs austreiben.
    Andererseits wird die Mehrheit der Organisatoren von Geh-Denken ihren Teilnehmern die Demonstranten der Antifa und der Antideutschen nicht zeigen wollen. Es könnte die braven Bürger erschrecken. Sie könnten sich fragen, ob sie auf der richtigen Seite stehen, wenn sie Plakate wie "Do it again Harris!" und "Alles gute kommt von oben" lesen.
    Versteht das jemand hier in diesem Forum?

  • 04.04.2011 19:05 Uhr

    von Peter:

    Ich war ebenfalls Teilnehmer der ‚No pasarán' Demonstration und ich möchte den Stimmen hier, welche dieses Bündnis zu diskreditieren versuchen, eine deutliche Absage erteilen!

    Für die, teilweise sehr beschränkten, pauschalen Urteile habe ich kein Verständnis. Das Spektrum war, wie im Artikel beschrieben, breit und ich selbst zähle mich eindeutig nicht zur immer wieder gescholtenen "Antifa", wobei ich gleich anmerken will, dass mir diese Gruppierungen (von einer "Gruppe" kann überhaupt keine Rede sein) bisher vor allem durch ihre jeweilige Unterschiedlichkeit aufgefallen sind. Insbesondere möchte ich die Ausgewogenheit des einleitenden Redebeitrags hervorheben (Ich persönlich lehne die britischen Flächenbombardements ("Area Bombing Directive") strikt ab).

    Unruhe (bzw. das bedauerliche, vereinzelte Schleudern von halbgefüllten Plastikflschen, sowie Erdklumpen) brach erst aus, nachdem die Polizei, bevor die angemeldete Route der Demonstration beendete werden konnte, den Demonstrationszug einkesselte. Bereits im Vorfeld war der Demonstrationszug mehrfach blockiert worden. In der Schlossstraße sollte nun, dieser Eindruck musste entstehen, endgültig schluss sein. Die Forderung eines Teils der Teilnehmer, von der Polizei nicht weiter daran gehindert zu werden zur "Geh Denken" Veranstaltung zu gelangen, war meiner Ansicht nach berechtigt. Der Weg wurde jedoch erst freigegeben, nachdem mehrere Menschen (Demonstranten) verletzt am Boden lagen und mehrere Dutzend mit Reizgas angegriffen wurden. Von einer "Strategie [...] anzugreifen" auf Seiten der "Antifa", die hier ja fälschlicherweise synonym für alle Demonstrationsteilnehmer benannt wird, kann überhaupt keine Rede sein.

  • 04.04.2011 19:05 Uhr

    von Rodrigez:

    @ Martin: Das ist doch ein wenig zu einseitig gedacht! Ich war im letzten und vorlesten Jahr auf den Demos in Hamburg bzw. Rostock. Bin dort teilweise auf Höhe der Antifa mitgelaufen und war bitter enttäuscht, als der "schwarze Block" ausrückte um Chaos zu verbreiten.
    Ihre Aussage bezüglich der antidemokratischen Gesinnung der Antifa trifft wohl auf Teile der Bewegung zu, aber eben nicht auf die ganze. Die Antifa stellt vielmehr ein Sammelbecken für viele Gruppierungen, welche sich entschieden gegen den blinden Nationalismus und Faschismus stellt, dar.
    Und da es in der Antifa durchaus Menschen gibt die system- und verfassungstreu sind,ist es (meiner Meinung nach) nur positiv zu bewerten, dass es Medien gibt, die eben auch über das Pro der antifaschistischen Bewegung berichten.

  • 04.04.2011 19:05 Uhr

    von die übrigen:

    @ Axel Dörken: Ja!

  • 04.04.2011 19:05 Uhr

    von Sebastian:

    @Denninger:

    Nein, der Feind meines Feindes ist nicht automatisch "mein Freund" - aber man sollte zumindest verstehen, dass es hier keineswegs um "Freundschaft" geht, sondern um das Setzen von Prioritäten: Will ich als konservativer Politiker Flagge zeigen, wenn 6000 Neonazis durch meine Stadt marschieren und Geschichtsfälschung ohnegleichen betreiben - oder nicht? Und sollte das der Fall sein: Bin ich bereit, zu diesem Zweck die räumliche Nähe (denn mehr ist es ja nicht) zu Repräsentanten des übrigen demokratischen Spektrums in Kauf zu nehmen?

    Nein, nicht Jeder, der nicht zur Antifa gehört, ist ein Faschist - richtig erkannt. Aber das hat auch niemand behauptet (Antifaschismus ist übrigens in der Tat "edel", daran ändert auch die fehlende Einsicht seitens der größten deutschen Volkspartei nichts).

    Schließlich: Eine wohlwollende Bewertung der Polizeitaktik sei jedem Außenstehenden zugestanden - aber man beweist damit lediglich, dass man verdammt lange an keiner Demonstration dieser Art mehr teilgenommen hat. Eingeschüchtert durch die Angst vor einem "Schwarzen Block" und dessen (vermuteter) Aggressivität, entlädt sich die Anspannung regelmäßig in Provokationen, Beleidigungen, Einschüchterung und willkürlicher Gewaltanwendung gegen Demo-Teilnehmer. Ich sage das keineswegs aus mangelndem Respekt vor diesem Berufsstand oder genereller Antipathie gegenüber den deutschen PolizistInnen, sondern aus trauriger Erfahrung. Ich wünschte auch, es wäre nicht so.

  • 04.04.2011 19:05 Uhr

    von Jabu:

    All das Gemecker gegen die CDU ist ja schön und gut, und ich will der letzte sein, der sich für diese konservativen Sesselpfurzer ausspricht, aber ganz ehrlich mal, was die SPD mir Müntefering vor Ort sich geleistet hat finde ich noch um einiges härter!

    Da steht deren Oberguru doch allen ernstes auf der Bühne und sagt in einem seiner ersten Sätze, dass alle Kräfte, die sich tagtäglich gegen Rassismus auflehnen unterstützt werden müssen und sollen. Und nur ein paar hundert Meter Luftlinie entfernt, stehen diejenigen 4000, die genau das Tag für Tag tun. Und was passiert???

    Sie werden von der Polizei so gnadenlos niedergeschlagen, getreten und verprügelt das man in vielen Punkten nur noch mutwillige schwere Körperverletzung und auf der Brücke sogar versuchten Todschlag vorhalten kann. à da sag ich nur danke SPD und danke Müntefering!!!

    Die Kameradschaften laufen während dessen unbehelligt durch die Stadt, und allein dadurch wird jede Art von zivilem und ansässigen Protest im Keim erstickt, da sich jedes Elternteil mit Kind 2 mahl überlegt ob es den Mund aufmacht wenn vor ihnen 6000 Faschos mit einigen Hundert Blood and Honour stehen!!!!

    Scheiß auf diesen Staat... ... und das fing schon morgens um 7 ab HBF Berlin an wo 6 nach Blut lechzenden Kampfmaschinen auf unvermummte, friedliche Jugendliche losgelassen hat, die nichts böses ahnend im Zug standen und nach Dresden wollten! à auch hier das morgendliche Polizeiaufgebot beachtlich…! Einige hundert Polizisten im Bahnhof!!!
    Die Nazis durften auch abends wieder allein nach Berlin zurück fahren, und es blieb auch ohne folgen, dass einzelne Fahrgäste von ihnen sogar aus dem Zug geschmissen wurden und an einem Provinzbahnhof 1 ½ Stunden auf den Nächsten Zug warten mussten, in dem die linken Demonstranten dann wieder unter massierter Polizeiüberwachung nach Hause kutschiert wurden!

    Ich zähle nur noch die Wochen bis es endlich soweit ist, das Alexandro sich hier in Deutschland wiederholt, und dann ist es zu spät für diesen Staat seine Einstellung gegen über der radikalen Linken zu überdenken!
    Dann heißt es bildet Banden!!!!!

  • 04.04.2011 19:05 Uhr

    von Axel Dörken:

    Interessant empfinde ich, dass wieder oberflächlich übereinander hergezogen wird.

    Gehen zu wenige Mensche der Frage nach, ob "gegeneinander" weniger sinnvoll ist, als "miteinander"?

    Wer stellt sich die Frage: "Wie entziehen wir dem neonazistischen Gedankengut Anhänger?"

    Die Antwort ist so einfach, die Umsetzung unter Umständen schwerer: "In dem wir auch diejenigen achten, die eine andere Meinung haben und in dem wir für jeden lebenswerte Umstände (in Relation zur Region/Republik)) schaffen.

    Ein Hartz-IV-Staat muß sich nicht wundern, wenn Menschen mit Überlebensinstinkt und dem Wunsch an Teilhabe sich gegen ihn wenden. Es sind schon 59% der in Deutschland lebenden Menschen, die sich als von Transferleistungen abhängi erleben.

    Meinen die übrigen 49% tatsächlich, dass sie an der Macht bleiben?

  • 04.04.2011 19:05 Uhr

    von Nassauer:

    Wenn der Verfassungsschutz "seinen" Leuten die Teilnahme verwehrte, wäre die NPD-Demo SEHR klein...

  • 04.04.2011 19:05 Uhr

    von Denninger:

    "Der Feind meines Feindes ist mein Freund."
    So müssen, und das ist der Tenor des Artikels, Allianzen geschmiedet werden.
    Und wenn es um edle Dinge wie "Antifaschismus" geht, dan muss ja jeder mit dabei sein, oder er ist selbst ein Faschist (gell, "herbert"). Die CDU distanziert sich verständlicherweise von der Linken, den Autonomen und anderen "Organisatoren" der Gegendemo.
    Der Umkehrschluss, sie hielte zu den Rechten, ist dagengen so dumm wie falsch.
    Das Eingreifen der Exekutiven hat vielleicht größeren Tumult verhindert. Die Strategie, aus einer größeren Menschenmenge heraus anzugreifen und so ein Eingreifen der Polizei zu erschweren ist ja nicht neu bei der "Antifa", nicht wahr?

  • 04.04.2011 19:05 Uhr

    von Maskerade:

    Schade, dass die konservative "Mitte" in Ostdeutschland es immer wieder verpasst sich unmissverständlich gegen Rechts zu positionieren! Die Reaktion der CDU Sachsen ist insofern nicht verwunderlich, als das sie i.d.R. kaum (bis nie) mit aller Konsequenz gegen Rechtsradikale und Faschisten vorgeht und sie mit mit ihrer heuchlerischen Politik eher noch stärkt.

  • 04.04.2011 19:05 Uhr

    von David Schmidt:

    Auch die Antifa war zerstritten, das Lager der Antideutschen, gegen das Lager der Antinationalen. Eine Endlose Debatte nicht nur in Dresden zehrt die Kräfte die andersweitig gebraucht würden. Die Ignoranz der sächsischen CDU verhindert nicht nur eine Großdemo, sondern zeigt ein weitverbreitetes eigenartiges Demokratieverständnis. Das fehlen der CDU war für viele BürgerInnen der Grund dafür, nicht an den Demonstrationen teilzunehmen. Obwohl 89 viele von ihnen auf die Straße gingen, um für Demokratie zu kämpfen, sind diese heute zu bequem, die Demokratie zu verteidigen. Bananen, Farbfernsehen und Reisefreiheit haben geschafft was Stasi immer versucht hat, die große Masse zum Schweigen zu bringen.
    Ich glaube als "ossi" kann man sich auch mal über den Otto-Normalverbraucher-Ossi aufregen.
    LG aus Radebeul

  • 04.04.2011 19:05 Uhr

    von Regine Metes:

    Eine Frage: ist das nicht ein Versehen, daß man nur die Personalien notiert, wenn Angreifer, in diesem Fall Nazis, friedliche Demonstranten krankenhausreif zurichten, sprich Schädelbruch und Kniezertrümmerung???

  • 04.04.2011 19:05 Uhr

    von herbert:

    Traurig ist vorallem die Dresdner CDU:
    Sie will es sich nicht mit der NPD verscherzen, also kann sie kein deutliches Zeichen setzen...
    Auch stellt sich die Frage wieso Bemühungen der Nazi-Gegner immer wieder behindert wurden.

  • 11.02.2011 17:50 Uhr

    von Timo:

    Guten Abend,
    CDU und FDP haben sich nicht an Geh-Denken beteiligt, weil dort auch zahlreiche K-Gruppen zu den Organisatoren (dem Bündnis) gehörten. Man will den Teufel nicht an der Seite des Belzebubs austreiben.
    Andererseits wird die Mehrheit der Organisatoren von Geh-Denken ihren Teilnehmern die Demonstranten der Antifa und der Antideutschen nicht zeigen wollen. Es könnte die braven Bürger erschrecken. Sie könnten sich fragen, ob sie auf der richtigen Seite stehen, wenn sie Plakate wie "Do it again Harris!" und "Alles gute kommt von oben" lesen.
    Versteht das jemand hier in diesem Forum?

  • 11.02.2011 17:50 Uhr

    von Peter:

    Ich war ebenfalls Teilnehmer der ‚No pasarán' Demonstration und ich möchte den Stimmen hier, welche dieses Bündnis zu diskreditieren versuchen, eine deutliche Absage erteilen!

    Für die, teilweise sehr beschränkten, pauschalen Urteile habe ich kein Verständnis. Das Spektrum war, wie im Artikel beschrieben, breit und ich selbst zähle mich eindeutig nicht zur immer wieder gescholtenen "Antifa", wobei ich gleich anmerken will, dass mir diese Gruppierungen (von einer "Gruppe" kann überhaupt keine Rede sein) bisher vor allem durch ihre jeweilige Unterschiedlichkeit aufgefallen sind. Insbesondere möchte ich die Ausgewogenheit des einleitenden Redebeitrags hervorheben (Ich persönlich lehne die britischen Flächenbombardements ("Area Bombing Directive") strikt ab).

    Unruhe (bzw. das bedauerliche, vereinzelte Schleudern von halbgefüllten Plastikflschen, sowie Erdklumpen) brach erst aus, nachdem die Polizei, bevor die angemeldete Route der Demonstration beendete werden konnte, den Demonstrationszug einkesselte. Bereits im Vorfeld war der Demonstrationszug mehrfach blockiert worden. In der Schlossstraße sollte nun, dieser Eindruck musste entstehen, endgültig schluss sein. Die Forderung eines Teils der Teilnehmer, von der Polizei nicht weiter daran gehindert zu werden zur "Geh Denken" Veranstaltung zu gelangen, war meiner Ansicht nach berechtigt. Der Weg wurde jedoch erst freigegeben, nachdem mehrere Menschen (Demonstranten) verletzt am Boden lagen und mehrere Dutzend mit Reizgas angegriffen wurden. Von einer "Strategie [...] anzugreifen" auf Seiten der "Antifa", die hier ja fälschlicherweise synonym für alle Demonstrationsteilnehmer benannt wird, kann überhaupt keine Rede sein.

  • 11.02.2011 17:50 Uhr

    von Rodrigez:

    @ Martin: Das ist doch ein wenig zu einseitig gedacht! Ich war im letzten und vorlesten Jahr auf den Demos in Hamburg bzw. Rostock. Bin dort teilweise auf Höhe der Antifa mitgelaufen und war bitter enttäuscht, als der "schwarze Block" ausrückte um Chaos zu verbreiten.
    Ihre Aussage bezüglich der antidemokratischen Gesinnung der Antifa trifft wohl auf Teile der Bewegung zu, aber eben nicht auf die ganze. Die Antifa stellt vielmehr ein Sammelbecken für viele Gruppierungen, welche sich entschieden gegen den blinden Nationalismus und Faschismus stellt, dar.
    Und da es in der Antifa durchaus Menschen gibt die system- und verfassungstreu sind,ist es (meiner Meinung nach) nur positiv zu bewerten, dass es Medien gibt, die eben auch über das Pro der antifaschistischen Bewegung berichten.

  • 11.02.2011 17:50 Uhr

    von Sebastian:

    @Denninger:

    Nein, der Feind meines Feindes ist nicht automatisch "mein Freund" - aber man sollte zumindest verstehen, dass es hier keineswegs um "Freundschaft" geht, sondern um das Setzen von Prioritäten: Will ich als konservativer Politiker Flagge zeigen, wenn 6000 Neonazis durch meine Stadt marschieren und Geschichtsfälschung ohnegleichen betreiben - oder nicht? Und sollte das der Fall sein: Bin ich bereit, zu diesem Zweck die räumliche Nähe (denn mehr ist es ja nicht) zu Repräsentanten des übrigen demokratischen Spektrums in Kauf zu nehmen?

    Nein, nicht Jeder, der nicht zur Antifa gehört, ist ein Faschist - richtig erkannt. Aber das hat auch niemand behauptet (Antifaschismus ist übrigens in der Tat "edel", daran ändert auch die fehlende Einsicht seitens der größten deutschen Volkspartei nichts).

    Schließlich: Eine wohlwollende Bewertung der Polizeitaktik sei jedem Außenstehenden zugestanden - aber man beweist damit lediglich, dass man verdammt lange an keiner Demonstration dieser Art mehr teilgenommen hat. Eingeschüchtert durch die Angst vor einem "Schwarzen Block" und dessen (vermuteter) Aggressivität, entlädt sich die Anspannung regelmäßig in Provokationen, Beleidigungen, Einschüchterung und willkürlicher Gewaltanwendung gegen Demo-Teilnehmer. Ich sage das keineswegs aus mangelndem Respekt vor diesem Berufsstand oder genereller Antipathie gegenüber den deutschen PolizistInnen, sondern aus trauriger Erfahrung. Ich wünschte auch, es wäre nicht so.

  • 11.02.2011 17:50 Uhr

    von Axel Dörken:

    Interessant empfinde ich, dass wieder oberflächlich übereinander hergezogen wird.

    Gehen zu wenige Mensche der Frage nach, ob "gegeneinander" weniger sinnvoll ist, als "miteinander"?

    Wer stellt sich die Frage: "Wie entziehen wir dem neonazistischen Gedankengut Anhänger?"

    Die Antwort ist so einfach, die Umsetzung unter Umständen schwerer: "In dem wir auch diejenigen achten, die eine andere Meinung haben und in dem wir für jeden lebenswerte Umstände (in Relation zur Region/Republik)) schaffen.

    Ein Hartz-IV-Staat muß sich nicht wundern, wenn Menschen mit Überlebensinstinkt und dem Wunsch an Teilhabe sich gegen ihn wenden. Es sind schon 59% der in Deutschland lebenden Menschen, die sich als von Transferleistungen abhängi erleben.

    Meinen die übrigen 49% tatsächlich, dass sie an der Macht bleiben?

  • 11.02.2011 17:50 Uhr

    von Regine Metes:

    Eine Frage: ist das nicht ein Versehen, daß man nur die Personalien notiert, wenn Angreifer, in diesem Fall Nazis, friedliche Demonstranten krankenhausreif zurichten, sprich Schädelbruch und Kniezertrümmerung???

  • 11.02.2011 17:50 Uhr

    von herbert:

    Traurig ist vorallem die Dresdner CDU:
    Sie will es sich nicht mit der NPD verscherzen, also kann sie kein deutliches Zeichen setzen...
    Auch stellt sich die Frage wieso Bemühungen der Nazi-Gegner immer wieder behindert wurden.

  • 27.02.2009 18:14 Uhr

    von Timo:

    Guten Abend,
    CDU und FDP haben sich nicht an Geh-Denken beteiligt, weil dort auch zahlreiche K-Gruppen zu den Organisatoren (dem Bündnis) gehörten. Man will den Teufel nicht an der Seite des Belzebubs austreiben.
    Andererseits wird die Mehrheit der Organisatoren von Geh-Denken ihren Teilnehmern die Demonstranten der Antifa und der Antideutschen nicht zeigen wollen. Es könnte die braven Bürger erschrecken. Sie könnten sich fragen, ob sie auf der richtigen Seite stehen, wenn sie Plakate wie "Do it again Harris!" und "Alles gute kommt von oben" lesen.
    Versteht das jemand hier in diesem Forum?

  • 18.02.2009 00:59 Uhr

    von Peter:

    Ich war ebenfalls Teilnehmer der ‚No pasarán' Demonstration und ich möchte den Stimmen hier, welche dieses Bündnis zu diskreditieren versuchen, eine deutliche Absage erteilen!

    Für die, teilweise sehr beschränkten, pauschalen Urteile habe ich kein Verständnis. Das Spektrum war, wie im Artikel beschrieben, breit und ich selbst zähle mich eindeutig nicht zur immer wieder gescholtenen "Antifa", wobei ich gleich anmerken will, dass mir diese Gruppierungen (von einer "Gruppe" kann überhaupt keine Rede sein) bisher vor allem durch ihre jeweilige Unterschiedlichkeit aufgefallen sind. Insbesondere möchte ich die Ausgewogenheit des einleitenden Redebeitrags hervorheben (Ich persönlich lehne die britischen Flächenbombardements ("Area Bombing Directive") strikt ab).

    Unruhe (bzw. das bedauerliche, vereinzelte Schleudern von halbgefüllten Plastikflschen, sowie Erdklumpen) brach erst aus, nachdem die Polizei, bevor die angemeldete Route der Demonstration beendete werden konnte, den Demonstrationszug einkesselte. Bereits im Vorfeld war der Demonstrationszug mehrfach blockiert worden. In der Schlossstraße sollte nun, dieser Eindruck musste entstehen, endgültig schluss sein. Die Forderung eines Teils der Teilnehmer, von der Polizei nicht weiter daran gehindert zu werden zur "Geh Denken" Veranstaltung zu gelangen, war meiner Ansicht nach berechtigt. Der Weg wurde jedoch erst freigegeben, nachdem mehrere Menschen (Demonstranten) verletzt am Boden lagen und mehrere Dutzend mit Reizgas angegriffen wurden. Von einer "Strategie [...] anzugreifen" auf Seiten der "Antifa", die hier ja fälschlicherweise synonym für alle Demonstrationsteilnehmer benannt wird, kann überhaupt keine Rede sein.

  • 17.02.2009 14:21 Uhr

    von Rodrigez:

    @ Martin: Das ist doch ein wenig zu einseitig gedacht! Ich war im letzten und vorlesten Jahr auf den Demos in Hamburg bzw. Rostock. Bin dort teilweise auf Höhe der Antifa mitgelaufen und war bitter enttäuscht, als der "schwarze Block" ausrückte um Chaos zu verbreiten.
    Ihre Aussage bezüglich der antidemokratischen Gesinnung der Antifa trifft wohl auf Teile der Bewegung zu, aber eben nicht auf die ganze. Die Antifa stellt vielmehr ein Sammelbecken für viele Gruppierungen, welche sich entschieden gegen den blinden Nationalismus und Faschismus stellt, dar.
    Und da es in der Antifa durchaus Menschen gibt die system- und verfassungstreu sind,ist es (meiner Meinung nach) nur positiv zu bewerten, dass es Medien gibt, die eben auch über das Pro der antifaschistischen Bewegung berichten.

  • 17.02.2009 11:35 Uhr

    von martin:

    hab mir gestern das erstemal seit langer zeit wieder die Taz gekauft, und muss sagen es hat sich nichts verändert. Das die CDU keine Lust hat mit der Antifa zu paktieren ist nicht nur verständlich sondern gradezu nötig. Dieser Staat ist nicht Rechts blind sondern Links. Das erklärte Verfassungsfeinde in der Taz ein Sprachrohr haben ist ja nicht neu, aber so offensichtlich wie in Ihrer gestriegen Ausgabe war es es selten. Jeder Die Ausschreitungen von Köln sprechen für sich. Die Antifa hat mit demokratischen Wiederstand nichts aber auch garnichts zu tun.

  • 17.02.2009 00:10 Uhr

    von die übrigen:

    @ Axel Dörken: Ja!

  • 16.02.2009 21:42 Uhr

    von Sebastian:

    @Denninger:

    Nein, der Feind meines Feindes ist nicht automatisch "mein Freund" - aber man sollte zumindest verstehen, dass es hier keineswegs um "Freundschaft" geht, sondern um das Setzen von Prioritäten: Will ich als konservativer Politiker Flagge zeigen, wenn 6000 Neonazis durch meine Stadt marschieren und Geschichtsfälschung ohnegleichen betreiben - oder nicht? Und sollte das der Fall sein: Bin ich bereit, zu diesem Zweck die räumliche Nähe (denn mehr ist es ja nicht) zu Repräsentanten des übrigen demokratischen Spektrums in Kauf zu nehmen?

    Nein, nicht Jeder, der nicht zur Antifa gehört, ist ein Faschist - richtig erkannt. Aber das hat auch niemand behauptet (Antifaschismus ist übrigens in der Tat "edel", daran ändert auch die fehlende Einsicht seitens der größten deutschen Volkspartei nichts).

    Schließlich: Eine wohlwollende Bewertung der Polizeitaktik sei jedem Außenstehenden zugestanden - aber man beweist damit lediglich, dass man verdammt lange an keiner Demonstration dieser Art mehr teilgenommen hat. Eingeschüchtert durch die Angst vor einem "Schwarzen Block" und dessen (vermuteter) Aggressivität, entlädt sich die Anspannung regelmäßig in Provokationen, Beleidigungen, Einschüchterung und willkürlicher Gewaltanwendung gegen Demo-Teilnehmer. Ich sage das keineswegs aus mangelndem Respekt vor diesem Berufsstand oder genereller Antipathie gegenüber den deutschen PolizistInnen, sondern aus trauriger Erfahrung. Ich wünschte auch, es wäre nicht so.

  • 16.02.2009 18:58 Uhr

    von Jabu:

    All das Gemecker gegen die CDU ist ja schön und gut, und ich will der letzte sein, der sich für diese konservativen Sesselpfurzer ausspricht, aber ganz ehrlich mal, was die SPD mir Müntefering vor Ort sich geleistet hat finde ich noch um einiges härter!

    Da steht deren Oberguru doch allen ernstes auf der Bühne und sagt in einem seiner ersten Sätze, dass alle Kräfte, die sich tagtäglich gegen Rassismus auflehnen unterstützt werden müssen und sollen. Und nur ein paar hundert Meter Luftlinie entfernt, stehen diejenigen 4000, die genau das Tag für Tag tun. Und was passiert???

    Sie werden von der Polizei so gnadenlos niedergeschlagen, getreten und verprügelt das man in vielen Punkten nur noch mutwillige schwere Körperverletzung und auf der Brücke sogar versuchten Todschlag vorhalten kann. à da sag ich nur danke SPD und danke Müntefering!!!

    Die Kameradschaften laufen während dessen unbehelligt durch die Stadt, und allein dadurch wird jede Art von zivilem und ansässigen Protest im Keim erstickt, da sich jedes Elternteil mit Kind 2 mahl überlegt ob es den Mund aufmacht wenn vor ihnen 6000 Faschos mit einigen Hundert Blood and Honour stehen!!!!

    Scheiß auf diesen Staat... ... und das fing schon morgens um 7 ab HBF Berlin an wo 6 nach Blut lechzenden Kampfmaschinen auf unvermummte, friedliche Jugendliche losgelassen hat, die nichts böses ahnend im Zug standen und nach Dresden wollten! à auch hier das morgendliche Polizeiaufgebot beachtlich…! Einige hundert Polizisten im Bahnhof!!!
    Die Nazis durften auch abends wieder allein nach Berlin zurück fahren, und es blieb auch ohne folgen, dass einzelne Fahrgäste von ihnen sogar aus dem Zug geschmissen wurden und an einem Provinzbahnhof 1 ½ Stunden auf den Nächsten Zug warten mussten, in dem die linken Demonstranten dann wieder unter massierter Polizeiüberwachung nach Hause kutschiert wurden!

    Ich zähle nur noch die Wochen bis es endlich soweit ist, das Alexandro sich hier in Deutschland wiederholt, und dann ist es zu spät für diesen Staat seine Einstellung gegen über der radikalen Linken zu überdenken!
    Dann heißt es bildet Banden!!!!!

  • 16.02.2009 12:53 Uhr

    von Axel Dörken:

    Interessant empfinde ich, dass wieder oberflächlich übereinander hergezogen wird.

    Gehen zu wenige Mensche der Frage nach, ob "gegeneinander" weniger sinnvoll ist, als "miteinander"?

    Wer stellt sich die Frage: "Wie entziehen wir dem neonazistischen Gedankengut Anhänger?"

    Die Antwort ist so einfach, die Umsetzung unter Umständen schwerer: "In dem wir auch diejenigen achten, die eine andere Meinung haben und in dem wir für jeden lebenswerte Umstände (in Relation zur Region/Republik)) schaffen.

    Ein Hartz-IV-Staat muß sich nicht wundern, wenn Menschen mit Überlebensinstinkt und dem Wunsch an Teilhabe sich gegen ihn wenden. Es sind schon 59% der in Deutschland lebenden Menschen, die sich als von Transferleistungen abhängi erleben.

    Meinen die übrigen 49% tatsächlich, dass sie an der Macht bleiben?

  • 16.02.2009 10:13 Uhr

    von Nassauer:

    Wenn der Verfassungsschutz "seinen" Leuten die Teilnahme verwehrte, wäre die NPD-Demo SEHR klein...

  • 16.02.2009 09:48 Uhr

    von Michael Wons:

    Gegen Neonazis zu demonstrieren ist einfach und erfordert nicht allzu viel Mut, wo waren aber die Gegendemonstranten als vor vier Wochen Hamas Anhänger und ihre linken Freunde "Tod Israel" gebrüllt haben?

  • 16.02.2009 08:52 Uhr

    von Mephane:

    "Auch stellt sich die Frage wieso Bemühungen der Nazi-Gegner immer wieder behindert wurden."

    Wenn man etwas tiefer unter die Fassade blickt, stellt sich diese Frage nicht. Die Neonazis sind ein exzellenter Sündenbock, Buhmann und können jederzeit als Begründung für allerlei Überwachungs- und Kontrollmaßnahmen herhalten - siehe das inzwischen eingeschränkte Versammlungsrecht in Bayern und Baden-Württemberg: unter dem Vorwand des Kampfes gegen Rechtsextremismus beschlossen, angewandt vor allem gegen linke Demonstrationen.

    Die Dumpfbacken rund um NPD&Co sind für diesen Staat viel zu gute "nützliche Idioten", als dass man er wirklich ernsthaft bekämpfen würde.

    Dazu kommt, dass Teile der Nazi-Denke inzwischen sowohl in der Union und im rechten Flügel der SPD (der ja seit Schröder dort das Sagen hat) wieder gesellschaftsfähig geworden, Sprüche wie "Jedem das Seine" hört man bei der CDU, "Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen" bei der SPD (Müntefering!). Die "Sozialschmarotzer" waren auch im Dritten Reich ein beliebter Aufhänger für Propaganda und Unterdrückung.

  • 16.02.2009 06:35 Uhr

    von Denninger:

    "Der Feind meines Feindes ist mein Freund."
    So müssen, und das ist der Tenor des Artikels, Allianzen geschmiedet werden.
    Und wenn es um edle Dinge wie "Antifaschismus" geht, dan muss ja jeder mit dabei sein, oder er ist selbst ein Faschist (gell, "herbert"). Die CDU distanziert sich verständlicherweise von der Linken, den Autonomen und anderen "Organisatoren" der Gegendemo.
    Der Umkehrschluss, sie hielte zu den Rechten, ist dagengen so dumm wie falsch.
    Das Eingreifen der Exekutiven hat vielleicht größeren Tumult verhindert. Die Strategie, aus einer größeren Menschenmenge heraus anzugreifen und so ein Eingreifen der Polizei zu erschweren ist ja nicht neu bei der "Antifa", nicht wahr?

  • 16.02.2009 02:18 Uhr

    von Tim:

    Ich habe bisher noch nie CDU oder FDP auf einer Anti-Rechts-Demo gesehen, daher finde ich das mittlerweile schon recht normal, dass besagte Parteien nicht unbedingt etwas gegen die NPD haben..

  • 16.02.2009 01:19 Uhr

    von Maskerade:

    Schade, dass die konservative "Mitte" in Ostdeutschland es immer wieder verpasst sich unmissverständlich gegen Rechts zu positionieren! Die Reaktion der CDU Sachsen ist insofern nicht verwunderlich, als das sie i.d.R. kaum (bis nie) mit aller Konsequenz gegen Rechtsradikale und Faschisten vorgeht und sie mit mit ihrer heuchlerischen Politik eher noch stärkt.

  • 16.02.2009 00:01 Uhr

    von rolf:

    Was sich die Dresdner CDU dort geleistet hat, ist ein Armutszeugnis. Die Nazis die auf die Straße gegangen sind, bekommen von solchen Schweigern und Duldern den Rücken gestärkt!

  • 15.02.2009 23:06 Uhr

    von David Schmidt:

    Auch die Antifa war zerstritten, das Lager der Antideutschen, gegen das Lager der Antinationalen. Eine Endlose Debatte nicht nur in Dresden zehrt die Kräfte die andersweitig gebraucht würden. Die Ignoranz der sächsischen CDU verhindert nicht nur eine Großdemo, sondern zeigt ein weitverbreitetes eigenartiges Demokratieverständnis. Das fehlen der CDU war für viele BürgerInnen der Grund dafür, nicht an den Demonstrationen teilzunehmen. Obwohl 89 viele von ihnen auf die Straße gingen, um für Demokratie zu kämpfen, sind diese heute zu bequem, die Demokratie zu verteidigen. Bananen, Farbfernsehen und Reisefreiheit haben geschafft was Stasi immer versucht hat, die große Masse zum Schweigen zu bringen.
    Ich glaube als "ossi" kann man sich auch mal über den Otto-Normalverbraucher-Ossi aufregen.
    LG aus Radebeul

  • 15.02.2009 21:12 Uhr

    von Regine Metes:

    Eine Frage: ist das nicht ein Versehen, daß man nur die Personalien notiert, wenn Angreifer, in diesem Fall Nazis, friedliche Demonstranten krankenhausreif zurichten, sprich Schädelbruch und Kniezertrümmerung???

  • 15.02.2009 19:57 Uhr

    von herbert:

    Traurig ist vorallem die Dresdner CDU:
    Sie will es sich nicht mit der NPD verscherzen, also kann sie kein deutliches Zeichen setzen...
    Auch stellt sich die Frage wieso Bemühungen der Nazi-Gegner immer wieder behindert wurden.

Ihr Name (wird angezeigt):*

Email (wird nicht angezeigt):*

Kommentar* - bitte beachten Sie unsere Netiquette:

Bitte geben Sie hier das Wort ein, das im Bild angezeigt wird. Dies dient der Spamvermeidung Wenn Sie das Wort nicht lesen konnten, bitte hier klicken.

CAPTCHA Bild zum Spamschutz

Wenn Sie auf "Abschicken" klicken, wird ihr Kommentar ohne weitere Bestätigung an taz.de verschickt. Er wird veröffentlicht, sobald einRedakteur ihn freigeschaltet hat. taz.de behält sich vor, beleidigende, rassistische oder aus ähnlichen Gründen unangemessene Beiträge nicht zu publizieren.

*Pflichtfelder