• 22.06.2009

Gegen Massendemonstrationen im Iran

Revolutionsgarde droht Protestlern

Irans Revolutionsgarden haben angekündigt, Straßenproteste kompromisslos niederzuschlagen. Dennoch demonstrierten am Montag Hunderte in Teheran.

  • 22.06.2009 23:57 Uhr

    von von m. k. :

    @default user:
    Worauf wollen Sie hinaus? Es ist allgemein bekannt, dass vor allem Großbritannien und die USA massiv in den Verlauf der Geschichte des Irans eingegriffen haben - aber die momentanen Aufstände im Iran nur als "Teil einer massiven Destabilisierungskampagne Seitens der NATO-Staaten gegen Russland" darzustellen, verkennt die Lage, in welcher die Menschen des Iran seit Jahrzehnten leben.
    Selbst WENN Ahmadinejad, Ihres Glaubens nach "rechtmäßig gewählter Präsident" des Iran, tatsächlich die Mehrheit aller Stimmen bekommen haben sollte - was auf Grund verschiedener Faktoren extrem fragwürdig scheint - ändert das nichts daran, dass die Menschen in Iran seit mehr als 50 Jahren (mal von diesem, mal von jenem Regime), extremen Repressionen ausgesetzt sind, welche sich in den letzten 4 Jahren massiv verstärkt haben (massive Verfolgung Minderheiten und Andersgläubiger, Folter, massiver Anstieg vollstreckter Todesurteile, verstärkte Einschränkung der persönlichen Freiheiten etc.). Die Menschen gehen jetzt auf die Straße - geeint in ihrer Verzweifelung und der Überzeugung, dass es SO, wie es momentan ist, nicht weitergehen darf und kann. Mit ihrer Unterstellung stellen Sie diese Menschen (genau wie Ahmadinejad selbst übrigens), als eine (homogene) Horde Unwissender dar, die von ausländischen Mächten getrieben wird und verneinen und verhöhnen damit gleichzeitig ihr Leid und ihre Fähigkeit, sich als selbstständig denkende Bürger gegen die gewaltsame Beschneidung ihrer Rechte einzusetzen.

  • 22.06.2009 21:32 Uhr

    von Neda:

    wie armselig ist der Westen und wie Heuchlerisch sind seine Werte. Um seine Ziele zu erreich ihm ist jedes Mittel recht. Nun sind für ihn die politischen Lumpen wie die iranischen Monarschisten oder die Volksmodschahedin Iran, die die die EU selbst als Terrorist eingestuft hat als Vertreter der iranischen Opposition. Und lassen sie diese durch die Strassen von Europa marschieren und sich als Demokraten ausgeben. Es ist durchaus denkbar im Falle eines Regimesturz, welche ganz offensichtlich der Westen anstrebt, die sog. Oppositionellen von Westen an die Macht gebracht werden. Um die Massen zu unterdrücken aber dafür die Interessen des Westens zu schützen. Mir ist es liber den Westen zu stürzen als die iranische Regierung damit die ganze Welt tatsächlich die Demokratie bekommt.

  • 22.06.2009 17:56 Uhr

    von irani:

    Leute; ich habe eben in einer iranischen Zeitung gelesen, dass die USA und Israel aus dem Irak an der Grenze zu Kermanschah(Kurdistan) Sprengstoff und modernen Waffen in den Iran einschmugglen und bei der Strassenschlachten manche von Demonstranten benutzen automatische Waffen, E-Schok, Pfeffersprey, Handfeuerwaffen.

  • 22.06.2009 17:14 Uhr

    von Lars:

    Würde eine neue Regierung im Iran soviel ändern bei der Macht den die geistigen Führer und der Wächterrat haben? Ein Mussawi würde sich doch auch nicht gegen diese Institutionen auflehnen sofern er das denn überhaupt wollte.

    Es ist aber dennoch schön zu sehen, wie sich junge Menschen und besonders Frauen im Iran jetzt gegen die herrschenden Verhältnisse stellen. Aber nur Mussawi würde nichts ändern, das komplette System dort muß über den Haufen geworfen werden.

  • 22.06.2009 15:42 Uhr

    von default.user:

    Nicht vergessen sollte sein, dass es der Westen war, der dem damaligen Machthaber und Menschenfreund Saddam Hussein Waffen und Gerät verkaufte, um dem Iran schwersten Schaden zuzufügen. Nun stellt sich heraus, dass die "Oppositionellen" eben die selbe Taktik verwende, wie seiner Zeit die Georgier oder die Ukrainer oder die Weissrussen es taten. All diese Länder sind heute Teil einer massiven Destabilisierungskampagne Seitens der NATO-Staaten gegen Russland.
    Dem Iran kann nach einer absichtlich herbeigeführten kriegerischen Aktion in den 80ern kein normal denkender Mensch verdenken, dass er sich isoliert. Selbstredend wird mit der Antisemitismuskeule geschwungen, wenn es darum geht, rechtmäßig gewählte Präsidenten zu denunzieren. Das taz und co. derartig liberale Artikel zu Schau stellen, wundert mich kaum.
    Übrigens wurde der angebliche Satz Achmadinedschad's, die Juden von der Landkarte zu fegen, längst revidiert. Er sagt, die Besatzungspolitik Israels muss Geschichte werden. Damit bleibt Achmadinedschad im Rahmen des politisch Korrekten.
    d.u.

  • 22.06.2009 14:47 Uhr

    von G. H. Pohl:

    Die iranische Führung bedient sich eines uralten Bauerntricks Regierender zur Machterhaltung indem sie bei inneren Schwierigkeiten, „Lieblingsfeinde“ aus dem Ärmel holt, um mit einer nicht vorhandenen äußeren Bedrohung die Häupter des Volkes hinter sich zu versammeln.
    Das iranische Volk ist zu klug, um diesen Roßtäuschern auf den Leim zu gehen, die Wahlen fälschen und Demonstranten „mangels besserer Argumente“ notfalls erschießen lassen.
    Die Frage ist gestattet, ob sich diese Herren nicht nur ihrer Regierungskompetenz sondern auch Ihrer religiösen Autorität entledigt haben.

  • 22.06.2009 14:16 Uhr

    von G. H. Pohl:

    Die iranische Führung bedient sich eines uralten Bauerntricks Regierender zur Machterhaltung indem sie bei inneren Schwierigkeiten, „Lieblingsfeinde“ aus dem Ärmel holt, um mit einer nicht vorhandenen äußeren Bedrohung die Häupter des Volkes hinter sich zu versammeln.
    Das iranische Volk ist zu klug, um diesen Roßtäuschern auf den Leim zu gehen, die Wahlen fälschen und Demonstranten „mangels besserer Argumente“ notfalls erschießen lassen.
    Die Frage ist gestattet, ob sich diese Herren nicht nur ihrer Regierungskompetenz sondern auch Ihrer religiösen Autorität entledigt haben.

  • 22.06.2009 13:37 Uhr

    von Pei:

    Ich arbeite seit Jahren in einer iranischen Firma und habe bisher noch keinen einzigen Iraner getroffen der das jetztige Regime in irgendeiner Form verteidigt oder unterstützt.

    Das Credo ist in der Regel immer das gleiche: "Die Revolution ist längst überfällig"

    Denen die das jetzt alles für einen Propagandastück der "westlichen Medien" halten sollte gesagt sein das die Mullahs aus Teheran in der gesamten islamischen Welt mit Skepsis gesehen werden. Dort ist der Pamphletismus und das konzeptlose Streben nach dem reinen Machterhalt der heuchlerischen Iranischen Regierung durchaus bekannt. Das die für den "wahren Islam"stehen glaubt auch dort kein Mensch

  • 22.06.2009 13:24 Uhr

    von Georg:

    @ Andrea: eine sehr gute Einschätzung, finde ich. Allerdings wissen wir noch nicht - genau wie die riesenhaften westlichen Mehrheiten, die schon so tun, als wüssten wir, die Wahl sei gefälscht - wie frei und fair die Wahl war...

    Ich finde die vorschnellen Bewertungen - man lese die FAZ heute - auch unsäglich. Ja, fast alle von uns wären froh, Ahmadinedschads israelfeindliche Keiferei würde abgewählt. Aber nicht wir wählen. Stellt euch vor, nach dem Wirtschaftskollaps 2008, der nur mit Staatshilfe nicht ins Desaster führte, würden Wahlen bei uns vom Iran aus so kommentiert: "Unmöglich! 18% wählen FDP, die Deregulierer! 14% Grüne! Ditto! Das ist Fälschung! Das wäre ja hirnrissig, das kann gar nicht sein!!" Dann bräuchte es bei uns in den großen Städten Demonstrationen (Ruhe andernorts, genau wie jetzt im Iran) - und schon könnten Sender dort genauso wirr wie wir berichten, FÄLSCHUNG!
    Dieser Vergleich bezieht sich nur auf Wahlen und Perspektive, nicht darauf, wir hätten auch nur annähernd ein politisch-religiöses System wie im Iran (goes without saying, aber ich hab genug antideutsche blogs gelesen, in denen man 1% der Nachricht rauspickt, um 99% nicht wahrnehmen zu müssen).

  • 22.06.2009 13:05 Uhr

    von Andrea:

    "Where is my vote?" ist kein persischer Satz. Der Raum den insbesondere die westlichen Medien für sich beanspruchen hat etwas von Überheblichkeit. Wir müssen es allerdings auch akzeptieren, wenn die Iraner eben jenen antisemitischen Ahmadinedschad gewählt haben. Wir müssen akzeptieren dass die Iraner gewählt haben, nicht die Deutschen! Man hat das Gfühl, wir würden stets mit großer Wahlbeteiligung den besseren iranischen, amerikanischen und polnischen Präsidenten wählen. Nur wenn es um Wahlen in Deutschland geht, ja, da bleiben wir lieber zu Haus

  • 22.06.2009 10:57 Uhr

    von Farka:

    na ja, sie Koennen auch Leute von England (Iraner), die noch mehr Zittel gelegt haben, und geben die
    Vorwuerfe,dann sagen die, dass Das Regim gemacht hast!!!
    Man weisst nie! Wahrheit ist immer relativ.

  • 22.06.2009 10:13 Uhr

    von o aus h:

    Liebe taz,
    könntet Ihr bitte mal dazu schreiben, wie viele Wähler es in Iran denn offiziell gab und wie viele Stimmen Vorsprung Achmadinedschad laut dem offiziellen Ergebnis hatte - das würde dem geneigten Leser in der Einschätzung der Größenordnung doch schon mal helfen.

  • 22.06.2009 09:56 Uhr

    von oberwächterrat:

    Zitat: Nun soll geprüft werden, ob das den umstrittenen Wahlausgang beeinflusst hat.

    Hm...........sollte da nicht erst geprüft werden, wer denn da betrogen hat?

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