Auch mittelmäßige Wohnungen werden in vielen Städten immer teurer. Aus Protest dagegen sprengen Aktivisten Besichtigungen – mit Sekt, Konfetti und Flugblättern.von Svenja Bergt
Eine super Aktion, die absolut meine Zustimmung bekommt. Den Menschen und auch kleinen Gewerbetreibenden in diesem Land könnte es wesentlich besser gehen, wenn nicht die Miethaie monatlich die Hand aufhielten. Ein Mehrparteienmiethaus/ Wohnung ist nach ca. 20 Jahren abbezahlt, warum sollte damit Jahrhunderte Kohle gemacht werden (klar, es muss erhalten werden, aber darum geht es hier nicht)? Ich fordere die Flatrate pro Quadratmeter!
15.08.2010 02:53 Uhr
von Hans :
Die Kosten zum Bau und Erhalt einer Wohnung werden in Deutschland in der Miete nicht gedeckt. Deshalb wird nur noch wenig in den Mietswohnungsbau von privater Seite investiert. Das führt zu einer Verknappung von Wohnungen. Dies gilt nicht für die Städte in den Neuen Bundes- ländern.Dort gibt es Leerstände wegen Abwanderung. Hinzu kommt unser ökologisches Planungsrecht. Eine ökologische Bodenpolitik führt zu maßlosen Grund- stückspreisen. Es wird kein Bauland mehr ausgewiesen. Heizung und Stromversorgung führen inzwischen zu einer "zweiten Miete". Die Preise für die Energie- Versorgung sind in den letzten zehn Jahren pro Familie im Jahr um rund 2000 Euro gestiegen. Viel,viel stärker als Mieten. Das trifft alle in allen Stadtteilen. Warum frage ich, kämpft niemand für bezahlbare Energiekosten? Rotgrüne Energiepolitik führt zu weiter stark steigenden Energiepreisen. Auflagen für den Wohnungsbau werden weitere Preissteigerungen bringen. Ein privater Vermieter wird in diesen verkorksten Markt nicht mehr investieren. Es wird nur noch öffentlichen Wohnungsbau geben den wir über Steuererhöhungen bezahlen. Der ökologische Umbau unserer Gesellschaft frißt ihre Kinder.
14.08.2010 14:02 Uhr
von derherold:
Ich finde, man sollte es in das Grundgesetz aufnehmen: Söhne von Professoren und Töchter von Apothekerehepaaren haben einen Anspruch darauf, eine Wohnung in angesagten Wohnvierteln zu geringem Mietpreis zu bekommen ! Das ist Menschenrecht und sozial geboten !
Statt sich über Mieten in Frankfurt(s besseren Wohngegenden) zu beklagen, könnte man z.B. in Duisburg studieren. In "Wunder-Marxloh" gibt es Wohnungen für 4,50 Euro/qm Nettokaltmiete.
Mieten war noch nie so günstig wie heute, die Belastung liegt idR bei 20-25% des Nettoeinkommens. Wer sich allerdings für einen Elite-Menschen hält, der nur in Elite-Gegenden wohnen, studieren und arbeiten kann, wird allerdings auch Elite-Preise zahlen müssen. Das dürfte man auch einem Kleinkind nahebringen können.
Das hier das unsoziale Verhalten verwöhnter Wohlstandskinder als "sozialer Protest" bezeichnet wird, deutet auf einen gewissen Realitätsverlust.
14.08.2010 13:49 Uhr
von LeChuck:
Fraglich, ob solchen Aktionen die Verschnöselung von Wohnvierteln aufhält.
14.08.2010 04:25 Uhr
von Sebastian:
Kieler - viel Glück dabei 1. Die Polizei so schnell zur Wohnung zu kriegen - 15min für einen Einsatz bei dem weder Personen noch Sachschaden droht?
2. Den Straftatbestand zu erfüllen: Die Leute gehen zu einer öffentlichen Wohnungsbesichtigung - als Minimum muss die Maklerin erstmal ein Hausverbot aussprechen.
3. Gericht und Staatsanwaltschaft davon zu überzeugen, dass eine Strafverfolgung von friedlichen Leuten wie diesen im öffentlichen Interesse ist.
Ich sehe da eher schlechte Chancen. Wir leben in einem Rechtsstaat, keinem Polizeistaat. Spießer wie Du können - gerade in Großstädten nicht darauf hoffen, dass ihre autoritären Gesellschaftsvorstellungen vom Staat umgesetzt werden.
Die Maklerin im Artikel weiß das offensichtlich. Vielleicht kannst Du Dir ja auch Deine (Polizei)gewalt Fantasien abgewöhnen...
14.08.2010 02:25 Uhr
von Volker Z.:
Bei werden die Mieten auch immer teurer, weil mein Szeneviertel immer mehr gutverdienende Menschen aus der BIONADE-BOURGEOISIE anzieht.
Diese neoliberalen Neoökos kotzen mich an. Früher wollten alle aufs Land, jetzt kommen alle in die Stadt und machen die Mieten kaputt!
aber wie heißt es so schön: links reden und rechts leben!
14.08.2010 01:11 Uhr
von Marktwirtschaft:
... scheinen die meisten Kommentatoren hier noch nichts gehört zu haben. Oder sind der Meinung, etwas besseres anzubieten zu haben (20 Jahre nach Scheitern des Sozialismus im Osten).
Marktwirtschaft ist nicht nur erfolgreich, sie ist auch simpel. Ein Kernstück besteht darin, dass jeder frei darin ist, Angebote zu machen. Jeder ist Marktteilnehmer, der im Wettbewerb mit anderen Marktteilnehmern steht. Wer gute Angebote macht, wird erfolgreich damit sein. Als Unternehmer, als Angestellter, als Vermieter einer Wohnung wie auch als potentieller Mieter.
Nicht erfolgreiche Marktteilnehmer (Versager) tendieren manchmal dazu, die Schuld für ihr Versagen anderen zuzuschieben, und die Marktregeln gegen andere, für sie (kurzfristig) vorteilhaftere Regeln ersetzen zu wollen. Da wird dann z.B. der Besitz einer Eigentumswohnung (durch andere) als "untolerierbarer funktionsloser Reichtum" gebranntmarkt, oder aber gleich die ganze Stadt für sich reklamiert ("Wem gehört die Stadt?"), wo man doch nicht mal in der Lage ist, hier eine Wohnung zu Marktpreisen anzumieten geschweige denn zu kaufen. Man hat ja schließlich ein selbstkonstruiertes "Recht auf Wohnen/Arbeit/Zukunft/Hoffnung", das man sich aber nicht selbst erarbeiten muss, sondern das einem der "Staat" schuldet.
Liebe "Aktivisten": wenn euch der Preis der angebotenen Wohnung zu hoch erscheint, dann sagt einfach "Nein". Das gehört auch zur Freiheit der Marktwirtschaft: es sind immer nur Angebote, man kann sie auch ablehnen.
13.08.2010 23:52 Uhr
von Erdalrexx:
In Paris wären 50 qm für 700 Euro kalt ein echtes Schnäppchen.
13.08.2010 23:20 Uhr
von Paula:
Eine wunderbare Seite zu dem Thema: www.esregnetkaviar.de Wehrt Euch gegen Gentrifizierung!
13.08.2010 22:43 Uhr
von Miethai:
Es gibt in Hamburg und Berlin genügend billigen Wohnraum. Sei es in Harburg oder in Marzahn. Es gibt aber kein Anrecht in angesagten Vierteln zu wohnen. Nicht jeder der will kann im Schanzenviertel oder Prenzlauer Berg wohnen. Das ist weder finanziell noch praktisch möglich.
13.08.2010 19:43 Uhr
von Jürgen Beck-Bazlen:
Ich kann verstehen, dass die genannte Miete sehr hoch erscheint und vermutlich auch in diesem FAll überhöht ist. Ich denke aber, dass das hohe Mietniveau ganz verschieden Ursachen hat und eine wirtschaftliche Vermietung von Wohnungen nur sehr schwierig möglich ist. Begründung: Hohe Kosten für den Kauf der Wohnung und notwendige Absicherung der Risiken für Mietausfall wegen der rechtlich über abgesicherten Mieter (bewusst hier provokant formuliert!) Erklärung: Ich als Vermieter einer Wohnung, der seine Kredite bedienen musste hatte vor einigen Jahren einen Mieter der keine Miete mehr bezahlte. Ich habe etwa 6 bis 7000 Euro selber drauf gelegt in dieser Zeit. Hätte ich die laufenden Kosten für die Wohnung nicht durch mein Einkommen tragen können, dann wäre die Wohnung (ein Teil meiner Altersvorsorge!) vermutlich von meiner Bank versteigert geworden bevor ich die Wohnung leer hatte und nach einer teuren Renovierung wieder vermieten konnte.
.
13.08.2010 19:37 Uhr
von Kalifornier:
"Recht auf Wohnung" fuer den einen bedeutet im Gegenzug fuer jemanden anders eine "Pflicht die Wohnung zu bezahlen". Gentrifizierung bedeutet nicht, dass alle Mieten steigen sondern, dass ein Stadtteil teurer wird. Warum soll ich fuer jemanden zahlen, der durchaus eine bezahlbare Wohnung finden kann - aber gern im teueren Viertel wohnen will - ohne es sich leisten zu koennen? Es gibt ja auch kein Recht auf Mercedes fuer Leute, die sich nur einen Golf leisten koennen.
13.08.2010 18:49 Uhr
von klaus :
billige staatlich festgesetzte Mieten gabs in der DDR. Der Staat war 1989 wirtschaftlich am Ende und die Wohnungen sahen auch entsprechend aus. Das ganze Brimborium geht doch letztlich darum, daß brotlose Sozialarbeiter, Psychologen und gute Menschen keine Lust haben Miete zu zahlen und dafür ein "anspruchsvolles" Fremdwort: "Gendrifizierung" erfunden haben.
13.08.2010 18:38 Uhr
von Exorzist:
Naja. Natürlich sind die Großstadtmieten exorbitant und für viele nicht bezahlbar. Andererseits braucht der Vermieter solche Mieten, um auf seine Kosten zu kommen. Und man muß mit kleinen Einkommen ja nicht in angesagtester Lage wohnen - es gibt in Hamburg auch Billigeres in den Außenbezirken, die in 20-30 Minuten mit der U-Bahn erreichbar sind.
13.08.2010 18:11 Uhr
von tussydelite:
Mann, den Kieler sollte man kielholen...
Ich finde die Aktion auch gut. Kommt doch dadurch die Wohnung in die Presse und lenkt das Augenmerk der Öffentlichkeit auf abzockerische Vermieter. Steineschmeissen wäre natürlich auch noch eine Alternative. Aber das Monopol auf brennende Autos hat wohl Berlin?
13.08.2010 17:38 Uhr
von steffen:
Nicht jeder muß in einem IN-Bezirk wohnen !!! Anspruch darauf kann es von keiner Seite geben. Allein der Preis kann hier lenkend wirken. Sonst sind wir wieder in der DDR wo teilweise vorgeschrieben wurde wer wo wohnen darf. Aber egal Hauptsache "ICH" setzte meinen kindlichen Willen durch und wende zur Not Gewalt an. Ich frag mich was Ausländer davon halten die nach Hamburg ziehen wollen und von deutschen Linken vertrieben werden...bis dann mal durch Zufall ein potenzieller Mieter ein Mensch jüdischen Glaubens ist. "Was für ein drolliges Land wir doch sind".
MfG
13.08.2010 15:50 Uhr
von Tom:
Recht auf Wohnen. Recht auf Arbeit. Recht auf Zukunft. Recht auf Hoffnung.
Das einzige Recht was jeder in Deutschland hat ist das Recht auf Hartz IV und wem das nicht paßt kann auswandern. Eure Volksvertreter
PS: Ab jetzt werden Menschen abgewrackt.
13.08.2010 15:47 Uhr
von K.K.Koriander:
Schöne, längst überfällige Aktion! Schade nur, dass die gewünschte Kommunikation nicht stattfindet. Aber wieder eine höchst unterstützenswerte Aktion des zivilen Ungehorsams...Das läßt hoffen, dass wir vielleicht doch endlich den Punkt erreicht haben, uns langsam aber sicher in unserer vermeintlich "Heilen welt" zur wehr zu setzen. Hoffentlich noch in ganz anderen Bereichen...
Bei den Mieten muss etwas passieren, so viel steht fest! Und die Maklergebühren sind nichts als unverschämt.
Ich wollte mir in Frankfurt vor kurzem ein Zimmer suchen. Da kosten 10 qm 350€ und mehr. Das Bafög-Amt setzt seine Höchst(!)-Grenze für Wohnungskosten auf 180€, so einen Preis findet man heute nicht mal mehr auf Dörfern!
Wenn die Entwicklungsrichtung sich nicht ändert, haben wir bald wieder viele Obdachlose auf den Strassen (was nicht an sich schlimm ist). Aber es wird für die Gentrifizisten ein Schuß ins Knie werden, weil Obdachlose ja nicht in deren Ästhetik passen wollen. Sie schaufeln sich mehr oder weniger ihr eigenes Grab, ganz davon abgesehen, dass Obdachlose auch was zu essen brauchen und irgendwann betteln nicht mehr ausreichen wird: so wird es denn zu Diebstahl kommen und d.h. weitere Absenkung des Wertes ganzer Stadtteile. Sehr klug sind die Gentrifizisten nicht gerade!
Und man bedenke ein warnendes Wort von Hannah Arendt (Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft), demnach es nichts intolerableres gibt als Reichtum ohne (sichtbare) Funktion ("einfach weil niemand weiß, warum es toleriert werden sollte"). Ich meine damit, dass die meisten Vermieter/Verwalter sich auch grundsätzlich dagegen sträuben, adäquate Gegenleistunge zu bringen für die hohen Kosten, die man entrichtet. Damit verliert Reichtum zusehends an (öffentlich/privat) sichtbarer Funktion und man sollte sich hier genau überlegen, ob man denn in SO eine Richtung wandern will. Das wird am Ende mehr kosten, als es vorher eingespielt hat, das ist gewiß. Von den Schandtaten brauchen wir gar nicht reden, die kann man sich vorstellen.
Wenn man die Hälfte seines Einkommens für Miete zahlen muss und dann noch pappige und arrogante Vermieter/Verwalter vor sich hat, wird das dementsprechend auch den Mietnomadismus befördern und das wird eine logische Folge sein, die nur die Dummen nicht verstehen werden und als amoralisch bezeichnen werden (von denen es ohne Zweifel jetzt schon zu Hauf gibt.)
Eine solche Protestaktion ist damit nur ein erster Schritt, man muss neue Formen des Zusammenlebens erfinden, nicht nur des Zusammenprotestierens. Aber ein erster Schritt ist ein erster Schritt! Und wieder mal die Franzosen :)
13.08.2010 15:10 Uhr
von Sascha Z.:
Dumme Aktion!
Anstatt sich mal an Eigentümer oder Verwaltung zu wenden ...
Das die Wohnungssuche nicht einfach ist, kenne ich selber. Aber die Party kommt doch eindeutig am falschen Ende an.
13.08.2010 14:58 Uhr
von drusus:
Ist halt immer die Frage was die Spassaktionen bringen sollen - die Maklerin wäre über zerkratztes Laminat wahrscheinlich eher zu erreichen gewesen.
13.08.2010 14:57 Uhr
von KoksGräfin:
eine super aktion!!! macht weiter so!!! ich bin zwei strassenzüge weiter nördlich aufgewachsen, die langenfelder str. liegt genau auf der schnittstelle eimsbüttel/altona. das war mal ein reines arbeiterviertel, inzwischen können sich nur noch richtig gut betuchte dort das wohnen leisten. wirklich z. k.! ich bin froh, dass ich in berlin eine ganz schnucklige wohnung für einen vernünftigen preis in knuffiger lage gefunden habe - sie ist mein tauschpfand falls ich mal nach hamburg zurückziehen will. p.s. die sontaz hol ich mir ...
13.08.2010 14:39 Uhr
von Banjo Hansen:
Alles in allem eine wirkungsvolle, unaufwändige Aktion, die die Maklerin sicher nachdenklich gemacht hat.
13.08.2010 14:27 Uhr
von der Kieler:
mögliche Massnahme der Makler : Die "Aktivisten" erfüllen den Straftatbestand des Hausfriedensbruchs und können vorläufig festgenommen werden. Bei Gegenwehr ist dieses Widerstand gegen die Staatsgewalt. Mal sehen, ob ein "Aktivist" nach Verurteilung ein 2. Mal so etwas durchzieht...
Leserkommentare
16.08.2010 09:21 Uhr
von Volker Vonssen:
Eine super Aktion, die absolut meine Zustimmung bekommt. Den Menschen und auch kleinen Gewerbetreibenden in diesem Land könnte es wesentlich besser gehen, wenn nicht die Miethaie monatlich die Hand aufhielten. Ein Mehrparteienmiethaus/ Wohnung ist nach ca. 20 Jahren abbezahlt, warum sollte damit Jahrhunderte Kohle gemacht werden (klar, es muss erhalten werden, aber darum geht es hier nicht)? Ich fordere die Flatrate pro Quadratmeter!
15.08.2010 02:53 Uhr
von Hans :
Die Kosten zum Bau und Erhalt einer Wohnung werden
in Deutschland in der Miete nicht gedeckt.
Deshalb wird nur noch wenig in den Mietswohnungsbau
von privater Seite investiert. Das führt zu einer
Verknappung von Wohnungen.
Dies gilt nicht für die Städte in den Neuen Bundes-
ländern.Dort gibt es Leerstände wegen Abwanderung.
Hinzu kommt unser ökologisches Planungsrecht.
Eine ökologische Bodenpolitik führt zu maßlosen Grund-
stückspreisen. Es wird kein Bauland mehr ausgewiesen.
Heizung und Stromversorgung führen inzwischen zu
einer "zweiten Miete". Die Preise für die Energie-
Versorgung sind in den letzten zehn Jahren pro
Familie im Jahr um rund 2000 Euro gestiegen. Viel,viel
stärker als Mieten.
Das trifft alle in allen Stadtteilen.
Warum frage ich, kämpft niemand für bezahlbare
Energiekosten?
Rotgrüne Energiepolitik führt zu weiter stark
steigenden Energiepreisen. Auflagen für den Wohnungsbau werden weitere Preissteigerungen
bringen. Ein privater Vermieter wird in diesen
verkorksten Markt nicht mehr investieren.
Es wird nur noch öffentlichen Wohnungsbau geben
den wir über Steuererhöhungen bezahlen.
Der ökologische Umbau unserer Gesellschaft frißt
ihre Kinder.
14.08.2010 14:02 Uhr
von derherold:
Ich finde, man sollte es in das Grundgesetz aufnehmen: Söhne von Professoren und Töchter von Apothekerehepaaren haben einen Anspruch darauf, eine Wohnung in angesagten Wohnvierteln zu geringem Mietpreis zu bekommen ! Das ist Menschenrecht und sozial geboten !
Statt sich über Mieten in Frankfurt(s besseren Wohngegenden) zu beklagen, könnte man z.B. in Duisburg studieren. In "Wunder-Marxloh" gibt es Wohnungen für 4,50 Euro/qm Nettokaltmiete.
Mieten war noch nie so günstig wie heute, die Belastung liegt idR bei 20-25% des Nettoeinkommens. Wer sich allerdings für einen Elite-Menschen hält, der nur in Elite-Gegenden wohnen, studieren und arbeiten kann, wird allerdings auch Elite-Preise zahlen müssen. Das dürfte man auch einem Kleinkind nahebringen können.
Das hier das unsoziale Verhalten verwöhnter Wohlstandskinder als "sozialer Protest" bezeichnet wird, deutet auf einen gewissen Realitätsverlust.
14.08.2010 13:49 Uhr
von LeChuck:
Fraglich, ob solchen Aktionen die Verschnöselung von Wohnvierteln aufhält.
14.08.2010 04:25 Uhr
von Sebastian:
Kieler - viel Glück dabei
1. Die Polizei so schnell zur Wohnung zu kriegen - 15min für einen Einsatz bei dem weder Personen noch Sachschaden droht?
2. Den Straftatbestand zu erfüllen: Die Leute gehen zu einer öffentlichen Wohnungsbesichtigung - als Minimum muss die Maklerin erstmal ein Hausverbot aussprechen.
3. Gericht und Staatsanwaltschaft davon zu überzeugen, dass eine Strafverfolgung von friedlichen Leuten wie diesen im öffentlichen Interesse ist.
Ich sehe da eher schlechte Chancen. Wir leben in einem Rechtsstaat, keinem Polizeistaat. Spießer wie Du können - gerade in Großstädten nicht darauf hoffen, dass ihre autoritären Gesellschaftsvorstellungen vom Staat umgesetzt werden.
Die Maklerin im Artikel weiß das offensichtlich. Vielleicht kannst Du Dir ja auch Deine (Polizei)gewalt Fantasien abgewöhnen...
14.08.2010 02:25 Uhr
von Volker Z.:
Bei werden die Mieten auch immer teurer, weil mein Szeneviertel immer mehr gutverdienende Menschen aus der BIONADE-BOURGEOISIE anzieht.
Diese neoliberalen Neoökos kotzen mich an. Früher wollten alle aufs Land, jetzt kommen alle in die Stadt und machen die Mieten kaputt!
aber wie heißt es so schön: links reden und rechts leben!
14.08.2010 01:11 Uhr
von Marktwirtschaft:
... scheinen die meisten Kommentatoren hier noch nichts gehört zu haben. Oder sind der Meinung, etwas besseres anzubieten zu haben (20 Jahre nach Scheitern des Sozialismus im Osten).
Marktwirtschaft ist nicht nur erfolgreich, sie ist auch simpel. Ein Kernstück besteht darin, dass jeder frei darin ist, Angebote zu machen. Jeder ist Marktteilnehmer, der im Wettbewerb mit anderen Marktteilnehmern steht. Wer gute Angebote macht, wird erfolgreich damit sein. Als Unternehmer, als Angestellter, als Vermieter einer Wohnung wie auch als potentieller Mieter.
Nicht erfolgreiche Marktteilnehmer (Versager) tendieren manchmal dazu, die Schuld für ihr Versagen anderen zuzuschieben, und die Marktregeln gegen andere, für sie (kurzfristig) vorteilhaftere Regeln ersetzen zu wollen. Da wird dann z.B. der Besitz einer Eigentumswohnung (durch andere) als "untolerierbarer funktionsloser Reichtum" gebranntmarkt, oder aber gleich die ganze Stadt für sich reklamiert ("Wem gehört die Stadt?"), wo man doch nicht mal in der Lage ist, hier eine Wohnung zu Marktpreisen anzumieten geschweige denn zu kaufen. Man hat ja schließlich ein selbstkonstruiertes "Recht auf Wohnen/Arbeit/Zukunft/Hoffnung", das man sich aber nicht selbst erarbeiten muss, sondern das einem der "Staat" schuldet.
Liebe "Aktivisten": wenn euch der Preis der angebotenen Wohnung zu hoch erscheint, dann sagt einfach "Nein". Das gehört auch zur Freiheit der Marktwirtschaft: es sind immer nur Angebote, man kann sie auch ablehnen.
13.08.2010 23:52 Uhr
von Erdalrexx:
In Paris wären 50 qm für 700 Euro kalt ein echtes Schnäppchen.
13.08.2010 23:20 Uhr
von Paula:
Eine wunderbare Seite zu dem Thema: www.esregnetkaviar.de
Wehrt Euch gegen Gentrifizierung!
13.08.2010 22:43 Uhr
von Miethai:
Es gibt in Hamburg und Berlin genügend billigen Wohnraum. Sei es in Harburg oder in Marzahn. Es gibt aber kein Anrecht in angesagten Vierteln zu wohnen. Nicht jeder der will kann im Schanzenviertel oder Prenzlauer Berg wohnen. Das ist weder finanziell noch praktisch möglich.
13.08.2010 19:43 Uhr
von Jürgen Beck-Bazlen:
Ich kann verstehen, dass die genannte Miete sehr hoch erscheint und vermutlich auch in diesem FAll überhöht ist. Ich denke aber, dass das hohe Mietniveau ganz verschieden Ursachen hat und eine wirtschaftliche Vermietung von Wohnungen nur sehr schwierig möglich ist.
Begründung: Hohe Kosten für den Kauf der Wohnung und notwendige Absicherung der Risiken für Mietausfall wegen der rechtlich über abgesicherten Mieter (bewusst hier provokant formuliert!) Erklärung: Ich als Vermieter einer Wohnung, der seine Kredite bedienen musste hatte vor einigen Jahren einen Mieter der keine Miete mehr bezahlte. Ich habe etwa 6 bis 7000 Euro selber drauf gelegt in dieser Zeit. Hätte ich die laufenden Kosten für die Wohnung nicht durch mein Einkommen tragen können, dann wäre die Wohnung (ein Teil meiner Altersvorsorge!) vermutlich von meiner Bank versteigert geworden bevor ich die Wohnung leer hatte und nach einer teuren Renovierung wieder vermieten konnte.
.
13.08.2010 19:37 Uhr
von Kalifornier:
"Recht auf Wohnung" fuer den einen bedeutet im Gegenzug fuer jemanden anders eine "Pflicht die Wohnung zu bezahlen".
Gentrifizierung bedeutet nicht, dass alle Mieten steigen sondern, dass ein Stadtteil teurer wird. Warum soll ich fuer jemanden zahlen, der durchaus eine bezahlbare Wohnung finden kann - aber gern im teueren Viertel wohnen will - ohne es sich leisten zu koennen? Es gibt ja auch kein Recht auf Mercedes fuer Leute, die sich nur einen Golf leisten koennen.
13.08.2010 18:49 Uhr
von klaus :
billige staatlich festgesetzte Mieten gabs in der DDR. Der Staat war 1989 wirtschaftlich am Ende und die Wohnungen sahen auch entsprechend aus. Das ganze Brimborium geht doch letztlich darum, daß brotlose Sozialarbeiter, Psychologen und gute Menschen keine Lust haben Miete zu zahlen und dafür ein "anspruchsvolles" Fremdwort: "Gendrifizierung" erfunden haben.
13.08.2010 18:38 Uhr
von Exorzist:
Naja. Natürlich sind die Großstadtmieten exorbitant und für viele nicht bezahlbar. Andererseits braucht der Vermieter solche Mieten, um auf seine Kosten zu kommen. Und man muß mit kleinen Einkommen ja nicht in angesagtester Lage wohnen - es gibt in Hamburg auch Billigeres in den Außenbezirken, die in 20-30 Minuten mit der U-Bahn erreichbar sind.
13.08.2010 18:11 Uhr
von tussydelite:
Mann, den Kieler sollte man kielholen...
Ich finde die Aktion auch gut. Kommt doch dadurch die Wohnung in die Presse und lenkt das Augenmerk der Öffentlichkeit auf abzockerische Vermieter. Steineschmeissen wäre natürlich auch noch eine Alternative. Aber das Monopol auf brennende Autos hat wohl Berlin?
13.08.2010 17:38 Uhr
von steffen:
Nicht jeder muß in einem IN-Bezirk wohnen !!!
Anspruch darauf kann es von keiner Seite geben. Allein der Preis kann hier lenkend wirken.
Sonst sind wir wieder in der DDR wo teilweise vorgeschrieben wurde wer wo wohnen darf.
Aber egal Hauptsache "ICH" setzte meinen kindlichen Willen durch und wende zur Not Gewalt an.
Ich frag mich was Ausländer davon halten die nach Hamburg ziehen wollen und von deutschen Linken vertrieben werden...bis dann mal durch Zufall ein potenzieller Mieter ein Mensch jüdischen Glaubens ist.
"Was für ein drolliges Land wir doch sind".
MfG
13.08.2010 15:50 Uhr
von Tom:
Recht auf Wohnen.
Recht auf Arbeit.
Recht auf Zukunft.
Recht auf Hoffnung.
Das einzige Recht was jeder in Deutschland hat ist das Recht auf Hartz IV und wem das nicht paßt kann auswandern. Eure Volksvertreter
PS: Ab jetzt werden Menschen abgewrackt.
13.08.2010 15:47 Uhr
von K.K.Koriander:
Schöne, längst überfällige Aktion!
Schade nur, dass die gewünschte Kommunikation nicht stattfindet. Aber wieder eine höchst unterstützenswerte Aktion des zivilen Ungehorsams...Das läßt hoffen, dass wir vielleicht doch endlich den Punkt erreicht haben, uns langsam aber sicher in unserer vermeintlich "Heilen welt" zur wehr zu setzen. Hoffentlich noch in ganz anderen Bereichen...
Hier noch was anderes zum Thema:
http://dieuraltemorla.wordpress.com/2009/08/15/hamburger-wohnungswahnsinn-und-grose-schwestern/
13.08.2010 15:26 Uhr
von Unaussprechbar:
Bei den Mieten muss etwas passieren, so viel steht fest! Und die Maklergebühren sind nichts als unverschämt.
Ich wollte mir in Frankfurt vor kurzem ein Zimmer suchen. Da kosten 10 qm 350€ und mehr. Das Bafög-Amt setzt seine Höchst(!)-Grenze für Wohnungskosten auf 180€, so einen Preis findet man heute nicht mal mehr auf Dörfern!
Wenn die Entwicklungsrichtung sich nicht ändert, haben wir bald wieder viele Obdachlose auf den Strassen (was nicht an sich schlimm ist). Aber es wird für die Gentrifizisten ein Schuß ins Knie werden, weil Obdachlose ja nicht in deren Ästhetik passen wollen. Sie schaufeln sich mehr oder weniger ihr eigenes Grab, ganz davon abgesehen, dass Obdachlose auch was zu essen brauchen und irgendwann betteln nicht mehr ausreichen wird: so wird es denn zu Diebstahl kommen und d.h. weitere Absenkung des Wertes ganzer Stadtteile. Sehr klug sind die Gentrifizisten nicht gerade!
Und man bedenke ein warnendes Wort von Hannah Arendt (Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft), demnach es nichts intolerableres gibt als Reichtum ohne (sichtbare) Funktion ("einfach weil niemand weiß, warum es toleriert werden sollte"). Ich meine damit, dass die meisten Vermieter/Verwalter sich auch grundsätzlich dagegen sträuben, adäquate Gegenleistunge zu bringen für die hohen Kosten, die man entrichtet. Damit verliert Reichtum zusehends an (öffentlich/privat) sichtbarer Funktion und man sollte sich hier genau überlegen, ob man denn in SO eine Richtung wandern will. Das wird am Ende mehr kosten, als es vorher eingespielt hat, das ist gewiß. Von den Schandtaten brauchen wir gar nicht reden, die kann man sich vorstellen.
Wenn man die Hälfte seines Einkommens für Miete zahlen muss und dann noch pappige und arrogante Vermieter/Verwalter vor sich hat, wird das dementsprechend auch den Mietnomadismus befördern und das wird eine logische Folge sein, die nur die Dummen nicht verstehen werden und als amoralisch bezeichnen werden (von denen es ohne Zweifel jetzt schon zu Hauf gibt.)
Eine solche Protestaktion ist damit nur ein erster Schritt, man muss neue Formen des Zusammenlebens erfinden, nicht nur des Zusammenprotestierens. Aber ein erster Schritt ist ein erster Schritt! Und wieder mal die Franzosen :)
13.08.2010 15:10 Uhr
von Sascha Z.:
Dumme Aktion!
Anstatt sich mal an Eigentümer oder Verwaltung zu wenden ...
Das die Wohnungssuche nicht einfach ist, kenne ich selber. Aber die Party kommt doch eindeutig am falschen Ende an.
13.08.2010 14:58 Uhr
von drusus:
Ist halt immer die Frage was die Spassaktionen bringen sollen - die Maklerin wäre über zerkratztes Laminat wahrscheinlich eher zu erreichen gewesen.
13.08.2010 14:57 Uhr
von KoksGräfin:
eine super aktion!!! macht weiter so!!!
ich bin zwei strassenzüge weiter nördlich aufgewachsen, die langenfelder str. liegt genau auf der schnittstelle eimsbüttel/altona. das war mal ein reines arbeiterviertel, inzwischen können sich nur noch richtig gut betuchte dort das wohnen leisten. wirklich z. k.! ich bin froh, dass ich in berlin eine ganz schnucklige wohnung für einen vernünftigen preis in knuffiger lage gefunden habe - sie ist mein tauschpfand falls ich mal nach hamburg zurückziehen will.
p.s. die sontaz hol ich mir ...
13.08.2010 14:39 Uhr
von Banjo Hansen:
Alles in allem eine wirkungsvolle, unaufwändige Aktion, die die Maklerin sicher nachdenklich gemacht hat.
13.08.2010 14:27 Uhr
von der Kieler:
mögliche Massnahme der Makler : Die "Aktivisten" erfüllen den Straftatbestand des Hausfriedensbruchs und können vorläufig festgenommen werden. Bei Gegenwehr ist dieses Widerstand gegen die Staatsgewalt.
Mal sehen, ob ein "Aktivist" nach Verurteilung ein 2. Mal so etwas durchzieht...