Fußball-Bundesliga Sonntagsspiele

Bayern zum 25. Mal deutscher Meister

Nach dem 1:0-Sieg von Borussia Mönchengladbach gegen den VfL Wolfsburg steht der vorzeitige Titelgewinn des Rekordchampions FC Bayern München fest.

Der Mönchengladbacher Granit Xhaka (r.), der Ball (M.) und der Wolfsburger Nicklas Bendtner. Bild: dpa

MÖNCHENGLADBACH/PADERBORN dpa | Borussia Mönchengladbach hat dem FC Bayern München vorzeitig die 25. deutsche Fußball-Meisterschaft beschert. Die Elf von Trainer Lucien Favre kam am Sonntag durch ein Last-Minute-Tor von Max Kruse zu einem 1:0 (0:0) gegen den Tabellenzweiten VfL Wolfsburg, womit sich der Rückstand der Niedersachsen zum Spitzenreiter vier Spieltage vor Schluss auf uneinholbare 15 Punkte vergrößerte. Gladbach hat unterdessen mit dem achten Heimsieg in Serie Bayer Leverkusen im Rennen um den dritten Königsklassen-Platz wieder überholt. Die Borussia hat nun 57 Zähler auf der Habenseite, Leverkusen 55.

Vor 52 147 Zuschauern im Borussia-Park entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, in dem die Wolfsburger aus einer kontrollierten Defensive das so gefürchtete Gladbacher Umschaltspiel weitgehend geschickt unterbanden. Nur selten kam Spielfluss auf, die ganz großen Strafraumszenen blieben auf beiden Seiten aus. Umso überraschender, dass Kruse kurz vor Schluss doch noch zum Siegtreffer aus kurzer Entfernung kam.

Im ersten Durchgang wurde es für Wolfsburg nur einmal richtig gefährlich, was allerdings aus einem Ausrutscher von Torhüter Diego Benaglio resultierte. Patrick Herrmann kam bei der unerwarteten Gelegenheit aber einen Tick zu spät (21.). Ansonsten musste der Schweizer allenfalls bei einem harmlosen Distanzschuss seines Landsmanns Granit Xhaka (11.) und einem Aufsetzer von Fabian Johnson (12.) aufpassen.

Auf der Gegenseite blieb die zweitbeste Offensive der Liga in den ersten 45 Minuten weitgehend harmlos, mal abgesehen von einem Distanzschuss von Ricardo Rodriguez (45.). Den Gästen war die hohe Belastung mit den vielen Spielen in drei Wettbewerben anzumerken. Schließlich geht es für den VfL am Mittwoch im DFB-Pokal-Halbfinale bei Gladbach-Bezwinger Arminia Bielefeld weiter.

In der zweiten Halbzeit erhöhte die Borussia das Tempo und kam gleich zu zwei guten Torchancen. Erst prüfte Herrmann den Wolfsburger Schlussmann aus halbrechter Position (50.), dann setzte Oscar Wendt nach feinem Zusammenspiel mit Johnson einen Schuss knapp über das Tor (52.). Danach war es Kruse, der mit einem 20-Meter-Schuss (62.) und wenig später aus kurzer Entfernung (76.) das Ziel verfehlte.

Und Wolfsburg? Drei Tage nach dem Europa-League-Aus beim SSC Neapel verwalteten die Gäste das Ergebnis. Dabei war der belgische Jungstar Kevin De Bruyne nach ausgestandener Verletzung zurück ins Team gekehrt, die ganz großen Impulse gingen von ihm aber nicht aus. Auch Weltmeister André Schürrle war wieder fit, musste aber genauso wie der in den letzten Wochen glücklose Torjäger Bas Dost zunächst auf der Ersatzbank Platz nehmen.

Trainer Dieter Hecking verzichtete in der zweiten Halbzeit auch darauf, seine Offensive weiter zu stärken und wollte in erster Linie den Punkt und damit den zweiten Platz hinter Meister Bayern sichern. Das rächte sich, als Kruse zuschlug.

Paderborn verspielt 2:0-Führung

Der SC Paderborn wehrt sich weiter energisch gegen den drohenden Abstieg aus der Fußball-Bundesliga. Gegen Werder Bremen hat der Underdog aus Ostwestfalen aber zwei Punkte verspielt. Nach klarer Führung musste man sich am Sonntag mit einem 2:2 (2:1) begnügen. Immerhin konnte das Team von Trainer André Breitenreiter am 30. Spieltag den erstmaligen Absturz auf den letzten Tabellenplatz vermeiden.

Mario Vrancic (25. Minute) und Rückkehrer Moritz Stoppelkamp (27.) erzielten vor 15.000 Zuschauern in der ausverkauften Benteler-Arena die Tore für Paderborn. Werder kam durch Davie Selke (45.) und den Premierentreffer des kurz zuvor eingewechselten Izet Hajrovic (76.) noch zu einem schmeichelhaften Punktgewinn. Paderborn geht als 17. in den Saisonschlussspurt und muss im kommenden Spiel beim SC Freiburg auf die gesperrten Michael Heinloth (Gelb-Rote Karte/78.) und Vrancic (5. Gelbe Karte) verzichten. Immerhin ist der Rückstand auf Platz 15 bei nur einem Punkt weiterhin knapp. Werder ist mit 39 Zählern Neunter und hält Kontakt zu den Europa-League-Rängen.

Wie skurril die Saison für Paderborn verläuft, verdeutlicht auch eine Statistik: Nur in drei von 14 Spielen 2015 gelang ein Tor – wenn man traf, verlor man aber auch nicht. Die durchaus gute Leistung gegen Werder gerade Mitte der ersten Halbzeit weckte Erinnerungen an den euphorischen Saisonbeginn, als die frechen Aufsteiger die Liga aufmischten. Doch zu einem Sieg reichte es nicht, weil zu viele Chancen vergeben wurden.

Trainer André Breitenreiter bot Stoppelkamp erstmals seit März wieder auf - und das lohnte sich. Der Mittelfeldmann brachte Schwung ins Spiel und prüfte Werder-Schlussmann Koen Casteels mit einer leicht verunglückten Flanke (25.). Nach dem folgenden Eckball drosch Vrancic den Ball sehenswert volley ins Bremer Tor. Beim Jubel hielten die Spieler ein Trikot von Florian Hartherz in die Höhe, der wegen des Todes seines Vaters fehlte. Keine zwei Minuten später war Stoppelkamp per Kopfball zur Stelle. Innerhalb von 91 Sekunden hatten die Ostwestfalen ihre Trefferbilanz 2015 um 50 Prozent erhöht. Süleyman Koc (28.) hätte sogar kurz darauf nach einem schnellen Angriff über rechts erhöhen können.

Werder brauchte einige Minuten, um wieder ins Spiel zu finden. Zlatko Junuzovic (42.) lief alleine auf das Paderborner Tor zu, traf aber SCP-Schlussmann Lukas Kruse direkt im Gesicht. Kurz vor der Pause fiel der Anschlusstreffer doch noch. Selke kam ungehindert aus kurzer Distanz zum Kopfball und ließ sich die Chance nicht nehmen. Die Spannung war zurück in Paderborn.

Rafa Lopez (46.) prüfte Casteels per Kopfball gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit. Paderborn drückte gleich auf den dritten Treffer. Werder hatte zunächst keine Zeit, sich um den Ausgleich zu bemühen, weil man defensiv komplett beschäftigt war. Einzig Franco Di Santo versuchte sich einmal per Seitfallzieher (58.) Glück hatten die Bremer, dass Schiedsrichter Florian Meyer bei einem Schubser von Alejandro Galvez gegen Srjdan Lakic (61.) nicht Elfmeter pfiff. SCP-Kapitän Hünemeier (69.) vergab eine große Chance per Kopfball. Doch dann kam Werder noch zurück. Hajrovic kam für Galvez und traf keine zwei Minuten später per Schuss von der Strafraumgrenze.

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