Er trägt den Namen "Villa Atuel 2008 San Rafael" und war für eine Supermarktkette bestimmt: Zehntausende Flaschen Rotwein mit Antibiotikum wurden in Rheinland-Pfalz sichergestellt.

Merlot mit Medizin: Weintrinker in Rheinland-Pfalz sollten ihr Reservoir überprüfen. Bild: dpa
KOBLENZ ap In Rheinland-Pfalz sind mehr als 100.000 Flaschen Rotwein aus Argentinien mit einem verbotenen Antibiotikum sichergestellt worden. Wie das Landesuntersuchungsamt am Montag in Koblenz mitteilte, wurde die Substanz Natamycin nachgewiesen. Von ihr gehe zwar keine Gesundheitsgefahr aus, in einigen Drittländern sei die Behandlung von Wein mit dem Antibiotikum sogar erlaubt. In Europa ist dies jedoch grundsätzlich verboten. Es darf auch kein mit Natamycin behandelter Wein in die EU eingeführt werden.
Bei dem beanstandeten Wein handelt es sich nach Angaben der Behörde um Ware mit der Bezeichnung "Villa Atuel 2008 San Rafael, Syrah Merlot, Argentina". Auf der Rückseite der Flasche sei die Losnummer "L-WT1377j" aufgedruckt. Natamycin ist eine gegen Pilze und Hefen wirkende Substanz. Sie ist laut Untersuchungsamt in der Lebensmittelherstellung unter der Bezeichnung E 235 als Konservierungsstoff auf der Oberfläche bestimmter Käsesorten und auf getrockneten und gepökelten Würsten zugelassen. Zugleich ist es auch ein Wirkstoff in bestimmten Arzneimitteln.
Der Wein war in Tanks zu einem rheinland-pfälzischen Betrieb gebracht und in Flaschen abgefüllt worden. Knapp 103.000 Flaschen, die für eine große Supermarktkette bestimmt waren, wurden sichergestellt. Bereits ausgelieferte Ware wurde zudem aus dem Verkauf genommen. Nach Hinweisen, dass mit Natamycin belastete Weine möglicherweise nach Rheinland-Pfalz gelangt sind, wurden von der Behörde bisher 17 Weine aus Argentinien, Südafrika, Chile, Australien, USA und Brasilien untersucht. 16 davon waren frei von dem Antibiotikum.
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