Der dritte Teil der "Bis(s)"-Saga ist noch immer keusch. Die Serie "True Blood" dagegen geht mit der Sexualität nicht zimperlich um. Ein Blick auf das Frauenbild im Vampir-Hype.von Nina Scholz
@Riin: Ja, es gibt im Genre auch Bücher, in denen das Verhältnis umgekehrt wird. z.B. in der "Love at Stake"-Serie von Kerrelyn Sparks und auch in der "Black Dagger Brotherhood"-Serie von J.R. Ward.
Generell find ich es überzogen, sich über die doch recht traditionellen Haltungen der Vampir-Charaktere aufzuregen. Wenn man sich mal anschaut, wie alt die meisten Vampire sind bzw. in welcher Zeit sie "verwandelt" wurden, muss man sich darüber nicht wundern. Auch in der reellen Welt hat jemand, der 1905 geboren ist zumeist andere Moralvorstellungen als jemand, der 1968 geboren ist. Vampir-Charaktere, die weniger alt sind, haben auch meist "lockerere" oder "zeitgemäßere" Weltanschauungen.
@Denker: Für jugendgefährdend halte ich diese Romane übrigens genauso wenig wie die ganzen historischen Liebesromane, die in der Vergangenheit den Taschenbuchmarkt geflutet haben. Da waren es halt keine Vampire und Werwölfe sondern Piraten und junge Adlige. Traditionell in ihren Moralvorstellungen sind die Männer in der Mehrzahl der Vertreter beider Genre - und das liegt eben aus nicht geringem Grund an dem Genre selbst.
22.07.2010 00:50 Uhr
von blood:
Das Hauptproblem beider Filmserien ist die unterirdische Schauspielerleistung und schlechte Dramaturgie. Wenigstens gibt es zumindest bei True Blood eine Fülle wunderbarer Parodien, vor allem in der 2. Staffel - etwa auf diese amerikanischen christlichen Sekten, oder auch dieses Actionheld-Getue wird köstlich übertrieben dargestellt. Erstaunlich auch der freizüge Umgang mit Sexualität. Aber in beiden Fällen wirklich grausam diese amerikanische Art, Konflikte zwischen Personen zu inszenieren: Jedesmal denkt man sich, daß nur 2 zusätzliche Sätze reichten um alles zu klären. Stattdessen diese unechten Dialoge, um eine Spannung aufzubauen. Man wünscht denen also bessere Dramaturgen, und vor allem Schauspieler, die nicht nur schön aussehen, sondern mehr können als nur depressiv-bedeutungsschwanger (zB Bill/True Blood) in die Welt zu stieren.
16.07.2010 21:18 Uhr
von Lily:
Ihren Kommentar hier eingeben In der Sookie Stackhouse Reihe zeichnet sich m. E. sehr deutlich ab, dass Bill nicht der Erwählte ist. Das tatsächliche Ende wird den Lesern auch erst frühestens im 11. spätestens im 13. und letzten Teil (2013) offenbart. Ob Alan Ball sich Charlaine Harris Lösung anschließt, bleibt abzuwarten, jedoch ist Bill nur einer der möglichen Kandidaten, neben weiteren Love Interests, u. a. auch Nicht-Vampire.
16.07.2010 17:29 Uhr
von sue:
ich fand die "vampirella"-comics toll - im alter von ungefähr 8 -11 jahren.
16.07.2010 11:11 Uhr
von Azrasha:
Die Protagonistinnen entscheiden sich nicht immer für die beengendere der beiden Beziehungen. V.a. bei der Geschichte um Sookie Stackhouse ist diese Schlussfolgerung einfach zu kurz und viel zu früh gezogen. Schließlich stellt die (zugrunde liegende Buch-)Serie die Entwicklung Sookies über einen längeren Zeitraum hinweg dar. Die filmische Umsetzung ist da grad noch nicht mal auf halber Strecke angekommen.
15.07.2010 21:34 Uhr
von Susi:
Ich weiß jetzt nicht wie stark sich die Serie 'True Blood' von der Buchvolage der Sookie Stackhouse-Reihe unterscheidet, aber die Sookie in den Büchern ist bei weitem keine Frau die ständig gerettet werden muss. Im Gegenteil, die ganze Geschichte beginnt ja damit, dass sie sich mit einer schweren Kette bewaffnet und Bill vor zwei Dialern rettet, die Vampire ausbluten lassen um deren Blut zu verkaufen. Auch im weiteren verlauf der Geschichte weiß sie sich meist zu verteidigen und kann sowohl einstecken als auch austeilen. Dabei ist sie aber auch keine Überfrau, die über allem steht, sondern kann auch schon mal in Tränen ausbrechen wenn es zu viel wird. Klar, ab und zu muss auch sie gerettet werden. Aber ganz sicher nicht so wie Louise Lane, die jede zweite Minute von Superman gerettet werden muss. Auch das "Ich gehöre Bill" ist in den Büchern nicht so wie im Artikel dargestellt. In den Büchern ist eher Bill derjenige der Besitzansprüche stellt. Ja, sie verliebt sich in ihn, aber sie lässt dieses Besitzansprüche insofern zu, dass sie es auch als Schutz gegen die anderen Vampire sieht, ärgert sich aber auch schon über die Bevormundung. Also eher eine taktische Entscheidung als ein devotes Zugehörigkeitsgefühl.
15.07.2010 21:28 Uhr
von Riin:
Der elementarste Punkt ist doch, dass die Hauptfiguren in allen Fällen ein männlicher Vampir und eine weibliche Sterbliche sind. Der Mann ist also immer das mächtigere Wesen, das die Frau sowohl bedrohen als auch beschützen kann - eine mythologische Verarbeitung der Geschlechterbilder, die in unserer Gesellschaft sowieso schon vorherrschen. Diese Dynamik umzudrehen, das wäre vielleicht was Neues (ich kenn mich in dem Genre aber nicht so gut aus, dass ich sagen könnte, ob das schonmal gemacht worden ist), True Blood macht das ja in Ansätzen (*spoiler* aber wer Staffel 2 gesehen hat, weiß ja wie das endet: Die Vampirin bleibt betrogen und verletzt zurück).
True Blood ist so in der Mitte, was Geschlechterbilder angeht, nicht so feministisch wie Buffy, nicht so reaktionär wie Twilight (zu Vampire Diaries kann ich nichts sagen, ich hab nach 10 Minuten angeekelt abgestellt). Buffy ist aber auch kein Musterbeispiel, was die konservativen Vampirmänner angeht. Bill und Eric sind praktisch genau wie Angel und Spike, und Buffy entscheidet sich auch für Angel.
15.07.2010 16:54 Uhr
von Denker:
Die Wahl des konservativen Frauenbildes für die Hauptdarstellerin beinhaltet tatsächlich eine Art von Befreiung. In diesem fest definierten Weltbild wird einem eine tägliche Neudefinition und eine kritische Reflexion der Beziehung nicht aufgebürdet. Nachdenken ist also nicht erwünscht. Solche Werke sind für mich jugendgefährdend...
15.07.2010 15:55 Uhr
von linsenspaeller:
Die Antwort auf Grönemeyer und ein halbes Jahrhundert Feminismus: Ein richtiger Kerl muß in der Nacht zum Werwolf mutieren oder wenigstens Blut saugen. Das wußten wir doch schon immer. Das war irgendwie verschüttet. Das ist nicht die fünfte Neorenaissance vom Schlaf der Vernunft und erinnert auch nur vermeintlich an Shakespeare. Das ist echtes Idolkino zum Nachleben. Und das Geld spielt auch keine Rolle. Bloß die Helden sind für meinen Geschmack etwas jung. Wir wollten keine Tranquiliser mehr. Das holt uns in die zivilisierte Welt zurück. Danke Hollywood!
Schau in den Spiegel. Meine Eckzähne sind immer noch scharf. Zum Glück!
15.07.2010 15:10 Uhr
von tazleser:
Man kann sich auch wirklich über jeden Blödsinn aufregen...
15.07.2010 14:31 Uhr
von eigenvalue:
Interessant, dass das Frauenbild in den vermeintlich "liberalen" Vampirserien auch von Passivität beherrscht ist - wusste ich bisher nicht.
Abgesehen davon müsste jemand eigentlich mal Punkt für Punkt aufzeigen _wie_ reaktionär das Frauenbild in Twilight aka Bis(s)(?) eigentlich ist. Wenn man nämlich da mal genauer hinschaut, kommt man aus dem Staunen gar nicht mehr hinaus.
15.07.2010 14:12 Uhr
von van Helsing:
... Groschenromane für pubertierende teenager und gelangweilte hausfrauen .. die sich in ihrer a-sexuellen desorietierten umgebung wiedererkennen ...
... lasst uns der morbiden vampirbrut einen pfahl durch herz schlagen und das gezücht in ihren särgen verotten
Abraham van Helsing
15.07.2010 13:02 Uhr
von Janin:
Ich glaub 99% der Twilight Fans werden von Mama 4 Stunden bevor TruBlood im TV läuft ins Bett gebracht.
Leserkommentare
23.07.2010 11:22 Uhr
von Azrasha:
@Riin:
Ja, es gibt im Genre auch Bücher, in denen das Verhältnis umgekehrt wird. z.B. in der "Love at Stake"-Serie von Kerrelyn Sparks und auch in der "Black Dagger Brotherhood"-Serie von J.R. Ward.
Generell find ich es überzogen, sich über die doch recht traditionellen Haltungen der Vampir-Charaktere aufzuregen. Wenn man sich mal anschaut, wie alt die meisten Vampire sind bzw. in welcher Zeit sie "verwandelt" wurden, muss man sich darüber nicht wundern. Auch in der reellen Welt hat jemand, der 1905 geboren ist zumeist andere Moralvorstellungen als jemand, der 1968 geboren ist. Vampir-Charaktere, die weniger alt sind, haben auch meist "lockerere" oder "zeitgemäßere" Weltanschauungen.
@Denker: Für jugendgefährdend halte ich diese Romane übrigens genauso wenig wie die ganzen historischen Liebesromane, die in der Vergangenheit den Taschenbuchmarkt geflutet haben. Da waren es halt keine Vampire und Werwölfe sondern Piraten und junge Adlige. Traditionell in ihren Moralvorstellungen sind die Männer in der Mehrzahl der Vertreter beider Genre - und das liegt eben aus nicht geringem Grund an dem Genre selbst.
22.07.2010 00:50 Uhr
von blood:
Das Hauptproblem beider Filmserien ist die unterirdische Schauspielerleistung und schlechte Dramaturgie.
Wenigstens gibt es zumindest bei True Blood eine Fülle wunderbarer Parodien, vor allem in der 2. Staffel - etwa auf diese amerikanischen christlichen Sekten, oder auch dieses Actionheld-Getue wird köstlich übertrieben dargestellt. Erstaunlich auch der freizüge Umgang mit Sexualität.
Aber in beiden Fällen wirklich grausam diese amerikanische Art, Konflikte zwischen Personen zu inszenieren: Jedesmal denkt man sich, daß nur 2 zusätzliche Sätze reichten um alles zu klären. Stattdessen diese unechten Dialoge, um eine Spannung aufzubauen. Man wünscht denen also bessere Dramaturgen, und vor allem Schauspieler, die nicht nur schön aussehen, sondern mehr können als nur depressiv-bedeutungsschwanger (zB Bill/True Blood) in die Welt zu stieren.
16.07.2010 21:18 Uhr
von Lily:
Ihren Kommentar hier eingeben In der Sookie Stackhouse Reihe zeichnet sich m. E. sehr deutlich ab, dass Bill nicht der Erwählte ist. Das tatsächliche Ende wird den Lesern auch erst frühestens im 11. spätestens im 13. und letzten Teil (2013) offenbart. Ob Alan Ball sich Charlaine Harris Lösung anschließt, bleibt abzuwarten, jedoch ist Bill nur einer der möglichen Kandidaten, neben weiteren Love Interests, u. a. auch Nicht-Vampire.
16.07.2010 17:29 Uhr
von sue:
ich fand die "vampirella"-comics toll - im alter von ungefähr
8 -11 jahren.
16.07.2010 11:11 Uhr
von Azrasha:
Die Protagonistinnen entscheiden sich nicht immer für die beengendere der beiden Beziehungen. V.a. bei der Geschichte um Sookie Stackhouse ist diese Schlussfolgerung einfach zu kurz und viel zu früh gezogen. Schließlich stellt die (zugrunde liegende Buch-)Serie die Entwicklung Sookies über einen längeren Zeitraum hinweg dar. Die filmische Umsetzung ist da grad noch nicht mal auf halber Strecke angekommen.
15.07.2010 21:34 Uhr
von Susi:
Ich weiß jetzt nicht wie stark sich die Serie 'True Blood' von der Buchvolage der Sookie Stackhouse-Reihe unterscheidet, aber die Sookie in den Büchern ist bei weitem keine Frau die ständig gerettet werden muss. Im Gegenteil, die ganze Geschichte beginnt ja damit, dass sie sich mit einer schweren Kette bewaffnet und Bill vor zwei Dialern rettet, die Vampire ausbluten lassen um deren Blut zu verkaufen.
Auch im weiteren verlauf der Geschichte weiß sie sich meist zu verteidigen und kann sowohl einstecken als auch austeilen. Dabei ist sie aber auch keine Überfrau, die über allem steht, sondern kann auch schon mal in Tränen ausbrechen wenn es zu viel wird. Klar, ab und zu muss auch sie gerettet werden. Aber ganz sicher nicht so wie Louise Lane, die jede zweite Minute von Superman gerettet werden muss.
Auch das "Ich gehöre Bill" ist in den Büchern nicht so wie im Artikel dargestellt. In den Büchern ist eher Bill derjenige der Besitzansprüche stellt. Ja, sie verliebt sich in ihn, aber sie lässt dieses Besitzansprüche insofern zu, dass sie es auch als Schutz gegen die anderen Vampire sieht, ärgert sich aber auch schon über die Bevormundung. Also eher eine taktische Entscheidung als ein devotes Zugehörigkeitsgefühl.
15.07.2010 21:28 Uhr
von Riin:
Der elementarste Punkt ist doch, dass die Hauptfiguren in allen Fällen ein männlicher Vampir und eine weibliche Sterbliche sind. Der Mann ist also immer das mächtigere Wesen, das die Frau sowohl bedrohen als auch beschützen kann - eine mythologische Verarbeitung der Geschlechterbilder, die in unserer Gesellschaft sowieso schon vorherrschen. Diese Dynamik umzudrehen, das wäre vielleicht was Neues (ich kenn mich in dem Genre aber nicht so gut aus, dass ich sagen könnte, ob das schonmal gemacht worden ist), True Blood macht das ja in Ansätzen (*spoiler* aber wer Staffel 2 gesehen hat, weiß ja wie das endet: Die Vampirin bleibt betrogen und verletzt zurück).
True Blood ist so in der Mitte, was Geschlechterbilder angeht, nicht so feministisch wie Buffy, nicht so reaktionär wie Twilight (zu Vampire Diaries kann ich nichts sagen, ich hab nach 10 Minuten angeekelt abgestellt). Buffy ist aber auch kein Musterbeispiel, was die konservativen Vampirmänner angeht. Bill und Eric sind praktisch genau wie Angel und Spike, und Buffy entscheidet sich auch für Angel.
15.07.2010 16:54 Uhr
von Denker:
Die Wahl des konservativen Frauenbildes für die Hauptdarstellerin beinhaltet tatsächlich eine Art von Befreiung. In diesem fest definierten Weltbild wird einem eine tägliche Neudefinition und eine kritische Reflexion der Beziehung nicht aufgebürdet. Nachdenken ist also nicht erwünscht. Solche Werke sind für mich jugendgefährdend...
15.07.2010 15:55 Uhr
von linsenspaeller:
Die Antwort auf Grönemeyer und ein halbes Jahrhundert Feminismus: Ein richtiger Kerl muß in der Nacht zum Werwolf mutieren oder wenigstens Blut saugen. Das wußten wir doch schon immer. Das war irgendwie verschüttet. Das ist nicht die fünfte Neorenaissance vom Schlaf der Vernunft und erinnert auch nur vermeintlich an Shakespeare. Das ist echtes Idolkino zum Nachleben. Und das Geld spielt auch keine Rolle. Bloß die Helden sind für meinen Geschmack etwas jung. Wir wollten keine Tranquiliser mehr. Das holt uns in die zivilisierte Welt zurück. Danke Hollywood!
Schau in den Spiegel. Meine Eckzähne sind immer noch scharf. Zum Glück!
15.07.2010 15:10 Uhr
von tazleser:
Man kann sich auch wirklich über jeden Blödsinn aufregen...
15.07.2010 14:31 Uhr
von eigenvalue:
Interessant, dass das Frauenbild in den vermeintlich "liberalen" Vampirserien auch von Passivität beherrscht ist - wusste ich bisher nicht.
Abgesehen davon müsste jemand eigentlich mal Punkt für Punkt aufzeigen _wie_ reaktionär das Frauenbild in Twilight aka Bis(s)(?) eigentlich ist. Wenn man nämlich da mal genauer hinschaut, kommt man aus dem Staunen gar nicht mehr hinaus.
15.07.2010 14:12 Uhr
von van Helsing:
... Groschenromane für pubertierende teenager und gelangweilte hausfrauen .. die sich in ihrer a-sexuellen desorietierten umgebung wiedererkennen ...
... lasst uns der morbiden vampirbrut einen pfahl durch herz schlagen und das gezücht in ihren särgen verotten
Abraham van Helsing
15.07.2010 13:02 Uhr
von Janin:
Ich glaub 99% der Twilight Fans werden von Mama 4 Stunden bevor TruBlood im TV läuft ins Bett gebracht.