Frau Frost scheint keine Ahnung zu haben, wie eine öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt aufgebaut ist. Zu vergleichen ist das mit dem deutschen Staat (Bundeskanzler, Bundespräsident, Bundestag, Minister,...).
Neben dem Rundfunkrat, dem Hörfunkdirektor, den Wellenleitern (=Chefredakteure), den Geschäftsführern und den Programmdirektoren für jedes Radioprogramm gibt es noch die Intendantin, die über alle Köpfe hinweg entscheiden kann.
Im Falle des RBB ist das Frau Dagmar Reim, die seit dem Zusammenschluss von ORB und SFB vor fünf Jahren schon mehrfach durch einige merkwürdige Aussagen und zweifelhafte Entscheidungen "geglänzt" hat und damit wiederholt öffentlich in die Kritik geraten ist.
Ich erinnere mich da an die Vorwürfe in Richtung einiger Berliner Politiker in Zusammenhang mit den Solidaritätsbekundungen dieser für Radio Multikulti (Zitat: "Heuchelei"), den Streit um die Bezahlung der freien Mitarbeiter oder auch die Einstellung des Magazins Polylux.
Und hat sie nicht in einem Branchenfernsehen-Interview mal gesagt, sie hasse "bürokratistische Vorschriften und lange Sitzungen"? Ja, seht ruhig im Duden nach - ein solches Wort gibt es in der Tat nicht. Doch das kann Frau Reim als Person des öffentlichen Lebens natürlich unmöglich wissen, dass es "bürokratisch" heißt. Und anstatt den RBB in seinen undurchsichtigen Strukturen etwas zu "entschlacken", wird also einfach ein ganzer Sender dichtgemacht.
Sie repräsentiert die Anstalt, und allein ihr ist es zu verdanken, dass Radio Multikulti geschlossen wurde. Frau Marenbach als "Cheffin" bei Radio Multikulti waren also die Hände gebunden. Wäre es nach ihr gegangen, hätte sie sich bestimmt nicht den Boden unter den eigenen Füßen weggezogen.
Ich kann mich noch entsinnen, dass Frau Reim vor einigen Jahren (es war der letzte Tag des SFB) im Programm von Radio Multikulti groß verkündete, an dem einzigartigen Sender Radio Multikulti werde sie festhalten, denn sie "halte es dringend für notwendig".
04.01.2009 00:24 Uhr
von christine zelezny:
Sehr geehrte Frau Schwab, als Stammhörer von radiomultikulti habe ich natürlich ihren Artikel sehr genossen. Selbstverständlich gab es unzählige Sendungen, die uns als -letzte- angekündigt wurden; ich habe diese Abschiede nicht immer als "trotzig" empfunden. Für mich (die ich erst seit etwa 5 Jahren regelmäßig diesen Sender gehört habe) waren die Anekdoten aus der Anfangszeit und die Geschichten der verschiedensten Mitarbeiter dieses Senders eine Hilfe für meine ganz persönliche "Trauerarbeit".Nicht ganz unerwähnt möchte ich trotzdem die vielen Moderatoren lassen, die erst am Ende ihrer Sendung diesen "Abschied" bekanntgegeben haben und die "Frechheit" besaßen, dies in ihrem gewohnt unbeschwertem Tonfall zu tun. Ich habe wirklich die komplette letzte Sendung von radiomultikulti und die ersten Stunden von www.multicult.eu gehört. Der "Rausschmeißer" war meines Hörens YA RAHAH von RACHID TAHA(+KHALED&FAUDEL-vom Album 1,2,3 Soleils, live Paris 1998). Sorry, bin durch eine jahrelange RadioMultikultischule gegangen- D A N K E! Außerdem begreife ich Ilona Marenbachs vorletzte Worte "macht mir mein Schwanenkostüm fertig" als optimistisch, hoffungsvoll und in jeder Hinsicht positiv! VIVA MULTIKULTI_VIVA MULTICULT 2.0 und unerhört viel RESPEKT auch vor diesem neuen Projekt, Christine Zelezny
03.01.2009 13:00 Uhr
von lisa frost:
liebe frau marenbach das ist ja wunderbar - respektvolle worte...damit können die ehemals freien mitarbeiter sich jetzt trösten und ihre familien ernähren...
statt hochtrabenden worten hätten wir lieber taten gesehen frau marenbach.
mit respektvollen jedoch winterlich-kühlen grüßen immer die ihre lisa frost
02.01.2009 20:54 Uhr
von Roberto Barnini El Delicio:
Nun liegt er also auf meiner Festplatte, der Sendeschluss von Radio Multikulti. Nicht ganz 500 MB groß ist die Datei, und passt damit auf eine handelsübliche Audio-CD. Zum Schwelgen in Erinnerungen, zum Gedenken an schönere Zeiten und zum Immer-Wieder-Anhören.
Das letzte Lied war denkbar unpassend gewählt. Irgendein kaum bekannter Titel von Rashid Taha (ohne R, bitte!). Leider nicht (wie ich gehofft hatte) Nosliw mit seinem Protestsong zur Erhaltung des Senders.
Die Verabschiedung zuvor - dramatisch und emotional, dennoch gefasst und optimistisch. Die letzten Sätze kamen von Musikchef und Jingle-Sprecher Tobias Maier, bevor er das Wort an Frau Marenbach höchstpersönlich übergab.
Von den "Kollegen und Freunden aus Köln" war da in der Abmoderation die Rede, vor einigen Tagen hieß es bereits, man würde den "Staffelstab" an Funkhaus Europa "übergeben".
Davon war nichts zu hören. Der gerade aufgeschaltete WDR-Mensch hielt eine vierminütige Ansprache, redete viel und sagte trotzdem nichts. Zumindest nichts, was auch nur irgendjemand in Cottbus, Berlin oder Potsdam interessiert hätte.
Kein Dankeschön an die Mitarbeiter von Multikulti, die 14 Jahre lang unter teilweise schweren Bedingungen das Vorreiter-Programm für die Kölner Version produzirt haben, kein Gruß nach Berlin, kein Ausblick für den Hörer.
Stattdessen selbstbeweihräuchernde Worte, Eigenwerbung für die von Funkhaus Europa veranstaltete Silvesterparty in Köln. Wen in Ostdeutschland interessiert das? Man hatte den Eindruck, Berlin und Brandenburg gehörten schon seit Jahren zum WDR-Sendegebiet und hätten längst zahlreiche Funkhaus-Europa-Feiern abgehalten, derart beiläufig fiel der Name der Bundeshauptstadt.
Noch in der selben Nacht wurde es für die digitalen Hörer auf Satellit und Livestream still. In einigen Tagen übernimmt MDR KLASSIK die freiwerdende Astra-Frequenz. Damit schließt die ARD ein Kapitel Hörfunkgeschichte, mit dessen Popularität sie scheinbar nie so recht umgehen konnte.
02.01.2009 20:22 Uhr
von Susanne Voellmann:
frau schwab hat sich sogar dolle verhört. das letzte wort "respekt" war deutlich zu vernehmen. auch ich hatte grippe, und ich habe bis zur letzten minute zugehört, auch einige tränen geweint. euren abschied habt ihr gut hingekriegt, liebe multikultis, wie auch die letzten 14 jahre. respekt! besonders an tobias, den ich sehr bewundert habe für seine haltung. ich wünsche euch allen im sinne des einen der letzten moderatorenwünsche: "move on up". anyway. susanne voellmann
02.01.2009 12:58 Uhr
von Heidrun Mann-Vargas:
Tieftraurig bin ich, wie auch Frau Schwab und viele andere Menschen.Habe bis zur letzten Sekunde meinen Überlebens-und Erlebnissender RADIO MULTIKULTI gehört!!! Dann,um 22h00 kam die Übernahme von Funkhaus Europa! Nichts, aber auch gar nichts wurde dazu gesagt, dass die Hörer/innen aus Berlin jetzt dazu gehören!?Kein herzlich Willkommen oder dergleichen! Dies erhöhte meine Traurigkeit noch mehr. Aber ich muss noch sagen, Radio Multikulti hat sich verabschiedet: Frau Marenbach sprach vor dem letzten Musiktitel. Suchte danach gleich im Internet das Neue Radio www.Multicult20.de!Wenn ich jetzt am Computer sitze, kann ich ihn hören und mit ihm bekannte Stimmen, der Moderatoren/innen. Ich hoffe doch, Multicult20 erhält bald eine Sendefrequenz, damit ich ihn in der ganzen Wohnung, und nicht nur am Schreibtisch hören kann!!!!!!!! Heidrun Mann-Vargas, Berlin
01.01.2009 19:25 Uhr
von ilona marenbach:
Frau Schwab hat doch nicht so genau zugehört, denn es gab sie, die Verabschiedung, die letzten Worte VOR dem letzten Titel. Und das allerletzte Wort war: RESPEKT! Ilona Marenbach (ex-)Chefredakteurin radiomultikulti
Leserkommentare
05.01.2009 17:30 Uhr
von Roberto Barnini El Delicio:
Frau Frost scheint keine Ahnung zu haben, wie eine öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt aufgebaut ist. Zu vergleichen ist das mit dem deutschen Staat (Bundeskanzler, Bundespräsident, Bundestag, Minister,...).
Neben dem Rundfunkrat, dem Hörfunkdirektor, den Wellenleitern (=Chefredakteure), den Geschäftsführern und den Programmdirektoren für jedes Radioprogramm gibt es noch die Intendantin, die über alle Köpfe hinweg entscheiden kann.
Im Falle des RBB ist das Frau Dagmar Reim, die seit dem Zusammenschluss von ORB und SFB vor fünf Jahren schon mehrfach durch einige merkwürdige Aussagen und zweifelhafte Entscheidungen "geglänzt" hat und damit wiederholt öffentlich in die Kritik geraten ist.
Ich erinnere mich da an die Vorwürfe in Richtung einiger Berliner Politiker in Zusammenhang mit den Solidaritätsbekundungen dieser für Radio Multikulti (Zitat: "Heuchelei"), den Streit um die Bezahlung der freien Mitarbeiter oder auch die Einstellung des Magazins Polylux.
Und hat sie nicht in einem Branchenfernsehen-Interview mal gesagt, sie hasse "bürokratistische Vorschriften und lange Sitzungen"? Ja, seht ruhig im Duden nach - ein solches Wort gibt es in der Tat nicht. Doch das kann Frau Reim als Person des öffentlichen Lebens natürlich unmöglich wissen, dass es "bürokratisch" heißt. Und anstatt den RBB in seinen undurchsichtigen Strukturen etwas zu "entschlacken", wird also einfach ein ganzer Sender dichtgemacht.
Sie repräsentiert die Anstalt, und allein ihr ist es zu verdanken, dass Radio Multikulti geschlossen wurde. Frau Marenbach als "Cheffin" bei Radio Multikulti waren also die Hände gebunden. Wäre es nach ihr gegangen, hätte sie sich bestimmt nicht den Boden unter den eigenen Füßen weggezogen.
Ich kann mich noch entsinnen, dass Frau Reim vor einigen Jahren (es war der letzte Tag des SFB) im Programm von Radio Multikulti groß verkündete, an dem einzigartigen Sender Radio Multikulti werde sie festhalten, denn sie "halte es dringend für notwendig".
04.01.2009 00:24 Uhr
von christine zelezny:
Sehr geehrte Frau Schwab,
als Stammhörer von radiomultikulti habe ich natürlich ihren Artikel sehr genossen. Selbstverständlich gab es unzählige Sendungen, die uns als -letzte- angekündigt wurden; ich habe diese Abschiede nicht immer als "trotzig" empfunden. Für mich (die ich erst seit etwa 5 Jahren regelmäßig diesen Sender gehört habe) waren die Anekdoten aus der Anfangszeit und die Geschichten der verschiedensten Mitarbeiter dieses Senders eine Hilfe für meine ganz persönliche "Trauerarbeit".Nicht ganz unerwähnt möchte ich trotzdem die vielen Moderatoren lassen, die erst am Ende ihrer Sendung diesen "Abschied" bekanntgegeben haben und die "Frechheit" besaßen, dies in ihrem gewohnt unbeschwertem Tonfall zu tun. Ich habe wirklich die komplette letzte Sendung von radiomultikulti und die ersten Stunden von www.multicult.eu gehört.
Der "Rausschmeißer" war meines Hörens YA RAHAH von RACHID TAHA(+KHALED&FAUDEL-vom Album 1,2,3 Soleils, live Paris 1998). Sorry, bin durch eine jahrelange RadioMultikultischule gegangen- D A N K E!
Außerdem begreife ich Ilona Marenbachs vorletzte Worte "macht mir mein Schwanenkostüm fertig" als optimistisch, hoffungsvoll und in jeder Hinsicht positiv!
VIVA MULTIKULTI_VIVA MULTICULT 2.0 und unerhört viel RESPEKT auch vor diesem neuen Projekt,
Christine Zelezny
03.01.2009 13:00 Uhr
von lisa frost:
liebe frau marenbach
das ist ja wunderbar - respektvolle worte...damit können die ehemals freien mitarbeiter sich jetzt trösten und ihre familien ernähren...
statt hochtrabenden worten hätten wir lieber taten gesehen frau marenbach.
mit respektvollen jedoch winterlich-kühlen grüßen
immer die ihre
lisa frost
02.01.2009 20:54 Uhr
von Roberto Barnini El Delicio:
Nun liegt er also auf meiner Festplatte, der Sendeschluss von Radio Multikulti. Nicht ganz 500 MB groß ist die Datei, und passt damit auf eine handelsübliche Audio-CD. Zum Schwelgen in Erinnerungen, zum Gedenken an schönere Zeiten und zum Immer-Wieder-Anhören.
Das letzte Lied war denkbar unpassend gewählt. Irgendein kaum bekannter Titel von Rashid Taha (ohne R, bitte!). Leider nicht (wie ich gehofft hatte) Nosliw mit seinem Protestsong zur Erhaltung des Senders.
Die Verabschiedung zuvor - dramatisch und emotional, dennoch gefasst und optimistisch. Die letzten Sätze kamen von Musikchef und Jingle-Sprecher Tobias Maier, bevor er das Wort an Frau Marenbach höchstpersönlich übergab.
Von den "Kollegen und Freunden aus Köln" war da in der Abmoderation die Rede, vor einigen Tagen hieß es bereits, man würde den "Staffelstab" an Funkhaus Europa "übergeben".
Davon war nichts zu hören. Der gerade aufgeschaltete WDR-Mensch hielt eine vierminütige Ansprache, redete viel und sagte trotzdem nichts. Zumindest nichts, was auch nur irgendjemand in Cottbus, Berlin oder Potsdam interessiert hätte.
Kein Dankeschön an die Mitarbeiter von Multikulti, die 14 Jahre lang unter teilweise schweren Bedingungen das Vorreiter-Programm für die Kölner Version produzirt haben, kein Gruß nach Berlin, kein Ausblick für den Hörer.
Stattdessen selbstbeweihräuchernde Worte, Eigenwerbung für die von Funkhaus Europa veranstaltete Silvesterparty in Köln. Wen in Ostdeutschland interessiert das?
Man hatte den Eindruck, Berlin und Brandenburg gehörten schon seit Jahren zum WDR-Sendegebiet und hätten längst zahlreiche Funkhaus-Europa-Feiern abgehalten, derart beiläufig fiel der Name der Bundeshauptstadt.
Noch in der selben Nacht wurde es für die digitalen Hörer auf Satellit und Livestream still. In einigen Tagen übernimmt MDR KLASSIK die freiwerdende Astra-Frequenz.
Damit schließt die ARD ein Kapitel Hörfunkgeschichte, mit dessen Popularität sie scheinbar nie so recht umgehen konnte.
02.01.2009 20:22 Uhr
von Susanne Voellmann:
frau schwab hat sich sogar dolle verhört. das letzte wort "respekt" war deutlich zu vernehmen. auch ich hatte grippe, und ich habe bis zur letzten minute zugehört, auch einige tränen geweint.
euren abschied habt ihr gut hingekriegt, liebe multikultis, wie auch die letzten 14 jahre. respekt! besonders an tobias, den ich sehr bewundert habe für seine haltung. ich wünsche euch allen im sinne des einen der letzten moderatorenwünsche: "move on up". anyway.
susanne voellmann
02.01.2009 12:58 Uhr
von Heidrun Mann-Vargas:
Tieftraurig bin ich, wie auch Frau Schwab und viele andere Menschen.Habe bis zur letzten Sekunde meinen Überlebens-und Erlebnissender RADIO MULTIKULTI gehört!!! Dann,um 22h00 kam die Übernahme von Funkhaus Europa! Nichts, aber auch gar nichts wurde dazu gesagt, dass die Hörer/innen aus Berlin jetzt dazu gehören!?Kein herzlich Willkommen oder dergleichen! Dies erhöhte meine Traurigkeit noch mehr.
Aber ich muss noch sagen, Radio Multikulti hat sich verabschiedet: Frau Marenbach sprach vor dem letzten Musiktitel.
Suchte danach gleich im Internet das Neue Radio www.Multicult20.de!Wenn ich jetzt am Computer sitze, kann ich ihn hören und mit ihm bekannte Stimmen, der Moderatoren/innen.
Ich hoffe doch, Multicult20 erhält bald eine Sendefrequenz, damit ich ihn in der ganzen Wohnung, und nicht nur am Schreibtisch hören kann!!!!!!!!
Heidrun Mann-Vargas, Berlin
01.01.2009 19:25 Uhr
von ilona marenbach:
Frau Schwab hat doch nicht so genau zugehört, denn es gab sie, die Verabschiedung, die letzten Worte VOR dem letzten Titel. Und das allerletzte Wort war: RESPEKT!
Ilona Marenbach
(ex-)Chefredakteurin
radiomultikulti