Erst sprach Degenhardt aus, was die ganz Jungen über die Spießer dachten. Dann vergrätzte er die älter gewordenen Spontis mit Parteilyrik. Später war alles wieder gut.von K.-P. Klingelschmitt
schließ mich meinem Vorredner an. Im übrigen verfolge ich ihr Muzikmotto seit ûber 20 Jahren; so am Dienstag und am kommenden Wochende. Absurd-erweise selbst auf youtube. Man kann Muzik schließlich nicht den Konservatoriums- und Hochschul- absolventen allein überlassen. Das hat sie echt nicht verdient.
20.11.2011 14:59 Uhr
von Karl K :
Lieber Klaus-Peter,
schließ mich meinem Vorredner an. Im übrigen verfolge ich ihr Muzikmotto seit ûber 20 Jahren; so am Dienstag und am kommenden Wochende. Absurd-erweise selbst auf youtube. Man kann Muzik schließlich nicht den Konservatoriums- und Hochschul- absolventen allein überlassen. Das hat sie echt nicht verdient.
18.11.2011 18:09 Uhr
von Peter Mueller:
Lieber Klaus-Peter,
Das geht mir umgekehrt ganz genauso. Es ist schoen, in der taz ueber Degenhardt zu lesen, vor allem, wenn es einfuehlsam geschrieben ist und zudem von jemandem, der weiss wovon er redet. Ich lese die taz, um mit Deutschland in Verbindung zu bleiben (lebe seit 2001 in den USA) und Dein Artikel hat viele Erinnerungen in mir wachgerufen. Erinnerungen an Konzerte, Demonstrationen, Freunde, Beziehungen und natuerlich and Degenhardt und viele seiner Kollegen wie den vielfach unterschaetzten Walter Mossmann und Wader und Biermann und Süverkrüp. Ich hab gleich am Abend meine Gitarre genommen und meiner Tochter, meinem eigenen Schmuddelkind, ein paar Liedchen vorgesungen. Danke fuer Deinen Artikel.
17.11.2011 10:23 Uhr
von klingelschmitt:
Liebe Angelika, liebe Danielle, lieber Peter und lieber Karl.
Als alt gedienter Redakteur/Korrespondent dieser kleinen Zeitung bin ich doch immer wieder auf`s Neue davon überrascht (und auch irgendwie stolz darauf), dass wir über eine so tolle, mir (uns) geistig wahlverwandte Leserschaft verfügen. Da wird einem doch glatt ganz warm ums Herz (Sentimental` Hund/Degenhardt). Merci dafür. Und Dreadful Desire - lieber Karl K. - waren tatsächlich eine nur regionale zeitgeistliche Erscheinung (1969/70), deren Karrierehöhepunkt der Vorgruppen-Gig bei den Lords auf einem Beatfestival in Ginsheim war. Viel haben Sie damals nicht versäumt, denn das Bandmotto lautete durchgängig: "Hey, come on boys, let`s make some noise!"
Herzlichst Ihr Autor
16.11.2011 16:55 Uhr
von Peter Mueller:
@Danielle: Chanson pour L'Auvergnat und Au père éternel sind zwei verschiedene Lieder. Ersteres ist von Brassens (und von Walter Mossmann in deutscher Sprache nachgedichtet), zweiteres ist von Degenhardt, veroeffentlicht auf seiner LP "Du bist anders als die Anderen". Natuerlich bezieht sich Degenhardt auf das aeltere Lied von Brassens und zitiert auch daraus, aber das aendert nichts an der Tatsache dass es sich um zwei verschiedene Lieder handelt, geschrieben von zwei verschiedenen Saengern.
16.11.2011 00:36 Uhr
von angelika:
Mir geht es da ähnlich wie K.P. Degenhardt hat sehr zu meiner politischen Entwicklung beigetragen. Er hat außerdem so wunderbare lyrische Texte und auch Liebeslieder geschrieben ( sie trafen sich zwischen zwei Straßenbahnen...)Manche seiner politischen Texte vergesse ich nie und "rezitiere" sie immer wieder gern:" .. dass das nicht solche Geschichten werden, die man den Enkeln erzählen kann.. es gibt ne Menge Leute, die hätten großes Interesse daran... dazu kann man auch Dias zeigen.. 10000 rote Fahnen über dem Rhein... das muss beim Sternmarsch gewesen sein.. " Die Parteilyrik hat mich dann später zwar auch "vergrätzt" aber bei Degenhardt habe ich es irgendwie trennen können- so als wenn es zwei Degenhardts gäbe :-))und nun ist er tot- BEIDE
15.11.2011 22:35 Uhr
von Emko:
Glückwunsch zum Autor Klingelschmitt - Er ist ein wichtiger Grund, die taz nie wieder zu abonnieren. Väterchen Franz, hast Besseres verdient.
15.11.2011 21:30 Uhr
von Danielle Tostmann:
Liebe TAZler, ..ein schöner Nachruf auf den Vater der Schmuddelkinder - fürwahr!
Nur eins möchte ich als Chanson-Liebhaberin anmerken: Das Lied 'Au Pére éternel' hat FJD sicher nicht im Jahre 1986 für den bereits 1981 verstorbenen Georges Brassens geschrieben - es verhält sich vielmehr so, das Georges Brassen dieses Lied mit dem Titel 'Chanson pour L'Auvergnat'("..au père éternel." ist der letzte Satz des Refrains) bereits 1954 veröffentlicht hat...
Nicht für ungut!!
Danielle Tostmann
15.11.2011 20:45 Uhr
von AndiDD:
Wer sich ein Urteil über Degenhardt bilden möchte, sollte sich einfach ein paar seiner Lieder anhören. Wer das länger als eine viertel Stunde durchhält, Glückwunsch. Ich persönlich sehe es so: Die Welt ist am 14.11.2011 sicher kein schlechterer Ort geworden.
15.11.2011 20:29 Uhr
von Karl K :
Lieber fünfzig plus ( undogmatisch) linlks- Zeitgenossene. Danke für den klugen warmen "machet juut".
Aber:
"Dass Zwischentöne im Klassenkampf nur Krampf seien, sang er nun. Mein Degenhardt war das nicht mehr."
Det nun aber nich. Nee.
Marburg, Audimax. Wo kurz vorher oder nachher K.W.Deutsch, DER Vater der Systemtheorie zur verführerischen Kraft jeglicher Verschwôrungstheorie temporiert hatte( die berühmte Nadel konnte man fallen hören).
Also da riß Dege die Schmuddelkinder an, Beifall brandete auf; er brach ab, " ja haha haha, so hab ich früher mal gesungen, aber: - und es fielen die obigen Worte zum Krampf. Dann klöppelte Dr.Dr. Schwendtner auf einer Kindertrommel herum, und sang dazu, dass sich die Fußnägel zurückbogen.
Dege wurde noch wg seines Benz angemacht und murmelte irgendwas wenig einleuchtendes.
Auf der Treppe dann fielen vor mir Ihre Worte. Undogmatisch links : " Na der ist doch nicht dein Privatbesitz? Wenn der meint, das ist jetzt für ihn angesagt, ist doch auch ok." Es konnte mich nicht davon abhalten, mir bei seinen herrlich-subversiven Liedern die Finger zu verbiegen.
"Natascha Speckenbach " gab es da m.E. schon. Und Wandlungen hat er wahrlich mehr als diese eine gemacht.
Anyway. Danke.
Ps Dreadful Desire. Schade. Leider verpasst. Für die Nord/Süd-Connection hatte Zinn ja den Hessentag erfunden. Aber da waren wir wohl beide nicht.
Leserkommentare
20.11.2011 19:07 Uhr
von Karl K :
Lieber Klaus-Peter,
schließ mich meinem Vorredner an.
Im übrigen verfolge ich ihr Muzikmotto seit ûber 20 Jahren;
so am Dienstag und am kommenden Wochende.
Absurd-erweise selbst auf youtube.
Man kann Muzik schließlich nicht den Konservatoriums- und Hochschul-
absolventen allein überlassen. Das hat sie echt nicht
verdient.
20.11.2011 14:59 Uhr
von Karl K :
Lieber Klaus-Peter,
schließ mich meinem Vorredner an.
Im übrigen verfolge ich ihr Muzikmotto seit ûber 20 Jahren;
so am Dienstag und am kommenden Wochende.
Absurd-erweise selbst auf youtube.
Man kann Muzik schließlich nicht den Konservatoriums- und Hochschul-
absolventen allein überlassen. Das hat sie echt nicht
verdient.
18.11.2011 18:09 Uhr
von Peter Mueller:
Lieber Klaus-Peter,
Das geht mir umgekehrt ganz genauso. Es ist schoen, in der taz ueber Degenhardt zu lesen, vor allem, wenn es einfuehlsam geschrieben ist und zudem von jemandem, der weiss wovon er redet. Ich lese die taz, um mit Deutschland in Verbindung zu bleiben (lebe seit 2001 in den USA) und Dein Artikel hat viele Erinnerungen in mir wachgerufen. Erinnerungen an Konzerte, Demonstrationen, Freunde, Beziehungen und natuerlich and Degenhardt und viele seiner Kollegen wie den vielfach unterschaetzten Walter Mossmann und Wader und Biermann und Süverkrüp. Ich hab gleich am Abend meine Gitarre genommen und meiner Tochter, meinem eigenen Schmuddelkind, ein paar Liedchen vorgesungen. Danke fuer Deinen Artikel.
17.11.2011 10:23 Uhr
von klingelschmitt:
Liebe Angelika, liebe Danielle, lieber Peter und lieber Karl.
Als alt gedienter Redakteur/Korrespondent dieser kleinen Zeitung bin ich doch immer wieder auf`s Neue davon überrascht (und auch irgendwie stolz darauf), dass wir über eine so tolle, mir (uns) geistig wahlverwandte Leserschaft verfügen. Da wird einem doch glatt ganz warm ums Herz (Sentimental` Hund/Degenhardt). Merci dafür. Und Dreadful Desire - lieber Karl K. - waren tatsächlich eine nur regionale zeitgeistliche Erscheinung (1969/70), deren Karrierehöhepunkt der Vorgruppen-Gig bei den Lords auf einem Beatfestival in Ginsheim war. Viel haben Sie damals nicht versäumt, denn das Bandmotto lautete durchgängig: "Hey, come on boys, let`s make some noise!"
Herzlichst Ihr Autor
16.11.2011 16:55 Uhr
von Peter Mueller:
@Danielle:
Chanson pour L'Auvergnat und Au père éternel sind zwei verschiedene Lieder. Ersteres ist von Brassens (und von Walter Mossmann in deutscher Sprache nachgedichtet), zweiteres ist von Degenhardt, veroeffentlicht auf seiner LP "Du bist anders als die Anderen". Natuerlich bezieht sich Degenhardt auf das aeltere Lied von Brassens und zitiert auch daraus, aber das aendert nichts an der Tatsache dass es sich um zwei verschiedene Lieder handelt, geschrieben von zwei verschiedenen Saengern.
16.11.2011 00:36 Uhr
von angelika:
Mir geht es da ähnlich wie K.P. Degenhardt hat sehr zu meiner politischen Entwicklung beigetragen. Er hat außerdem so wunderbare lyrische Texte und auch Liebeslieder geschrieben ( sie trafen sich zwischen zwei Straßenbahnen...)Manche seiner politischen Texte vergesse ich nie und "rezitiere" sie immer wieder gern:" .. dass das nicht solche Geschichten werden, die man den Enkeln erzählen kann.. es gibt ne Menge Leute, die hätten großes Interesse daran... dazu kann man auch Dias zeigen.. 10000 rote Fahnen über dem Rhein... das muss beim Sternmarsch gewesen sein.. "
Die Parteilyrik hat mich dann später zwar auch "vergrätzt" aber bei Degenhardt habe ich es irgendwie trennen können- so als wenn es zwei Degenhardts gäbe :-))und nun ist er tot- BEIDE
15.11.2011 22:35 Uhr
von Emko:
Glückwunsch zum Autor Klingelschmitt - Er ist ein wichtiger Grund, die taz nie wieder zu abonnieren.
Väterchen Franz, hast Besseres verdient.
15.11.2011 21:30 Uhr
von Danielle Tostmann:
Liebe TAZler,
..ein schöner Nachruf auf den Vater der Schmuddelkinder - fürwahr!
Nur eins möchte ich als Chanson-Liebhaberin anmerken:
Das Lied 'Au Pére éternel' hat FJD sicher nicht im Jahre 1986 für den bereits 1981 verstorbenen Georges Brassens geschrieben - es verhält sich vielmehr so, das Georges Brassen dieses Lied mit dem Titel 'Chanson pour L'Auvergnat'("..au père éternel." ist der letzte Satz des Refrains) bereits 1954 veröffentlicht hat...
Nicht für ungut!!
Danielle Tostmann
15.11.2011 20:45 Uhr
von AndiDD:
Wer sich ein Urteil über Degenhardt bilden möchte, sollte sich einfach ein paar seiner Lieder anhören. Wer das länger als eine viertel Stunde durchhält, Glückwunsch.
Ich persönlich sehe es so: Die Welt ist am 14.11.2011 sicher kein schlechterer Ort geworden.
15.11.2011 20:29 Uhr
von Karl K :
Lieber fünfzig plus ( undogmatisch) linlks- Zeitgenossene.
Danke für den klugen warmen "machet juut".
Aber:
"Dass Zwischentöne im Klassenkampf nur Krampf seien, sang er nun. Mein Degenhardt war das nicht mehr."
Det nun aber nich. Nee.
Marburg, Audimax.
Wo kurz vorher oder nachher K.W.Deutsch, DER Vater der Systemtheorie zur verführerischen Kraft jeglicher Verschwôrungstheorie temporiert hatte( die berühmte Nadel konnte man fallen hören).
Also da riß Dege die Schmuddelkinder an, Beifall brandete auf; er brach ab,
" ja haha haha, so hab ich früher mal gesungen, aber: - und es fielen die obigen Worte zum Krampf.
Dann klöppelte Dr.Dr. Schwendtner auf einer Kindertrommel herum, und sang dazu, dass sich die Fußnägel zurückbogen.
Dege wurde noch wg seines Benz angemacht und murmelte irgendwas wenig einleuchtendes.
Auf der Treppe dann fielen vor mir Ihre Worte.
Undogmatisch links : " Na der ist doch nicht dein Privatbesitz? Wenn der meint, das ist jetzt für ihn angesagt, ist doch auch ok."
Es konnte mich nicht davon abhalten, mir bei seinen herrlich-subversiven Liedern die Finger zu verbiegen.
"Natascha Speckenbach " gab es da m.E. schon. Und Wandlungen hat er wahrlich mehr als diese eine gemacht.
Anyway. Danke.
Ps Dreadful Desire. Schade. Leider verpasst.
Für die Nord/Süd-Connection hatte Zinn ja den Hessentag erfunden.
Aber da waren wir wohl beide nicht.