• 16.03.2010

Frankreich kritisiert Deutschland

Billiglöhne auf Kosten anderer Länder

Frankreichs Finanzministerin greift die Wirtschaftspolitik der Bundesregierung an. Deutschland habe innerhalb Europas mit "Billiglöhnen" agiert - auf Kosten anderer.von Stephan Kosch

  • 17.03.2010 12:17 Uhr

    von claudia:

    @xyz:
    >>Mittagstisch für 6,00 € und Friseur für 10,00 € sind dann hoffentlich endlich mal vorbei.<<
    Klar, wenn der Friseur teurer wird, dann müssen Leiharbeiter immer in die Ukraine zum Friseur fliegen...

    Man könnte einfach Leiharbeit verbieten, denn die Zuhälter ziehen eine Menge Geld aus den Markt und leisten nichts gesellschaftlich Nützliches.
    Dann käme sogar wieder mehr Geld in die Rentenversicherung und wer weiß, vielleicht könnte der Prozentsatz des Beitrages etwas zurückgefahren werden.
    Oder Rentner hätten mehr Geld und könnten sich wieder den Friseur leisten, auch wenn die Beschäftigten dort einen anständigen Lohn bekommen...

  • 16.03.2010 10:42 Uhr

    von Kerstin Rabe:

    Ich mag die Franzosen. Die haben ja so recht. Vielleicht hilft ja Druck von außen.

  • 16.03.2010 10:38 Uhr

    von mikromakro:

    "Es sei weniger gewinnbringend, wenn sich einzelne Länder künstlich zurückhielten."
    Es ist mal wieder sehr schön zu beobachten, wie verquer die Wirtschaftslage analysiert wird: "Ein Land hält sich künstlich zurück" bedeutet hier: es werden höhere Löhne gezahlt. Wer ist "ein Land" in den Augen derer, die so etwas sagen? Offensichtlich nicht diejenigen, die die Arbeit leisten.
    Weiter geht der Wettlauf zum niedrigsten Lohn, zur niedrigsten Steuer, zum schlankesten Staat.
    Das ist die feine Dialektik der selbsternannetn "Leistungsträger".

  • 16.03.2010 10:14 Uhr

    von mikromakro:

    "Es sei weniger gewinnbringend, wenn sich einzelne Länder künstlich zurückhielten."
    Es ist mal wieder sehr schön zu beobachten, wie verquer die Wirtschaftslage analysiert wird: "Ein Land hält sich künstlich zurück" bedeutet hier: es werden höhere Löhne gezahlt. Wer ist "ein Land" in den Augen derer, die so etwas sagen? Offensichtlich nicht diejenigen, die die Arbeit leisten.
    Weiter geht der Wettlauf zum niedrigsten Lohn, zur niedrigsten Steuer, zum schlankesten Staat.
    Das ist die feine Dialektik der selbsternannetn "Leistungsträger".

  • 16.03.2010 10:01 Uhr

    von Zyklop:

    Genau, stecht dem Einäugigen das Auge aus. Willkommen in der Union.

  • 16.03.2010 08:59 Uhr

    von yxz:

    Gut. Wir erhöhen die Löhne, um die Exportfähigkeit der anderen Mitgliedsstaaten zu erhöhen. Also eigentlich nur die westeuropäischen Mitgliedsstaaten.

    Der Dienstleistungsektor wird Probleme bekommen. Ich hoffe, dass sich die Zahlungsbereitschaft der Deutschen für Friseur, Gastronomie, Einzelhandel und Handwerk dann auch mal miterhöht. Mittagstisch für 6,00 € und Friseur für 10,00 € sind dann hoffentlich endlich mal vorbei.

    Ein Teil der Dienstleistungsarbeitsplätze geht in die Schwarzarbeit. Folge weniger Sozialversicherungseinnahmen.

    Die Asiaten wird´s freuen, da sie dann am Weltmarkt (nicht nur EU) besser absetzen können.

    Damit mich hier niemand falsch versteht. Ich bin nicht unbedingt dagegen, aber man muss sich immer auch die Konsequenzen vor Augen halten.

    Außerdem möchte ich noch daraufhinweisen, dass die Erhöhung des Nominallohns nicht unbedingt zur Erhöhung der Kaufkraft führen muss. Alle die hier nach höheren Löhnen rufen, meinen eigentlich den REALlohn. Eine Erhöhung des Nominallohnes führt nur zu einer Reallohnerhöhung, wenn die Preise sich nicht in der selben Weise anpassen.
    Auch sollte man mal über die Brutto-, Nettodifferenz nachdenken. Ich erinnere mich an Zeiten, da kostete die Rentenverischerung 15%, heute sind es 19,9%. Leider wird diese Problem totgeschwiegen.

    Es wäre schön, wenn die Taz das Ganze auch einmal emotions- und ideologielos unter volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten analysieren könnte.
    Nach dem Motto: Was bringt es, was kostet es!

  • 16.03.2010 08:33 Uhr

    von reblek:

    "Billiglöhne auf Kosten anderer Länder - Frankreichs Finanzministerin greift die Wirtschaftspolitik der Bundesregierung an. Deutschland habe innerhalb Europas mit 'Billiglöhnen' agiert - auf Kosten anderer."

    Es wäre schön, wenn "Billiglöhnen" nicht als Zitat in Anführungsstrichen stünde, sondern weil es die nicht gibt. "Billig" ist eine Ware, die gekauft und für die ein Preis gezahlt wird. Löhne werden nicht gekauft, sondern gezahlt. Sie sind "niedrig" oder "hoch". Was landläufig von Menschen mit nicht ganz so gutem Verhältnis zur Sprache als "Billiglohn" bezeichnet wird, ist ein "Niedriglohn". Aber wen interessiert das schon?

  • 15.03.2010 22:43 Uhr

    von Karlder Kleine:

    Wir sind deshalb so erfolgreich,,., weil immer mehr geleistet wird für immer weniger Einkommen...jedenfalls ist das in den unteren Etagen so.

    Natürlich brauchen wir einen weltweiten Ausgleich...

    Transfairpolitik ist das STichwort.

    Sonst müssen wir bald wieder Brecht herausholen.

    SAg der Arme Mann zum Reichen: Ich bin Arm , weil Du REich bist.

  • 15.03.2010 22:15 Uhr

    von Dude:

    Die Billiglöhne in Deutschland bekommen vor allem die Leiharbeiter.
    Leiharbeit öffnet Tür und Tor zur Ausbeutung der Arbeitnehmer.

  • 15.03.2010 21:38 Uhr

    von Reinhard Lindenberg:

    "Auf Kosten anderer", ein toller Ansatz!
    Weiter denken: Produktion runterfahren, Konsum erhöhen, raus sind wir aus der Rolle des Nettozahlers!
    Griechenland überall!

  • 15.03.2010 18:25 Uhr

    von Arbeitnehmer:

    Die miese Lohnentwicklung in Deutschland ist ebenso wie die einseitige Exportorientierung der Wirtschaft von der Politik ideologisch gewollt, und wenn schon Rot-Grün HartzIV statt Mindestlöhnen gebracht hat, wird Schwarz-Geld erst recht nicht daran rütteln.
    Statt dessen wird jetzt von den anderen verlangt, es genau so zu machen... Da fällt mir wirklich nichts mehr zu ein.

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