Die geschlossene Beta-Phase ist vorbei: Nun kann jeder beim Mikro-Bezahldienst Flattr mitmachen. Vielleicht die beste Möglichkeit, im Internet Geld zu verdienen.
imBüro für besondere Maßnahmen nutze ich flattr seit dem sommer 2010, bisher nicht sonderlich erfolgreich. aber ich werde weiter mitmachen, weil es eine möglichkeit ist, die online-taz finanziell zu unterstützen. ein print-abo könnte ich mir derzeit nicht leisten. ich bin sehr sehr dankbar für das kostenlose internetangebot. das datenschutz-ding und die gebühren nehme ich "in kauf", bissi zähneknirschend.
16.08.2010 00:04 Uhr
von kanalisations möglichkeiten:
jaja, das web 2.0 und seine kanalisationsmöglichkeiten. aber gibt ja nicht nur flattr, gibt ja auch anderes.
soll ja leute geben, die hier und dort - per web 2.0. - bezahlt werden für ihr getippe, und zwar nicht spenden, sondern richtig job.
ob tomatenverkaufen auf dem gemüsemarkt am ende nicht doch wieder der "sicherste" zukunftsjob wird?
15.08.2010 17:20 Uhr
von Raimund:
Für Inhalte, die tatsächlich was wert sind, ist Flattr eine gute Bezahlform.
Nur sollte man bedenken, dass z.B. Kreditkartenfirmen 3 bis 4 Prozent vom Anbieter einfordern. Und diese Firmen müssen eine weitaus größere Infrastruktur inklusive Kartenausgabe bereit stellen. Dies nur mal als Vergleich.
Daher sind die einbehaltenen 10 Prozent sehr hoch und rein willkürlich angesetzt.
15.08.2010 15:34 Uhr
von Gringo:
Kritik, Relativation und Lob:
10% ein zu behalten, finde ich für einen Online-Dienst auf den ersten Blick auch sehr viel. Werde mich mal informieren, ob es Stellungnahmen dazu gibt, wodurch das gerechtfertigt wird. Kosten werden für Flatr definitiv genug anfallen. Bleibt zu klären wie viel Umsatz dennoch über bleibt (besonders bei steigender Nutzerzahl und somit steigenden Beträgen). Vielleicht wird der Betrag auch noch nach unten angeglichen, wenn der Laden erstmal richtig läuft.
Aber zum Vergleich: Ob Kirche, DRK, Miserio oder sonst wer, 5% bis 15% der erhaltenen Spenden werden als Verwaltungskosten Einbehalten. Das ist ganz normal. Wer seine Flatr-Beträge also als Spende versteht und den Flatr-Dienst als Mittelsmann für Spenden, sollte sich mit diesem Rahmen abfinden können. Wer Flatr als "Payment Processor" (wie zB. Paypal, Moneybrokers etc.) sieht, sieht bei genauerer Studie der Gebühren anderer Dienste einen ähnlichen Rahmen.
Somit bleibt für mich die Auffassung, dass es sich hier um einen innovativen Dienst handelt, der die Netzkultur nachhaltig prägen könnte und durchaus eine Daseinsberechtigung (mit samt den Gebühren) hat.
Lob auch an die gute alte Tante Taz, die dieser verrückten Idee der jungen Schweden eine Chance gegeben hat. Man muss neuen Problemen eben mit neuen Lösungen entgegen treten. Ich hoffe inständig, dass es sich einbürgert für einen guten Artikel ein paar Cent springen zu lassen.
Cheers, Gringo
14.08.2010 09:03 Uhr
von Was bei Flattr fehlt:
ist die Möglichkeit, den Leser mieser Artikel für die geraubte Zeit über einem weiteren Button direkt zu entschädigen.
13.08.2010 09:49 Uhr
von Mikw:
Mir fehlt die Information, das Flattr 10% an Gebühren einbehält (siehe Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Flattr#Geb.C3.BChren). Ansonsten ist das ganze Modell natürlich fantastisch, aber 10% ist schon eine ganze Menge wenn man sich die Summe mal vorstellt.
Unklar ist auch, ob diese Gebühr nach der Betaphase fortbesteht oder nicht. Aber das Betaphasen durchaus ein paar Jahre dauern können zeigt Google.
***Anm. der Redaktion: Das mit dem 10% steht im Kasten zum Text. Aber vielleicht kommt es nicht genug raus, wir präzisieren die Formulierung gleich noch mal...
13.08.2010 08:35 Uhr
von Stefan:
Ich möchte an dieser Stelle ein ganz dickes Lob an die Taz-Onlineredaktion für das Erkennen des Potentials von Flattr aussprechen!
12.08.2010 16:13 Uhr
von Matthias:
Mittlerweile ist es auch auf dem Flattr-Blog offiziell.
12.08.2010 15:27 Uhr
von N.N.:
Ein Absatz zum Thema Datenschutz wäre hier vielleicht angebracht, aber das könnte ja den Erfolg von flatr schmälern:
Jeder Nutzer muss ein Cookie von Flatr akzeptieren, womit die Entscheidung für eine Unterstüzung zugeordnet werden kann - alternativ jedes Mal eine Anmeldung. Weder der Kunde (hier: die Taz) noch der Unterstützer (Leser mit Flatr Account) hat je einen Anspruch darauf, dass die durch ihn erzeugten Daten - bei den Lesern sind das aussagekräftige Profile - gelöscht werden. Die erhobenen Daten unterliegen auch NICHT dem vergleichsweise strengem deutschen Datenschutzgesetz.
So positiv der Ansatz ist, hat er doch fragwürdige Nebenbedingungen, die wohl nur von Einkaufspunkte-Sammlern akzeptiert werden.
12.08.2010 15:13 Uhr
von Fotograf:
Gratulation zu den Flattr Einnahmen im Juli (Tendenz stark steigend), das macht schon fast eine halbe Stelle in Eurer Redaktion. Hoffentlich ermöglicht Euch das endlich zunehmend auch Autorenfotos einzukaufen, statt der üblichen Agentur Bilder ...
12.08.2010 15:09 Uhr
von Pope Epopt:
Also - 10% Transaktionskosten - daß ist nicht so slecht. Ich war bevor unsicher. Es scheint mir dass Flattr ideal für (wie ich) die Ausland und Gelegentlicherlesershaft bin.
Ich werde Flattr anmelden und benutzen, Taz zu unterstützen.
12.08.2010 15:01 Uhr
von Müller-Schmidt:
Vielleicht die beste Möglichkeit, im Internet Geld zu verdienen. Ja. Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Vor allem stellt sich aber die Frage, wer wirklich damit Geld verdient. Denn wenn das System läuft, profitiert nur einer: Flattr. Niemand stellt eine Spendendose auf und zahlt freiwillig 10% an den Hersteller der Büchse. Aber im Internet, da geht das, denn Flattr-Nutzer sind die, die niemals wirklich spenden würden. Sonst bräuchten sie Flattr schließlich nicht. Und wenn niemand mir für meine "ehrenamtliche" Tätigkeit Geld überweisen will - dann ist ihm die Arbeit eigentlich auch gar nichts wert. Hauptsache das Gewissen ist erleichert. Armes Internet, die guten Tage sind längst vorbei, dafür brauchte es nichtmal Ursula.
Leserkommentare
30.12.2010 21:10 Uhr
von mo jour:
imBüro für besondere Maßnahmen nutze ich flattr seit dem sommer 2010, bisher nicht sonderlich erfolgreich. aber ich werde weiter mitmachen, weil es eine möglichkeit ist, die online-taz finanziell zu unterstützen. ein print-abo könnte ich mir derzeit nicht leisten. ich bin sehr sehr dankbar für das kostenlose internetangebot.
das datenschutz-ding und die gebühren nehme ich "in kauf", bissi zähneknirschend.
16.08.2010 00:04 Uhr
von kanalisations möglichkeiten:
jaja, das web 2.0 und seine kanalisationsmöglichkeiten. aber gibt ja nicht nur flattr, gibt ja auch anderes.
soll ja leute geben, die hier und dort - per web 2.0. - bezahlt werden für ihr getippe, und zwar nicht spenden, sondern richtig job.
ja, aber wenn man sich das mal so anschaut, weiß ja nicht.
ob tomatenverkaufen auf dem gemüsemarkt am ende nicht doch wieder der "sicherste" zukunftsjob wird?
15.08.2010 17:20 Uhr
von Raimund:
Für Inhalte, die tatsächlich was wert sind, ist Flattr eine gute Bezahlform.
Nur sollte man bedenken, dass z.B. Kreditkartenfirmen 3 bis 4 Prozent vom Anbieter einfordern. Und diese Firmen müssen eine weitaus größere Infrastruktur inklusive Kartenausgabe bereit stellen. Dies nur mal als Vergleich.
Daher sind die einbehaltenen 10 Prozent sehr hoch und rein willkürlich angesetzt.
15.08.2010 15:34 Uhr
von Gringo:
Kritik, Relativation und Lob:
10% ein zu behalten, finde ich für einen Online-Dienst auf den ersten Blick auch sehr viel. Werde mich mal informieren, ob es Stellungnahmen dazu gibt, wodurch das gerechtfertigt wird. Kosten werden für Flatr definitiv genug anfallen. Bleibt zu klären wie viel Umsatz dennoch über bleibt (besonders bei steigender Nutzerzahl und somit steigenden Beträgen). Vielleicht wird der Betrag auch noch nach unten angeglichen, wenn der Laden erstmal richtig läuft.
Aber zum Vergleich: Ob Kirche, DRK, Miserio oder sonst wer, 5% bis 15% der erhaltenen Spenden werden als Verwaltungskosten Einbehalten. Das ist ganz normal.
Wer seine Flatr-Beträge also als Spende versteht und den Flatr-Dienst als Mittelsmann für Spenden, sollte sich mit diesem Rahmen abfinden können.
Wer Flatr als "Payment Processor" (wie zB. Paypal, Moneybrokers etc.) sieht, sieht bei genauerer Studie der Gebühren anderer Dienste einen ähnlichen Rahmen.
Somit bleibt für mich die Auffassung, dass es sich hier um einen innovativen Dienst handelt, der die Netzkultur nachhaltig prägen könnte und durchaus eine Daseinsberechtigung (mit samt den Gebühren) hat.
Lob auch an die gute alte Tante Taz, die dieser verrückten Idee der jungen Schweden eine Chance gegeben hat. Man muss neuen Problemen eben mit neuen Lösungen entgegen treten.
Ich hoffe inständig, dass es sich einbürgert für einen guten Artikel ein paar Cent springen zu lassen.
Cheers, Gringo
14.08.2010 09:03 Uhr
von Was bei Flattr fehlt:
ist die Möglichkeit, den Leser mieser Artikel für die geraubte Zeit über einem weiteren Button direkt zu entschädigen.
13.08.2010 09:49 Uhr
von Mikw:
Mir fehlt die Information, das Flattr 10% an Gebühren einbehält (siehe Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Flattr#Geb.C3.BChren). Ansonsten ist das ganze Modell natürlich fantastisch, aber 10% ist schon eine ganze Menge wenn man sich die Summe mal vorstellt.
Unklar ist auch, ob diese Gebühr nach der Betaphase fortbesteht oder nicht. Aber das Betaphasen durchaus ein paar Jahre dauern können zeigt Google.
***Anm. der Redaktion: Das mit dem 10% steht im Kasten zum Text. Aber vielleicht kommt es nicht genug raus, wir präzisieren die Formulierung gleich noch mal...
13.08.2010 08:35 Uhr
von Stefan:
Ich möchte an dieser Stelle ein ganz dickes Lob an die Taz-Onlineredaktion für das Erkennen des Potentials von Flattr aussprechen!
12.08.2010 16:13 Uhr
von Matthias:
Mittlerweile ist es auch auf dem Flattr-Blog offiziell.
12.08.2010 15:27 Uhr
von N.N.:
Ein Absatz zum Thema Datenschutz wäre hier vielleicht
angebracht, aber das könnte ja den Erfolg von flatr
schmälern:
Jeder Nutzer muss ein Cookie von Flatr akzeptieren, womit
die Entscheidung für eine Unterstüzung zugeordnet werden
kann - alternativ jedes Mal eine Anmeldung. Weder der
Kunde (hier: die Taz) noch der Unterstützer (Leser mit
Flatr Account) hat je einen Anspruch darauf, dass die durch
ihn erzeugten Daten - bei den Lesern sind das aussagekräftige Profile - gelöscht werden.
Die erhobenen Daten unterliegen auch NICHT dem vergleichsweise strengem deutschen Datenschutzgesetz.
So positiv der Ansatz ist, hat er doch fragwürdige Nebenbedingungen, die wohl nur von Einkaufspunkte-Sammlern
akzeptiert werden.
12.08.2010 15:13 Uhr
von Fotograf:
Gratulation zu den Flattr Einnahmen im Juli (Tendenz stark steigend), das macht schon fast eine halbe Stelle in Eurer Redaktion. Hoffentlich ermöglicht Euch das endlich zunehmend auch Autorenfotos einzukaufen, statt der üblichen Agentur Bilder ...
12.08.2010 15:09 Uhr
von Pope Epopt:
Also - 10% Transaktionskosten - daß ist nicht so slecht. Ich war bevor unsicher. Es scheint mir dass Flattr ideal für (wie ich) die Ausland und Gelegentlicherlesershaft bin.
Ich werde Flattr anmelden und benutzen, Taz zu unterstützen.
12.08.2010 15:01 Uhr
von Müller-Schmidt:
Vielleicht die beste Möglichkeit, im Internet Geld zu verdienen. Ja. Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Vor allem stellt sich aber die Frage, wer wirklich damit Geld verdient. Denn wenn das System läuft, profitiert nur einer: Flattr. Niemand stellt eine Spendendose auf und zahlt freiwillig 10% an den Hersteller der Büchse. Aber im Internet, da geht das, denn Flattr-Nutzer sind die, die niemals wirklich spenden würden. Sonst bräuchten sie Flattr schließlich nicht. Und wenn niemand mir für meine "ehrenamtliche" Tätigkeit Geld überweisen will - dann ist ihm die Arbeit eigentlich auch gar nichts wert. Hauptsache das Gewissen ist erleichert. Armes Internet, die guten Tage sind längst vorbei, dafür brauchte es nichtmal Ursula.