Forscher über Westerwelle
"Er ist noch Oppositionspolitiker"
Ist er ein Meister der politischen Kommunikation oder interpretiert er seine Rolle als Außenminister falsch? Kommunikationswissenschaftler Patrick Donges über Guido Westerwelles Mangel an Sachlichkeit.von Luise Strothmann
Leserkommentare
16.03.2010 15:39 Uhr
von grosser Junge:
Eigentlich ist es geradezu tragisch, dass ein so talentierter Oppositionslautsprecher, dadurch dass er so talentiert war die Seite wechseln musste und nun wie ein kleiner Junge, der sich etwas so lange gewünscht und nun bekommen hat, nichts damit anzufangen weiss.
Zu unser aller und zu seinem eigenem Wohl sollte er wieder die Seite wechseln und das tun was er (für uns schadloser) kann. Nämlich ohne dass er die Konsequenzen verantworten muss - laut sprechen.
16.03.2010 14:40 Uhr
von Staatsbürger:
Unser Aussenminister bedient das Potential einer möglichen rechten Protestpartei. Nur sind die Schwachen auf denen man total mutig herumtrampelt nicht Einwanderer sondern Arbeitslose. Dass empirisch der ganze liberale Unsinn die deutschen Probleme wie unterfinnazierem Staat, Spaltung der Gesellscahft, zu geringe Bilgungs und Humankapitalinvestitionen nur noch weiter verschärft, steht mal wieder nicht zur Debatte. Die deutsche Politik besteht seit Jahrzehnten aus der angebelich notwendigen Liberalisierung, die auch durch Rot, Grün und Schwarz betrieben wird, sowie Diskussionen um Medienstrategie, Machtpoker und Koalitionshoroskope. So wird das nix mehr.
16.03.2010 14:23 Uhr
von Wolfgang:
Alle Politiker haben eins gemeinsam: das Gefühl und Gespür der Macht.
Gefühl und Gespür ist in Ordnung, Dummheit allerdings nicht.
16.03.2010 13:59 Uhr
von Nordwind:
Soweit der Kommunikationswissenschaftler.
Von größerer Bedeutung wäre eine sozialpsychologische Analyse unseres narzistischen Vizekanznich.
16.03.2010 13:16 Uhr
von Stefan Thiesen:
Gelassenheit sollte ein Außenminister und Vizekanzler an den Tag legen. Vor allem Ruhe und Gelassenheit. Westerwelle wirkt seit dem Antritt seines Amtes ständig genervt und defensiv. Warum?
Was mich wiederum nervt, sind die kleinen Diskrepanzen zwischen Anspruch und Wirklichkeit in Reden und Leben des Herrn Dr. W. Wer von "Leistung muß sich lohnen" spricht, es zugleich aber gewohnt ist, zwei oder mehr Monatsgehälter eines Entwicklungsingenieurs für einen kurzen Vortrag vor Unternehmervertretern zu bekommen, der hat in meinen Augen die Deutungshoheit nicht wirklich verdient. Ebensowenig wie das Geld für den Vortrag. (P.S.: Ich machs für die Hälfte! Allerdings erzähle ich andere Sachen...).
Dr. T.
16.03.2010 13:06 Uhr
von end.the.occupation:
>> Kurt Beck da mit hinein zu ziehen, war zum Beispiel nicht professionell, weil sehr durchschaubar.
Überhaupt nicht. Schliesslich hat das dazu geführt, dass dieser Teil der Kampagne eingestellt wurde.
Offensichtlich, weil es zur Norm in diesem Lande gehört, dass Spitzenpolitiker gute Freunde - Grossspender - aus der Wirtschaft mitnehmen, wenn sie auf Reisen gehen. Konzeptionell gibt es keinen Unterschied zu Rüttgers Club: "Gib mir Geld/Spenden und ich verschaffe dir dafür Aufträge."
Diese Form der Korruption exisiert allerdings keineswegs nur für Konzernbosse und Manager - sondern in noch viel schlimmerer Form für Journalisten. Der Deal lautet hier: "Wenn du positiv über mich schreibst, dann nehme ich dich mit auf meiner nächsten Auslandsreise." - wobei das sicher nicht die einzige Vergünstigung ist, auf die Journalisten hoffen können.
(Diese Art von Gefälligkeiten ist weit verbreitet. Israel zum Beispiel ködert angehende Journalisten - mit amtlich-deutscher Unterstützung im übrigen - mit sehr kostengünstigen 'Informationsreisen', bei denen die Damen und Herren auf das zuvorkommendste behandelt und gründlichst in das isr. 'Narrativ' eingetaucht werden. Der ein oder andere Alibi-Araber dient dabei ggf. zur Stärkung der Glaubwürdigkeit.)
Während Firmen im Prinzip auch ohne die Geschäftanbahnung durch Westerwelle et al. existieren können - ist die Sache für Journalisten ein klein wenig anders, da ihr Marktwert ziemlich direkt vom Zugang zu den Mächtigen abhängt.
Die Korrumpierung von Journalisten ist jedoch typischerweise ein Non-Thema in der Branche.
16.03.2010 13:03 Uhr
von Gunter:
Wenn ER ein Meister der politischen Kommunikation ist, warum ist DER dann so dermaßen unbeliebt ?
16.03.2010 12:22 Uhr
von FRITZ:
Das Problem scheint mir, dass die CDU und insb. die CSU noch der großen sozialdemokratischen Kuschelkoalition nachhängen. Somit ist Koalitionspolitik aus Sicht der FDP notwendigerweise Oppositionspolitik gegen den eigenen "Partner" und - noch weiter links - den Rest des Parteienspektrums. (Dass die FDP momentan ganz alleine - am richtigen Fleck - steht, sieht man schon daran, dass der alte Konsens aufgebrochen wurde, wonach man Außenminster auf Reisen nicht attackiert.)
Erst wenn der quartalsirre Herzjesu-Sozialist in München abgesägt wurde, wird es in der Koalition Ruhe geben. Der kann es nicht verwinden, dass er mit der FDP regieren muß und da er eine narzistische Persönlichkeitsstörung hat, muss ganz Deutschland mit leiden.
16.03.2010 12:19 Uhr
von t-claudius:
"Er ist noch Oppositionspolitiker" - und hoffentlich auch bald wieder. Liegt ihm ja offensichtlich sowieso besser.
16.03.2010 12:17 Uhr
von reblek:
Ich werde nie verstehen, warum jemandem, der in Opposition ist - oder in dem, was dafür gehalten wird -, eine gewisse Maßlosigkeit zugestanden wird. Es handelt sich dabei schließlich um Unglaubwürdigkeit, wenn derselbe Mensch in der Regierung auf einmal anders redet und handelt.
16.03.2010 12:11 Uhr
von Denkmal:
Der Ton der Arroganz.
Durch Unsicherheit mangels Kompetenz und geistiger
Reife kann in Anforderungssituationen ein
Kompensationseffekt entstehen. Dies ist bei Westerwelle offenbar der Fall. Er ist ein Kompensationstyp, der sich momentan nur noch in
aufgeblähter Arroganz und Selbstüberschätzung äußert. Der Selbstreflexion unfähig befindet sich Westerwelle in einem Verblendungszustand, der auch
wohl früher schon die spätrömische Dekadenz befallen hat. Es scheint für Westerwelle die Frage nach dem eigenen Schneid,den er sich von den anderen nicht nehmen lassen will, wichtiger zu sein als Fairness,
welche ja mal die Möglichkeit bieten würde, eigene
Fehler einzugestehen.
Westerwelle ist der diplomatischen Kommunikation
unfähig. Dieses widerum ist für Deutschland untragbar
weil gefährlich !
16.03.2010 11:49 Uhr
von Michael:
Guido Westerwelle ist kein Diplomat, von Hause aus, sozusagen. Wer da vorbelastet ist, weiß sich sinnvoller und klüger zu verhalten. Intelligenz ist schön, Klugheit kriegt man anders vermittelt oder man hat sie einfach. In diesem Beispiel eines Außenministers scheint Bildung an einigen Stellen zu fehlen, finde ich. Davon abgesehen ist Stimmungslage und Frustrationstoleranz dem Gesicht dieses Menschen im Laufe seines Lebens regelrecht eingeprägt worden. Herr Westerwelle kämpft offenbar auch mit ganz anderen Problemen als bloß mit politischen, sehr angestrengt, wie wir alle dann und wann, aber in diesem Gesicht lese ich ganz viel Widerstand gegen Veränderungen. Man muß kein Buddhist sein, um das mit der heutzutage manchmal nötigen Gelassenheit und Entspanntheit erkennen zu können. Hoffentlich mischt sich dieses Auftreten nicht bald noch mit einer Opferhaltung, die einem wirtschaftlich starken Land bei internationalen Geschäften nicht gut täte, denke ich. Guido Westerwelle ist in der Öffentlichkeit nicht gerne, aber er wünscht es sich so sehr, scheint mir.
16.03.2010 10:52 Uhr
von mit Majo:
Vor allem ist Westerwelle ein Lobbyist und ein Snob, Hauptsache seiner Aktivitäten sind seine Wahlkampfspender und deren Pfründe.