• 30.12.2009

Finanzkrise in Dubai

Übermorgenland ist abgebrannt

Das Märchen vom arabischen Wunderland ist vorbei. Dubai ist inzwischen das Land mit der weltweit höchsten Pro-Kopf-Verschuldung.von Karim El-Gawhary

  • 01.01.2010 13:25 Uhr

    von Kamil:

    Ich muss hier ein wenig Einspruch erheben: Politisch war Abu Dhabi immer das Zentrum der Emirate und die Nahayan-Familie agiert schon seit jahrzehnten - auch international - sehr überlegt
    Es war am Golf auch nie ein Geheimnis, dass Dubai leiht und Abu Dhabi finanziert oder investieren kann.
    Viel wichtiger ist es, sich zu vergegenwärtigen, dass Dubai in der Arabischen Welt ein Beispiel für ein anderes Wirtschaftssystem gewesen ist. Ich vermute Dubai wird es bleiben, aber das weiss momentan niemand. In Dubai war es komplett anders als in anderen Arabischen Staaten. Es ging hier auch Können, Fleiß und Vision, weniger um Beziehungen, Klans und geerten Reichtum - natürlich, die Maktums waren die Könige und Milliardäre, aber es gab wirklich Chancen für viele Menschen und die gibt es in den meisten arabischen Staaten nicht.

  • 01.01.2010 13:22 Uhr

    von Oberbayer:

    Der Emir von Dubai, Muhammad Bin Raschid al-Maktum, weilte bisher in den Sommermonaten zusammen mit seinem Anhang in der bayerischen Landeshauptstadt ... nur diesen Sommer blieb er im heissen Süden. Angeblich war es die Angst vor der Schweinegrippe - ich glaube eher, dass der Emir schon im Sommer das drohende Unheil aufziehen sah.

  • 31.12.2009 10:46 Uhr

    von justus:

    Auch wenns Euch Ewig-Linken nicht passen mag: wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung vollzieht sich nun mal in Wellen (oder Wogen), geht also mit Abwärtsentwicklungen, ggf. auch "Krisen" einher, das war auch schon vor 300 oder 3000 Jahren so, und es bleibt anerkennenswert, dass Dubai sich entschlossen hatte, in eine Perspektive jenseits des Ölhandels, nämlich Entwicklung von Infrastruktur, zu investieren. Dass die Nummer mit den Palmeninseln oder Luxushotels totaler Quatsch ist und nichts mit nachhaltiger Entwicklung zu tun hat, hätte ein seriöser Investor vorher erkennen können, ja aber die Gier. Also: es werden auch genügend der gescholtenen Investoren einige hundert Millionen Dollar im Sand und Golf versenkt haben (das hätte in wichtigere Projekte gesteckt werden können, und das ist das eigentliche Problem....). Dass auch Kapitalisten Verluste machen, könnte Euer borniertes Weltbild aber ins Wanken bringen, oder?

  • 30.12.2009 23:42 Uhr

    von Martin Kleefoot:

    Seit dem Turmbau zu Babel wurde leider nicht dazugelernt und wieder mit maßloser Selbstüberschätzung auf Sand gebaut.

  • 30.12.2009 16:26 Uhr

    von Haluk Şişman:

    Noch ein Beispiel ger Globalisierung. Die TAZ sollte vielleich auch mal berichten, unter welchen Bedingungen auslaendische Arbeiter in Dubai diese Bauarbeit leisten: Ihnen werden nach Ankunft die Paesse weggenommen, sie hausen zu zehnt in kleinen Wohnungen, haben keinen Urlaub und manche begehen Selbstmord.
    Der arabische Mittelalterfaschismus zahlt mit dieser Krise seinen Preis.
    Allahuekber!

  • 30.12.2009 14:50 Uhr

    von Daniel:

    Ich würde jede Wette eingehen, dass Dubai für die nächsten 10+ Jahre in der Bedeutungslosigkeit verschwindet. Es gab genügend ähnliche Beispiele, u.a. Ägypten, wo teilweise eine Bauruine neben der anderen steht.

    Aber der Ausverkauf der Welt ist doch interessant:
    So kann man in England mittlerweile fast alles inklusive Brücken und Straßen kaufen, in Deutschland wird seit Jahren immer mehr Staatseigentum verkauft und Dubai kann man ja schon fast als Komplettpaket haben. Es ist ekelerregend, wie sich alle bei den Investoren anbiedern, frei nach dem Motto: "Nimm mich, ich bin die billigste."

  • 30.12.2009 13:01 Uhr

    von frischer:

    Na wunderbar - es geht weiter mit Vollgas in die Sackgasse.
    Wenn CDU/CSU/FDP hierzulande ein "Wachstumsbeschleunigungsgesetz" auf den Weg bringen, weiß der geneigte Leser, das der Neoliberalismus nichts gelernt hat - wie sollte eine totalitäre Ideologie auch dazu lernen, schließlich haben die Neonazi auch nix gelernt.
    "Vertraue auf Gott" - herrlich! Das sagt man immer, wenn man weiß, dass es erst noch richtig bitter kommt.

  • 30.12.2009 12:50 Uhr

    von Steffen:

    Hä, was ist denn mit euch taz-Redakteuren heute los? Wieso schreibt Ihr so kritische und lesenswerte Artikel?
    Habt Ihr etwa den alten Muff rausgeschmissen?

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