• 20.09.2008

Seit es die RAF gibt, gibt es Filme über die RAF. Damals wie heute ist es schwer, sich den Affekten zu entziehen, die mit ihnen einhergehen. Traumata verschwinden, wenn man lange genug drüber redet.

Der Spuk geht weiter

KOMMENTARvon Cristina Nord

  • 22.09.2008 11:57 Uhr

    von andree:

    sorry, bin in eile und in griechenland ,-)

    ein sehr schoener kommentar ist in der ZEIT zu lesen von Gerhardt Baum ...

    den film werde ich! mir auf keinen fall ansehen!

    liebe gruesse

  • 20.09.2008 11:55 Uhr

    von Peter Alexa:

    Jetzt dreht er ganz ab, der "kleine Napoleon".

    "Stefan Aust war auf RAF-Todesliste
    Der ehemalige „Spiegel“-Chefredakteur Stefan Aust ist sich offenbar sicher, dass die erste
    Generation der RAF einen Mordanschlag auf ihn plante. Der Zeitschrift „Vanity Fair“ erzählte
    Aust laut Vorabmeldung vom Dienstag von einem entsprechenden Vorfall aus dem Jahr 1970."

    Obwohl ich der Meinung bin, das die Persönlichkeit eines Menschen durch seine Sozialisation,
    nicht durch die Genetik geprägt wird, halte ich Stefan Aust für die Ausnahme, die die Regel bestätigt,
    dieser Mann muss schon als Wichtigtuer auf die Welt gekommen sein.
    Als potentielles RAF Opfer in der ersten Liga, neben den großen wie Buback und Schleyer
    stehend, gerade noch mal davongekommen, endlich wirklich wichtig.
    Wenn an seinem zusammenphantasierten Szenario überhaupt etwas dran sein sollte, wird es
    wohl eher so ausgesehen haben, das einige Genossen seine Großmannssucht und Geschwätzigkeit nicht mehr ertragen
    haben und ihm ein paar scheuern wollten.

    "Aust erklärte den geplanten Anschlag auf ihn so: "Vermutlich nahmen Baader und Co. an, ich wüsste so
    viel über die Gruppe, dass ich für sie gefährlich werden konnte». Stefan Aust gilt als Experte für die
    RAF. Bekannt wurde er auch durch sein Buch "Der Baader-Meinhof-Komplex", das nun zum Kinofilm
    über die Rote Armee Fraktion in einer überarbeiteten Neuauflage erscheint."

    Das soll Authentizität vermitteln und wäre als Werbung für sein Buch "mein Baader Meinhof Komplex" und
    den darauf beruhenden im Vorfeld hochgelobten Film, mit dem gleichen Titel, der erst die deutschen Kinos
    und später die Wohnstuben erobern soll, sicher nicht dumm. Vorausgesetzt es trifft auf die Ohren und Augen
    eines Publikums, das so Mainstreamverblödet ist, das es Andreas Baader für die Inkarnation des Bösen,
    Hans Martin Schleyer für den Mahatma Ghandi der deutschen Industrie und Helmut Schmidt für einen Demokraten hält.

    Sein selektives Verhältnis zur Wahrheit zeigt sich auch in der Affinität zur Figur des Verräters, als Kronzeuge
    für seine Sicht der Geschichte. Peter Jürgen Boock, bei Aust unter Exklusivvertrag und ihm durchaus seelenverwandt,
    bringt das Kunststück fertig mit niedergeschlagenem Dackelblick Reue zu zelebrieren und gleichzeitig mit leuchtenden
    Augen und Eifer über seine Rolle bei der Schleyer Entführung zu reden.
    Diese Art Chamäleon dient Herrn Aust als "verlässliche Quelle", wenn er über die inneren Befindlichkeiten der RAF
    berichtet und versorgt ihn mit den jeweils "neuesten Erkenntnissen", je nach konjunktureller Lage.
    Selbst die Bundesanwaltschaft winkt inzwischen ab, wenn sie den Namen Boock hört, das will bei einer
    Behörde, die selbst einen Schimpansen als Kronzeugen akzeptieren würde, wenn es ihren Zwecken dient, was bedeuten.

    Wenn man Behauptungen aufstellt, die dem herrschenden Zeitgeist den Bauch pinseln, werden diese begierig aufgenommen und entfalten alleine durch ihre massive mediale Präsenz eine Wirkung, unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt und ihrer Verifizierbarkeit.
    Zum momentan herrschenden Zeitgeist gehört es, jeden emanzipativen Prozess der Nachkriegsgeschichte auf seine Denunzierbarkeit und Umkehrbarkeit abzuklopfen.
    Wenn man beim erklimmen der Karriereleiter dem herrschenden Zeitgeist soweit in den Hintern kriecht, das nicht mal mehr die Nase rausguckt, kann man auch glauben das jeder Wind der ihm entfleucht der Duft der Freiheit ist.

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