Seit 1998 gab es mehrere offizielle Exorzismen in der katholischen Kirche Deutschlands - aber noch viel mehr inoffizielle. Denn die Nachfrage nach Teufelsaustreibungen steigt.von Philipp Gessler
Für taz-Verhältnisse ist der Artikel halbwegs neutral gehalten; im Gegensatz zu Kommentar meines Vorredners...
Unstrittig ist doch die geradezu epedemisch ansteigende Zahl anerkannt unheilbar psychisch Kranker. Hinzu kommt noch eine Dunkelziffer von bisher nicht auffällig gewordenen..
Man mag sich in diesem Zusammenhang einmal den wachsenden Erfolg des Wacken open-air Festvall samt grassierender Satanismus Szene vor Augen führen.
Zuständigkeitshalber kann Kirche, welcher Konfession auch immer, sich hier nicht drücken, zumal die Psychiarthrie weder eine plausible Diagnose geschweige denn einen Therapieansatz liefern kann. Das Problem allerdings ist, daß Kirchenvertreter berechtigtermassen Angst haben sich hier zu exponieren, da sie kein "Qualitätsmanagement" für Dämonenaustreibungen haben, was schon mit der Verwirrung bei Begrifflichkeiten beginnt. Es fehlt eine Datenbank zur wissenschaftlichen Auswertung von Austreibungen / Versuchen mit Aussagen auch über die Nachhaltigkeit der Maassnahme.
Am Rande erwähnt sei, daß die anthroposophische Medizin mittels Homoöpathie (z:B. Sulphur) einen alternativen Ansatz liefert.
Das Problem ist m.E. zu ernst, um es reisserisch zu behandeln oder zum Ziel von Spottattacken zu machen.
01.10.2008 10:23 Uhr
von Martin:
Das dürfte auch eine direkte Folge der Welle des Hochjubelns des Glaubens sein. Wo etwas derart absurdem, banalen und flachgeistigem wie der Religion -und insbesondere der katholischen Variante- dauernd mit Schwällen von Worthülsen und den immergleichen Assertionen etwas "Substantielles" und "Tiefes" angedichtet wird, da wundert das dann halt nicht. Insbesondere bei dem Ausmaß, in dem dieses von den Medien unkritisch übernommen wird. Wundern tut das nicht, erlaubt doch der Glaube selbst dem hohlsten Schwurbler, sich ohne Mühe und geistige Anstrengung oder Leistung , einfach qua Assoziation, sich auch als irgendwie "tief" und "feinsinnig/vergeistigt" dartzustellen.
Wo der Dummheit und Irrationalität ständig beliebig positive Eigenschaften angeschwafelt und die Rationalität diffamiert wird, da gedeiht halt auch Dummheit und Irrationalität.
Mit -auf Dauer- natürlich auch den entsprechenden gesellschaftlichen Folgen der gesellschaftlichen Verrohung, Verblödung und Primitivierung. Wunderschön im letzten Jahrzehnt an der Entwicklung der US-Gesellschaft nachzuvollziehen.
Leserkommentare
01.10.2008 12:18 Uhr
von Götz Niemann:
Für taz-Verhältnisse ist der Artikel halbwegs neutral gehalten; im Gegensatz zu Kommentar meines Vorredners...
Unstrittig ist doch die geradezu epedemisch ansteigende Zahl anerkannt unheilbar psychisch Kranker. Hinzu kommt noch eine Dunkelziffer von bisher nicht auffällig gewordenen..
Man mag sich in diesem Zusammenhang einmal den wachsenden Erfolg des Wacken open-air Festvall samt grassierender Satanismus Szene vor Augen führen.
Zuständigkeitshalber kann Kirche, welcher Konfession auch immer, sich hier nicht drücken, zumal die Psychiarthrie weder eine plausible Diagnose geschweige denn einen Therapieansatz liefern kann. Das Problem allerdings ist, daß Kirchenvertreter berechtigtermassen Angst haben sich hier zu exponieren, da sie kein "Qualitätsmanagement" für Dämonenaustreibungen haben, was schon mit der Verwirrung bei Begrifflichkeiten beginnt. Es fehlt eine Datenbank zur wissenschaftlichen Auswertung von Austreibungen / Versuchen mit Aussagen auch über die Nachhaltigkeit der Maassnahme.
Am Rande erwähnt sei, daß die anthroposophische Medizin mittels Homoöpathie (z:B. Sulphur) einen alternativen Ansatz liefert.
Das Problem ist m.E. zu ernst, um es reisserisch zu behandeln oder zum Ziel von Spottattacken zu machen.
01.10.2008 10:23 Uhr
von Martin:
Das dürfte auch eine direkte Folge der Welle des Hochjubelns des Glaubens sein. Wo etwas derart absurdem, banalen und flachgeistigem wie der Religion -und insbesondere der katholischen Variante- dauernd mit Schwällen von Worthülsen und den immergleichen Assertionen etwas "Substantielles" und "Tiefes" angedichtet wird, da wundert das dann halt nicht.
Insbesondere bei dem Ausmaß, in dem dieses von den Medien unkritisch übernommen wird. Wundern tut das nicht, erlaubt doch der Glaube selbst dem hohlsten Schwurbler, sich ohne Mühe und geistige Anstrengung oder Leistung , einfach qua Assoziation, sich auch als irgendwie "tief" und "feinsinnig/vergeistigt" dartzustellen.
Wo der Dummheit und Irrationalität ständig beliebig positive Eigenschaften angeschwafelt und die Rationalität diffamiert wird, da gedeiht halt auch Dummheit und Irrationalität.
Mit -auf Dauer- natürlich auch den entsprechenden gesellschaftlichen Folgen der gesellschaftlichen Verrohung, Verblödung und Primitivierung.
Wunderschön im letzten Jahrzehnt an der Entwicklung der US-Gesellschaft nachzuvollziehen.