Sie kämpfen gegen Emanzipation und Evolutionslehre, Pornografie, Homosexualität und den Islam: Evangelikale Christen sind auf einem Kreuzzug gegen den Zeitgeist in Deutschland.von Wolf Schmidt
Ausgezeichnerter und mutiger Artikel. Wenn sich die TAZ so etwas auch gegenüber dem Islam und den anderen Religionen von vorgestern trauen würde, dann wäre ich sofort ein neuer Abonnent. Die Leserkommentare hier zeigen, wie sehr wir Religionskritik brauchen in Zeiten zunehmender Religiotie.
03.01.2012 13:22 Uhr
von Links-Christ:
Stimmt das Feindbild - stimmt das Weltbild!
Bravo Rechercheur sie haben Klarheit geschaffen, für Beruhigung gesorgt, endlich wissen wieder alle auf welche Seite sie gehören.
Ultrakonservative Fundamentalistische Funktionäre vs. Aufklärerische-Humanistische Modernmenschen
0 : 5
Danke für ihre disjunktive Schranke, sie gibt Übersicht den einfachen Gemütern. Bloss was ist nun mit den "linken" Evangelikalen - Jesusfreaks und Co.? - Auch böse? Bestimmt lassen sich bei diesen Grasswurzelevangolen auch solche Terrorabsichten nachweisen, haben sie doch tatkräftig mit "Linksextremisten" in den letzten Jahren angebändelt? Auch sind sie wohl wie keine andere gesellschaftliche Gruppe einem linken Gutmenschentum zugetan (ist doch die Intention auf der richtigen Seite zu stehen bei beiden Gruppen stark ausgeprägt).
-Sie merken hoffentlich wie plem plem ihre Abgrezungbemühungen und Ordnungsversuche sind. Stellen sie sich der prinzipiellen Offenheit der modernen Gesellschaft, dann braucht es keine Beißreflexe nach außen, um ihr monokausales Weltbild instand zu halten.
Vor der Familie habe ich Respekt, die Kinder werden bestimmt bei der Förderung später mal bessere Texte verfassen.
01.09.2010 12:21 Uhr
von stefanie:
ich finde es sehr traurig solche artikel zu lesen, weil man genau merkt, dass der autor keine ahnung hat von dem was er schreibt. weil er als außenstehender über so eine bewegung schreibt. Natürlich klingt es für jemanden der es nie erlebt hat komisch "eine Beziehung zu Gott zu haben" , aber das ist der wichtigste punkt des christentums. Ich habe eas selbst in meinem leben erlebt und weiß dass es das beste und wichtigste meines lebens geworden ist. ich weiß, es läuft vieles falsch auch unter christen und das hält die leute davon ab Gott wirklich kennenzulernen.
01.07.2010 06:33 Uhr
von Nort:
Nietzsche ist tot.
13.02.2010 07:33 Uhr
von Robinho1:
Die Evangelikalen sind furchtbar ich bin froh wenn endlich die friedliebende Scharia in Deutschland eingeführt wird. Berichten sie doch mal über die evangelikalen Ehrenmorde, Genitalversümmelungen und die unterdrückten Frauen, oh entschuldigung das ist ja die Relligion des Friedens, die die Burka tragenden Taz Redakteurinnen so lieben.
27.01.2010 17:12 Uhr
von Noch so einer aus der Zeit gefallener:
"Religion ist Opium fürs Volk" - Karl Marx
Und die Evangelikale Glaubensströmung ist Opium von einer besonders starken Sorte.
28.12.2009 19:24 Uhr
von sbornni:
Nicht die evangelikale Tunichtgutgemeinde selbst bestimmt was andere für Vielfalt, für differenziert, für gut recherchiert, für thematisch gut ausgewählt ....für ihr genehm gehalten werden soll!!! Sie kann es auch garnicht - mensch!
28.08.2009 08:21 Uhr
von Christof:
Entweder findet Deutschland/Europa zu seinen christlichen Wurzeln zurück, oder es wird islamisch. Traurig, aber wahr.
18.08.2009 15:25 Uhr
von Gesù_per_sempre:
Servus,
ich komme aus dem schönen Nürnberg, und stellt euch vor.. ich gehöre auch zu dieser ominösen Bewegung(-; Wäre cool, wenn ihr auch mal über die Gemeinden in unsere Region berichten könntet!? Immerhin tut sich in unserer Region auch einiges und so hätte euer "Informant" nochmal die Möglichkeit, mehr über das Wesen Gottes zu erfahren und würde vllt. auch mal positiv über uns berichten. Kleiner Tipp - ICF-Nürnberg=sehr pragmatische Predikten, Chapel-Fürth=super Gemeinschaft oder Immanuel-Gemeinde-Nürnberg=klasse Lobpreis, wären ganz gute Anlaufstellen. Also sagt bescheid, damit nicht ausgerechnet, wenn ihr kommt, über den Feldzug gg. andere Weltanschauungen gesprochen wird...
09.06.2009 13:56 Uhr
von Mario:
Sehr geehrte Damen & Herren,
meine Hochachtung vor Ihrem mutigen & kritischen Artikel zu den Evangelikalen. Ich habe bereits erlebt, wie evangelikale Kirchen/ Vereinigungen gegen andere CHRISTLICHE Kirchen/ Vereinigungen GEBETET haben, nur weil diese andere Positionen vertreten und die Evolutionstheorie und den Darwinismus für mit der Bibel vereinbar erklären und Leute, die nicht biblisch leben, wie z. B. Homosexuelle, Abtreibungsbefürworter etc. nicht pauschal einfach verdammen, sondern für diese beten. Evangelikale reagieren meiner Erfahrung nach oft ausgesprochen arrogant, hochnäsig & eingebildet auf Menschen wie mich, die trotz dessen, dass sie Christen sind, das wissenschaftliche Menschen- & Weltbild vertreten. Diese zunehmende Nichtdenker- & Hasserbewegung unter den Christen ist für mich als Insider besorgniserregend. Wer als Christ mit Kreationisten, Evangelikalen & Kompanie nichts zu tun haben will, dem bleiben, meiner Erfahrung nach, nur der (klassische) Katholizismus oder die Orthodoxie. Auch wenn man Gemeinden dieser beiden hier in Ostdeutschland mit der Lupe suchen muss.
Mit Hochachtung vor Eurer Freidenkertum & Eure Wahrheitsliebe
Mario
02.02.2009 22:28 Uhr
von Dude:
Getroffene Hunde bellen... Meinungsfreiheit nehmen die obskureren Strömungen der Evangelikalen doch auch in Anspruch, doch sobald sie für ihre Intoleranz kritisiert werden, wird gleich wieder die Verfolgungskeule ausgepackt (vgl. Markus). Was für ein kompletter Schwachsinn und ein Affront für alle politisch und religiös Verfolgten dieser Welt!
Offenbar haben hier die meisten auch nicht viel von Journalismus verstanden. Der Artikel stellt differenziert und an Fallbeispielen die EXTREMEN Strömungen der Evangelikalen dar. Einen Anspruch, die gesamte Palette evangelikaler Gemeinden, Bräuche und Meinungen abzudecken, kann ich daraus nicht erkennen. Auswahl und Zuspitzung sind gebräuchliche journalistische Stilmittel, die m.E. hier keinesfalls übertrieben eingesetzt werden.
01.02.2009 14:25 Uhr
von Marcus:
Werden die Löwen schon wieder ausgehungert? Jedenfalls scheint es mir so, als ob es einen Teil in der deutschen Öffentlichkeit gibt, der am liebsten wieder die Löwen auf alles los lassen möchten, was sich christlich nennt. Man fängt bei den Evangelikalen an, weil es manche(!) in dieser Bewegung leicht machen, an einen obskuren Haufen fanatisierter Bibelgäubiger zu glauben. Und irgendwann sind dann alle dran, die sich auf Christus berufen, egal welcher Konfession. Interessanterweise geschieht dies im Namen der Meinungsfreiheit und der Demokratie. Man denkt dabei weniger an die Entwicklungen im Dritten Reich als vielmehr im Römischen Reich. Was haben denn diese Christen, denen man am liebsten die Löwen auf den Hals hetzen würde, gemacht, möchte man fragen. Im Römischen Reich haben sie sich einem allseits gültigen Kaiserkult verweigert und ihre Loyalität einem anderen König geschworen, der im Namen Gottes Frieden, Versöhnung, Gewaltlosigkeit und den Einsatz für die Schwachen brachte. Das passte den Herrschenden nicht. Und heute? Da gibt es Christen, die sich dem Tanz um die Götzen Konsum, Geld und Lust verweigern, weil sie einem anderen Herrn folgen. Klar, dass das das den Unwillen derer herausfordert, die mit diesen Götzen Geschäfte machen - gerade auch die Medien. In einer immer mehr gleichförmigen Gesellschaft sind Christen nicht nur Götzendienstverweigerer - sie sind vielfach noch die einzigen, die in der Lage sind, kritisch zu denken und damit ungewollt das Erbe der Aufklärung aufzunehmen und zu verteidigen. Müssen wir Christen uns also wieder auf etwas gefasst machen? Werden die Löwenkäfige bald wieder geöffnet? Trotz allem gilt, was Jesus gesagt hat: Ihr sollt eure Feinde lieben. Segnet sie und flucht ihnen nicht. Das macht den Unterschied.
25.01.2009 14:14 Uhr
von Frank:
Interessanter Artikel, ich bin auch ein Evangelikaler und gehöre auch der Gruppe der Charismatiker an, also der am schnellsten wachsenden christlichen Erneuerungsbewegung weltweit (vergleibar mit Luthers Reformation damals). Naja, was soll ich von dem geschriebenen halten? Es ist so, als wenn ein Grundschüler von den Vor- und Nachteilen des BWL Studiums erzählt. Ich rate euch jemandem Artikel schreiben zu lassen, die zumindest im Ansatz vom Chistlichen Glauben etwas verstehen. Ansonsten redet man wie hier komplett am Thema vorbei, aber das ist ja offensichtlich die Strategie der Massenmedien. Wahrheitsgehalt möglichst niedrig, und Skandalgelaber möglichst hoch. Naja, die Medien haben nun mal eine Macht die sie gnadenlos ausnutzen. Somit wird auch deutlich, dass die Evangelikalen/Charismatiker nicht nur die am schnellsten wachsende rel. Gruppe sind, sondern auch die, die am stärksten unter religiöser Verfolgung leidet, und auch in Deutschland tut man ja alles um mit dieser weltweiten Verfolgung im Einklang zu sein. Macht ruhig weiter so, ihr könnt schließlich nicht anders, und euch ist auch nicht bewußt von welchen Geistern ihr getrieben seit.
22.01.2009 16:13 Uhr
von Nico:
Unausgewogen und tendenziös.
19.01.2009 19:15 Uhr
von Jörg Generotzky:
Liebe taz!
Ich freue mich immer wieder das die Evangelikalen eine Thema für Euch sind. Es macht Spaß die Artikel zu lesen, auch wenn sie nicht unbedingt positiv gemeint sind. Schmeckt der Honig von Fam. Jürgen D.? Christen sind im allgemeinen ökologisch gesinnt, das macht deren Erzeugnisse beliebt. Und hat der Redakteur schon mal im Neuen Testament gelesen? Demnächst findet ProChrist mit Ulrich Parzany statt. Ihr werdet bestimmt darüber schreiben.
Ich lese die Online-Taz gerne weil sie immmer eine interessante Sicht über politische und gesellschaftliche Ereignisse hat. Gruß Jörg
16.01.2009 16:42 Uhr
von Daniel Renz:
Auf Ideologie (ja, die gibt es in der Tat auf evangelikaler Seite!) mit Gegen-Ideologie reagieren... Schade, Herr Schmidt! Damit haben Sie eine weitere Chance zum konstruktiven Dialog vertan.
16.01.2009 10:24 Uhr
von Eli:
Ich muss wie schon viele Kommentatoren vor mir noch mal die schlechte journalistische Arbeit von Herrn Schmidt ansprechen.Unvoreingenommene Recherche ist etwas anderes. Das christliche Werte auch heute noch eine Richtlinie sein sollten, muss eigentlich jeder friedvolle Atheist, der sich mit dem Thema auseinandergesetzt hat, eingestehen. Extreme sind nie gut.
14.01.2009 21:21 Uhr
von T, Krüger:
Die Evangelikalen sind auf dem Vormarsch?! - und das ist gut so!
13.01.2009 19:54 Uhr
von sapere aude:
@Matthias S.: "Als Evangelikaler kenne ich in der Tat viele der problematischeren Zweige der evangelikalen Bewegung." Also hoffentlich auch - geistlichen Mißbrauch - selbsternannte "Pastoren", "Propheten" und Führergestalten - "Campus Crusade (!) for Christ" - "Der Heilige Geist hat mir gesagt" und dann folgen wahlweise Spendenaufrufe, Heiratsanträge oder schlimmere Aufrufe ... - Die NPD soll verboten werden. Kann man drüber nachdenken (wenn sie denn mal wider eine eigenständieg Partei ist und sich staatl. Organe aus ihr zurück gezogen haben). Scientology wird beobachtet und erhält nicht den Rang einer Kirche. Aber was sich so im evangelikalen Gewässer tummelt an Gehirnwäsche, psychischen Tricks und religiös/geistlich untermauertem Druck, wird seit Jahrzehnten toleriert! In der Rückschau bin ich sehr froh, dem neo-pietistischen, evangelikalen, charismatischen Mischmasch entkommen zu sein. Was dort geschehen ist und inzwischen als Materialsammlung einige Leitz-Ordner und CDs füllt, dürfte dem - freilich sehr harten - Anliegen von "Manga" entsprechen: Was sich unter dem Dach der Glaubensbewegung Deutsche "Evangelische" Allianz verbirgt, gehört beobachtet. @Tobias "objektivere Berichterstattung über die christliche Szene wünschenswert." Es geht nicht um die "christliche Szene", sondern um den evangelikalen Marsch durch die Institutionen. Die christliche Szene ist - dem gesunden Menschenverstand sei es gedankt - wenn sie bei guter Gesundheit ist ruhig, gelassen, kritikfähig, heiter und fröhlich. Was der Auot hier - gewiß zugespitzt - beschreibt, sind alles keine Ausnahmen.
13.01.2009 17:22 Uhr
von Tobias:
Leider funktioniert der Artikel wieder mal nach der schon so oft gelesenen Machart: Einige Extrembeispiele werden zusammengewürfelt und mit journalistisch fragwürdigen Elementen aufgefüllt die nichts mit einer objektiven Berichterstattung zu tun haben. Lang und breit wird beispielsweise über das verfassungsgefährdende Problem der Homeschooling Familien hergezogen, dabei braucht man nur die Grundbegriffe der Prozentrechnung um heraus zu finden, dass 500-1000 Homeschooling Familien bei geschätzten 2.5 Mio. Evangelikalen in Deutschland nun wirklich ein Randphänomen und noch lange kein Grund zur Sorge sind! Aber der typische taz Leser liest solche Artikel halt gerne, da er seine vorgefertigte Meinung darin bestätigt findet, und nebenbei noch ein wenig über Amerika herziehen kann. Ebenfalls unglaublich wie dieses eine abgesagte Seminar zum Thema Homosexualität in verschiedenen Artikeln immer wieder auftaucht. Ob Spiegel Online oder taz dieses Seminar ist Grund genug die Gesinnung der Evangelikalen Funktionäre als verfassungs-, demokratie- und schwulenfeindlich hinzustellen. Aber was ist bitte so schlimm daran ein Seminar mit dem Titel „Wege heraus aus homosexuellen Empfindungen“ anzubieten? Das heißt doch nicht gleich, dass Schwule diskriminiert oder ausgegrenzt werden sollen. Aber könnte es nicht tatsächlich sein, dass es Leute gibt, die vielleicht wirklich Wege aus ihren homosexuellen Empfindungen suchen? Was ist denn mit denen? Muss es eine freiheitliche Demokratie nicht auch aushalten, wenn solche Seminare angeboten werden? Muss bei aller Toleranz und Akzeptanz gegenüber Homosexuellen nicht auch die Möglichkeit einer unglücklichen Homosexualität in Betracht gezogen werden, aus der vielleicht ein Ausweg gesucht wird? Kritisiert wird in dem Artikel außerdem, dass Evangelikale nicht mit dem Zeitgeist gehen. Aber sind denn alle Errungenschaften des Zeitgeistes positiv? Pornografie, Gentechnik etc.? Mit dem Kern des christlichen Glaubens hat der Artikel leider nichts zu tun. Dieser Glaube wird auch, bzw. gerade in Evangelikalen Gemeinden lebendig gelebt. Christlicher Glaube hat mit der vergebenden Liebe Gottes zu tun, damit dass ich vergeben kann, weil mir vergeben wurde, mit Liebe zum Nächsten. Fundamentalismus ist auch beim christlichen Glauben schädlich, in soweit stimme ich mit dem Autor überein, trotzdem wäre eine etwas objektivere Berichterstattung über die christliche Szene wünschenswert. Der Artikel liest sich stellenweise wie der Baader Meinhof Komplex.
13.01.2009 12:39 Uhr
von Matthias S.:
Autsch!
"Die Evangelikalen" anhand einiger weniger Beispiele zu beschreiben, ist schon an sich ein Fauxpas. Die evangelikale Bewegung ist schon in Deutschland unheimlich weit gefächert - politisch, menschlich und theologisch. Das alles in einen Topf zu werfen und mit suggestiven Formulierungen kräftig umzurühren, disqualifiziert den Autor als Journalisten. Als Evangelikaler kenne ich in der Tat viele der problematischeren Zweige der evangelikalen Bewegung. Allerdings ist das alles andere als ihr Mainstream. Es ist unerträglich, dass der Autor offenbar nicht willens oder nicht fähig war, das zu differenzieren. Beispiel: Ein großer Teil der Evangelikalen entspricht dem innerkirchlichen Pietismus, der in Deutschland viele der diakonischen Einrichtungen hervorgebracht hat. Es ist eine Beleidigung, diese Menschen mit einigen wenigen Evangelikalen einfach so zu identifizieren, deren theologische Randpositionen sie u.U. gar nicht teilen.
Aber natürlich ist es einfacher, wirre Extrempositionen darzustellen - frei nach dem Motto "bad news are good news" -, wenn sie auch noch so wenig dem entsprechen, was die allermeisten Evangelikalen glauben und leben.
Über die faktische Uninformiertheit des Informierenden kann ich als Insider nur den Kopf schütteln.
13.01.2009 12:27 Uhr
von Oliver Kröger:
Der Artikel zeichnet wohltuend unspektakulär Tendenzen in verschiedenen christlich-evangelikalen Zusammenhängen nach. Damit ist er deutlich hilfreicher als wesentlich reisserische und ungenau formulierte Artikel von anderer Stelle (z.B. Spiegel Online) Es lohnt sich, genau hin zu schauen welche Ausformungen an christlichen Gemeinden und Zusammenschlüssen es in Deutschland gibt. Damit wäre eine gute Basis für eine gesamtgesellschaftliche Diskussion über die Relevanz und die Ausformungen des christlichen Glaubens gelegt. Diese Diskussion würde - auch wenn Sie möglicherweise für einige schmerzhaft wäre, zu einer differenzierten Wahrnehmung in der Öffentlichkeit führen.
Von beiden Seiten.
Die einen igeln sich mit ihrer Angst vor den Herausforderungen der heutigen Welt in rückwärtsgewandten, religiös-motivierten Perspektiven ein. Die anderen verteufeln jegliche christlich motivierte gesellschaftspolitische Stellungsnahme als Untergang des Aufgeklärten und Abkehr von jeglicher Vernunft in Deutschland.
Beide Tendenzen sind auf Ihre Weise fundamentalistisch!
Zeigen wir, das Diskussions- und Streitkultur möglich ist!
Der christliche Glaube ist so vielfältig und sollte dem Diskurs und der Kritik offen sein. Massenweise wurde in der Geschichte auf hohem Niveau um den christlichen Glauben gerungen! Und es hat ihm gut getan!
13.01.2009 10:05 Uhr
von manuel:
Extrem verzerrter und schlecht recherchierter Artikel. Hier wurde alles so hingebogen, dass es in die Theorie des Authors passt. Irgendetwas muss im Leben des Autors passiert sein, dass er solche Angst vor Christen hat und diese durch falsche "Tatsachen" verbreiten will.
13.01.2009 04:21 Uhr
von Manga:
Herr Schröter, die "Deutsche" Evangelische Allianz ist der Zusammenschluss "deutscher" Evangelikaler so wie in taz berichtet. Das deren Führungsriege, insbesondere deren Geschäftsführer Steeb, dem ultra-rechten Millieu zuzurechnen ist, ist unbestritten. Er betätigt sich bereits heute als christlicher Propagandaminister für das zukünftige Gottesreich Deutscher Nation. In dem natürlich andersgläubige keinen Platz haben. Man beachte hierzu nur die zahlreichen Medien der EAD.
Das er darüber hinaus entgegen der Bibel eine Familie zerstört und auch noch öffentlich im Rundfunk verkündet, dass er eine Mutter unterstützt die ihren 3 Kindern seit Monaten jeglichen Kontakt zum christlichen und in der Mission tätigen evangelikalen Vater verwehrt, nachdem sie die Kinder bereits vor Monaten ohne Kenntnis des Vaters entführt hat, ist eine Tatsache, doch das verschweigt der Biedermann und zehnfache Vater Steeb!
Ein ganz klares Zeichen der Gefahr geht bereits aus der Zensur hervor, die bei den Idea Kommentaren herscht. So wie in fundamentalistischen islamische, bzw. kommunistischen, totalitären Systemen, wird bereits jetzt auf IDEA.de zensiert. Alles was nicht recht(s) ist wird wegzensiert und erscheint nicht als Kommentar. Es wäre wirklich wünschenswert, wenn noch mehr Christen Farbe gegen die totalitären Tendenzen in der EAD und auf IDEA.de bekennen würden - bekanntlich sind das bereits sehr viele, doch leider werden wohl 95% deren Kommentare wegzensiert. Daher sollte jeder zensierte Kommentar nochmals an anderer Stelle diskutiert werden, wie z.B. hier, bei Spiegel.de oder auch in einer Google Group.
Die EAD ist hoch gefährlich und sollte im Grunde vom Verfassungsschutz ebenso beobachtet werden wie fundamentalistische Bestrebungen im Islam und anderswo.
Bezüglich Homeschooling kann ich jedoch auch nur eine ganz klare Empfehlung aussprechen. Es gibt keine bessere Schulform als die der Zwergschulen oder Homeschooling mit ihrem Unterricht in Familiengruppen. Über die Lehrinhalte lässt sich jedoch streiten, da auch ein Christ sich sein eigenes Bild über andere Religionen und auch über Darwins Lehre machen sollte. Sie hiervon Fernzuhalten wäre der eigenen Meinungsbildung nicht zuträglich und würde zudem ganz klar davon zeugen, dass die Evangelikalen selber zweifel an Ihrer Sicht der Dinge hegen und deshalb Angst haben, deren Anhänger könnten "abgeworben" werden durch andere Lehren!
Die Gedanken sind Frei! Und so sollte es auch die EAD, Idea, ProChrist, IGfM usw. und all deren Anhänger halten.
12.01.2009 19:58 Uhr
von sapere aude:
@Bernd Schröter Ja, die "Evangelische" Allianz schmückt sich gern mit dem Blatt der Vielfalt: weltweit und in Deutschland. Sie wird inzwischen jedoch klar von evangelikal-charismatischen Gruppierungen und deren Vertretern dominiert. Punkt. Bei Fragen, wenden Sie sich an (den bzw.) die angeführte Weltanschauungsbeauftrage(n) oder an ehem. Allianzmitarbeiter. De facto fallen deshalb immer mehr Gemeinden, Kirchen und Gemeinschaften raus aus dieser "Glaubensbewegung", die alle(s) "eins" machen will unter Einschluß der unmöglichsten, ja bisweilen die freiheitliche Grundordnung infrage stellende Elemente (wie hat doch die Allianz neulich auf eine Schülerzeitung eingeknüppelt, da dachte ich, ich sitz in einer Zeitmaschine ...) Noch ein Wort zur allg. Verwirrung: Inzwischen spricht die Weltweite "Evangelische" Allianz mit Vertretern des Islam über gemeinsame Werte; dieses Gespräche waren zunächst geheim. Ich frage mich: Welche Werte haben Evangelikale und Muslime gemeinsam ... Honny soit qui mal y pense
12.01.2009 19:44 Uhr
von sapere aude:
@W.Schmidt Ja, vielen Dank für Ihre Anmerkung und auch die damit verbundene Warnung vor falscher Interpretation. Dennoch: Der "Pastor"-Wenz-Clan kann sich ganz gewiß nicht auf Luther berufen. Deren "Abschottung" dürfte wohl u.a. auf einer Römerbriefstelle beruhen: "Stellt euch nicht der Welt gleich" (was spätestens bei den Finanzen dieser "Megachurch" aufhören dürfte - doch das ist ein anderes Thema: "Die evangelikal-charismatische Bewegung und das liebe Geld"). Bei dem was mit Luther in Deutschland so getrieben wurde und wird, glaube ich inzwischen an ein lautes stetig schabend klapperndes Geräusch in Wittenberg, verursacht durch die Realrotation der Gebeine Luthers... Aber bitte bleiben Sie an solchen Themen dran, das ist zwar ein gefährliches Pflaster: Ich selbst habe bei Recherchen in dem Sektor erlebt, dass solche Gruppierungen bereits über stramme "Ordnungsdienste" oder "Security" verfügen.
12.01.2009 19:21 Uhr
von Siegmund Hanschke:
Beim Lesen des überaus langen Artikels verfestigte sich bei mir der Eindruck, da hat einer die gefährlichste Terrorgruppe in Deutschland enttarnt und möchte damit (nur leider auf eine sehr unqualifizierte Art und Weise) die staatlichen Schutzorgane schnellstens zum Handeln zu bewegen. Eine Reihe von Unrichtigkeiten und Fehlschlüssen haben einige Komentatoren bereits aufgezeigt. Ich könnte einige weitere hinzufügen. Möchte jedoch nur auf einen Satz des Schreibers hinweisen, den er nicht so meint, aber wenigstens richtig wiedergibt. Er lautet: "Denn in ihren (hier muss man alle Christen einbeziehen) Augen wird nur erretet, wer Jesus als den Messias anerkennt."
12.01.2009 15:00 Uhr
von Wolf Schmidt:
@ sapere aude
Mag schon sein, dass in Luthers Intention die Zwei-Reiche-Lehre eigentlich "ein Engagement der Christen" nahelegen sollte, wie sie schreiben. De facto wurde sie aber oft anders ausgelegt:
"Die Zweireichelehre geht auf M. Luther ... zurück und war von ihm mit der Absicht der Befreiung der Kirche von weltlichen Rücksichtnahmen und des Staates von kirchlichen Vormachtsansprüchen formuliert worden. Sie wurde eine der wesentlichen Säulen lutherischer politischer Ethik, barg allerdings stets die Gefahr unkritischer Obrigkeitshörigkeit in sich und hat zeitweilig in Teilen des Luthertums zu einem apolitischen Verständnis christlicher Existenz geführt."
(Quelle: Meyers Lexikon)
12.01.2009 14:40 Uhr
von Christoph:
Manchmal verwundert es mich wie schlecht informiert gestandene Journalisten über ein Thema schreiben und es zudem nicht bleiben lassen können mit der Angst zu schüren... Alles über den berühmten einen Kamm zu scheren hat noch nie gut ausgesehen. Insbesondere dann, wenn die Motivation die eigene Weltanschauung ist. Also, ich kann nur jedem Leser empfehlen sich selber ein Bild zu machen und nicht alles zu glauben, was in den Zeitungen geschrieben wird. Frei nach dem Motto: Wer unterscheidet hat mehr vom Leben! Ich hoffe, dass die TAZ journalistisch etwas höhere Qualität zu ihrem Standart macht. Denn sonst tut sie ja nichts anderes, als was den "evangelikalen Christen" vorgeworfen wird: Den Kreuzzug gegen die vermeindlich gefährlichen "evangelikalen Christen" auszurufen!
12.01.2009 13:53 Uhr
von Alicja:
Als hätten die Christen nicht schon genug Mist gebaut in den letzten 2000 Jahren. Und der Kampf geht weiter und weiter, um Macht, immer wieder Macht. Die Bibel wurde anbei so verfälscht, halt geschneidert nach den individuellen Vorlieben der jeweiligen Machthaber damals. Brrrrr ... jedem das seine und bitte keine Bekehrung :)
12.01.2009 13:03 Uhr
von tammy:
Zitat: "Bis zu 4.000 Menschen kommen jedes Wochenende in die Gottesdienste. Im Jahr macht das knapp 200.000 Besucher - und das Gotteshaus zur wohl ersten evangelikalen Megachurch in Deutschland."
Nanu, wie wird das gerechnet? Sind das nicht immer die gleichen 4000 jedes Wochenende! Bei dieser Sorte Religion ist ein Fernbleiben sicher strikt verboten. Damit bleibt es bei einer Mini-Church nicht Mega-.
Trotzdem muss man bei solchen Glaubensvereinigungen wachsam sein - wie bei allen, die Toleranz fordern oder die von Toleranz profitieren, die sie selber nicht im Mindesten bereit sind zu gewähren.
12.01.2009 11:46 Uhr
von Irene:
Wenn religiöse (Wahn)vorstellungen Eingang in die Gesellschaft finden, dann entweder alle oder gar keine. Schließlich wird der Gleichheitsgrundsatz oft genug bemüht.
Ich soll es gutheissen oder zumindest tolerieren, dass es Menschen gibt, die glauben, dass ihr Gott Blutopfer wünscht, ob nun durch Schächten von Tieren oder durch die Verweigerung von Bluttransfusionen. Ich soll es gutheissen oder zumindest tolerieren, dass Frauen sich bedecken, weil sie glauben, dass Gott das so möchte - die züchtige Kleidung von Frauen ist Bestandteil jeglichen religösen Fundamentalismus. Dann kommt es mir auf die Evangelikalen oder auf einen, der ums Leben gern Operierender Thetan bei Scientology sein möchte, auch nicht mehr an.
12.01.2009 11:36 Uhr
von sapere aude:
Also: der Artikel ist gut und hilfreich, keine Frage. Eine Kleinigkeit: die Evangelikalen, bzw. in diesem Fall die Charismatische Gemeinde in Stuttgart haben so viel mit Martin Luther's Lehre zu tun, wie George Bush mit Gandhi's Ansichten. Und die Zwei-Reiche-Lehre Luthers legt ein Engagement der Christen nahe: Sie sollen sich in der Welt sogar "die Hände schmutzig machen", weil sie um die Vergebung wissen: Sie sollen streiten für (echte) Gerechtigkeit und (echten) Frieden und dabei werden sie auch schuldig - also nix mit Abschottung, da hat der Verfasser von Luther keine Ahnung. Vielleicht braucht die taz bzw. ihre Redaktion ein wenig Nachhilfe in evangelisch-lutherischer Christenlehre? Aber ansonsten: Gut so! Und tapfer weiter aufklären über die evanglikal-charismatische feindliche Übernahme des Landes der Dichter und Denker.
12.01.2009 09:05 Uhr
von Victor Becker:
Beängstigend. Bitte mich nicht falsch verstehen. Jeder darf glauben was er will. Sei es an Jesus oder das Flying-Spaghetti-Monster. Aber es kann und darf nicht sein, dass einerseits eine religiöse Vereinigung sich in die Politik einmischt und gleichzeitig gegen Homosexualität wettert und das ganze auch noch so behandelt als sei es eine Krankheit! Wir haben in diesem Land Freiheiten die lange erstritten wurden. Sei es das Recht für Schuwle sich auf der Straße zu zeigen, für Frauen zu arbeiten oder eben eine Bildung zu erlangen die auf Wissenschaftlichen Grundlagen basiert. Wie weit ist es noch bis die fehlgeleiteten oder Ungläubigen mit Druck missioniert werden?
Für mich ist das ganze eine Entwicklung die man genau im Auge behalten sollte!
12.01.2009 08:36 Uhr
von MichaelS.:
Herzlichen Glückwunsch Herr Schmidt. Da mußte wohl jemand das Trauma seiner Tübinger Studienzeit loswerden. Oder wie sonst kann man so unrefklektiert über so ein komplexes Thema reden. Zugegeben, seid "Sakrileg" und Co. lassen wir uns mit den klassischen Verschwörungs-Themen der großen Gottes-Demagogen nur allzu gern den Sonntag versüßen (Herr Baake, der heimlich mit der "Pfarrerstochter" Merkel die Republik untergräbt,ohje). Seid Ned Flanders wissen wir auch, dass jeder Christ mit einem Fisch auf dem Auto und einem viel zu freundlichen Lächeln einer dieser Evangelikalen Selbstmordbomber sein kann. Aber verlässt es nicht einfach die Grenzen des kritisch-distanzierten Journalismus, wenn man mit eindeutig gestalteter Titelseite (Empor erhobenes Kreuz in der Faust zum Titel: "Angriff der Superfrommen" Printausgabe) und reiserischem Vokabular (Sie sprechen von "Funktionären", von "Kreuzzug", "ultrakonservativen", etc.) sowohl einzelne Personen als auch einen Teil der Gesellschaft so unter generellen Terrorverdacht stellt. Nun kann keiner bestreiten, dass sich "die Evangelikalen" in der Tat in wissenschaftlich verantworteter Weise zu Fragen bezüglich ihres Wirklichkeitsverständnisses und ihrer biblischen Hermeneutik (Stichworte: Kreationismus, Homosexualität, Dämonisierung, etc.) stellen müßen, doch kann dies nur geschehen, wenn man sich dieser (nicht geraden neuen) Bewegung im Dialog nährt, und nicht indem man mit einem reiserischen Artiklel in journalistischer Bild-Manier ordentlich draufschlägt, nur um mal wieder Auflage zu machen, oder einfach nur um seine noch allzu frischen Traumen einer "schwäbischen" Erziehung loszuwerden. Bitte bitte, Herr Schmidt, seien sie einfach ein bisschen objektiver, dann ist allen geholfen.
12.01.2009 06:24 Uhr
von karl:
...es geht doch nichts über ein simples Weltbild.
11.01.2009 23:07 Uhr
von Martin:
Na, die Antwort auf die Frage ist doch nun wirklich einfach... ""Was ist besser, als auf einem Fundament zu stehen? Dem Fundament der Bibel?"
und lautet: Alles. Wirklich absolut alles.
Und welchen Schaden der Einfluß der Evangelikalen anrichten kann und sei's auch einfach nur durch die stete Propagierung gröbsten Unverstands als feste Gewissheiten, der schaue sich mal den Abstieg der USA in den letzten 15 Jahren an.
Mehr abschreckende Beispiele braucht man eigentlich nicht.
11.01.2009 21:40 Uhr
von Nick:
Sehr schöner Artikel, habe selbst viele Verwandte aus so einem Umfeld. Jedes Jahr den Weihnachtsgottesdienst besuchen, jedes Jahr die gleiche Gehirnwäsche, und wenn ich offen bekennender Anhänger des fliegenden Spaghettimonsters werde und gegen das Christentum werbe, gibt es keine Weihnachtsgeschenke.
"In der Schule seien der Manipulation Tür und Tor geöffnet." Da dachte ich mir nur: lol, Bild' dir deine Meinung!
11.01.2009 21:00 Uhr
von maren:
Wie gruselig. Solche Eintstellungen machen mir Angst!
11.01.2009 20:02 Uhr
von Lutz:
Ich habe kein Problem mit diesen Menschen und ihrem Glauben, jeder möge nach seiner Fasson selig werden.
Problematisch ist jedoch das Missionierungsverhalten, wie bei vielen Religionen. Dazu gehört auch und vor Allem der Versuch der politischen Einflußname, also der Lobbyismus (den ich auch in anderen Zusammenhängen verurteile). Hier zeigt sich die fatale Vermischung von Religion und Glauben: Glaube sei jedem Menschen vergönnt, aber agressive Religionen gehören auf den Prüfstand gestellt. Hier müssen freiheitliche und rechtsstaatliche Maßstäbe angesetzt werden und ergebnisoffen die jeweilige Zulassung geprüft werden.
11.01.2009 19:51 Uhr
von Thomas:
Gebet eines Agnostikers:
"Lieber Gott, wenn es Dich gibt, bewahre uns vor diesen bibeltreuen Irrlichtern und führe sie zum freien Denken, damit sie wirklich wählen können, was sie denken!"
11.01.2009 18:39 Uhr
von Bernd Schröter:
Die "Deutsche Evangelische Allianz" ist nicht der Zusammenschluss der Evangelikalen in Deutschland. Die Evangelische Allianz wurde 1846 in London gegründet, in ihr arbeiten heute 122 nationale Verbände miteinander. An den Veranstaltung der Allianz, z. B. der "Allianz-Gebetswoche" nehmen genausogut Gemeinden der Landeskirchen als auch freikirchliche oder freie Gemeinden teil. Im Übrigen zeigt der Gesamttext nur, wie uninformiert und ideologisch geprägt der Verfasser ist.
11.01.2009 18:08 Uhr
von Berliner Schnauze:
Haben die 68er jetzt auf einmal Angst vor den Christen bekommen, dass hier solche Geschütze aufgefahren werden? Ich für meinen Fall empfinde es als eine Ehre, als "Evangelikaler Fundamentalist" beschimpft zu werden, weil ich weiss, dass ich 1. Gewalt verabscheue (gerade wenn dieser Kampfbegriff im Zusammenhang mit islamistischem Fundamentalismus in einem Atemzug genannt wird), 2. Frauen gerade im Beruf gleichberechtigt sein müssen.
Ich bin gegen Ausgrenzung und Diffamierung Homosexueller was leider täglich in Deutschland geschieht, bin jedoch der Meinung, dass es einen Menschen zerstört, wenn Sexualität gleichgeschlechtlich ausgeführt wird. Da Sexualität eng mit der Persönlichkeit und dem Wesen eines Menschen verbunden ist, muss sie geschützt werden. Tragischerweise sind viele Homosexuelle Opfer von (sexuellem) Missbrauch in der Kindheit geworden, so dass sie aus unverarbeiteten Erlebnissen heraus meinen, sich dem gleichen Geschlecht zuwenden zu müssen. Nachvollziehbar, aber destruktiv. Meine Bewertung dieses Lebensstils zielt auf eine Zielverfehlung hin und ist nicht als Anklage zu werten. Hier übe ich auch Selbstkritik an Evangelikalen, die manchmal nicht besseres zu tun haben, als bestimmte Dinge einseitig zu verteufeln, obwohl sie selber viel Dreck am Stecken haben.
Gegen Pornographie zu sein ist ja wohl angesichts zunehmender Fälle von Kinderpornographie nicht das Allerverkehrteste. Hier weiss ich mich in guter Gesellschaft mit Alice Schwarzer, Ursula von der Leyen und vielen mehr.
Wenn in Saudi-Arabien, Arabien Kirchen gebaut werden dürften, in Pakistan selbige nicht abgebrannt würden, im Iran Pastoren nicht ermordet werden würden, Moslems, die die Religion wechseln wollen, nicht das Leben zur Hölle gemacht würden, hätte ich wahrscheinlich auch ein anderes Bild vom Islam, obgleich ich schon sehr gut differenzieren kann, mit welcher islamischen Strömung ich es gerade zu tun habe.
Dies alles musste mal gesagt werden - wäre ja mal ein Sieg für die Meinungsfreiheit, wenn dieser Artikel veröffentlicht werden wird frei nach dem Zitat: Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden.
11.01.2009 17:49 Uhr
von P.B.:
1. Evangelikale bezeichnen Homosexualität bspw. als Sünde, machen davon ihren Umgang mit einem Menschen abhängig. M.a.W. sie diskriminieren. Darauf angesprochen beschwichtigen sie aber: Niemand sei frei von Sünde, die gesamte Welt sei in keiner Weise perfekt und somit sündhaft.
2. Sie nutzen modernste Technik für die Verbreitung ihrer Botschaften. Doch ihre Botschaft ist seltsam rückwärtsgewandt, ohne Rücksicht auf Vernunft. Hätten die Menschen mit ihrer Einstellung gelebt, wäre die moderne Technik, der Wohlstand unserer Zeit nie entstanden. Wir würden hungern und krepieren!
3. Auf ihren Bekehrungsdrang angesprochen reagieren die meisten Evangelikalen verstimmt. Ähnlich als würde man einen Drücker, der Menschen in der Fußgängerzone Werbeprospekte ausdrängen muss, auf sein Treiben ansprechen. Glauben sie nun an das, was sie verkünden oder merken sie, wie sehr es der für jedermann erfahrbaren Welt widerspricht?
Meiner Ansicht nach haben viele Evangelikale eine seltsame Doppelmoral und sind einer etwas zu platten Ideologie der Bibeltreue aufgesessen. Sie träumen allzu sehr von einer perfekten Welt und vernachlässigen den Blick in die Wirklichkeit. Dies kann im Extremfall auch gefährlich werden, wenn dabei die Wirklichkeit und der darin befindliche Mensch verachtet wird.
11.01.2009 17:22 Uhr
von Bert:
Eine stabile Demokratie wird nichts dagegen haben, dass freie Bürger bisweilen privatermaßen gegen Zahlung von Geld für einen "Club" dort den Sklaven spielen. Ebenso kann eine Demokratie es mit Leuten halten, die privatermaßen das Schaf des Hirten spielen.
Nur politisch werden dürfen Religionen und sonstige monopolistische Ideologien nicht: Sonst droht eine Wiederholung von politischen Verbrechen wie christliche Indianerausrottung, Hexenverbrennung, Ermächtigungsgesetz oder Pinochet-Diktatur.
11.01.2009 15:57 Uhr
von wanja:
Wenn 'Gott' (a) existiert und (b) gut ist und (c) weiß, was auf unserem Planeten hier in unserem Universum los ist, ist 'ihr/ihm' vielleicht kotzübel, erst recht angesichts vieler Menschen, die sich auf 'ihn' berufen, und der 'Teufel' lacht vielleicht ein unbeschreiblich kalt-sadistisches Gelächter dazu. Naja, vielleicht dreht sich der Spieß in einer anderen Welt dann um - was ja sogar einige von denen irgendwie hoffen, die sich ebenfalls auf 'Gott' berufen und vielleicht haben sie zumindest damit ausnahmsweise(!) ungefähr recht (auch wenn das natürlich letztlich unsere konkreten naiven menschlichen Vorstellungen übersteigt).
Leserkommentare
25.02.2012 13:22 Uhr
von Dominik:
Ausgezeichnerter und mutiger Artikel. Wenn sich die TAZ so etwas auch gegenüber dem Islam und den anderen Religionen von vorgestern trauen würde, dann wäre ich sofort ein neuer Abonnent. Die Leserkommentare hier zeigen, wie sehr wir Religionskritik brauchen in Zeiten zunehmender Religiotie.
03.01.2012 13:22 Uhr
von Links-Christ:
Stimmt das Feindbild - stimmt das Weltbild!
Bravo Rechercheur sie haben Klarheit geschaffen, für Beruhigung gesorgt, endlich wissen wieder alle auf welche Seite sie gehören.
Ultrakonservative Fundamentalistische Funktionäre vs. Aufklärerische-Humanistische Modernmenschen
0 : 5
Danke für ihre disjunktive Schranke, sie gibt Übersicht den einfachen Gemütern. Bloss was ist nun mit den "linken" Evangelikalen - Jesusfreaks und Co.? - Auch böse? Bestimmt lassen sich bei diesen Grasswurzelevangolen auch solche Terrorabsichten nachweisen, haben sie doch tatkräftig mit "Linksextremisten" in den letzten Jahren angebändelt? Auch sind sie wohl wie keine andere gesellschaftliche Gruppe einem linken Gutmenschentum zugetan (ist doch die Intention auf der richtigen Seite zu stehen bei beiden Gruppen stark ausgeprägt).
-Sie merken hoffentlich wie plem plem ihre Abgrezungbemühungen und Ordnungsversuche sind. Stellen sie sich der prinzipiellen Offenheit der modernen Gesellschaft, dann braucht es keine Beißreflexe nach außen, um ihr monokausales Weltbild instand zu halten.
Vor der Familie habe ich Respekt, die Kinder werden bestimmt bei der Förderung später mal bessere Texte verfassen.
01.09.2010 12:21 Uhr
von stefanie:
ich finde es sehr traurig solche artikel zu lesen, weil man genau merkt, dass der autor keine ahnung hat von dem was er schreibt. weil er als außenstehender über so eine bewegung schreibt. Natürlich klingt es für jemanden der es nie erlebt hat komisch "eine Beziehung zu Gott zu haben" , aber das ist der wichtigste punkt des christentums. Ich habe eas selbst in meinem leben erlebt und weiß dass es das beste und wichtigste meines lebens geworden ist. ich weiß, es läuft vieles falsch auch unter christen und das hält die leute davon ab Gott wirklich kennenzulernen.
01.07.2010 06:33 Uhr
von Nort:
Nietzsche ist tot.
13.02.2010 07:33 Uhr
von Robinho1:
Die Evangelikalen sind furchtbar ich bin froh wenn endlich die friedliebende Scharia in Deutschland eingeführt wird.
Berichten sie doch mal über die evangelikalen Ehrenmorde, Genitalversümmelungen und die unterdrückten Frauen, oh entschuldigung das ist ja die Relligion des Friedens, die die Burka tragenden Taz Redakteurinnen so lieben.
27.01.2010 17:12 Uhr
von Noch so einer aus der Zeit gefallener:
"Religion ist Opium fürs Volk" - Karl Marx
Und die Evangelikale Glaubensströmung ist Opium von einer besonders starken Sorte.
28.12.2009 19:24 Uhr
von sbornni:
Nicht die evangelikale Tunichtgutgemeinde selbst bestimmt was andere für Vielfalt, für differenziert, für gut recherchiert, für thematisch gut ausgewählt ....für ihr genehm gehalten werden soll!!! Sie kann es auch garnicht - mensch!
28.08.2009 08:21 Uhr
von Christof:
Entweder findet Deutschland/Europa zu seinen christlichen Wurzeln zurück, oder es wird islamisch. Traurig, aber wahr.
18.08.2009 15:25 Uhr
von Gesù_per_sempre:
Servus,
ich komme aus dem schönen Nürnberg, und stellt euch vor.. ich gehöre auch zu dieser ominösen Bewegung(-; Wäre cool, wenn ihr auch mal über die Gemeinden in unsere Region berichten könntet!? Immerhin tut sich in unserer Region auch einiges und so hätte euer "Informant" nochmal die Möglichkeit, mehr über das Wesen Gottes zu erfahren und würde vllt. auch mal positiv über uns berichten. Kleiner Tipp - ICF-Nürnberg=sehr pragmatische Predikten, Chapel-Fürth=super Gemeinschaft oder Immanuel-Gemeinde-Nürnberg=klasse Lobpreis, wären ganz gute Anlaufstellen. Also sagt bescheid, damit nicht ausgerechnet, wenn ihr kommt, über den Feldzug gg. andere Weltanschauungen gesprochen wird...
09.06.2009 13:56 Uhr
von Mario:
Sehr geehrte Damen & Herren,
meine Hochachtung vor Ihrem mutigen & kritischen Artikel zu den Evangelikalen. Ich habe bereits erlebt, wie evangelikale Kirchen/ Vereinigungen gegen andere CHRISTLICHE Kirchen/ Vereinigungen GEBETET haben, nur weil diese andere Positionen vertreten und die Evolutionstheorie und den Darwinismus für mit der Bibel vereinbar erklären und Leute, die nicht biblisch leben, wie z. B. Homosexuelle, Abtreibungsbefürworter etc. nicht pauschal einfach verdammen, sondern für diese beten. Evangelikale reagieren meiner Erfahrung nach oft ausgesprochen arrogant, hochnäsig & eingebildet auf Menschen wie mich, die trotz dessen, dass sie Christen sind, das wissenschaftliche Menschen- & Weltbild vertreten. Diese zunehmende Nichtdenker- & Hasserbewegung unter den Christen ist für mich als Insider besorgniserregend. Wer als Christ mit Kreationisten, Evangelikalen & Kompanie nichts zu tun haben will, dem bleiben, meiner Erfahrung nach, nur der (klassische) Katholizismus oder die Orthodoxie. Auch wenn man Gemeinden dieser beiden hier in Ostdeutschland mit der Lupe suchen muss.
Mit Hochachtung vor Eurer Freidenkertum & Eure Wahrheitsliebe
Mario
02.02.2009 22:28 Uhr
von Dude:
Getroffene Hunde bellen...
Meinungsfreiheit nehmen die obskureren Strömungen der Evangelikalen doch auch in Anspruch, doch sobald sie für ihre Intoleranz kritisiert werden, wird gleich wieder die Verfolgungskeule ausgepackt (vgl. Markus). Was für ein kompletter Schwachsinn und ein Affront für alle politisch und religiös Verfolgten dieser Welt!
Offenbar haben hier die meisten auch nicht viel von Journalismus verstanden. Der Artikel stellt differenziert und an Fallbeispielen die EXTREMEN Strömungen der Evangelikalen dar. Einen Anspruch, die gesamte Palette evangelikaler Gemeinden, Bräuche und Meinungen abzudecken, kann ich daraus nicht erkennen.
Auswahl und Zuspitzung sind gebräuchliche journalistische Stilmittel, die m.E. hier keinesfalls übertrieben eingesetzt werden.
01.02.2009 14:25 Uhr
von Marcus:
Werden die Löwen schon wieder ausgehungert? Jedenfalls scheint es mir so, als ob es einen Teil in der deutschen Öffentlichkeit gibt, der am liebsten wieder die Löwen auf alles los lassen möchten, was sich christlich nennt. Man fängt bei den Evangelikalen an, weil es manche(!) in dieser Bewegung leicht machen, an einen obskuren Haufen fanatisierter Bibelgäubiger zu glauben. Und irgendwann sind dann alle dran, die sich auf Christus berufen, egal welcher Konfession. Interessanterweise geschieht dies im Namen der Meinungsfreiheit und der Demokratie.
Man denkt dabei weniger an die Entwicklungen im Dritten Reich als vielmehr im Römischen Reich. Was haben denn diese Christen, denen man am liebsten die Löwen auf den Hals hetzen würde, gemacht, möchte man fragen.
Im Römischen Reich haben sie sich einem allseits gültigen Kaiserkult verweigert und ihre Loyalität einem anderen König geschworen, der im Namen Gottes Frieden, Versöhnung, Gewaltlosigkeit und den Einsatz für die Schwachen brachte. Das passte den Herrschenden nicht.
Und heute? Da gibt es Christen, die sich dem Tanz um die Götzen Konsum, Geld und Lust verweigern, weil sie einem anderen Herrn folgen. Klar, dass das das den Unwillen derer herausfordert, die mit diesen Götzen Geschäfte machen - gerade auch die Medien. In einer immer mehr gleichförmigen Gesellschaft sind Christen nicht nur Götzendienstverweigerer - sie sind vielfach noch die einzigen, die in der Lage sind, kritisch zu denken und damit ungewollt das Erbe der Aufklärung aufzunehmen und zu verteidigen.
Müssen wir Christen uns also wieder auf etwas gefasst machen? Werden die Löwenkäfige bald wieder geöffnet?
Trotz allem gilt, was Jesus gesagt hat: Ihr sollt eure Feinde lieben. Segnet sie und flucht ihnen nicht. Das macht den Unterschied.
25.01.2009 14:14 Uhr
von Frank:
Interessanter Artikel, ich bin auch ein Evangelikaler und gehöre auch der Gruppe der Charismatiker an, also der am schnellsten wachsenden christlichen Erneuerungsbewegung weltweit (vergleibar mit Luthers Reformation damals). Naja, was soll ich von dem geschriebenen halten? Es ist so, als wenn ein Grundschüler von den Vor- und Nachteilen des BWL Studiums erzählt. Ich rate euch jemandem Artikel schreiben zu lassen, die zumindest im Ansatz vom Chistlichen Glauben etwas verstehen. Ansonsten redet man wie hier komplett am Thema vorbei, aber das ist ja offensichtlich die Strategie der Massenmedien. Wahrheitsgehalt möglichst niedrig, und Skandalgelaber möglichst hoch. Naja, die Medien haben nun mal eine Macht die sie gnadenlos ausnutzen. Somit wird auch deutlich, dass die Evangelikalen/Charismatiker nicht nur die am schnellsten wachsende rel. Gruppe sind, sondern auch die, die am stärksten unter religiöser Verfolgung leidet, und auch in Deutschland tut man ja alles um mit dieser weltweiten Verfolgung im Einklang zu sein. Macht ruhig weiter so, ihr könnt schließlich nicht anders, und euch ist auch nicht bewußt von welchen Geistern ihr getrieben seit.
22.01.2009 16:13 Uhr
von Nico:
Unausgewogen und tendenziös.
19.01.2009 19:15 Uhr
von Jörg Generotzky:
Liebe taz!
Ich freue mich immer wieder das die Evangelikalen eine Thema für Euch sind. Es macht Spaß die Artikel zu lesen, auch wenn sie nicht unbedingt positiv gemeint sind. Schmeckt der Honig von Fam. Jürgen D.? Christen sind im allgemeinen ökologisch gesinnt, das macht deren Erzeugnisse beliebt. Und hat der Redakteur schon mal im
Neuen Testament gelesen? Demnächst findet ProChrist mit Ulrich Parzany statt. Ihr werdet bestimmt darüber schreiben.
Ich lese die Online-Taz gerne weil sie immmer eine interessante Sicht über politische und gesellschaftliche Ereignisse hat.
Gruß Jörg
16.01.2009 16:42 Uhr
von Daniel Renz:
Auf Ideologie (ja, die gibt es in der Tat auf evangelikaler Seite!) mit Gegen-Ideologie reagieren... Schade, Herr Schmidt! Damit haben Sie eine weitere Chance zum konstruktiven Dialog vertan.
16.01.2009 10:24 Uhr
von Eli:
Ich muss wie schon viele Kommentatoren vor mir noch mal die schlechte journalistische Arbeit von Herrn Schmidt ansprechen.Unvoreingenommene Recherche ist etwas anderes.
Das christliche Werte auch heute noch eine Richtlinie sein sollten, muss eigentlich jeder friedvolle Atheist, der sich mit dem Thema auseinandergesetzt hat, eingestehen.
Extreme sind nie gut.
14.01.2009 21:21 Uhr
von T, Krüger:
Die Evangelikalen sind auf dem Vormarsch?! - und das ist gut so!
13.01.2009 19:54 Uhr
von sapere aude:
@Matthias S.: "Als Evangelikaler kenne ich in der Tat viele der problematischeren Zweige der evangelikalen Bewegung."
Also hoffentlich auch
- geistlichen Mißbrauch
- selbsternannte "Pastoren", "Propheten" und Führergestalten
- "Campus Crusade (!) for Christ"
- "Der Heilige Geist hat mir gesagt" und dann folgen wahlweise Spendenaufrufe, Heiratsanträge oder schlimmere Aufrufe ...
-
Die NPD soll verboten werden. Kann man drüber nachdenken (wenn sie denn mal wider eine eigenständieg Partei ist und sich staatl. Organe aus ihr zurück gezogen haben). Scientology wird beobachtet und erhält nicht den Rang einer Kirche.
Aber was sich so im evangelikalen Gewässer tummelt an Gehirnwäsche, psychischen Tricks und religiös/geistlich untermauertem Druck, wird seit Jahrzehnten toleriert!
In der Rückschau bin ich sehr froh, dem neo-pietistischen, evangelikalen, charismatischen Mischmasch entkommen zu sein. Was dort geschehen ist und inzwischen als Materialsammlung einige Leitz-Ordner und CDs füllt, dürfte dem - freilich sehr harten - Anliegen von "Manga" entsprechen: Was sich unter dem Dach der Glaubensbewegung Deutsche "Evangelische" Allianz verbirgt, gehört beobachtet.
@Tobias "objektivere Berichterstattung über die christliche Szene wünschenswert."
Es geht nicht um die "christliche Szene", sondern um den evangelikalen Marsch durch die Institutionen. Die christliche Szene ist - dem gesunden Menschenverstand sei es gedankt - wenn sie bei guter Gesundheit ist ruhig, gelassen, kritikfähig, heiter und fröhlich.
Was der Auot hier - gewiß zugespitzt - beschreibt, sind alles keine Ausnahmen.
13.01.2009 17:22 Uhr
von Tobias:
Leider funktioniert der Artikel wieder mal nach der schon so oft gelesenen Machart: Einige Extrembeispiele werden zusammengewürfelt und mit journalistisch fragwürdigen Elementen aufgefüllt die nichts mit einer objektiven Berichterstattung zu tun haben. Lang und breit wird beispielsweise über das verfassungsgefährdende Problem der Homeschooling Familien hergezogen, dabei braucht man nur die Grundbegriffe der Prozentrechnung um heraus zu finden, dass 500-1000 Homeschooling Familien bei geschätzten 2.5 Mio. Evangelikalen in Deutschland nun wirklich ein Randphänomen und noch lange kein Grund zur Sorge sind!
Aber der typische taz Leser liest solche Artikel halt gerne, da er seine vorgefertigte Meinung darin bestätigt findet, und nebenbei noch ein wenig über Amerika herziehen kann.
Ebenfalls unglaublich wie dieses eine abgesagte Seminar zum Thema Homosexualität in verschiedenen Artikeln immer wieder auftaucht. Ob Spiegel Online oder taz dieses Seminar ist Grund genug die Gesinnung der Evangelikalen Funktionäre als
verfassungs-, demokratie- und schwulenfeindlich hinzustellen. Aber was ist bitte so schlimm daran ein Seminar mit dem Titel „Wege heraus aus homosexuellen Empfindungen“ anzubieten? Das heißt doch nicht gleich, dass Schwule diskriminiert oder ausgegrenzt werden sollen. Aber könnte es nicht tatsächlich sein, dass es Leute gibt, die vielleicht wirklich Wege aus ihren homosexuellen Empfindungen suchen? Was ist denn mit denen? Muss es eine freiheitliche Demokratie nicht auch aushalten, wenn solche Seminare angeboten werden? Muss bei aller Toleranz und Akzeptanz gegenüber Homosexuellen nicht auch die Möglichkeit einer unglücklichen Homosexualität in Betracht gezogen werden, aus der vielleicht ein Ausweg gesucht wird?
Kritisiert wird in dem Artikel außerdem, dass Evangelikale nicht mit dem Zeitgeist gehen. Aber sind denn alle Errungenschaften des Zeitgeistes positiv? Pornografie, Gentechnik etc.?
Mit dem Kern des christlichen Glaubens hat der Artikel leider nichts zu tun. Dieser Glaube wird auch, bzw. gerade in Evangelikalen Gemeinden lebendig gelebt. Christlicher Glaube hat mit der vergebenden Liebe Gottes zu tun, damit dass ich vergeben kann, weil mir vergeben wurde, mit Liebe zum Nächsten.
Fundamentalismus ist auch beim christlichen Glauben schädlich, in soweit stimme ich mit dem Autor überein, trotzdem wäre eine etwas objektivere Berichterstattung über die christliche Szene wünschenswert. Der Artikel liest sich stellenweise wie der Baader Meinhof Komplex.
13.01.2009 12:39 Uhr
von Matthias S.:
Autsch!
"Die Evangelikalen" anhand einiger weniger Beispiele zu beschreiben, ist schon an sich ein Fauxpas. Die evangelikale Bewegung ist schon in Deutschland unheimlich weit gefächert - politisch, menschlich und theologisch. Das alles in einen Topf zu werfen und mit suggestiven Formulierungen kräftig umzurühren, disqualifiziert den Autor als Journalisten.
Als Evangelikaler kenne ich in der Tat viele der problematischeren Zweige der evangelikalen Bewegung. Allerdings ist das alles andere als ihr Mainstream. Es ist unerträglich, dass der Autor offenbar nicht willens oder nicht fähig war, das zu differenzieren.
Beispiel: Ein großer Teil der Evangelikalen entspricht dem innerkirchlichen Pietismus, der in Deutschland viele der diakonischen Einrichtungen hervorgebracht hat. Es ist eine Beleidigung, diese Menschen mit einigen wenigen Evangelikalen einfach so zu identifizieren, deren theologische Randpositionen sie u.U. gar nicht teilen.
Aber natürlich ist es einfacher, wirre Extrempositionen darzustellen - frei nach dem Motto "bad news are good news" -, wenn sie auch noch so wenig dem entsprechen, was die allermeisten Evangelikalen glauben und leben.
Über die faktische Uninformiertheit des Informierenden kann ich als Insider nur den Kopf schütteln.
13.01.2009 12:27 Uhr
von Oliver Kröger:
Der Artikel zeichnet wohltuend unspektakulär Tendenzen in verschiedenen christlich-evangelikalen Zusammenhängen nach. Damit ist er deutlich hilfreicher als wesentlich reisserische und ungenau formulierte Artikel von anderer Stelle (z.B. Spiegel Online)
Es lohnt sich, genau hin zu schauen welche Ausformungen an christlichen Gemeinden und Zusammenschlüssen es in Deutschland gibt. Damit wäre eine gute Basis für eine gesamtgesellschaftliche Diskussion über die Relevanz und die Ausformungen des christlichen Glaubens gelegt. Diese Diskussion würde - auch wenn Sie möglicherweise für einige schmerzhaft wäre, zu einer differenzierten Wahrnehmung in der Öffentlichkeit führen.
Von beiden Seiten.
Die einen igeln sich mit ihrer Angst vor den Herausforderungen der heutigen Welt in rückwärtsgewandten, religiös-motivierten Perspektiven ein. Die anderen verteufeln jegliche christlich motivierte gesellschaftspolitische Stellungsnahme als Untergang des Aufgeklärten und Abkehr von jeglicher Vernunft in Deutschland.
Beide Tendenzen sind auf Ihre Weise fundamentalistisch!
Zeigen wir, das Diskussions- und Streitkultur möglich ist!
Der christliche Glaube ist so vielfältig und sollte dem Diskurs und der Kritik offen sein. Massenweise wurde in der Geschichte auf hohem Niveau um den christlichen Glauben gerungen! Und es hat ihm gut getan!
13.01.2009 10:05 Uhr
von manuel:
Extrem verzerrter und schlecht recherchierter Artikel. Hier wurde alles so hingebogen, dass es in die Theorie des Authors passt.
Irgendetwas muss im Leben des Autors passiert sein, dass er solche Angst vor Christen hat und diese durch falsche "Tatsachen" verbreiten will.
13.01.2009 04:21 Uhr
von Manga:
Herr Schröter, die "Deutsche" Evangelische Allianz ist der Zusammenschluss "deutscher" Evangelikaler so wie in taz berichtet. Das deren Führungsriege, insbesondere deren Geschäftsführer Steeb, dem ultra-rechten Millieu zuzurechnen ist, ist unbestritten. Er betätigt sich bereits heute als christlicher Propagandaminister für das zukünftige Gottesreich Deutscher Nation. In dem natürlich andersgläubige keinen Platz haben. Man beachte hierzu nur die zahlreichen Medien der EAD.
Das er darüber hinaus entgegen der Bibel eine Familie zerstört und auch noch öffentlich im Rundfunk verkündet, dass er eine Mutter unterstützt die ihren 3 Kindern seit Monaten jeglichen Kontakt zum christlichen und in der Mission tätigen evangelikalen Vater verwehrt, nachdem sie die Kinder bereits vor Monaten ohne Kenntnis des Vaters entführt hat, ist eine Tatsache, doch das verschweigt der Biedermann und zehnfache Vater Steeb!
Ein ganz klares Zeichen der Gefahr geht bereits aus der Zensur hervor, die bei den Idea Kommentaren herscht. So wie in fundamentalistischen islamische, bzw. kommunistischen, totalitären Systemen, wird bereits jetzt auf IDEA.de zensiert. Alles was nicht recht(s) ist wird wegzensiert und erscheint nicht als Kommentar. Es wäre wirklich wünschenswert, wenn noch mehr Christen Farbe gegen die totalitären Tendenzen in der EAD und auf IDEA.de bekennen würden - bekanntlich sind das bereits sehr viele, doch leider werden wohl 95% deren Kommentare wegzensiert. Daher sollte jeder zensierte Kommentar nochmals an anderer Stelle diskutiert werden, wie z.B. hier, bei Spiegel.de oder auch in einer Google Group.
Die EAD ist hoch gefährlich und sollte im Grunde vom Verfassungsschutz ebenso beobachtet werden wie fundamentalistische Bestrebungen im Islam und anderswo.
Bezüglich Homeschooling kann ich jedoch auch nur eine ganz klare Empfehlung aussprechen. Es gibt keine bessere Schulform als die der Zwergschulen oder Homeschooling mit ihrem Unterricht in Familiengruppen. Über die Lehrinhalte lässt sich jedoch streiten, da auch ein Christ sich sein eigenes Bild über andere Religionen und auch über Darwins Lehre machen sollte. Sie hiervon Fernzuhalten wäre der eigenen Meinungsbildung nicht zuträglich und würde zudem ganz klar davon zeugen, dass die Evangelikalen selber zweifel an Ihrer Sicht der Dinge hegen und deshalb Angst haben, deren Anhänger könnten "abgeworben" werden durch andere Lehren!
Die Gedanken sind Frei! Und so sollte es auch die EAD, Idea, ProChrist, IGfM usw. und all deren Anhänger halten.
12.01.2009 19:58 Uhr
von sapere aude:
@Bernd Schröter
Ja, die "Evangelische" Allianz schmückt sich gern mit dem Blatt der Vielfalt: weltweit und in Deutschland. Sie wird inzwischen jedoch klar von evangelikal-charismatischen Gruppierungen und deren Vertretern dominiert. Punkt. Bei Fragen, wenden Sie sich an (den bzw.) die angeführte Weltanschauungsbeauftrage(n) oder an ehem. Allianzmitarbeiter.
De facto fallen deshalb immer mehr Gemeinden, Kirchen und Gemeinschaften raus aus dieser "Glaubensbewegung", die alle(s) "eins" machen will unter Einschluß der unmöglichsten, ja bisweilen die freiheitliche Grundordnung infrage stellende Elemente (wie hat doch die Allianz neulich auf eine Schülerzeitung eingeknüppelt, da dachte ich, ich sitz in einer Zeitmaschine ...)
Noch ein Wort zur allg. Verwirrung: Inzwischen spricht die Weltweite "Evangelische" Allianz mit Vertretern des Islam über gemeinsame Werte; dieses Gespräche waren zunächst geheim. Ich frage mich: Welche Werte haben Evangelikale und Muslime gemeinsam ...
Honny soit qui mal y pense
12.01.2009 19:44 Uhr
von sapere aude:
@W.Schmidt
Ja, vielen Dank für Ihre Anmerkung und auch die damit verbundene Warnung vor falscher Interpretation. Dennoch: Der "Pastor"-Wenz-Clan kann sich ganz gewiß nicht auf Luther berufen. Deren "Abschottung" dürfte wohl u.a. auf einer Römerbriefstelle beruhen: "Stellt euch nicht der Welt gleich" (was spätestens bei den Finanzen dieser "Megachurch" aufhören dürfte - doch das ist ein anderes Thema: "Die evangelikal-charismatische Bewegung und das liebe Geld").
Bei dem was mit Luther in Deutschland so getrieben wurde und wird, glaube ich inzwischen an ein lautes stetig schabend klapperndes Geräusch in Wittenberg, verursacht durch die Realrotation der Gebeine Luthers...
Aber bitte bleiben Sie an solchen Themen dran, das ist zwar ein gefährliches Pflaster: Ich selbst habe bei Recherchen in dem Sektor erlebt, dass solche Gruppierungen bereits über stramme "Ordnungsdienste" oder "Security" verfügen.
12.01.2009 19:21 Uhr
von Siegmund Hanschke:
Beim Lesen des überaus langen Artikels verfestigte sich bei mir der Eindruck, da hat einer die gefährlichste Terrorgruppe in Deutschland enttarnt und möchte damit (nur leider auf eine sehr unqualifizierte Art und Weise) die staatlichen Schutzorgane schnellstens zum Handeln zu bewegen.
Eine Reihe von Unrichtigkeiten und Fehlschlüssen haben einige Komentatoren bereits aufgezeigt. Ich könnte einige weitere hinzufügen. Möchte jedoch nur auf einen Satz des Schreibers hinweisen, den er nicht so meint, aber wenigstens richtig wiedergibt. Er lautet: "Denn in ihren (hier muss man alle Christen einbeziehen) Augen wird nur erretet, wer Jesus als den Messias anerkennt."
12.01.2009 15:00 Uhr
von Wolf Schmidt:
@ sapere aude
Mag schon sein, dass in Luthers Intention die Zwei-Reiche-Lehre eigentlich "ein Engagement der Christen" nahelegen sollte, wie sie schreiben. De facto wurde sie aber oft anders ausgelegt:
"Die Zweireichelehre geht auf M. Luther ... zurück und war von ihm mit der Absicht der Befreiung der Kirche von weltlichen Rücksichtnahmen und des Staates von kirchlichen Vormachtsansprüchen formuliert worden. Sie wurde eine der wesentlichen Säulen lutherischer politischer Ethik, barg allerdings stets die Gefahr unkritischer Obrigkeitshörigkeit in sich und hat zeitweilig in Teilen des Luthertums zu einem apolitischen Verständnis christlicher Existenz geführt."
(Quelle: Meyers Lexikon)
12.01.2009 14:40 Uhr
von Christoph:
Manchmal verwundert es mich wie schlecht informiert gestandene Journalisten über ein Thema schreiben und es zudem nicht bleiben lassen können mit der Angst zu schüren...
Alles über den berühmten einen Kamm zu scheren hat noch nie gut ausgesehen. Insbesondere dann, wenn die Motivation die eigene Weltanschauung ist. Also, ich kann nur jedem Leser empfehlen sich selber ein Bild zu machen und nicht alles zu glauben, was in den Zeitungen geschrieben wird. Frei nach dem Motto: Wer unterscheidet hat mehr vom Leben!
Ich hoffe, dass die TAZ journalistisch etwas höhere Qualität zu ihrem Standart macht. Denn sonst tut sie ja nichts anderes, als was den "evangelikalen Christen" vorgeworfen wird: Den Kreuzzug gegen die vermeindlich gefährlichen "evangelikalen Christen" auszurufen!
12.01.2009 13:53 Uhr
von Alicja:
Als hätten die Christen nicht schon genug Mist gebaut in den letzten 2000 Jahren. Und der Kampf geht weiter und weiter, um Macht, immer wieder Macht. Die Bibel wurde anbei so verfälscht, halt geschneidert nach den individuellen Vorlieben der jeweiligen Machthaber damals. Brrrrr ... jedem das seine und bitte keine Bekehrung :)
12.01.2009 13:03 Uhr
von tammy:
Zitat: "Bis zu 4.000 Menschen kommen jedes Wochenende in die Gottesdienste. Im Jahr macht das knapp 200.000 Besucher - und das Gotteshaus zur wohl ersten evangelikalen Megachurch in Deutschland."
Nanu, wie wird das gerechnet? Sind das nicht immer die gleichen 4000 jedes Wochenende! Bei dieser Sorte Religion ist ein Fernbleiben sicher strikt verboten.
Damit bleibt es bei einer Mini-Church nicht Mega-.
Trotzdem muss man bei solchen Glaubensvereinigungen wachsam sein - wie bei allen, die Toleranz fordern oder die von Toleranz profitieren, die sie selber nicht im Mindesten bereit sind zu gewähren.
12.01.2009 11:46 Uhr
von Irene:
Wenn religiöse (Wahn)vorstellungen Eingang in die Gesellschaft finden, dann entweder alle oder gar keine. Schließlich wird der Gleichheitsgrundsatz oft genug bemüht.
Ich soll es gutheissen oder zumindest tolerieren, dass es Menschen gibt, die glauben, dass ihr Gott Blutopfer wünscht, ob nun durch Schächten von Tieren oder durch die Verweigerung von Bluttransfusionen. Ich soll es gutheissen oder zumindest tolerieren, dass Frauen sich bedecken, weil sie glauben, dass Gott das so möchte - die züchtige Kleidung von Frauen ist Bestandteil jeglichen religösen Fundamentalismus.
Dann kommt es mir auf die Evangelikalen oder auf einen, der ums Leben gern Operierender Thetan bei Scientology sein möchte, auch nicht mehr an.
12.01.2009 11:36 Uhr
von sapere aude:
Also: der Artikel ist gut und hilfreich, keine Frage.
Eine Kleinigkeit: die Evangelikalen, bzw. in diesem Fall die Charismatische Gemeinde in Stuttgart haben so viel mit Martin Luther's Lehre zu tun, wie George Bush mit Gandhi's Ansichten.
Und die Zwei-Reiche-Lehre Luthers legt ein Engagement der Christen nahe: Sie sollen sich in der Welt sogar "die Hände schmutzig machen", weil sie um die Vergebung wissen: Sie sollen streiten für (echte) Gerechtigkeit und (echten) Frieden und dabei werden sie auch schuldig - also nix mit Abschottung, da hat der Verfasser von Luther keine Ahnung. Vielleicht braucht die taz bzw. ihre Redaktion ein wenig Nachhilfe in evangelisch-lutherischer Christenlehre?
Aber ansonsten: Gut so! Und tapfer weiter aufklären über die evanglikal-charismatische feindliche Übernahme des Landes der Dichter und Denker.
12.01.2009 09:05 Uhr
von Victor Becker:
Beängstigend.
Bitte mich nicht falsch verstehen. Jeder darf glauben was er will. Sei es an Jesus oder das Flying-Spaghetti-Monster. Aber es kann und darf nicht sein, dass einerseits eine religiöse Vereinigung sich in die Politik einmischt und gleichzeitig gegen Homosexualität wettert und das ganze auch noch so behandelt als sei es eine Krankheit!
Wir haben in diesem Land Freiheiten die lange erstritten wurden. Sei es das Recht für Schuwle sich auf der Straße zu zeigen, für Frauen zu arbeiten oder eben eine Bildung zu erlangen die auf Wissenschaftlichen Grundlagen basiert.
Wie weit ist es noch bis die fehlgeleiteten oder Ungläubigen mit Druck missioniert werden?
Für mich ist das ganze eine Entwicklung die man genau im Auge behalten sollte!
12.01.2009 08:36 Uhr
von MichaelS.:
Herzlichen Glückwunsch Herr Schmidt. Da mußte wohl jemand das Trauma seiner Tübinger Studienzeit loswerden. Oder wie sonst kann man so unrefklektiert über so ein komplexes Thema reden. Zugegeben, seid "Sakrileg" und Co. lassen wir uns mit den klassischen Verschwörungs-Themen der großen Gottes-Demagogen nur allzu gern den Sonntag versüßen (Herr Baake, der heimlich mit der "Pfarrerstochter" Merkel die Republik untergräbt,ohje). Seid Ned Flanders wissen wir auch, dass jeder Christ mit einem Fisch auf dem Auto und einem viel zu freundlichen Lächeln einer dieser Evangelikalen Selbstmordbomber sein kann. Aber verlässt es nicht einfach die Grenzen des kritisch-distanzierten Journalismus, wenn man mit eindeutig gestalteter Titelseite (Empor erhobenes Kreuz in der Faust zum Titel: "Angriff der Superfrommen" Printausgabe) und reiserischem Vokabular (Sie sprechen von "Funktionären", von "Kreuzzug", "ultrakonservativen", etc.) sowohl einzelne Personen als auch einen Teil der Gesellschaft so unter generellen Terrorverdacht stellt. Nun kann keiner bestreiten, dass sich "die Evangelikalen" in der Tat in wissenschaftlich verantworteter Weise zu Fragen bezüglich ihres Wirklichkeitsverständnisses und ihrer biblischen Hermeneutik (Stichworte: Kreationismus, Homosexualität, Dämonisierung, etc.) stellen müßen, doch kann dies nur geschehen, wenn man sich dieser (nicht geraden neuen) Bewegung im Dialog nährt, und nicht indem man mit einem reiserischen Artiklel in journalistischer Bild-Manier ordentlich draufschlägt, nur um mal wieder Auflage zu machen, oder einfach nur um seine noch allzu frischen Traumen einer "schwäbischen" Erziehung loszuwerden. Bitte bitte, Herr Schmidt, seien sie einfach ein bisschen objektiver, dann ist allen geholfen.
12.01.2009 06:24 Uhr
von karl:
...es geht doch nichts über ein simples Weltbild.
11.01.2009 23:07 Uhr
von Martin:
Na, die Antwort auf die Frage ist doch nun wirklich einfach... ""Was ist besser, als auf einem Fundament zu stehen? Dem Fundament der Bibel?"
und lautet: Alles. Wirklich absolut alles.
Und welchen Schaden der Einfluß der Evangelikalen anrichten kann und sei's auch einfach nur durch die stete Propagierung gröbsten Unverstands als feste Gewissheiten, der schaue sich mal den Abstieg der USA in den letzten 15 Jahren an.
Mehr abschreckende Beispiele braucht man eigentlich nicht.
11.01.2009 21:40 Uhr
von Nick:
Sehr schöner Artikel, habe selbst viele Verwandte aus so einem Umfeld. Jedes Jahr den Weihnachtsgottesdienst besuchen, jedes Jahr die gleiche Gehirnwäsche, und wenn ich offen bekennender Anhänger des fliegenden Spaghettimonsters werde und gegen das Christentum werbe, gibt es keine Weihnachtsgeschenke.
"In der Schule seien der Manipulation Tür und Tor geöffnet."
Da dachte ich mir nur: lol, Bild' dir deine Meinung!
11.01.2009 21:00 Uhr
von maren:
Wie gruselig. Solche Eintstellungen machen mir Angst!
11.01.2009 20:02 Uhr
von Lutz:
Ich habe kein Problem mit diesen Menschen und ihrem Glauben, jeder möge nach seiner Fasson selig werden.
Problematisch ist jedoch das Missionierungsverhalten, wie bei vielen Religionen. Dazu gehört auch und vor Allem der Versuch der politischen Einflußname, also der Lobbyismus (den ich auch in anderen Zusammenhängen verurteile). Hier zeigt sich die fatale Vermischung von Religion und Glauben: Glaube sei jedem Menschen vergönnt, aber agressive Religionen gehören auf den Prüfstand gestellt. Hier müssen freiheitliche und rechtsstaatliche Maßstäbe angesetzt werden und ergebnisoffen die jeweilige Zulassung geprüft werden.
11.01.2009 19:51 Uhr
von Thomas:
Gebet eines Agnostikers:
"Lieber Gott, wenn es Dich gibt, bewahre uns vor diesen bibeltreuen Irrlichtern und führe sie zum freien Denken, damit sie wirklich wählen können, was sie denken!"
11.01.2009 18:39 Uhr
von Bernd Schröter:
Die "Deutsche Evangelische Allianz" ist nicht der Zusammenschluss der Evangelikalen in Deutschland. Die Evangelische Allianz wurde 1846 in London gegründet, in ihr arbeiten heute 122 nationale Verbände miteinander. An den Veranstaltung der Allianz, z. B. der "Allianz-Gebetswoche" nehmen genausogut Gemeinden der Landeskirchen als auch freikirchliche oder freie Gemeinden teil. Im Übrigen zeigt der Gesamttext nur, wie uninformiert und ideologisch geprägt der Verfasser ist.
11.01.2009 18:08 Uhr
von Berliner Schnauze:
Haben die 68er jetzt auf einmal Angst vor den Christen bekommen, dass hier solche Geschütze aufgefahren werden? Ich für meinen Fall empfinde es als eine Ehre, als "Evangelikaler Fundamentalist" beschimpft zu werden, weil ich weiss, dass ich 1. Gewalt verabscheue (gerade wenn dieser Kampfbegriff im Zusammenhang mit islamistischem Fundamentalismus in einem Atemzug genannt wird), 2. Frauen gerade im Beruf gleichberechtigt sein müssen.
Ich bin gegen Ausgrenzung und Diffamierung Homosexueller was leider täglich in Deutschland geschieht, bin jedoch der Meinung, dass es einen Menschen zerstört, wenn Sexualität gleichgeschlechtlich ausgeführt wird. Da Sexualität eng mit der Persönlichkeit und dem Wesen eines Menschen verbunden ist, muss sie geschützt werden. Tragischerweise sind viele Homosexuelle Opfer von (sexuellem) Missbrauch in der Kindheit geworden, so dass sie aus unverarbeiteten Erlebnissen heraus meinen, sich dem gleichen Geschlecht zuwenden zu müssen. Nachvollziehbar, aber destruktiv. Meine Bewertung dieses Lebensstils zielt auf eine Zielverfehlung hin und ist nicht als Anklage zu werten. Hier übe ich auch Selbstkritik an Evangelikalen, die manchmal nicht besseres zu tun haben, als bestimmte Dinge einseitig zu verteufeln, obwohl sie selber viel Dreck am Stecken haben.
Gegen Pornographie zu sein ist ja wohl angesichts zunehmender Fälle von Kinderpornographie nicht das Allerverkehrteste. Hier weiss ich mich in guter Gesellschaft mit Alice Schwarzer, Ursula von der Leyen und vielen mehr.
Wenn in Saudi-Arabien, Arabien Kirchen gebaut werden dürften, in Pakistan selbige nicht abgebrannt würden, im Iran Pastoren nicht ermordet werden würden, Moslems, die die Religion wechseln wollen, nicht das Leben zur Hölle gemacht würden, hätte ich wahrscheinlich auch ein anderes Bild vom Islam, obgleich ich schon sehr gut differenzieren kann, mit welcher islamischen Strömung ich es gerade zu tun habe.
Dies alles musste mal gesagt werden - wäre ja mal ein Sieg für die Meinungsfreiheit, wenn dieser Artikel veröffentlicht werden wird frei nach dem Zitat: Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden.
11.01.2009 17:49 Uhr
von P.B.:
1. Evangelikale bezeichnen Homosexualität bspw. als Sünde, machen davon ihren Umgang mit einem Menschen abhängig. M.a.W. sie diskriminieren. Darauf angesprochen beschwichtigen sie aber: Niemand sei frei von Sünde, die gesamte Welt sei in keiner Weise perfekt und somit sündhaft.
2. Sie nutzen modernste Technik für die Verbreitung ihrer Botschaften. Doch ihre Botschaft ist seltsam rückwärtsgewandt, ohne Rücksicht auf Vernunft. Hätten die Menschen mit ihrer Einstellung gelebt, wäre die moderne Technik, der Wohlstand unserer Zeit nie entstanden. Wir würden hungern und krepieren!
3. Auf ihren Bekehrungsdrang angesprochen reagieren die meisten Evangelikalen verstimmt. Ähnlich als würde man einen Drücker, der Menschen in der Fußgängerzone Werbeprospekte ausdrängen muss, auf sein Treiben ansprechen. Glauben sie nun an das, was sie verkünden oder merken sie, wie sehr es der für jedermann erfahrbaren Welt widerspricht?
Meiner Ansicht nach haben viele Evangelikale eine seltsame Doppelmoral und sind einer etwas zu platten Ideologie der Bibeltreue aufgesessen. Sie träumen allzu sehr von einer perfekten Welt und vernachlässigen den Blick in die Wirklichkeit. Dies kann im Extremfall auch gefährlich werden, wenn dabei die Wirklichkeit und der darin befindliche Mensch verachtet wird.
11.01.2009 17:22 Uhr
von Bert:
Eine stabile Demokratie wird nichts dagegen haben, dass freie Bürger bisweilen privatermaßen gegen Zahlung von Geld für einen "Club" dort den Sklaven spielen. Ebenso kann eine Demokratie es mit Leuten halten, die privatermaßen das Schaf des Hirten spielen.
Nur politisch werden dürfen Religionen und sonstige monopolistische Ideologien nicht: Sonst droht eine Wiederholung von politischen Verbrechen wie christliche Indianerausrottung, Hexenverbrennung, Ermächtigungsgesetz oder Pinochet-Diktatur.
11.01.2009 15:57 Uhr
von wanja:
Wenn 'Gott' (a) existiert und (b) gut ist und (c) weiß, was auf unserem Planeten hier in unserem Universum los ist, ist 'ihr/ihm' vielleicht kotzübel, erst recht angesichts vieler Menschen, die sich auf 'ihn' berufen, und der 'Teufel' lacht vielleicht ein unbeschreiblich kalt-sadistisches Gelächter dazu. Naja, vielleicht dreht sich der Spieß in einer anderen Welt dann um - was ja sogar einige von denen irgendwie hoffen, die sich ebenfalls auf 'Gott' berufen und vielleicht haben sie zumindest damit ausnahmsweise(!) ungefähr recht (auch wenn das natürlich letztlich unsere konkreten naiven menschlichen Vorstellungen übersteigt).