In den letzten fünf Jahren sind mindestens ein halbes Dutzend Kirchen und religiöse Gemeinschaften entstanden. Vor allem Teams von evangelikalen Christen sind in Berlin aktiv. Sie präsentieren sich oft locker und tolerant - und sind doch fundamentalistisch.von Ulrike Heitmüller
Leserkommentare
30.01.2011 16:59 Uhr
von Dave:
Ich kann mich dem nur anschließen,
klar gibt es ein Problem mit zum Fundamentalismus neigenden Gemeinden, aber hier das Berlinprojekt aufzugreifen, ist völlig fehl am Platz.Es stellt für mich genau das Gegenteil zum Fundamentalismus dar und ist ein Hoffnungszeichen!
13.09.2010 09:33 Uhr
von Frank K.:
Gott segne Frau Heitmüller!
24.08.2010 12:16 Uhr
von Tim:
Ich kenne ähnliche Gruppen seit nun mehr fast 2 Jahren in Frankfurt und Stuttgart..Ich beobachte immer wieder, dass christliche Botschaften wie Barmherzigkeit und Nächstenliebe vollkommen untergehen. Immer mehr fällt mir auf, dass der Missionsbefehl und der Hinweis auf den "freiwilligen" Zehnten dominieren. Teilnehmer sind zum Großteil Frauen nicht deutschen Hintergrundes, ohnehin oft in sozial "empfänglicher" Position.
Ja es stimmt...Alles sehr sozial....Aber leider trotzdem mit extrem gefährlichen Tendenzen. Schwule sind grundsätzlich Sünder und müssen geheilt bzw. erlöst werden. Überhaupt leben wir alle in Sünde, Gott über alles....Oder das, dass man dafür hält.
Es fallen Zitate wie "Obama ist der Antichrist, er unterstützt die Palästinenser". Nach Außen sieht alles toll ist, weil es ja charismatisch ist. Amerikanische Songs und wirklich nicht so langweilige Gottesdienste wie üblich. Trotzdem trügt der äußere Schein....
Den Gilgamesch Epos kennt hier sicher niemand....Wofür auch....Die Bibel wurde ja als fertiges Werk auf die Welt geworfen. Das es eine Sammlung von Erzählungen und Schriften ist, die durch die Entscheidung des Menschen zusammengefasst worden sind, stört niemand. Es ist alles von Gott inspiriert. Alles kann erklärt werden, auch wenn es keinen Sinn ergibt.
Jede wissenschaftliche Lücke dient als Beweis von Gottes Schöpfung. Dabei steht die Wissenschaft gar nicht im Konflikt mit einem Gottesglauben.
13.08.2010 11:58 Uhr
von Ulrich Weyel:
Ich identifiere mich weitgehend mit folgender Zitierung:
EKD Pressemiteilung 199/2009
"Fragwürdige journalistische Mittel"
Erklärung des Rates der EKD zur Diffamierung evangelicaler Christen
In jüngster Zeit sind mehrfach Veranstaltungen, Aktivitäten und Positionen von evangelischen Christen, die der evangelikalen Strömung zugehören oder zugerechnet werden, mit pauschaler Kritik überzogen und in den Medien verzerrt dargestellt worden. Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der am 4. und 5. September nach der Sitzungspause des Sommers erstmals wieder zusammengekommen ist, nimmt diese Mitchristen gegen Verunglimpfungen in Schutz. Viele von Ihnen gehören mit ihrer tiefen persönlichen Frömmigkeit, ihrem nachhaltigen Eintreten für eine missionarische Kirche und ihrem diakonischen Engaement zum Kern unserer evangelischen Gemeinden...
Ende der Zitierung
09.08.2010 19:39 Uhr
von Berndi:
Ich finde den Artikel gut!
Es ist schrecklich mit anzusehen, wie diese Fundamentalisten
die Bibel als das Wort Gottes verkaufen.
Damit wird das Buch seiner Geschichte entzogen und es wird wissenschaftliche Erkenntnis dem Erdboden gleichgemacht.
Aber die meisten Evangelikalen schlucken offenbar diese irrwitzige Doktrin, wahrscheinlich weil sie die Bibel nicht wirklich gelesen haben (es ist ja auch größtenteils kein ansprechender Text) und an erster Stelle die Gemeinschaft steht. Jeder, der sich z.B. mit dem neuen Testament befasst sieht sehr schnell, dass die Bibel keine zuverlässige historische Quelle für das Leben und das Wirken des historischen Jesus ist. Die Evangelisten widersprechen sich in vielen vielen Details. Mehr noch: geht man zu den griechischen Quellen über (aus denen unsere Bibel zusammengeflickt ist), so stellt man fest: Wir haben die Worte der Evangelisten nicht, sondern nur das was aus den Urtexten über Jahrhunderte gemacht wurde. Keine 2 der 5600 griechischen Manuskripte sind gleich.
Aber das ist es eben: Das Interesse in der Welt der Geistlichen an der Geschichte der Bibel ist nicht gerade groß. Mein Pfarrer z.B. "lehrte" uns, dass Markus und Matthäus Augenzeugen waren.
08.08.2010 17:23 Uhr
von Helmut:
Ich bin in einer FeG in Berlin, aber nicht im Berlinprojekt, und habe eher zufällig mitbekommen, dass das Berlin-Projekt anders ist als die typische FeG-Gemeinde. Was auch schon zu internen Diskussionen geführt hat (an denen ich nicht teilgenommen habe).
Aber da FeGs großen Wert auf die Selbstständigkeit der einzelnen Gemeinden legen, gehört schon mehr dazu, bis es dazu irgendwelchen Maßnahmen kommt.
Auch in unserer Gemeinde gibt es Kleingruppen: Bibelstunde, Hauskreise, Selbsthilfegruppe für Drogengefährdete, Frauenkreis etc. Dafür wird geworben, aber niemand kontrolliert, und rausgeschmissen wird natürlich auch niemand, der nirgendwo mitmacht. Rausschmisse müssten von der Gemeindeversammlung (Vollversammlung aller Mitglieder) beschlossen werden, und ich kann mich an keinen Rausschmiss erinnern, seit ich vor 5 Jahren nach Berlin kam.
Wie schon andere vor mir geschrieben haben: es ist schlechte Recherche, wem dem Reporter nicht klar geworden ist, dass die Unterschiede zwischen dem Profil des BFeG und dem Berlin-Projekt real sind und keine bloße Propaganda.
Das lässt mich dann auch an der Seriosität der Beschreibung der übrigen im Artikel erwähnten Kirchen (die ich meist überhaupt nicht kenne) zweifeln.
08.08.2010 12:39 Uhr
von anja:
Ach schade. Chance vertan, mal ein differenziertes Bild zu zeichnen. Über Schattenseiten (klar, die gibts auch in jedem Fitnessclub), aber eben genauso auch über viele tolle Sachen, die in solchen Gemeinden laufen. Soziale Projekte. Leute, die sich jahrelang treu und ungesehen ehrenamtlich für ihren Stadtteil engagieren. Integre, fröhliche Menschen, die sich unkompliziert um ihre Nachbarn kümmern, ihren Glauben feiern und versuchen, die Welt ein bisschen besser zu machen. Ich frag mich immer, wovor (taz-)Redakteure eigentlich solche Angst haben, dass sie offenbar nicht offen und neugierig recherchieren, sondern immer mit der Schere im Kopf, dass da bestimmt irgendwas böses Fundamentalistisches im Busch sein muss.
08.08.2010 12:23 Uhr
von Jutta Schierholz:
Ich kann es nicht anders sagen: ich muss mich gerade heftig fremdschämen, in einer Zeitung, die ich ansonsten sehr schätze, einen derart dummen Artikel zu lesen, der nichts von dem enthält, was guten Journalismus ausmachen sollte. Mag ja sein, dass Unvoreingenommenheit bei diesem Thema bei manchen Leuten zuviel verlangt ist. Aber wenigstens saubere Recherche und Sachkenntnis geht auch dann.
Wieder einmal werden schon in der Überschrift Evangelikale und Fundamentalisten in einen Topf geworfen. Hat es sich inzwischen wirklich noch nicht herumgesprochen, dass es auch in der evangelikalen Szene unterschiedliche Ansätze und Ansichten gibt? Kein Wunder, dass Herr Gandow sich zu der Sache nicht so recht äußern wollte – vermutlich hat er ja wohl einfach nicht die Dinge gesagt, die Frau Heitmüller gerne zitiert hätte. Der weitaus größte Teil der evangelikalen Freikirchen pflegt gute Beziehungen zu beiden Landeskirchen und fällt einfach nicht in Herrn Gandows Aufgabenbereich als Sektenbeauftragter.
Gerade was das Berlinprojekt betrifft, ist der Anspruch der Verfasserin, „genau hingeschaut“ zu haben, einfach nur lächerlich. Ich bin dort selbst aktiv, nachdem ich vor einiger Zeit selbst an einer evangelikalen Hochschule mit fundamentalistischen Zügen studiert habe, mich inzwischen davon heftig distanziert habe und vom Fundamentalismus gründlich geheilt bin. Inzwischen würde ich mich als linksevangelikal bezeichnen (ja, das gibt es, und zwar nicht erst seit gestern). Als ich vor knapp vier Jahren das Berlinprojekt kennenlernte, lebte ich gerade unverheiratet mit einem geschiedenen Mann zusammen. Die Pastoren vom Berlinprojekt interessierten sich dafür überhaupt nicht. Die beiden haben ganz einfach andere Prioritäten, als potenzielle Gemeindeglieder auf ein äußerlich korrektes Privatleben hin abzuklopfen. Ich bin im Berlinprojekt inzwischen auf Augenhöhe mit den beiden für diverse Lehrveranstaltungen verantwortlich – wofür ich als Frau nach klassisch evangelikaler Ansicht eigentlich gar nicht in Frage käme. Soviel zum verkappten Fundamentalismus im Berlinprojekt. Meine Güte, Frau Heitmüller scheint ja wirklich genau hingeschaut zu haben.
Wieso hat Frau Heitmüller denn nicht mal genauer nachgefragt, wie denn eigentlich die Pastoren zu ihrer Ausbildungsstätte, zum BfeG und speziell zu Themen wie dem der Mitgliedschaft stehen? Wieso das Berlinprojekt auf eine solche verzichtet, obwohl alle anderen FeG-Gemeinden eine solche haben? Wieso setzt sie sich überhaupt nicht mit Herrn Nowatzkys Aussagen auseinander? An der Stelle wäre es doch gerade interessant geworden, aber es folgt nur die billige Bemerkung: „Die Aussagekraft dieses Satzes liegt bei null“ (wieso das denn?), und wir erfahren, dass Absolventen der Freien Theologischen Hochschule Gießen von vorneherein gar nicht in der Lage seien, einen eigenständigen Standpunkt zu entwickeln, und dass man sich besser an die Vorverurteilungen der Verfasserin dieses Artikels zu halten habe. Na großartig.
Mag ja durchaus sein, dass es selten geworden ist, dass Pastoren wirklich meinen, was sie sagen. Im Fall von Herrn Nowatzky kann ich sagen: doch, es ist so. Wenn Frau Heitmüller wirklich genauer hingesehen hätte (und es vor allem auch hätte sehen wollen!), dann hätte auch sie das mitgekriegt. Bloß hätte sie dann eben die Grundthese ihres Artikels, dass hinter allen freikirchlichen Gemeindeneugründungen in Berlin beinharte Fundamentalisten stecken, etwas überarbeiten müssen. Ach so.
07.08.2010 01:10 Uhr
von berlinjc:
Es ist offensichtlich, dass der Verfasser des Artikels Meinungsmache betreiben will und nicht seriösen Journalismus abliefern will. Letzteres würde dazu führen, dass Fakten recherchiert werden, Pro und Contra, und die eigentliche Meinungsbildung dem Leser überlassen bleibt.
Das ist eigentlich das Eigentliche an dem Artikel.
06.08.2010 13:17 Uhr
von Friedel Geisler:
Ihre Beschreibung und Ihren Vergleich der einzelnen evangelikalen Freikirchen finde ich sehr passend. Da ich selber in einer solchen sozialisiert bin, weiß ich wovon Sie berichten. Der Druck, der ausgeübt wird, ist mehr psychologischer Art. Da wird gerne von der ewigen Verdammnis gesprochen und davon, dass frau/man sich bekehren muss, um dem allen zu entgehen. Was für mich als evangelische am peinlichetsn ist, dass es angeblich nur diesen einen "Heilsweg" gibt. Wie klein wird Gott da bemacht! Ich bin sehr dankbar, dass ich durch mein Theologiestudium einen andren Weg gefunden habe.
Warum es richtig ist vor den evangelikalen Freikirchen zu warnen? Das Gedankengut mit seinem Anspruch auf Unfehlbarkeit setzt sich in der Psyche fest und richtet mitunter nicht unerheblichen Schaden an. Es ist ein langer Weg, sich aus den ganzen Gewissenkonflikten zu befreien.
Und außerdem: erst im Himmel beginnt das eigentliche Leben. Deshalb wird auch meist nicht gerne gesehen, sich in irgendeiner Form politisch zu engagieren. Angheblich ist Paulus so zu verstehen, dass für alle Zeiten jede Regierung von Gott gegeben ist. danach kann ich das Weltgeschehen ihm überlassen
Diesen Totalanspruch auf die ganze Persönlichkeit halte ich für sehr gefährlich.
06.08.2010 10:57 Uhr
von Martin Schaefer:
Klarstellung: Die „Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Zwingli-Kirche“ gibt es nicht. Der Landesverband der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden (Baptisten) in Berlin-Brandenburg hat lediglich seine Landesgeschäftsstelle in den Räumen der Zwingli-Kirche. Die Zwingli-Kirche ist nicht der Namen sondern die Postadresse. Bitte besser recherchieren! Danke.
05.08.2010 18:56 Uhr
von LaHaine:
Die Christen können meinetwegen glauben was sie wollen, aber wenn einer ankommt und versucht mich oder meine Mitmenschen zu bekehren, dann bekommt der aber Kontra.
05.08.2010 11:20 Uhr
von Pere:
"Wer nicht spurt, fliegt." Lächerlich, dies dem Pastor in den Mund zu legen bzw. diesen Kirchen zu unterstellen. Wie kommen Sie darauf, dass hier Zwang ausgeübt wird?
Es gibt neben aktiven und eingetragenen Gemeindemitgliedern eben auch eine Vielzahl an Besuchern und nicht registrierten Besuchern. Zumal diese Kirche vermutlich als Verein organisiert ist, gehört zu einer aktiven Mitgliedschaft sicher auch das Engagement. Wer das nicht will, bleibt eben passives Mitglied.
Würden Sie über einen Fussballverein, das DRK, den Gartenbauverein oder sonst eine Interessengemeinschaft genauso schreiben, wenn es von seinen aktiven Mitgliedern eine Verbindlichkeit einfordert, die eben zu einer Mitgliedschaft dazu gehört?
Am Rande: ich kenne diese Gemeinde nicht, komme auch selbst nicht aus Berlin und kann deswegen kein abschließendes urteil fällen.
Was sie hier aber schreiben grenzt an Rufmord.
Wäre es nicht besser gewesen, Sie hätten im Bezirk Friedrichshain - oder sonst im direkten Umfeld der Gemeinden - unter der Nachbarn und Mitmenschen nachgefragt, wie die Gemeinden wahrgenommen werden?
Oder fürchten Sie sich vor objektiven Meinungen, die Ihre subjektive Verzerrung und Ihre Intoleranz und Ihre Vorurteile in Frage stellen würden?
Wenn auch vom anderen Ende her aufgezäumt: das Niveau dieses Artikel spielt in derselben Liga wie das der Bild-Zeitung.
04.08.2010 23:35 Uhr
von Jo2710:
Dieser Artikel ist eher eine haltlose Hetze, bedingt durch mangelnde Verständnisbereitschaft und Verallgemeinerung.
Schade
04.08.2010 20:08 Uhr
von Daniel:
Dieser Artikel ist einer der erbärmlichen Versuche, da einen Skandal zu verorten, wo beim besten Willen keiner ist. Und damit meine ich das Berlinprojekt.
Diese Kirche ist nämlich tatsächlich genau so, wie es der Pastor in der Email beschrieben hat und in keiner Weise antigay oder besonders streng in irgendwelchen Punkten bezogen auf die Bibel.
Es gibt auch keine Mitgliedschaft und da können Sie sonst was fabulieren, gibts einfach nicht.
Vielleicht liegt das ja an dem Ausdruck "Projekt" im Namen, dass diese Kirche ein bisschen abweicht von den "Forderungen" der Mutterkirche. Beim Kreuzbergprojekt verhält es sich genauso. Die FeGs kann man eigentlich im allgemeinen nicht zu den "evangelikalen" (charismatischen o. pfingstlerischen) Freikirchen zählen. Das merkt man schon daran, dass der BFeG Mitglied im ACK ist.
Was diese Every-Nation-Kirche angeht, so kann ich mir kein Bild davon machen, ohne dort gewesen zu sein.
Gute Beispiele wären aber noch das ICF (international christian fellowship) mit ihrem Ableger in Berlin gewesen, dann die Hillsong Church aus Australien, Vineyard usw.
Das sind Fundamentalisten und das Berlinprojekt ist einer der Orte, wo solche Menschen, denen das zuviel wird (gerne auch "Aussteiger"), aufgenommen werden.
Das ist extrem unverbindlich (Es findet in einem Kino statt) und daher gibt es die Möglichkeit in Sofagruppen(!) mehr Kontakt zu pflegen, und zwar ohne "Ermahnungen".
Ich hoffe ja in Zukunft auf eine etwas genauere Recherche in diesem Bereich oder vielleicht auch mal einen Eindruck von vor Ort lesen zu können.
Und nein, ich bin kein Mitglied im Berlinprojekt und gehe dort auch nicht regelmäßig hin oder lasse mich sonst wie dort zuordnen, aber der Artikel ist einfach sachlich falsch.