Für rund 1,5 Milliarden Euro wird in Schweden eine Spallationsanlage zur Erzeugung von Neutronen errichtet. Für einige Forscher ist das zu viel Geld.von Reinhard Wolff
Bei der Entscheidung für den Bau einer ESS wurde berücksichtigt, dass das Flaggschiff der europäischen Neutronenstreuung, der ILL-Reaktor in Grenoble, vorausichtlich in ca. 10 Jahren aus Altersgründen stillgelegt werden muss. Die anderen europäischen Spallationsquellen (SINQ, ISIS) können das nicht kompensieren: Sie sind entweder zu klein und können nur mit unverhältnismässig grossem Aufwand aufgerüstet werden, oder sind nicht gepulst. Nur gepulste Spallationsquellen wie ESS (oder die amerikanische SNS, die seit 2007 in Betrieb ist) erlauben eine Leistungssteigerung im Vergleich zum ILL-Reaktor in Grenoble. Die Entscheidung des deutschen Wissenschaftsrats 2002 gegen die ESS in Deutschland fusste u.a. auf der Vermutung einiger Gutachter, Fortschritte in anderen Technologien (NMR) könnten die kostenintensive Neutronenstreuung ersetzen. Das hat sich jedoch nicht bestätigen lassen und so hat der gesamteuropäische Wissenschaftsrat ESFRI vor ca. 2 Jahren der ESS eine sehr hohe Bedeutung zuerkannt. Dass die ESS in Schweden zu einer Neubewertung der Forschungsprioritäten führen wird und damit nicht von allen geliebt wird, liegt in der Naur der Sache.
Leserkommentare
15.06.2009 10:26 Uhr
von Rainer Moormann:
Bei der Entscheidung für den Bau einer ESS wurde berücksichtigt, dass das Flaggschiff der europäischen Neutronenstreuung, der ILL-Reaktor in Grenoble, vorausichtlich in ca. 10 Jahren aus Altersgründen stillgelegt werden muss. Die anderen europäischen Spallationsquellen (SINQ, ISIS) können das nicht kompensieren: Sie sind entweder zu klein und können nur mit unverhältnismässig grossem Aufwand aufgerüstet werden, oder sind nicht gepulst. Nur gepulste Spallationsquellen wie ESS (oder die amerikanische SNS, die seit 2007 in Betrieb ist) erlauben eine Leistungssteigerung im Vergleich zum ILL-Reaktor in Grenoble.
Die Entscheidung des deutschen Wissenschaftsrats 2002 gegen die ESS in Deutschland fusste u.a. auf der Vermutung einiger Gutachter, Fortschritte in anderen Technologien (NMR) könnten die kostenintensive Neutronenstreuung ersetzen. Das hat sich jedoch nicht bestätigen lassen und so hat der gesamteuropäische Wissenschaftsrat ESFRI vor ca. 2 Jahren der ESS eine sehr hohe Bedeutung zuerkannt.
Dass die ESS in Schweden zu einer Neubewertung der Forschungsprioritäten führen wird und damit nicht von allen geliebt wird, liegt in der Naur der Sache.