• 03.09.2010

Essay 30 Jahre Grüne

Die Teflon-Partei

Die Grünen können nach drei Jahrzehnten scheinbar alle alten Gegensätze in sich vereinen. Wirtschaft und Umwelt, Kiffer-WG und Ökospießer. Wie ist das möglich?von Matthias Lohre

  • 06.02.2011 18:08 Uhr

    von Franz Beer:

    Vieleicht sollten sich die Grünen wieder auf IHRE Werte konzentrieren wofür Sie einst standen. Klar sie sind in der Gesellschaft angekommen und das ist auch gut so. Man kann und sollte Seine Kompetenzen kennen . Die Grünen sind einfach keine Partei die Ich zb Wirtschaftskompetzenz zutraue ,und Sie selber auch nicht. Aber da sind noch Umwelt Friedenspolitik, Da sind Alte ,Schwache unserer Gesellschaft da sind Alternative,Da sind Hartz4 ler, Kiffer , Zeitarbeiter,da ist Ausbeutung ,Menschen die einfach keine Lobby haben in unserer Gesellschaft usw usw. Und das sind Millionen Wähler.Macht nie den Fehler und schwimmt auf dem Mainstream der gerade mal inn ist .Leute wenn Ihr diese Menschen vertretet dann seid Ihr meine partei.

  • 15.11.2010 11:48 Uhr

    von Mutant:


    Zuerst wurde die SPD, nach dem Abgang von Willy Brandt zum kleineren Übel. Ebenso ging es mir mit den Grünen ( Agenda 2010 uva.). Nun Die Linke aus Protest.
    Nu wird´s aber eng.
    Direkte Demokratie?
    Direkte Demokratie !!!

  • 09.09.2010 16:23 Uhr

    von Frederic Chaudair:

    Die 68er furzen jetzt selber in bequeme Sessel, siehe Fischer, Schlauch usw., und sei es bei EnBW oder RWE.

    Da sich der gemeine Wähler derzeit nur zwischen Pest und Cholera entscheiden kann, wählt er grün.

  • 04.09.2010 18:21 Uhr

    von fischgruppe:

    Der Artikel trifft die Situation ziemlich genau. Gute Analyse. Tut mir leid um die vielen verbitterten Kommentatoren. Teilweise werden Positionen falsch dargestellt - z. B. gab es nie eine Hintertuer fuer Gentechnik, daran wird sich auch nichts aendern. Ich kann die Zweifler aber auch teilweise verstehen. Politik heisst eben manchmal das geringere Uebel waehlen und von seiner Ueberzeugung abruecken muessen. Aber wer in der Regierungsverpflichtung steht, muss eben eine Entscheidung treffen. Trotzdem haben die Gruenen nicht viel von ihrem Potential und ihrer Kraft verloren, auch wenn sie manchmal ruhig etwas mutiger und radikaler sein koennten. Was Deutschland jetzt auch braucht, sind gute Visionen. Und die Gruenen beherbergen viel Positivitaet.

  • 04.09.2010 17:25 Uhr

    von hto:

    Wenn man mit Verstand zu wahrhaftiger Vernunft bedenkt was an dieser Partei alles hängengeblieben ist - Atom, Bundeswehr und Krieg, fortwährende Umweltzerstörung, Intrigen, Lügen, Korruption / Wahlbetrug, usw. -, dann ist Teflon-Partei doch wohl eher Schleichwerbung!?

  • 04.09.2010 13:01 Uhr

    von Rasmuss:

    Die Taz hat die Grüne aber ganz besonders lieb- oder wie kommt es zu diesen Schmeicheleien..?

    Wem die Jahre von '98 bis'03 unter Rot- Grün noch nicht gereicht haben, darf sich jetzt an der Koalition in Hamburg laben.
    Hier muss doch auch der Letzte kapiert haben, dass es um rein gar nichts mehr geht als um Pensionsansprüche.
    Erst einen Wahlkampf gegen Kohlekraft führen und dann mit derselben koalieren.
    Das Argument dafür ist, dass niemand das KKW hätte verhindern können- hallo, geht's noch..?
    Schulreform gescheitert, BM zurückgetreten, aber die GAL macht weiter mit einem neuen BM, der mit Burschenschaften symphatisiert..
    Über die Koalition in HH ist ja basisdemokratisch abgestimmt worden, ich frage mich nur warumm- was finden die Parteimitglieder an dieser Murkskoalition?

    Das Schlimmste ist einfach die Beliebigkeit der Partei.
    Nicht nur offen für die Union, sondern auch noch mit den Liberalen in einem Boot im Saarland.
    Das wirkt jetzt irgendwie modern, offen oder attraktiv auf manchen Wähler.
    Schließlich will man ja auch bei der Union und den Gelben fischen.
    Auf lange Sicht kann das der Partei nur schweren Schaden zufügen.
    Irgendwann werden nämlich alle raus haben, dass nicht mehr viel dran ist an gewaltfrei und basisdemokratisch.

    Grün profitiert nämlich auch ganz stark von der Schwäche der SPD und von CDU.
    Und von Leuten, die einfach (noch) Hemmungen haben sich der Linken zu öffnen.

    Die Grünen kommen aus der Friedens- und Ökobauernbewegung.
    Viel ist davon nicht geblieben.

    Nur wie sagte schon FJS, "everybodys darling is everybodys depp..!

    Mal sehen, gibt ja noch die ÖDP- ob die Seichtwäscherei von Grün hier eine neue Partei nach oben spült?!

  • 04.09.2010 08:27 Uhr

    von Ardiente:

    Ich schließe mich Alf an: habe die Grünen 25 Jahre lang gewählt. Seit 10 Jahren nicht mehr.... oh je, bin ich ein alter Sack?

  • 03.09.2010 18:36 Uhr

    von linsenspaeller:

    Das ist doch kurios: Ihr Trend zur Beliebigkeit hat die Grünen für die "Mitte" erst wählbar gemacht. Darüber sollte man mal nachdenken. Hätten sie auch früher drauf kommen können. Allerdings, um echt konservativ zu werden, braucht es natürlich eine Zeit. Ja und ohne entsprechendes Bankguthaben geht es auch schlecht. Darauf könnte man jetzt anstoßen! Hab leider nix da...

  • 03.09.2010 16:37 Uhr

    von never!Land:

    Die Grünen links der Mitte...das geht auch nur in einem Land, in dem sich rechte Parteien wie CDU und FDP ungestraft die Mitte nennen dürfen, weil die ganze Republik, die SPD eingeschlossen, so massiv nach rechts gerückt ist und letztere trotzdem noch als "links" gilt.

    Es gibt derzeit nur eine einzige linke oder "vage linke" Partei im Bundestag, und die ist trotz ihres jungen Alters schon so konservativ, dass man sich fragen muss: Wo ist die progressive Linke in Deutschland?! Ohne die schafft sich Deutschland nämlich tatsächlich ab!

  • 03.09.2010 16:35 Uhr

    von Dieter Drabiniok:

    "Der Held reift vom ungeduldigen Herausforderer zum weisen Herrscher, der seine Schwächen wie Stärken kennt und nach bestem Wissen und Gewissen handelt."

    Nach bestem Wissen und Gewissen?
    Der Himmel ist blau! Der Regen ist nass!

    Früher hieß es: "Wir haben die Erde von unseren Kindern nur geborgt!"
    Heute heißt es: "Wir haben eine zweite Erde für unsere ge-downloadet!"

  • 03.09.2010 16:20 Uhr

    von vögelchen:

    Die Grünen und Ihre Wählergemeinde leben von der Angst vor der großen Freiheit. Es lebt sich bequem und scheinbar sicher im goldenen Käfig des Wohlstand und der Beständigkeit. Wir haben nicht den Mut für das Abenteuer der freien Welt, und solange wir uns nicht stark genug wähnen, dort zu bestehen, sollten wir auch im Käfig bleiben. Sonst geht die Geschichte mit dem Helden der auszog um im Abenteuer zu reifen noch tragisch aus.

  • 03.09.2010 16:19 Uhr

    von Mellow Dramatic:

    Noch spannender als das Essay, sind die Kommentare. Sie zeigen weniger das Bild einer gewonnenen Zustimmung sondern einer gnadenlosen Entrüstung und Enttäuschung. Enttäuschte Liebe und enttäuschtes Vertrauen?

    Sicher ist, da haben die Grünen bei ihren Häutungen doch einiges an Grimm verursacht. Und in diesem Forum sind die Äußerungen ja noch ätzender als bei der FAZ.

    Aber bitte, welche Grüne hätten wir den gerne? Ewiges Anhängsel und Stimmreservoir der manchmal erschreckend konservativen und unbeweglichen SPD. Rechtgläubig bis zur Selbstverleungnung als Partei und Fraktion(en) und auf ewig in die mahnende Opposition verdammt? Oder angewiesen auf die Stimmen der "Linken", deren Glaubwürdigkeit in all ihren zentralen Punkten nicht gegeben ist.

    Klar sind die Grünen eine bürgerliche Partei, so wie die neuen sozialen Bewegungen immer schon bürgerlich waren. Das Grüne altern, na klar. Das Grüne Fehler gemacht haben - nicht zuletzt in 7 Jahren rot-grün - auch das.

    Aber dass in D heute eine Mehrheit gegen die Atomkraft votiert, dafür Vorreiter bei den Erneuerbaren ist, Homoehe und Frau als Kanzlerin selbstverständlich ist - gäb's das ohne Grüne?

    Und wie sollten die Grünen den mit dem Umfrageergebnis umgehen? Die KanzlerInnenschaft anstreben, sich zur Volkspartei erklären oder nächtelang durchfeiern? Ich finde den bescheidenen und nicht großmäuligen Umgang eher sympathisch - bitte zum Vergleich mal die FDP vor einem Jahr angucken.

  • 03.09.2010 16:17 Uhr

    von thafaker:

    Tja, selbst Schuld würde ich sagen. Das mit dem rot/grünen Projekt endete nach dem 1999 Koch in Hessen und Müller in Saarland die Wahlen mit teils ziemlich rechten Themen gewannen und damit die rot/grün Mehrheit im Bundesrat knackten. Im Endeffekt waren damit vom Wähler, die angestrebten gesellschaftlichen und ökonomischen Veränderungen, nicht gewollt worden. Ich sage nur doppelte Staatsbürgerschaft.


    @von Ex Freund
    "Das "Ja" zum Irak Krieg und der Regelung in Sachen Atomkraftwerke beantwortet die Frage, ob es Ihnen gelingt, oder vielmehr gelungen ist. NEIN!"


    An dem haben wir richtigerweise nicht teilgenommen.

  • 03.09.2010 15:56 Uhr

    von Dani:

    Nun, man kann ja nur spekulieren, warum so viele Leute die Grünen wählen würden, aber meinereinerseits findet am Entscheidensten, dass sie das unablässige Diskutieren nicht sein lassen, Positionen überdenken und bisher nicht den Eindruck erwecken, als ob sie jemals das Argument an den Tag legen: "Das machen wir so, weil, das haben wir schon immer so gemacht."

    Es ist ja ganz logisch, dass man als junger Mensch mit jeder Menge Idealen antritt und alle Weltprobleme bitte sofort erledigt wissen will und lieber Anti ist als Pragmatist.

    Aber mit der Zeit muss man akzeptieren, dass auf der Welt deutlich mehr Probleme existieren, als diejenigen im unmittelbaren Horizont. Und das jene ebenso berücksichtigt werden wollen. Da bleiben Kompromisse nicht aus und Fehlleistungen erst Recht nicht.

    Aber eine Partei, die noch den Mut hat Dinge zu korrigieren und Grundsatzdebatten zum Selbstverständnis gehören, ist den bisher Etablierten, meiner Meinung nach, noch immer weit voraus.

  • 03.09.2010 15:32 Uhr

    von kraeuterzucker:

    @Ex Freund:
    Sie entsinnen sich nicht recht. Seit wann haben die Grünen für den Irak Krieg gestimmt?
    @topic:
    So viel Schaum vor dem Mund der Kommentatoren überrascht mich doch. Ich gehöre zur Gruppe der Jungwähler und habe daher die alten Zeiten (tm) nicht miterlebt. Ich kann gut verstehen warum viele die Grünen ganz pragmatisch als kleinstes Übel wählen. Wenn progressive Ideen (Schulreform in Hamburg) nicht mehrheitsfähig sind, hilft es kaum eine Fundamentalopposition vor sich her zu tragen, denn Veränderung wird man dadurch als Letztes herbei führen.

  • 03.09.2010 15:06 Uhr

    von Name:

    Nun, den Kommentar zur SPD muss man nicht nur auf die 70er Jahre beziehen. Schon 40 Jahre vorher wusste Tucholsky über die SPD zu schreiben: "Ick werde wahrscheinlich diese Pachtei wähln – es is so ein beruhjendes Jefiehl. Man tut wat for de Revolutzjon, aber man weeß janz jenau: mit diese Pachtei kommt se nich." (Tucholsky: Ein älterer, aber leicht besoffener Herr)

    Aber es stimmt, die Grünen vermitteln auch so ein Gefühl. Man tut was für Bürgerrechte und Umwelt usw. aber wenn die Grünen regieren, dann stimmen sie der Elbvertiefung zu und dem Bau neuer Kohlekraftwerke oder ziehen in den Krieg usw. usf.

    Aber da auch Alternativen fehlen, bleiben die Stammwähler den Grünen treu. Außerdem wirken sie so schön sympathisch, was ihre Umfragewerte ja auch zeigen. Ich würde gerne mal eine Regierung unter grüner Führung sehen, also nicht nur als kleiner Partner sondern als der Große. Ob sie sich dann immer noch hinter dem Druck durch den Koalitionspartner verstecken könnten? Am liebsten wäre mir da eine Grün-gelbe Koalition (unter der Bedingung die FDP gibt den Neoliberalismus auf, ansonsten darf sie gerne wirtschaftliche Kompetenz ausstrahlen)), da die am meisten für die Bürgerrechte einstehen würde.

    Letztlich sehe ich da aber auch einen Balanceakt der Grünen, denn der Wähler, der sein Eigenheim im Grünen abbezahlt hat und sich der spießigen Umgebung anpasst, mag vielleicht Koalitionen mit der CDU befürworten, viele der jüngeren Wähler sicherlich nicht, denn CDU und Grüne trennen in wichtigen Punkten Welten.

  • 03.09.2010 14:33 Uhr

    von Andrea:

    Da möchte ich doch mal Marc-Uwe Kling zitieren:

    ...doch die Blumenkinder,
    wer konnt´das ahnen,
    gingen den Weg
    aller Bananen

    heute grün und morgen gelb und übermorgen schwarz....

    Mehr ist zu dieser Opportunistenpartei nicht zu sagen! Wer nur in der Opposition pazifistisch, ökologisch und sozial ist, sich gar als "links" begreift (nur weil er Homosexualität bunt und Patchwork-Familien wahnsinnig progressiv findet), der hat keine Chance mehr, irgendwann noch mal meine Wählerstimme zu ergattern. Sollen doch die grünlackierten FDP-Wähler mit ihrer Verachtung für all jene, die aufgrund finanzieller Probleme nicht im Bioladen einkaufen können, diese Partei wählen.

    Meine Stimme bekommen sie nicht mehr!

  • 03.09.2010 13:45 Uhr

    von Joschka Fischer:

    GreenNewDeal. Hauptsache den Fischen gehts gut und 50 Euro ans SOS Kinderdorf. Krude Menschenbilder. Soziale Marktwirtschaft und Friedrich von Hayek. Privat versichert, teuer sitzend im Nichtrauchercafe. Eine antipolitische Generation bekommt was sie verdient. Opportunismus. Karrierismus. Guido Westerwelle spricht nichtmal Englisch aber Peer Steinbrück war sehr kompetent.

  • 03.09.2010 13:20 Uhr

    von Gosig Mus:

    Viel falsch machen kann ich nicht, hab ich auch gedacht, und dann haben se nen Krieg mitgemacht, Hartz4 eingeführt und die Atomkraft trotzdem nicht abgeschafft.

  • 03.09.2010 12:55 Uhr

    von WhiskeyBernd:

    Links der Mitte? HAHAAHAHAHAHAHAHAHAHAAHAHAHAHAHA. Ach. Das war gar kein Witz?

  • 03.09.2010 12:40 Uhr

    von Hannes:

    Fischer steht mit seiner Wandlung vom Sponti zum Lobbyisten für die Selbstaufgabe der Grünen und ihrer Gründungsidee. Die Grünen haben sich unter Fischer immer mehr selbst verraten. Nicht nur der mit Beginn der Koalition mit der SPD gebilligte und unterstützte völkerrechtswidrige Krieg gegen Jugoslawien (Wie der Angriffskrieg gegen den Irak und Afghanistan unter hehren Reden von Menschenschutz und der Universalwaffe Vergleich mit dem Holocaust herbeigeredet und -geführt), sondern auch das umfassendste Armutsschaffungs- und Wirtschaftssubventionierungsprogramm im existierenden korporativen Sozialismus namens Ha(r)tz4 wurde von den Grünen neben Ausweitung/Flexibilisierung der Leiharbeit u.a. gebilligt und mitgetragen. Die Partei ist mit der Anbiederung ans bürgerliche Lager (auch wenn mit erzwungen durch die scheinheilige Übernahme grüner Ideen durch die schwarze Doppelkinnfraktion) für mich und viele andere leider unwählbar geworden!

  • 03.09.2010 12:23 Uhr

    von Dr. Harald Wenk:

    Leider ist gerade der Technoökologie, wie sie "Teflon" evoziert gerade nicht die "GRÜNE" Assoziationskette sondern mehr die "Aktualität" und tiefe Weisheit der der guten alten gußeisernen Pfanne, mit reinem Öl und viel Liebe selbst gepflegt.
    In ökonomischen Dingen war es mehr das "small ist beautiful" mit kleinen, in der Permutation noch menschlich handhabaren Beziehungsanzahlen, und nicht die Hypermultis der "economy of scale" Globalisierung mit Billionen $ und € finanzmathematisiertem Finanzmarkt.
    Wie in der Religion und den erwähnten sozialistischen Arbeiterebwegungen ist von den Urspringsimpulsen fast nichts mehr übrig.
    Das lasse ich mal so stehen.

  • 03.09.2010 12:06 Uhr

    von Neuhauser:

    Wer für Pazifismus, soziale Gerechtigkeit und die Legalisierung von Hanf eintritt, der wählt ganz bestimmt nicht die olivgrünen Steigbügelhalter der CDU.

  • 03.09.2010 11:45 Uhr

    von Greenix:

    Wie schnell doch die Zeit vergeht...
    Damals, Anfang der 80er, hoffnungsvoll als verlängerter Arm der Friedens-, Öko- und Anti-Atomkraftbewegung auf den Weg gebracht, hat diese Partei inzwischen die meisten ihrer ursprünglichen, wichtigen Grundwerte abgeschüttelt. Klar hat die Metamorphose hin zu Macht und neoliberalem Zeitgeist so einiges an Veränderungen erfordert, aber dass auch in Regierungsverantwortung Entscheidungen getragen wurden, die bis heute das Schicksal vieler Menschen derart negativ beeinflusst haben (z.B. Hartz 4 ohne gleichzeitigem Mindestlohn) kann ich als Ex-Grüner bis heute nicht akzeptieren.
    Dass vorher die historisch einzigartige Chance mit der Mehrheit im Bundesrat und -tag am Anfang der Rost/Grünen Koalition nicht zu progressiven Entscheidungen genutzt wurde, sondern die Partei wie das Kaninchen vor der Schlange SPD regungslos verharrte, anstatt sich z.B. mit Oskar zu solidarisieren oder Millionen harmloser Kiffer zu entkriminalisieren, war schon eine schwere Enttäuschung.
    Hamburg zeigt exemplarisch wo die Grünen heutzutage stehen, fixiert auf Pöstchen und Macht ist das Rückrad so flexibel geworden, dass trotz verbalen alternativ-seins, eine klare Positionierung innerhalb des politischen Spektrums kaum möglich ist.
    Die Grünen haben sich so oft zu willigen Steigbügelhaltern deformiert und fast vergessen woher sie einst kamen.
    Echt schade drum.

  • 03.09.2010 11:40 Uhr

    von Uwe Sak:

    Das Ökonomie und Ökologie miteinander vereinbar sind, wird wie ein Mantra wiederholt. Es gibt aber Gegensätze die nicht auflösbar sind. Gerade wer wie die Grünen den freien Markt huldigt, muß immer wieder feststellen, dass es immer Bereiche gibt wo es sich für manche lohnt, die Umwelt zu vergiften Woran der Höhenflug der Grünen liegt, darüber kann man nur spekulieren.
    Ich vermute: Die Linken werden vom Verfassungsschutz bespitzelt und in den meisten Medien diffamiert. Viele glauben an die Mär, die Linke wäre extremistisch.
    Also bleiben nur noch die anderen Parteien: Und da sind die Grünen von Union, SPD und teilweise selbst von der FDP kaum noch zu unterscheiden. Und da die Grünen im Moment noch sympathischer überkommen, wählen halt viele die Grünen.

  • 03.09.2010 11:23 Uhr

    von El Tres:

    Die Grünen haben es nicht nur geschafft, sich zu etablieren, sie haben sich auch völlig den etablierten Parteien angepasst. Ist man an der Regierung, wandern die eigenen Grundsätze locker flockig in den Papierkorb. Kohlekraftwerke? Immer her damit! Elbvertiefung? Na klar! Jugendmedienstaatsvertrag? Letzten Monat waren wir noch dagegen, aber heute als Regierung müssen wir dafür sein!
    Was kommt dann als nächstes? Zustimmung zu Stuttgart 21? Oder gleich die Zustimmung zur Laufzeitverlängerung?

  • 03.09.2010 11:16 Uhr

    von Andi:

    Es ist wohl das gleiche Phänomen wie bei der FDP.
    Auch die Grünen kommen zurück auf dem Boden von 7-9%.

  • 03.09.2010 11:13 Uhr

    von Der Medienkritiker:

    Die Frage, warum die Grünen eine "Teflonpartei" sind ist relativ einfach zu beantworten: 50% der Meinungsbildner in den Medien bekennen sich, entweder als Mitglied oder Sympathisant, zu Bündnis90/Die Grünen. Während bei jeder anderen Partei jedes kleine Vorkommnis zu einem Skandal stilisiert wird, oder diese Vorkommnisse sogar frei erfunden werden(!) - hiervon besonders betroffen die Linke und die FDP - können sich die führenden Protagonisten der Grünen alles erlauben. Was wäre, als kleines Beispiel, wohl passiert, Guido Westerwelle oder Klaus Ernst hätten unseren ehemaligen Bundespräsidenten als "lose rethorische Deckskanone an der Spitze des Staates" bezeichnet?
    Die mediale Scheinwelt der veröffentlichten Meinung hätte beide hingerichtet. Jürgen Trittin bekam für diese unentschuldbare Entgleisung massive Rückendeckung.

  • 03.09.2010 11:09 Uhr

    von Alf:

    Ich werde die Grünen jedenfalls nicht mehr wählen. (Habe dies jahrelang getan)

  • 03.09.2010 11:03 Uhr

    von Der Medienkritiker:

    Die Frage, warum die Grünen eine "Teflonpartei" sind ist relativ einfach zu beantworten: 50% der Meinungsbildner in den Medien bekennen sich, entweder als Mitglied oder Sympathisant, zu Bündnis90/Die Grünen. Während bei jeder anderen Partei jedes kleine Vorkommnis zu einem Skandal stilisiert wird, oder diese Vorkommnisse sogar frei erfunden werden(!) - hiervon besonders betroffen die Linke und die FDP - können sich die führenden Protagonisten der Grünen alles erlauben. Was wäre, als kleines Beispiel, wohl passiert, Guido Westerwelle oder Klaus Ernst hätten unseren ehemaligen Bundespräsidenten als "lose rethorische Deckskanone an der Spitze des Staates" bezeichnet?
    Die mediale Scheinwelt der veröffentlichten Meinung hätte beide hingerichtet. Jürgen Trittin bekam für diese unentschuldbare Entgleisung massive Rückendeckung.

  • 03.09.2010 10:51 Uhr

    von Harald Hamburg:

    Kann ich nun gar nicht erkennen, was Sie da schreiben. Spätestens seit sich die Grünen in den letzten Tagen für den "Welpenschutz" einer Religionsgemeinschaft stark gemacht haben, ist mir klar geworden:

    Ich muss dringend meine "Satyricon"-CD mit den satanischen Texten verstecken, die Jesus-Karikatur aus dem Titanic-Magazin von der Wand hängen, und mein Kind auf "Intelligent Design" als Schulfach vorbereiten.

    Religion is back in town! Auch und gerade bei den Grünen. Mein Kreuz kriegen die nach 30 Jahren Dauerwählerei bestimmt nicht mehr.

    Der Agnostiker

  • 03.09.2010 10:48 Uhr

    von mave21:

    Der große Vorteil der Bündnis90/Grünen ist momentan viel eher, dass sie als bürgerliche/akademische Klientelpartei, und nichts andres stellt sie da, von der großen Politikmüdigkeit der anderen Bevölkerungsschichten profitiert. Sollte es gelingen, was für die Demokratie wictig wäre, wieder deutlich über 80 Prozent Wahlbeteilugung zu erreichen, würde auch der Höhenflug der Partei geringer.

  • 03.09.2010 10:41 Uhr

    von camus:

    Ein objektiverer und kritischerer Artikel wäre, aus meiner Sicht, sicherlich besser gewesen. Aber nein, nicht eine Entwicklung wird kritisch angedacht und so wirkt der Artikel sehr ungläubwürdig, erkennt der Leser doch schnell das der Artikel aufgrund seines agitativ beschönigenden Sichtweise inhaltsleer ist.

  • 03.09.2010 10:21 Uhr

    von karlotto:

    Tja, wenn ich so an die Anfangszeit denke und dann sehe, was da heute draus geworden ist, dann komme ich zu einer ganz anderen Bewertung. Die Grünen haben sich „etabliert“ und dafür alle alten Ideale über Bord geworfen.
    Da wird munter Kriegseinsätzen der BW zugestimmt, Genmanipulation durch die Hintertür eingeführt, Wirtschaftslobbyismus als Umweltschutz verkauft und die alte Religionskritik ist zu einer hemmungslosen Islamförderung verkommen. Damit das alles nicht so auffällt, wurde die Meinungsfreiheit rigoros auf die „richtige“ Meinung begrenzt und von Basisdemokratie redet heute keiner mehr. Ja, auch die gute alte taz ist nicht bereit, die Stimme des Volkes zu akzeptieren. Fällt der Volksentscheid nicht wunschgemäß aus, dann war nicht der Wunsch sondern das Volk verkehrt. Aber dafür stehen den einstmals isolierten taz-Schreibern heute alle Redaktionen offen. Selbst beim damals verhassten Springerkonzern sind sie gern gesehen. Ergebnis: Wir lesen überall den gleichen Senf.

  • 03.09.2010 10:09 Uhr

    von Kommentator:

    Eine Erwiderung

    Selten so eine verqueere argumentation gelesen:

    A) Der Held der reift, ist in echt ein ehemaliger Idealist, der zum totalen Opportunisten verkommt.
    B)Der Spagat von Heiß und Kalt, ist leider nur lauwarm. Und das sind die Grünen.

    Zu den anderen "Argumenten":
    1.
    Der Kiffer in der Studenten-WG zieht heute Speed, um seinen Businnes-Bachelor in Rekordzeit zu absolvieren.
    Die gealterten Kiffer von damals haben kapiert, dass Grüne Regierung Hanfsamenverbot, KEINE Legalisierung oder Entkriminalisierung, dafür aber regelmäßig Führerscheinentzug u.v.m. bedeutet.

    Dass die Claudia an Weihnachten gern mal einen durchzieht (wie sie erwähnt), macht den Braten auch nicht fett.

    2.
    Der Pazifist von damals unterstützt heute die antideutsche/neokonservative Befreiungsbewegung der Welt, die NATO, bedingugnslos.
    Oder er wählt Die Linke.

    3.
    Der Öko von heute steht auf effizientere Limousinen, will die Bahn privatisieren und jettet mit dem Airplane durch die Welt.
    Oder er macht bei Jutta Ditfurth sein Kreuz.

    Wenn das die Grünen und ihre Wähler sind, dann gibt es heute nur noch 4 nahezu gleichgeschaltete Parteien, die sich symbolisch gegenseitig um Macht bekriegen. Aber alle miteinader können.
    "Koalitionsnymphomanie" nennt das der "Kommentatator".

    Viel Spaß beim Grün-Wählen und -Promoten wünscht euch euer Kommentator.

    PS: Zensiert nicht so viel!

  • 03.09.2010 09:08 Uhr

    von Ex Freund:

    "Denn in dieser Zeit wird sich erweisen müssen, ob es den Grünen möglich ist, ihren "Markenkern" von einer Generation zur nächsten zu übertragen."

    Ich gehöre zur nächsten Generation. Und wenn ich mich recht entsinne, standen die Grünen einmal für Umweltschutz und Weltfrieden ein.
    Das "Ja" zum Irak Krieg und der Regelung in Sachen Atomkraftwerke beantwortet die Frage, ob es Ihnen gelingt, oder vielmehr gelungen ist. NEIN!

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