• 13.10.2009

Eröffnung der Buchmesse mit Merkel & Xi

"In Diktaturen brennen Bücher"

Schlagabtausch in Frankfurt. Zur Eröffnung der Buchmesse lieferten sich die deutsche Bundeskanzlerin und der chinesische Vize-Präsident ein scharfes Rededuell über Bücher und Diktaturen.von Georg Blume

  • 16.10.2009 14:19 Uhr

    von Demokrat:

    Auch in der BRD werden - neben der Indizierung, die einem Verbot fast gleichkommt - Bücher und Medien aus politischen Gründen verboten, teilweise bei Besitzern mit Hausdurchsuchung eingezogen.
    Ob es wirklich so ein großer Fortschritt und so viel demokratischer als in Diktaturen ist, wenn solche Bücher nicht verbrannt, sondern umweltfreundlicher eingestampft werden, wie es heute der Fall ist?
    Ist es wirklich ein Zeichen von Demokratie, wenn politische Gefangene bei uns humaner behandelt werden als in China, oder widerlegt schon die Existenz von politischen Gefangenen die These, die BRD sei eine Demokratie mit Meinungsfreiheit?
    Außerdem spiegeln die Massenmedien selten das wider, was das Volk denkt, sondern was gewisse Eliten denken (siehe z. B. Sarrazin-Debatte). Ist das Demokratie?

  • 15.10.2009 05:23 Uhr

    von Kowalski:

    Auch in Deutschland stehen zahlreiche Bücher, Filme und Musik auf dem Index und dürfen nicht veröffentlicht werden. Es gibt Telonüberwachungen,Handyortung,Vorratsdatenspeicherung,Suchmaschinenfilter, Onlinedurchsuchungen, Hausdruchsuchungen ohne richterliche Vefügung u.v.m...
    Alles, was es in China auch gibt und in der DDR gab, Frau Führerin der grössten Deutschen Demokratischen Partei Europas. ;-)

  • 14.10.2009 16:16 Uhr

    von Reinhard Gottorf:

    Ja, ja, die Führerin (so vom Autor des Beitrags betitelt) hat recht. In Diktaturen werden Bücher verbrannt oder verboten. Der Weg hin zu einer solchen wird häufig mittels Aufforderung zu einer Bücherverbrennung oder dem Verbot von der Obrigkeit unliebsamen Veröffentlichungen bereitet. Nicht zuletzt deshalb hat die Führerin ja auch Bernd Neumann zum Kulturstaatsminister gemacht. Hatte der doch am 3. November 1977 in der Bremer Bürgerschaft in seiner Eigenschaft als CDU-Fraktionsvorsitzender über Gedichte des Juden und Kommunisten Erich Fried, die doch tatsächlich im Schulunterricht gelesen wurden, gesagt: (Zitat) „So etwas würde ich lieber verbrannt sehen.“ Er relativierte dann später sein Ansinnen und forderte stattdessen, solche Machwerke in den Papierkorb zu entsorgen.

  • 14.10.2009 15:52 Uhr

    von symphatisant:

    @kenner der szene: [Zitat]"Frau Merkel hat die Diktatur am eigenen Leibe erfahren..."

    Frau Merkel war privilegiert. Sie durfte als Pfarrerstochter Abitur machen, studieren und promovieren. Möglicherweise hatte sie auch ein wenig von der besonderen Förderung der Ausbildung der Frauen profitiert. Auch war die Akademie der Wissenschaften der DDR nicht nur eine wissenschaftliche sondern auch eine politisch-ideologische Institution. Dazu mußte man von etwa 14 Jahren an einen ziemlichen Grad von ideologischer Übereinstimmung mit der Staatsdoktrin permanent demonstrieren und sich da keine Schnitzer erlauben. So gab es durchaus hochbegabte Talente in jenem Staat, die es nicht auch nur in die Nähe einer wissenschaftlichen Ausbildung schafften.

    Man kann die Persönlichkeit der Bundeskanzlerin auch ohne Lobhudelei wertschätzen.

  • 14.10.2009 15:17 Uhr

    von Amos:

    Es gibt in Deutschland noch genug gute Bücher, die
    sich von der Meinungsmache absondern. Gott sei Dank!

  • 14.10.2009 14:34 Uhr

    von Joachim Bovier:

    Chinas Auftritt bei der Buchmesse versucht die Öffentlichkeit zu täuschen. Es soll ein freundliches Bild einer menschenverachtenden Diktatur gezeichnet werden. Unterdrückung, Volkermord und Annektion werden ausgeblendet. Nicht nocheinmal darf sich die welt täuschen lassen wie 1936. Darum: reden wir über China - aber über die wahren Zustände, nicht über das Trugbild das die dortigen Gewaltherrscher zeichnen wollen. "Zu den wenigen Vorzügen der Diktatur gehört es, daß sie den Freiheitssinn lebendig hält.”

  • 14.10.2009 13:55 Uhr

    von Joachim Peters:

    Das Verkreuzen der beiden Reden war ein sehr guter Einfall. So soll man Zeitung machen!

  • 14.10.2009 12:52 Uhr

    von Andreas R.:

    Wenigstens (und das ist tatsächlich wenig) kosteten in der DDR neue Bücher nur ein paar Ostmark. Heutzutage darf man für so etwas bescheidenes wie einen neuen Sloterdijk gut und gern 25 € hinlegen. Prost...

  • 14.10.2009 12:32 Uhr

    von Edelweiß:

    Von China lernen heißt Siegen lernen. Durch den Überwachungswahn unserer Diktaur der Bürokratie mit Vorratsdatenspeicherung, Onlinedurchsuchungen, Videobeobachtung, KFZ-Kennzeichenscanning und dem Grundstein zu einer umfassenden Internetzensur durch das neue Zuggangserschwerungsgesetz sind wir China!

  • 14.10.2009 12:01 Uhr

    von Swami durcheinander:

    Wenn er nicht so langweilig wäre hätte dieser Beitrag in die "Wahrheit"gehört. Zweimal habe ich nach einem Hinweis gesucht, dass dies vielleicht doch der Fall sei. Danach bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass Ihr die heutige Redaktion nicht an die Taz sondern an eine Schülerzeitung mit Schwerpunkt auf Textanalyse vergeben habt. Aber meine meist mit aureichend bewerteten Deutschklausuren liessen doch ein etwas klareres Gespür für Belanglosigkeiten erkennen. Ihr habt den Artikel nicht etwa auch noch gedruckt, oder?

  • 14.10.2009 12:00 Uhr

    von Bodo Bender:

    Auch wenn ich nie CDU gewählt habe und werde: Immer wieder mal nötigt diese Kanzlerin einem Respekt ab, sensibilisiert eben auch durch ihre Erfahrungen in der DDR-Diktatur. Was für ein Unterschied zu dem einstigen Autokanzler, der sich gar nicht genug tun konnte, der russischen und chinesischen Dikatur in den Wertesten kriechen zu können (heute zahlt es sich für ihn iddbarer Münze aus).

  • 14.10.2009 11:45 Uhr

    von Friedhelm kraus:

    Doch bei uns, im ach so demokratischen Deutschland,
    herrscht bei Büchern immer mehr eine Marktzensur.
    Die großen Buchhandelsketten, die die früheren
    individuellen Mittelstandsbetriebe verdrängt haben, kaufen bei Kleinverlagen und kritischen
    Publikationen kaum bis gar nicht ein: a) weil
    diese ihnen nicht solche Riesenrabatte einräumen
    können wie die Großverlage (s. Bertelsmann),
    b)werden kritische, antikapitalistische Stimmen
    damit auch aussortiert.

  • 14.10.2009 11:32 Uhr

    von symphatisant:

    Die großen Buchmessen waren schon immer dafür gut, daß man einander ein wenig die Zunge heraus streckt, jeder gegen jedenb, der es glaubte nötig zu haben. Aber daß [Zitat]"die Führerin der derzeit mächtigsten demokratischen Partei Westeuropas, der CDU" das auch nötig hatte, hätte ich nicht erwartet. Ihr chinesischer Widerpart wird das zu Hause als amüsante Anekdote erzählen, auch wenn er diesen Kommentar nicht gelesen hat.

    Im Übrigen ist doch klar, daß in einer chinesischen Diktatur mehr Bücher oder Manuskripte verbrannt werden als in einer mitteleuropäischen Demokratie. Niemand hätte das anders erwartet, man hätte es also nicht so zu betonen brauchen. Der Skandal ist, daß überhaupt welche verbrannt werden und daß Frau Merkel das sehr gut wußte, als sie ihre Argumente formulierte.

    Bleibt nur zu hoffen, daß die "Mächtigkeit" von Parteien und ihren Exponenten zukünftig nicht generell daran gemessen wird, wieviele Bücher sie in der Lage ist zu verbrennen, ohne daß es hinterher überall in der Welt in der Zeitung steht, und wieviele Menschenrechtsverletzungen in einem Stadt geschehen können ohne daß auch nur der nächste in der Nachbarschaft wohnende Demokrat Notiz davon nimmt.

    Ich habe mir das Foto vom neuen BND-Hauptquartier im Tagesspiegel angesehen. Und ich frage mich dabei ganz unbefangen: Wäre es das neue Hauptquartier für den Verfassungsschutz, gäbe es keine bessere Tarnung, als BND über den Eingang zu schreiben. Quo vadis Deutschland?

  • 14.10.2009 11:29 Uhr

    von Qiwawa:

    tolle frau diese merkel

  • 14.10.2009 10:55 Uhr

    von kenner der szene:

    und ich bin nur stolz auf unsere kanzlerin! sie zeigt mehr courage als schröders, steinmeiers, künasts, trittins, linksverwirrten linken, roths und westerwellers dieser welt!!! sie hat eine herkunft, sie ist ihrer vergangenheit verpflichtet, denn sie hat diktaur an ihrem eigenen leib erfahren müssen, und nicht von erzählungen der eltern oder aus büchern und fernsehen.

  • 14.10.2009 10:18 Uhr

    von ein.Leser:

    In der BRD werden Bücher verboten und makuliert, das ist wahrscheinlich effektiver als sie zu verbrennen

  • 14.10.2009 10:08 Uhr

    von onkelklaus:

    @vic
    Bücher machen nicht satt, aber sie machen warm. Ich empfehle hierzu besonders Kai Diekmanns Elaborat, das ist schön dick, hat einen stabilen langbrennenden Einband und bei der ganzen Scheisse die da drin steht, bringt das noch zusätzliche Wärme. Das ist, wie wenn die in der Savanne Kuhfladen zum Heizen benutzen...

  • 14.10.2009 09:57 Uhr

    von Dukath:

    In Deutschland wurden schon immer Bücher verboten. Und das gilt auch heute noch.

  • 14.10.2009 09:47 Uhr

    von Wack:

    Ihren Kommentar hier eingeben
    @Agathe: Doch, aber sie sind folgenlos.

    Aber es ist schon lustig, die Rolle Chinas für den Kapitalismus: Einerseits letzter Strohhalm, um die Verwertungsmaschinerie doch noch mal anzuwerfen, andererseits böser Bube, der den höchsten Wert des Bürgertums, die sogenannte Freiheit, nicht achten mag. Es ist schön, sie zappeln und lavieren zu sehen.

    Und es ist Zeit für eine Fußball-WM in China...

  • 14.10.2009 09:37 Uhr

    von anke:

    Ein Milliardenvolk zu ernähren IST eine Leistung, besonders dann, wenn die materielle Grundlage dieses Kraftakts eine Wirtschaft ist, die in Punkto Leistung, Effizienz und Nachhaltigkeit längst noch nicht an ihre Grenzen stößt. Die sogenannte Westliche Welt braucht sich wohl nicht zu wundern, wenn die Chinesen in ihrer Gier nach Wissen irgendwann auch den Wert der geistigen Freiheit für die materielle Leistungsfähigkeit einer Gesellschaft entdecken. Wo der westen von dem Moment an seine offensichtlich unverzichtbare Überheblichkeit hernehmen will, ist mir vorläufig ein Rätsel. Eins, das ich gern gelöst wissen möchte. Eine Weltregierung nämlich, die nur noch Chinesisch schreibt, mag ich mir, ehrlich gesagt, nicht so recht vorstellen. Und es wäre mir durchaus unrecht, würden chinesische Publizisten eines Tages mit dem Finger auf mich zeigen und im Brustton der (nur vom Hörensagen her stammenden) Überzeugung sagen: "Ich brauche niemanden zu respektieren, der..."

  • 14.10.2009 09:28 Uhr

    von agathe:

    Und in Demokratien werden kritische Bücher erst gar nicht verlegt.

  • 14.10.2009 09:17 Uhr

    von Demokratie lebt von Vertrauen:

    Stimmt ! in meiner SChule wurden
    1990 Alle Bücher mit DDR Inhalt
    ohne Sinn in Containern zur Müllverbrennungsanlage
    geschickt.
    Da ich in meinen Land ja auch kein Gastrecht
    mehr habe fällt es zunehmend schwer
    den Bösen SChubkasten "Diktatur" immer nur woanders zu orten.

    Wahlbetrug in Hessen und Thüringen
    Maschie und Ypsilanti und der nichtzulassung
    der "die Partei", Treuhand, Stasi, BND, Afhanistan,
    Onlinedurchsuchung, Massenspeicheltests,
    alles vor der Haustür..da muss ich nicht mehr
    in die DDR oder nach Moskau fahren

  • 14.10.2009 08:22 Uhr

    von fritz:

    ....oder einen Weltkrieg

  • 14.10.2009 07:17 Uhr

    von arigoe:

    Waere eine Weltrgierung denn wuenschenswert? und erlaubte ein verstaerkter Dialog stattdessen nicht einfach ein besseres Management internationaler Pluralitaeten?

  • 14.10.2009 06:51 Uhr

    von vic:

    Ein Buch in Händen zu halten
    ".. ein Grundbedürfnis ist für chinesischen Kommunisten immer noch etwas anderes.."

    für deutsche Demokraten übrigends auch.
    Bücher machen nicht satt (physisch), und sie spenden keine Wärme (im Sinne von Temperatur)

  • 14.10.2009 00:52 Uhr

    von berthold friese:

    Wohin könnte man dann auswandern?

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