• 10.09.2010

Erfindungen aus Afrika

Der neue Kolonialismus

Nach Ressourcen werden Ideen gestohlen: Der finnische Konzern Nokia eignet sich die Erfindung zweier afrikanischer Studenten an – ein mobiles Handyladegerät fürs Fahrrad. von Julian Jochmaring

  • 17.09.2010 12:38 Uhr

    von Rumpel:

    Patentklau wurde bei BrandEins schon besser aufgezeigt, einfach mal nach "Die Marathon-Männer oder Drei Freunde gegen einen Milliardenkonzern" googlen.

    Nachdem die Inhaber das Patent nicht verkaufen wollen, benutzt der Konzern es Jahre später wissentlich trotzdem, nachdem ein eigener Versuch das Patent anzumelden am vorhandenen scheiterte.
    Was nützt ein Patent, wenn man nicht eine Million Dollar Prozeßkostenvorschuss auf den Tisch legen kann?

  • 13.09.2010 13:07 Uhr

    von Yagharek:

    Irgendwie komme ich da nicht ganz mit.

    ein Handyladegerät, welches man an ein Fahrraddynamo anschließen kann, gibt es schon ewig und drei Tage. Habe mir selber einesvor zwei Jahren nach einer Anleitung aus der c't gebastelt.

    Warum soll hier Nokia eine Idee zwei afrikanischer Studenten geklaut haben?

  • 12.09.2010 21:42 Uhr

    von Klaus Müller:

    Das ist Unsinn. Wenn ich einen Dynamo mit einem Kabel und mit einem Ladegerät verbinde und damit mein Handy während des Radfahrens auflade, dann ist das eine sehr naheliegende Idee, der die notwendige Patenthöhe für ein gewerbliches Schutzrecht fehlt. Es gilt der Grundsatz der Nachahmungsfreiheit; jedenfalls im europäischen Rechtsraum und für diese Idee aber auch im angloamerikanischen Recht. Diese Grundlagen sollte der Autor vielleicht einmal herausarbeiten, bevor er einen solchen Quatsch von den bösen Finnen und den armen Afrikanern in die Welt schickt. Kann man leicht auf www.dpma.de nachlesen. So ist das bedauerlicherweise Schülerzeitungsniveau. Viel spannender wäre es, sich einmal mit der Frage des zulässigen Nachahmens von Kontinent zu Kontinent zu beschäftigen, Welche Bedeutung hat es beispielsweise für unsere kulturelle Entwicklung, wenn wir Afrikaner nachahmen und umgekehrt? Mit dem Handy-Dynamo, mit dem sich bestimmt jeder deutsche Patentanwalt schon mehrfach beschäftigen musste, hat das aber nichts zu tun.

  • 12.09.2010 11:43 Uhr

    von M. Möhling:

    Nokia versieht Dynamo mit Spannungsbegrenzer, lädt damit Handy auf - taz erkennt Neokolonialismus. Erfindungshöhe in beiden Fällen: 0.

  • 12.09.2010 08:07 Uhr

    von Petersen:

    Ich befürchte, dass hier nicht ausreichend recharchiert worden ist. Die Firma Busch & Müller aus Meinerzhagen hat ein solches Gerät bereits seit 2009 im Programm. Es liegt allerdings in einer Preisklasse, die nicht mit den 15 Euro von Nokia vergleichbar ist.

    Mit freundlichen Grüßen
    Petersen

  • 12.09.2010 01:26 Uhr

    von Nik:

    Aber natürlich, da wäre Nokia bestimmt niemals nicht selbst drauf gekommen - das man mit einem Fahrraddynamo ein Hnady aufladen könnte.
    Wenn man jetzt aber in den AfriGadget-Blog in die Meldung zu dem Nokia-Lader guckt, findet man doch tatsächlich in den Kommentaren Links, dass schon ein paar Jahre früher solche Produkte zu kaufen waren, zB in China 2005. (Aber psst, sonst passt das "narrative" nicht mehr ;-) )

  • 12.09.2010 00:30 Uhr

    von velofisch:

    Das Thema Handyladen per Fahrraddynamo ist wirklich nicht neu. Im Internet gibt es hierzu schon seit Jahren Bauanleitungen (z.B. http://www.forumslader.de/). Auch gibt es einige kommerzielle Produkte (z.B. von Busch & Müller).
    Die Idee ist daher sicher nicht erst kürzlich aus Afrika geklaut worden.
    Trotz des unpassenden Beispiels möchte ich die Problematik, dass das Rechtsinstitut "geistiges Eigentum" praktisch nur zum Nachteil der Entwicklungsländer eingesetzt wird, nicht in Frage stellen.

  • 11.09.2010 11:18 Uhr

    von Andreas Suttor:

    Tja - weder Nokia noch die afrikanischen Studenten haben ein solches Gerät erfunden, insofern erübrigt sich auch ein Streit über neuen Kolonialismus. Eine deutsche Firma für Zweiradzubehör bietet das sogenannte E-Werk an - und das bietet nicht nur die Möglichkeit, jegliche Handys, sondern auch alle anderen elektronischen Geräte während der Fahrradfahrt zu laden. Das Gerät ist bereits seit längerem auf dem Markt und kann bei jedem Fahrradhändler erworben werden.

  • 11.09.2010 08:27 Uhr

    von Dirk:

    Sicher dass es sich um eine Idee aus Afrika handelt? Ich kenne so ein Ladegerät für's Fahrrad seit Jahren, kommt allerdings aus Taiwan...

  • 11.09.2010 06:59 Uhr

    von Rod:

    Akkuladegeräte fürs Fahrrad sind doch ein alter Hut. Fernreisende Fahrradfahrer haben bereits seit es Akkus gibt versucht Ladegeräte fürs Fahrrad zu basteln.
    Im Reiserad-Forum (rad-forum.de) gehen Baupläne für Akkuladegeräte, die am Lenker montiert und von einem Nabendynamo mit Strom versorgt werden bereits seit vielen vielen Jahren um. Neuester Stand sind Ladegeräte, die nicht nur Handys, sondern generell jedes Gerät mit USB-Anschluss aufladen.
    Im Reiseradforum gibt es insbesondere das "Foren-Ladegerät", das aus den Ideen und Wünschen von Fahrradreisenden entwickelt wurde.
    Im Globetrotter-Katalog befinden sich solche USB-Ladegeräte ebenfalls schon länger im Angebot. Erste kommerzielle Angebote von Fahhrad-Akkuladegeräten gibt es ebenfalls schon seit Jahren!

  • 11.09.2010 00:02 Uhr

    von bunub:

    So eine Vorrichtung um mit dem Dynamo um ein Handy zu laden wäre in Deutschland nicht einmal patentwürdig, wegen zu geringer Erfindungshöhe. Da finde ich die Vorwürfe schon ein wenig hysterisch.

    Die beiden Afrikaner können doch ihr eigenes Ding aufbauen, selbst wenn das Produkt doppelt so teuer wird, ich bin sicher, dass es beliebter sein wird als die Nokiaversion.

  • 10.09.2010 21:51 Uhr

    von Triebtier:

    Wo und ab wann ist den der Geltungsbereich des Patentes der Erfinder? Sie haben offensichtlich auch nicht die leiseste Ahnung von Patentrecht, das kein poltisches, sondern ein juristisches Mittel ist, das sehr wirkungsvoll sein kann.

  • 10.09.2010 20:23 Uhr

    von Kai:

    Ohne ein Problem verharmlosen zu wollen, das es tatsächlich gibt.

    Aber solche Schaltungen, die Wechselstrom aus dem Fahrraddynamo umwandeln in eine 5V-Gleichspannung für USB, gibt es in Deutschland bereits seit mehreren Jahren zu kaufen, von mehreren Herstellern. Und im Netz existieren ebenfalls Open-Source-Varianten einer solcher Schaltung. Das wäre also zumindest nicht mehr patentierbar. Wenn die spezielle Schaltung der beiden Studenten derjenigen von Nokia sehr ähnelt, wären rechtliche Konsequenzen natürlich trotzdem denkbar.

  • 10.09.2010 20:16 Uhr

    von denninger:

    Ähem, wenn Nokia "vor über zwei Jahren", also spätestens Anfang bis Mitte 2008 den afrikanischen Markt unter die Lupe nahm, die beiden "Erfinder" aber erst 2009 mit ihrer Entwicklung (Erfindung ist etwas zu hoch) an die Öffentlichkeit gingen, muss das nicht unbedingt ein geistiger Diebstahl der Finnen sein.
    Aber klar, Julian, der weisse Mann und erst recht der weisse Konzern sind immer die Bösen. Die Welt ist halt so einfach wie ein Kinderbuch.

  • 10.09.2010 17:30 Uhr

    von olav:

    Das C't Magazin hat schon 2007 eine solche Schaltung vorgestellt, gebaut wird sowas aber schon seit Jahrzehnten, da es im Grunde nur um einen Gleichrichter geht.

    Warum das jetzt so neu sein soll oder warum es für Nokia möglich war das zu patentieren leuchtet mir nicht ein.

Ihr Name (wird angezeigt):*

Email (wird nicht angezeigt):*

Kommentar* - bitte beachten Sie unsere Netiquette:

Bitte geben Sie hier das Wort ein, das im Bild angezeigt wird. Dies dient der Spamvermeidung Wenn Sie das Wort nicht lesen konnten, bitte hier klicken.

CAPTCHA Bild zum Spamschutz

Wenn Sie auf "Abschicken" klicken, wird ihr Kommentar ohne weitere Bestätigung an taz.de verschickt. Er wird veröffentlicht, sobald einRedakteur ihn freigeschaltet hat. taz.de behält sich vor, beleidigende, rassistische oder aus ähnlichen Gründen unangemessene Beiträge nicht zu publizieren.

*Pflichtfelder