Auf der Whistleblower-Plattform Wikileaks kann wer will anonym geheime Dokumente veröffentlichen. Jetzt findet sich dort eine geheime Nachricht an die Unterstützer der Website.von MEIKE LAAFF

So sieht es aus, wenn man seine eigenen Unterstützer verprellt: Die Wikileaks-Spenderliste auf Wikileaks. Bild: screenshot wikileaks.org
Wikileaks hat sich der Enthüllung geheimer Dokumente verschrieben - egal wer sie online stellt. Doch nun braucht die Whistleblower-Plattform dringend Geld. Und startete einen Notfall-Spendenaufruf - per Email an alle, die Wikileaks bereits in der Vergangenheit gefördert hatten. Mit einem penlichen Fehler: Es wurde versäumt, die Email per Blindcopy zu verschicken. Und so konnte jeder Empfänger die komplette Liste der 58 Spender-Emailadressen einsehen.
Ziemlich peinlich für die Whistleblower. Besonders, weil einer der Empfänger sich entschied, die Liste als Dokument bei Wikileaks hochzuladen. Und kommentierte dazu: "WikiLeaks leaks it's own donors, aww irony. BCC next time kthx."
Kein Wunder, dass die Spender auf der Liste alles andere als begeistert sind. Einer von ihnen ist der Ex-Hacker Adrian Lamo, der heute eine Sicherheitsfirma betreibt. Der ärgerte sich, so berichtet das US-Blog "Threat Level" - und twitterte: "Thanks WikiLeaks for leaking your donor list. (...) That's dedication." Für Wikileaks ist es der denkbar ungünstigste Zeitpunkt, um sich zu blamieren oder potentielle Spender zu vergrätzen. Denn in den nächsten drei Monaten müssen die Betreiber 80.000 Dollar zusammensammeln - oder andernfalls die Seite einstellen. Wikileaks hat seit ihrem Bestehen 2006 eine Reihe von aufsehenerregenden Dokumenten veröffentlicht - darunter Informationen über Internetfilterlisten mehrerer Staaten oder Pläne für geheime Anti-Piraterie-Abkommen.
Vor einem Jahr legte eine Klage der Schweizer Bank Julius Baer Wikileaks für mehrere Tage lahm - weil sie angeblich Kundendaten der Bank veröffentlicht hatten. In die Kritik geriet die Seite aber auf der anderen Seite, weil immer wieder auch zweifelhafte Schreiben auftauchten. Etwa wie ein höchstwahrscheinlich falsches Dokument über den Gesundheitszustand von Apple-Chef Steve Jobs.
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