Am 1. September schließt die Berliner Temporäre Kunsthalle ihre Pforten. Das Konzept aus Ausstellen und Vermitteln gilt als geglückt, jetzt ist die Konkurrenz gefordert.von Thomas Wulffen
taz_akt_29359956087
25.07.2010
Ende der Temporären Kunsthalle
Der Wettbewerb ist eröffnet
Am 1. September schließt die Berliner Temporäre Kunsthalle ihre Pforten. Das Konzept aus Ausstellen und Vermitteln gilt als geglückt, jetzt ist die Konkurrenz gefordert.von Thomas Wulffen
Endlich. Eine temporäre Kunsthalle in Berlin. Großartig. Ein Umstand der endlich die Frage aufwirft, was denn eine Kunsthalle heute bedeutet. Ob man sich Begriffsbestimmungen hingeben soll, bleibt dahingestellt, toll ist jedoch jeder Versuch einer solchen Selbstbestimmung und Hinterfragung. Traurig stimmt dann, dass es hier offensichtlich um ein Projekt ging, bei dem der Begriff temporär hiess, eine manifeste, eigentlich durchgesponsorte Kunsthalle für einen exakt vorbestimmten Zeitraum zu installieren. Zusätzlich wurde die altbackene White-Cube Idee erneut eingesetzt und ansonsten ein für alle wieder erkennbarer traditionell grundmotivierter Kunstbetrieb installiert, der vor allem für die Öffentlichkeit erkennbar funktionieren musste. Ein Versuch der am Selbstbild einmal rütteln will oder der eklatante Fragen nach der Kunstvermittlung stellt sollte irgendwie mutiger aussehen. Als Ergebnis kommt, wie im obigen Artikel beschrieben, heraus, daß alles gut gelaufen ist und so ziemlich nach Kunst aussieht. Der eigenartige Einwurf des Autors, eine Kunsthalle sollte nichts mit einem Discounter zu tun haben ist nur dann richtig, wenn der Discounter nicht näher an die Kunst heranträgt. Ansonsten ist so eine Aussage Quatsch. Interessanter als eine Kunsthalle mit dem Argument zu fordern berühmte Künstler würden nicht in Berlin ausstellen können, wäre der Versuch echte Alternativen im Sinne der Kunstvermittlung zu provozieren und ein Gebäude zu entwickeln, das Temporäres augenscheinlich macht. Denn das Temporäre bedeutet Bewegung und Bewegung ist etwas Grundsätzliches. Dann müsste man seine Artikel auch nicht mehr mit einem langweiligen Hinweis auf angeblich fehlenden Wettbewerb zwischen öffentlichen Kunstanbietern abschließen ... Für wen ist das relevant? www.carstenreinholdschulz.blogspot.com
Leserkommentare
27.07.2010 12:49 Uhr
von carsten reinhold schulz:
Endlich. Eine temporäre Kunsthalle in Berlin. Großartig. Ein Umstand der endlich die Frage aufwirft, was denn eine Kunsthalle heute bedeutet. Ob man sich Begriffsbestimmungen hingeben soll, bleibt dahingestellt, toll ist jedoch jeder Versuch einer solchen Selbstbestimmung und Hinterfragung. Traurig stimmt dann, dass es hier offensichtlich um ein Projekt ging, bei dem der Begriff temporär hiess, eine manifeste, eigentlich durchgesponsorte Kunsthalle für einen exakt vorbestimmten Zeitraum zu installieren. Zusätzlich wurde die altbackene White-Cube Idee erneut eingesetzt und ansonsten ein für alle wieder erkennbarer traditionell grundmotivierter Kunstbetrieb installiert, der vor allem für die Öffentlichkeit erkennbar funktionieren musste. Ein Versuch der am Selbstbild einmal rütteln will oder der eklatante Fragen nach der Kunstvermittlung stellt sollte irgendwie mutiger aussehen. Als Ergebnis kommt, wie im obigen Artikel beschrieben, heraus, daß alles gut gelaufen ist und so ziemlich nach Kunst aussieht. Der eigenartige Einwurf des Autors, eine Kunsthalle sollte nichts mit einem Discounter zu tun haben ist nur dann richtig, wenn der Discounter nicht näher an die Kunst heranträgt. Ansonsten ist so eine Aussage Quatsch. Interessanter als eine Kunsthalle mit dem Argument zu fordern berühmte Künstler würden nicht in Berlin ausstellen können, wäre der Versuch echte Alternativen im Sinne der Kunstvermittlung zu provozieren und ein Gebäude zu entwickeln, das Temporäres augenscheinlich macht. Denn das Temporäre bedeutet Bewegung und Bewegung ist etwas Grundsätzliches. Dann müsste man seine Artikel auch nicht mehr mit einem langweiligen Hinweis auf angeblich fehlenden Wettbewerb zwischen öffentlichen Kunstanbietern abschließen ... Für wen ist das relevant?
www.carstenreinholdschulz.blogspot.com