• 16.12.2011

"Empire"-Autor über Globalisierung

"Nicht alle linken Perspektiven sind gut"

Globalisierungskritiker Michael Hardt über Aufstände gegen Diktaturen, Bewegungen gegen den Finanzkapitalismus und Optimismus in einem Zyklus der Kämpfe.von Tania Martini

  • 24.05.2012 01:00 Uhr

    von Dr. rer. Nat. Harald Wenk:

    Mir der Unterscheidung von Realwirtschaft und Finanzwirtschaft verhält es sich wie mit Arbeitsstrom und Steuertstrom bei dem Maschinen. Ansonsten spielt der Kapitalismus extrem viel "Katz und Maus" mit uns. Selbstverständlich ist es bewunderswürdig von den Blockoypiern, so hohe Risiken einzugehen, die selbst Gegenstand der Kämpfe sind.

    Tatsächlich sorgt die "Vergeistgung", Immaterialisierung von Herrschaft und Produktion, Massenakademisierumg und Massenbildung, für die geistig-materiellen Voraussetzungen von fast beliebig viel "direkter" Demokratie. Insofern ist Anarchie möglivh. Der Top-Mathemtiker Grothendiek aus anarchistischen Traditionen ist ein personlaeer Hinweis darauf, das gerade die Mathematik um die Lösbarkeit der Probleme ohne Ausbeutung SCHON weiss. Mit extrem vielen Formeln und Verfahren, nicht unbedingt fixiert auf eine (Doppelbedeutung).


    Nur der Gegner ist derartig perfide, vielgestaltig, "gut aufgestsellt", tiefgestaffelt, koordiniert und brutal, dass dies schon länger in ausreichendem, wenn auch nicht ganz so hohem Maße, vorhandene "Basis" bis jetzt immer "unschädlich" für die "repräsentative" Ausbeutung gemacht wurde.

  • 29.02.2012 01:28 Uhr

    von nbo:

    @sonja

    du hast völlig recht. spanien 1936 reloaded. mit den möglichkeiten von heute. das, was seit einem jahr passiert, ist vom anarchismus inspiriert. die letzte nicht diskreditierte linke utopie. es geht um anarchismus. jetzt.

  • 21.12.2011 11:29 Uhr

    von Teodor Webin:

    @Hermeneut: darauf antwortet man wohl am besten mit einer Passage aus dem Interview mit Michael Hardt:

    "Es ist schon beinahe zu einem Klischee geworden, die fiktive Ökonomie in Verteidigung einer realen Ökonomie zu kritisieren. [...] Es ist falsch zu glauben, wir könnten eine Realökonomie von einer fiktiven Ökonomie trennen und zu einem Typus der Realökonomie aus der Mitte des 20. Jahrhunderts zurückkehren. So funktioniert Kapitalismus nicht. Diese Unterscheidung ist illusorisch und mystifizierend."

    Alles klar? Deregulierung war schon immer immanenter Bestandteil des Kapitalismus, und "ungehemmt" war er auch schon immer: "Die Tendenz den Weltmarkt zu schaffen ist unmittelbar im Begriff des Kapitals selbst gegeben." sagt der olle Marx.

  • 17.12.2011 16:17 Uhr

    von Hermeneut:

    Michael Hardt sagt, der Kapitalismus beruht auf Ungleichheit und Ausbeutung. In der derzeitigen Form stimme ich ihm o. weiteres zu. Doch müsste der Kapitalismus nicht per se ausbeuterisch sein und damit Ungleichheiten erzeugen. Die weitestgehende weltweite Deregulierung des Kapitalismus sorgt doch vielmehr für jeden Informierten erkennbar das immer weiter entstehendene von im Geist pervertierten Randgruppen durchaus angestrebte Elend. Durch diese blüht die Korruption in jeder Hinsicht seit Jahrzenten auf. Doch leider haben sich die durch und durch korrupten sog. Eliten der Gesellschaft mit ihren perversen riesigen Einkommen ohne jede Arbeitsleistung, sukzessive über Dekaden politische Stimmenmehrheiten erkauft. Wer soll diesen Prozess jetzt noch stoppen? Wer es wagt, die ausbeutenden Systeme zur Kasse zu bitten und sei es nur durch eine marginale Reichensteuer oder ähnlichen Maßnahmen, die dazu führen würden die Geldströme gerechter zu verteilen um damit Volkswirtschaften gesunden zu lassen, wird in der Regel kurzerhand abgewiesen. Denn, so die Befürworter des ungehemmten Kapitalismus, jeder Abzug von konzentriertem Kapital mindere die Wettbewerbsfähigkeit und sei somit unantastbar. Diese Propaganda zieht grundsätzlich immer, obgleich es sich hierbei nur um ein Glaubensbekenntnis handelt, das noch niemals bewiesen wurde. So wird die Kapitalumverteilung von unten nach oben ungestört weiterlaufen, da sie bekanntlich durch eben diese Propaganda sehr gut nach allen Seiten emotional und in zunehmendem Maße durch mannigfaltige Verordnungen weiterhin abgesichert wird. Die von David Rockefeller und ähnlich motivierten Geistern so heiß ersehnte sehr große Krise wird mit Sicherheit kommen, die er und die trilaterale Kommission ganz offen als Bedingung zur letztlich angestrebten Weltregierung ansehen. Notfalls werden hierfür militärische Maßnahmen gegen die eigene Bevölkerung ergriffen werden, was sich ja bereits in einigen Ländern ganz deutlich abzeichnet.

  • 17.12.2011 14:34 Uhr

    von Susi Schmarnlos:

    Toni Negri berichtet von Wilden Streiks in Griechenland:
    http://de.indymedia.org/2011/12/322003.shtml

  • 17.12.2011 00:45 Uhr

    von Sonja:

    Bemerkenswert, dass bei aller Kritik an Repräsentation immer noch nicht namentlich über anarchistische Konzepte gesprochen wird. Wenn der Mehrheit der Schreibenden das A-Wort zu verbrannt ist, bleibt zumindest zu hoffen, dass wenigstens implizit an die mit Anarchismus verbundenen reichhaltigen Traditionen nicht-repräsentativer Demokratie angeknüpft wird.

  • 16.12.2011 23:20 Uhr

    von Piet:



    Wenn ich mir den clownesken Hipster
    auf dem Foto so anschaue,
    dann beschleicht mich der leise Verdacht,
    beim Occupy-Zirkus könnte es sich doch nur
    um ein post-politisches Lifestyle-Event handeln.

    In den Camps sollen auch schon Trend-Scouts gesichtet worden sein...

  • 16.12.2011 22:21 Uhr

    von Philipp:

    Michael Hardt beschreibt sehr präzise die Zustände um Occupy, und stellt klar, dass das gleichwohl neue wie vereinende Prinzip die Abkehr von repräsentativer Demokratie ist. Ihn interessierten die Wege, die Implementation von "echter" Demokratie. Möchte die TAZ ihm (und uns) nicht bei seinem (und unserem) Streben behilflich sein und Konzepte der direkten Demokratie mal vorstellen? Auch gerne im Hinblick auf schon entwickelte Software wie Liquid Feedback. Auch gerne auf der Titelseite...

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