Eltern reagieren auf Kindergelderhöhung
"Die Regierung betrügt unsere Kinder"
Die jüngste Erhöhung des Kindergelds war überflüssig, kritisiert eine Elterninitiative. Nun spenden sie den Differenzbetrag, um die Kitas und Schulen ihrer Kinder zu verbessern.von Simone Schmollack
Leserkommentare
09.01.2010 20:00 Uhr
von Jürgen Müller:
Soweit ich weiß investieren die skandinavischen Länder den selben Prozentsatz ihres BIP wie die BRD in "Bildung" und deren Institutionen, allerdings DIREKT. In D. kriegen die Eltern das Geld in die Hände, wodurch es oft falsch ausgegeben wird, desweiteren sind alle Bildungseinrichtungen chronisch unterfinanziert.
Das Geld sollte der Staat direkt in die "Bildung"(Kita, Kindergarten, Schule, Hochschulen, Forschung) investieren, was in Deutschland als DDR 2.0 aufgefasst werden würde, weil der Einzelne im Vergleich zum bösen Staat ja so super mit Geld umgehen kann und es ganz ganz sicher schön für die Bildung seiner Kinder und nicht für hohlen Konsum ausgeben wird..
mfg
09.01.2010 12:30 Uhr
von Hausmeister Krausse:
Steuern "senken" im Bund, Abgaben und Gebühren erhöhen in der Kommune. Beim besten Willen kann ich mir nicht vorstellen, das Familien mit Kindern ab einer bestimmten Einkommensgrenze davon profitieren werden.
Also die 20 € KG spenden um irgendwie auf politisches "Versagen" aufmerksam zu machen halte ich für unbrauchbar bzw. ist eine Kapitulation vor dem Hintergrund, das Politik nicht mehr für die Menschen da ist, sondern der Mensch für die Ziele der Politik. Welche Ziele fragt da wer?
Banken spielen mit Risiken an den Weltbörsen, wo nach dem nächsten Crash keiner mehr fragt, ob Du noch die 20 € mehr KG für dein Kind erhältst.
Politiker spielen systemrelevant mit und pumpen Unsummen u.a. in Landesbanken, die zweckentfremdet Geld in zwielichtige Projekte geschleust haben. Die Frage die zu stellen wäre ist, für wie lange wir ein politisches System noch unterstützen, das uns erzählt, wieviel doch seit Jahren für Bildung ausgegeben wird, wir aber intuitiv feststellen, das wir tagtäglich auf frei gewählte, schamlose Art und Weise anusgezehrt werden.
08.01.2010 21:44 Uhr
von Jojo:
Hat Mal jemand daran gedacht , dass Kinder besonders in der Krippe und im Kindergarten die Chance haben auf ca. das gleiche Ausgangsniveau für die Grundschule zu kommen? Es ist immer schwieriger in der Grundschule mit dem Unterricht zu beginnen, da die meisten Grundschüler (sprachlich aber auch in in sozialen Kompetenzen(z.B.: Fähigkeit in einer Gruppe zu lernen))gar nicht Unterrichtsfähig sind.
Krippe und Kindergarten sind demnach gerade für Geringverdiener und Kinder ausländischer Mitbürger die oft einzige Chance auf eine Art Chancengleichheit. Deshalb bin ich auch dafür das Geld in Krippe, Kita und Schule zu stecken.
08.01.2010 17:24 Uhr
von harri:
Ich weiß auch nicht so recht... Wer sich keine Kinder leisten kann, sollte wohl keine kriegen...so stürbe die Kinderarmut wohl ziemlich schnell aus...oder?
08.01.2010 16:59 Uhr
von Tanja:
Den Kommentar von Bernhard muß ich zustimmen. Bei 4 Kinder und nur einhauptverdiener kann man die 80 Euro sehr gut brauchen.Reichen tut es wirklich trotzdem nicht. Wir investieren privat für unsere Kinder von dem verdientes Gels meines Mannes. Die Politik sollten nicht die Reichen noch mehr unterstützen und die Hartz4 Empfänger gehen leer aus. Es sollte umgegkehrt sein. Die reichen sollten locker auf ein Teil des Kindergeldes verzichten können und man muß es den hartz4 empfänger nicht anrechnenen.
08.01.2010 14:59 Uhr
von iBot:
"Nun bezahlen wir ihnen schon die Musikschule und die Leihinstrumente, bezahlen Beiträge für zusätzliche kulturelle Angebote im Stadtviertel und für Schulausflüge und -feiern, geben Geld für diverse Fördervereine"
Um die hoch feinsinnige Ironie aufzugreifen: Das klingt ja absolut, als wären die 20 Euro pro Kind mehr im Monat essentiell überlebenswichtig. Ein Glück, dass Leute, die's so schwer wie Sie haben, unterstützt werden.
08.01.2010 14:29 Uhr
von Thomas Hilbert:
"Die Kindergelderhöhung ist unsinnig, die meisten Eltern haben das Geld nicht nötig."
Genau so ist es! Durch unsere drei Kinder droht das Konto nun vollends zu platzen. Nun bezahlen wir ihnen schon die Musikschule und die Leihinstrumente, bezahlen Beiträge für zusätzliche kulturelle Angebote im Stadtviertel und für Schulausflüge und -feiern, geben Geld für diverse Fördervereine, auch sind zahnärztliche Behandlungen nicht immer kostenfrei, sie bekommen gutes Essen und glücklicherweise muss die Kleidung wachstumsbedingt nicht länger als ein Jahr halten ..., und trotzdem bleibt Ratlosigkeit ob der jüngsten Geldschwemme.
Wohin damit?
08.01.2010 14:05 Uhr
von Heinz:
@ Andrea
Ja toll, dann landet dein Geld auf dem schweizer Nummernkonto, wo auch schon das verschwundene SED-Parteivermögen geparkt ist.
08.01.2010 12:57 Uhr
von Karina Franke:
So ein Unfug! Genau das will der Staat ja, dass Eltern immer mehr für die Bildung ihrer Kinder zahlen. Dabei wird andersherum ein Schuh draus: Von gut gebildeten Kindern profitiert die gesamte Gesellschaft, also auch die Kinderlosen - denn irgendwer muss ja auch für deren Rente einmal arbeiten. Daher sollten alle Bildungseinrichtungen - von der Krippe bis zur Uni - gebührenfrei sein.
Im Moment kann ich die 40 Euro mehr für zwei Kinder gut gebrauchen, wobei das Kindergeld lange nicht reicht, um die Bildungskosten meiner Kinder - Kita, Spielzeug, Bücher - zu begleichen, von den Kosten für den Lebensunterhalt einmal ganz abgesehen.
Beste Grüße
Karina Franke
08.01.2010 12:44 Uhr
von Andrea:
Ich spende die zusätzlichen 20 Euro der Linkspartei, weil ich keine Almosen verteilen will, sondern die politischen Verhältnisse ändern möchte. Spenden bringen überhaupt nichts, weil der Status Quo dadurch erhalten bleibt!
08.01.2010 12:31 Uhr
von K. Winter:
Herr Schnauder spricht mir aus der Seele - jahrelang haben wir uns beklagt, dass niemand den funktionierenden und systemtragenden Teil der Gesellschaft unterstützt und entlastet - nun passiert das und es gibt wieder Gejammer.
In Deutschland gibt es scheinbar nur einen Konsens, wenn Supermanager und Harz IV Empfänger unterstützt werden...
08.01.2010 11:38 Uhr
von bernhard:
also meine kleine familie können die zwanzig euro mehr kindergeld gut brauchen.wir sind halt nicht so
reich.aber ich kann irgendwie nicht verstehen warum
reiche familien ,die wo überhaupt nicht darauf angewiesen sind,kindergeld bekommen.da sollte man eine einkommensgrenze abstecken,und das eingesparte
geld in schul-und kitaprojekte stecken.
08.01.2010 10:33 Uhr
von Amos:
Es ist schon traurig, das der Bürger der"Tigerente"
zeigen muss, wie vernünftige Politik gemacht wird.
08.01.2010 10:15 Uhr
von Micha:
Aus 2005: Das deutsche Steuer- und Sozialsystem diskriminiert in erheblichem Ausmaß die Familie. Zu diesem Fazit kommt eine Studie der Robert Bosch Stiftung.
Wird jetzt mal was getan (Erhöhung der Kinderfreibeträge und des Kindergeldes) kommt direkt jemand mit der Sozialkeule. Wenn Eltern das Geld spenden ist dies absolut in Ordnung und lobenswert. Aussagen, dass die meisten Eltern die Erhöhung nicht brauchen, sind angesichts steigender Sozialversicherungsbeiträge und Gebühren in den Kommunen Quatsch. Auch nach der Erhöhung deckt das Kindergeld nur einen Teil der Kosten für den Nachwuchs.
08.01.2010 09:54 Uhr
von Ulrich Schnauder:
Ihren Kommentar hier eingeben
So sieht das aus, wenn Menschen aus der gehobenen Mittelschicht sich nicht vorstellen können, dass es auch eine Welt jenseits der eigenen gibt. Könnte es nicht sein, dass auch Familien mit niedrigen Einkommen und mehreren Kindern einmal etwas erleben wollen, was jenseits der pädagogisierten Wirklichkeit in Schule und Kindergarten liegt, z.B. gemeinsam Essen zu gehen oder eine kleine Reise zu machen? Für Mittelschichtseltern offenbar alles kein Problem. Und die anderen, deren Leben kann man sich einfach nicht vorstellen. Statt diese überhebliche Spendenaktion zu promoten, wäre es sinnvoller, dafür zu kämpfen, dass Hatz IV-Empfängern das zusätzliche Kindergeld nicht von Ihren Arbeitslosenbezügen abgezogen wird.