• 06.12.2009

Einzeltäter-These erschüttert

Dutschkes Attentäter und die Nazis

Aus der Auswertung von Stasi-Akten und Polizeiprotokollen geht hervor, dass der Dutschke-Attentäter vor 40 Jahren Kontakte zu gewalttätigen Neonazis hatte. Das erschütterte die bisherige Einzeltäter-These.von Sabine Am Orde

  • 24.01.2012 22:26 Uhr

    von Bernardo Markowsky:

    "Uticensis: ...das kann ich als Nachgeborener auch nicht nachvollziehen."
    Die erste Betonung liegt auf ich, die zweite auf auch.
    Wozu auch nachvollziehen, was irgendwie immer so weitergeht - und sich dann auch noch irgendwann als Geschichte aufbauscht. Ja, was soll uns das?
    Ist Nachgeborener eigentlich Eigenname, eingetragene Firma oder ne website? Muss man dafür nicht Nutzungsrechte bezahlen? Vor- und Wiedergänger Kohl hatte es als Spätgeborener auch schon schwer (Gedächtnisschwäche mit Schuldverzagen), jetzt ziehen zu allem zu spät Geborene nach.

  • 11.02.2011 18:04 Uhr

    von denninger:

    ...und meiner Oma ist am 19.05.1967 ein Sack Reis umgefallen...

  • 08.12.2009 01:18 Uhr

    von Uticensis:

    Die heutige Relevanz dieser Tat (und wer und wie da im Hintergrund mal mit wem zu tun hatte) - das kann ich als Nachgeborener auch nicht nachvollziehen.

    Ich wundere mich eher, wie es kommen konnte, dass jemand, der so einen gequirlten Unsinn und so zusammengelesenes Zeug mit solchem überernsten Pathos verbreitet hat wie Dutschke, überhaupt ernst genommen wurde. Und warum er demgemäß überhaupt Gegner und Feinde hatte, die sich sogar zum Mord entschließen konnten.

    Gegnerschaft, die nach dem Leben trachtet, ist ja eigentlich ein Indiz für die eigene Wirkmächtigkeit. Das geht hier nicht auf. Hier ist es eher folie à deux (oder à plusieurs).


  • 07.12.2009 18:32 Uhr

    von denninger:

    Ja ja, "Gladio" und der deutsche Ableger "Heimattreue Jugend" (oder so ähnlich). Ich habe ja nicht behauptet, meine Aufzählung sei abschließend oder ausgewogen.
    Aber was hat die Deutsche Geschichte wohl mehr beeinflusst?
    Dass Rainer Barzel nicht Bundeskanzler wurde(dank MfS) und Brandt später zurücktreten musste (dank HVA) oder dass in den 50ern ein paar blöde Alt- und Neonazis im Wald Krieg mit US-Waffen gespielt haben?
    Aber egal...
    "Andreas" muss ich widersprechen: Anders als in Frankreich war halt keine "Explosion" einer "aufgeladenen Stimmung" zu befürchten. Die deutschen Studenten konnten sich nie mit der Arbeiterschaft vereinigen. Und Berlin stand immer noch (bitte nicht vergessen) unter alliierter
    Verwaltung.
    Aber merkt ihr, wie sich ein jeder mit diesen dürftigen Informationen (MfS-Akten sind erst einmal keine glaubhaften Belege) eine eigene Theorie zusammenbastelt um sie dann voll überzeugt als "historische Wahrheit" (der Begriff ist so schlecht dass er schon wieder gut ist) herauszubrüllen (siehe "Bild").
    Also gut, ich wollte auch einmal "enthüllend" tätig sein und habe mir meine "historische Wahrheit" zusammengebaut:
    Am 04.01.1968 Hat der Alexander Dubcek in Prag die Macht übernommen.
    Im März 1968 war der Rudi mit seiner Gretel in Prag auf Nachbarschaftsbesuch.
    Am 05.04.1968 beschloss die KPC ihr Aktionsprogramm. Da war allen anderen Staaten im Warschauer Vertrag klar, dass dort wohl Schicht ist mit Weltrevolution und Internationaler Solidarität. Und wie geht man am Besten mit ungezogenen Renegaten um?
    Erst einmal von ihren Freunden und Verbündeten isolieren, dann noch eine Schonfrist gewähren und wenn es immer noch nicht klappt kommt halt doch die Bestrafung.
    Also weil der Rudi ja schon in der DDR Ärger gemacht hat und jetzt im "Schaufenster des Westens" herumpolitisiert und sich offensichtlich hinter die Prager Reformen stellt könnte der noch gewaltig Stress machen.
    Andererseits ist er tot besser als lebendig weil das Westberlin ja ins Chaos stürzen könnte.
    Vor allem wenn es "die Nazis" waren.
    Also klar, die Stasi und der KGB haben am 11.04.1968 auf den Rudi schießen lassen.
    Beweis: Der Erich Mielke ließ sich nach dem Attentat die Akten über den Täter vorlegen um sicher zu gehen, dass da keine Verbindung zum MfS nachweisbar ist. Und 1970 wurde der Bachmann dann zu gefährlich und man hat ihn zum Suizid "überredet". Also, Fazit ist doch, dass Ohnesorg und Dutscke vom MfS beseitigt wurden. Und damit der Aufruf an alle: Schnappt euch die SED-Erben! Sie haben Dutschke und Ohnesorg auf dem Gewissen!
    Toll, was? (SCNR)
    PS: Selbstverständlich ist das alles pure Fiktion und ich entschuldige mich bei allen Persönlichkeiten welche sich von mir verunglimpft fühlen. (Peinlich, dass ich das noch extra schreiben muss.)

    Aber ungefähr in diesem Stil ist das von „Melaleuca Alterenifolia“ bejubelte Buch geschrieben. Das ist Harry Potter für Verschwörungsfanatiker.

  • 07.12.2009 15:01 Uhr

    von Melaleuca Alterenifolia:

    Buchtip:

    Daniele Ganser- Nato Geheimarmeen in Europa

    Spannungsstrategie aufklären!

  • 07.12.2009 13:40 Uhr

    von Fawkrin:

    @ Denninger
    Was willst Du eigentlich? Doch wohl nicht einen Journalismus, der historische Ereignisse hinterfragt, als sinnlose Spekulationen verunglimpfen?
    Die von Dir zusammengetragenen Fakten sind mir im wesentlichen bekannt und gestatte mir eine Ergänzung: Nach dem 2. Weltkrieg haben US-Geheimdienste faschistische Gruppen militärisch ausgerüstet und geschult um notfalls eine demokratisch gewählte kommunistische Regierung stürzen zu können. Das diese Gruppierungen später Terroranschläge (z. B. Bologna) verübte, gilt wohl als Kollateralschaden.

    @ Justyn
    Kannst wohl nicht zwischen politischen und unpolitischen Kontakten unterscheiden?

  • 07.12.2009 09:33 Uhr

    von Andreas:

    Rechtsextremisten waren gerade in dieser Zeit einer extremen Unterwanderung durch Geheimdienste ausgesetzt und die haben gerade bei diesem Klientel eine sonderbare Politik betrieben.
    Es würde mich nicht wundern, wenn einige der Kameraden selber Zuträger des VS oder eines anderen Dienstes waren. Und das ist m.M. auch der Grund, warum die Polizei nicht im Umfeld recherchieren wollte. Bei der aufgeladenen Stimmung hätte es eine Explosion ausgelöst, wenn ruchbar geworden wäre, dass Bachmann in Geheimdienst-infiltrieten Kreisen Schießen geübt und sich mit Hass und Gewaltbereitschaft aufgesogen hat. Ich denke, wenn das rauskommen würden, dann wäre auch dieses Attentat noch weitaus dramatischer als es damals sowieso war. Der extrem intolerante Umgang mit den Studenten und das Schweigen der Gesellschaft über eine ganze Armee von NS-Tätern war ohnehin schlimm genug - dieser Aspekt würde da doch eine andere Komponenten ins Spiel bringen.

  • 07.12.2009 07:43 Uhr

    von Justyn:

    Der Attentäter hatte auch Kontakten zu einigen Postboten und Brötchen Verkäufern, steckt dahinter viellicht doch eher eine extremistische Postboten-Brötchenverkäufer-Gang?

  • 06.12.2009 17:29 Uhr

    von vic:

    An den Bemühungen, rechtsnationale Strafträter zu "individualisieren", hat sich nichts verändert.

  • 06.12.2009 16:19 Uhr

    von denninger:

    Ach, "Fawkrin" und "Dottore", Ihr redet von "Schlüsselereignis der Geschichte" und der aufzudeckenden "Wahrheit" und begreift nicht die Sinnlosigkeit der Spekulationen.
    Dass der B. Kontakte zu den Rechten pflegte war doch schon damals bekannt.
    Wenn im Fall Dutschke über mögliche Verschwörungen theoretisiert wird muss folgerichtig auch der Tod von Benno Ohnesorg eingehender und unter Beachtung aller Hypothesen betrachtet werden.
    Kommt dabei denn überhaupt etwas raus außer Thesen ohne belegte Argumente?
    Fast bin ich versucht zu sagen: "OK, die NPD hat den Dutschke angeschossen, dafür hat die Stasi den Ohnesorg umgebracht".
    Es geht doch gar nicht um die Taten selbst sondern wie mit den Opfern und den Taten seitens der Behörden und der Öffentlichkeit umgegangen wurde.
    Im Klartext:
    Der Skandal war nicht der Tod Ohnesorgs sondern wie die Behörden den Tathergang vertuschten.
    Der Skandal war nicht das Attentat auf Dutschke sondern wie in den Medien zuvor gegen ihn gehetzt wurde.
    Also, um dieses große Wort "Wahrheit" nicht weiter in den Dreck zu ziehen und für persönliche Ansichten und Spekulationen zu missbrauchen stelle ich einfach meinen Standpunkt dar:
    Es ist letzten Endes egal ob Kurras im Auftrag des MfS oder Bachmann im Auftrag der NPD schoss, das Verhalten der Behörden und der Medien gaben den Taten die politische Dimension.
    Und Du, "Fawkrin" willst eine "kritische Recherche" und die Aufdeckung der "Wahrheit"? Na, da wirst Du noch ins Staunen kommen wer sich alles in die politische und soziale Entwicklung der Bundesrepublik und Westberlins eingemischt hat.
    Das MfS und die HVA waren da nur zwei von vielen. Willst Du Stichworte dazu?
    Aufnahme von Terroristen in der DDR; Barzel- und Guillaume-Affäre; "Maison de France"; "La Belle"; Fälschungen zu Lasten von Kiesinger, Schleier und anderen; Einfluss auf die "Landshut"-Entführung, Entsendung von Soldaten und Kampfflugzeugen nach Syrien um gegen Israel Krieg zu führen
    Das war jetzt, pardon, nur ein Teil einer Seite.
    Die USA verstanden es ganz gut, Adenauer ins Amt zu schieben und dort zu halten. Der Bau der Mauer war ihnen schon im Vorfeld des 13.August 1961 bekannt.

  • 06.12.2009 14:22 Uhr

    von Fawkrin:

    @ Denninger
    Auch so lassen sich Rechtsextremismus, Stalinismus, Spionage und staatliche Intrigen verharmlosen. Die Wahrheit gehört ans Licht und nicht in den Reissack Ihrer werten Großmutter.
    Deutschland braucht einen Journalismus, der die Verbindungen zwischen den genannten Aspekten durchleuchtet und kritisch recherchiert.

  • 06.12.2009 14:21 Uhr

    von Dottore:

    @denninger: Solche Kommentare hat es im SPON-Forum zu der besagten Meldung haufenweise gegeben, dennochuach hier: Das Attentat auf Rudi Dutschke ist und bleibt ein Schlüsselereignis in der jüngeren deutschen Geschichte. Dass viele Führungspositionen in Politik und Wirtschaft mit alten Nazis besetzt waren, hat die Entwicklung der Bundesrepublik maßgeblich beeinflusst. Man war halt auf dem rechten Auge blind. Aber wem schon 1967 der Sack Reis seiner Oma auf die Birne gefallen ist, ist vermutlich in Sachen Politik völlig schmerzfrei.

  • 06.12.2009 11:58 Uhr

    von denninger:

    ...und meiner Oma ist am 19.05.1967 ein Sack Reis umgefallen...

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