• 16.07.2009

Eigene Stasi-Akte bei Dreharbeiten gefunden

Ein unwahrscheinlicher Zufall

Bei Dreharbeiten werden kopierte Stasiakten als Requisiten verwendet. Einer der Mitwirkenden findet seinen eigenen Ausreiseantrag. Wie kann das sein?von Anja Maier

  • 19.07.2009 14:46 Uhr

    von LaLa:

    Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass den "zufälligen" Fund der Akten vor laufender Kamera der Fernsehsender initiiert hat. Die sind doch auf diesem Real-Doku-Trip, und packendere Bilder als das echte Finden der Akten - gibt`s nicht.

  • 18.07.2009 16:04 Uhr

    von jensmichael:

    Natürlich hat die Birthler-Behörde keine Aktenkopien als Requisiten für ein Theaterstück rausgegeben. Bleibt natürlich nur eine fiese Verschwörung perverser und vernichtungswilliger Stasi-Schergen, die ihr einstiges Opfer noch immer verfolgen. Die Dunkelmänner schaffen es auf hellseherische Weise, Rölligs Akte genau dort in den hohen Regalen zu platzieren, wo er später vor laufenden Kameras hineingreifen wird. Wie abgefeimt. Typisch Stasi eben.

    Viel plausibler erscheint, dass Röllig selbst die Akte dort versteckt hat, um die Mär von der andauernden Stasi-Unterwanderung zu nähren und seinem eigenen Kampf dagegen Publicity zu verschaffen. Wer Interview mit und Porträt über ihn in der taz gelesen hat, dem wird das nicht so abwegig vorkommen.

    Das ist tragisch, jedoch kein Anlass für Häme. Wohl aber für mehr journalistische Distanz zu einer solch kruden PR-Inszenierung.


  • 18.07.2009 13:55 Uhr

    von Volker Steinkuhle:

    Wer hier an Zufall glaubt, glaubt auch an den Weihnachtsmann. Der "Kampfbegriff" für eine solche Vorgehensweise hiess bei der Stasi "zersetzen".
    Bleibt zu hoffen, dass man rauskriegt, wer das gefingert hat.

  • 17.07.2009 17:34 Uhr

    von Ein Brandenburger:

    Ist es nicht merkwürdig, daß für die Verfilmung eines Theaterstückes Kopien von personenbezogenen Stasiakten als Requisite verwendet werden? Kopien, die im Verlauf der Handlung auf den Boden geworfen werden und die auch noch den Namen der Person enthalten von der sie angelegt wurden. Für diesen Zweck hätten es doch aktenähnliche Seiten auch getan.

    Befanden sich eigentlich noch weitere Aktenkopien von beteiligten Personen unter den als Requisite verwendeten Kopien?

    Es würde es mich schon mal interessieren für welche Zwecke und an wen die Stasiunterlagenbehörde noch Aktenkopien herausgibt.
    Doch vielleicht kann sich inzwischen auch jeder bei den Akten bedienen der einen halbwegs plausiblen Grund angibt.

  • 17.07.2009 15:59 Uhr

    von Mallord:

    Lieber Herr Rölling,

    wer in der ddr gegen gesetze verstieß kam unter umständen ins gefängnis. wer in der heutigen brd gegen gesetze verstößt kommt gleichfalls unter umständen ins gefängnis.

    also nicht zu erschrocken sein, denn selbst dem letzten letzten ddr-flüchtling dürfte bekannt gewesen sein welche strafen bei einem ev. fehlschlag zu erwarten ist.

  • 17.07.2009 14:29 Uhr

    von SgtAwesome:

    "Röllig ist ein sehr verletzlicher Mensch, das hat mit seiner DDR-Vergangenheit zu tun. 1987 wurde der damals 19-Jährige bei einem Fluchtversuch gefasst. Er kam in den Ostberliner Stasiknast, wo ihm die Genossen derartige Furcht, ja Todesangst einflößten, dass er noch immer unter den Folgen leidet. Heute ist der Kellner berentet"

    Ich will ja mal nicht zu gemein sein, aber nen bisschen mimosenhaft ist der ja schon, oder? Mal im ernst, die DDR-Gefängnisse sind sicherlich nicht schön gewesen, aber daß man davon DERMAßEN traumatisiert wird daß man "berentet" sein muss halte ich für arg übertrieben.

    Naja, auf der anderen Seite, ich würde ja auch die Gelegenheit wahrnehmen Kohle fürs Nichtstun einzustreichen.

  • 17.07.2009 10:58 Uhr

    von Schulz:

    Abgesehen davon, dass mich die taz nicht mag,
    wuerde es mich erfreuen oder beruhigen, wenn
    meine eigene Akte falls vorhanden in meine Haende gelangt und nicht in anderen vernichtet wurde...wird.
    Kann natuerlich auch der BND sein oder die Putzfrauen der vereinigten Putzfirmen Berlins.
    Schliesslich wollen die auch Geld und Vergnuegen.
    Nur Putzen ist schliesslich kein Lebenssinn.

  • 17.07.2009 08:46 Uhr

    von WilderWusel:

    Schweinerei mit welchen Mitteln in diesem Land gearbeitet wird;da sind wohl immer noch die "alten Mächte" am Werk.Lenken sie damit von ihrer eigenen Vergangenheit ab oder ist es einfach pure Perversität und Vernichtungswille?

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