Druck beim Apple-Lieferanten
Die dunkle Seite des iPads
Die Firma Foxconn produziert in China für den Apple-Konzern das iPad. Eine Reihe von Selbsttötungen in der chinesischen Belegschaft zeigt die Arbeitsbedingungen in den Fabriken der Elektronikindustrie.von Sven Hansen
Leserkommentare
16.01.2012 18:56 Uhr
von Stephan Seither:
Am 04.12.2011 habe ich der Redaktion der taz eine Mail geschickt, um mich über die damals neueste Prämie, "günstiges iPad" für Abo der Tageszeitung, zu beschweren - ein Werbebrief war mir Tage zuvor ins Haus geflattert - das Kurzzeitgedächtnis beim Verlag scheint nicht ganz zu funktionieren, oder wie ist diese seinerzeit ausgelobte Prämie, in Zusammenhang mit diesem Artikel hier, zu erklären? Eine Antwort auf meine Mail ist bis heute ausgeblieben - schade!
30.05.2010 22:47 Uhr
von Fair Tec:
Wie bei Trans-Fair sollte es ein Label Fair-Tec geben, damit würden auch die Technologen mal zeigen das sie die Menschenwürde achten.Ebenso würde man nicht den Eindruck bekommen, das Apple-Produkte Spielzeuge der zukünftigen Technokraten-Generation sind, die uns Big Brother bescheren, wenn wir den nicht schon haben, siehe Vorratsdatenspeicherung.
Außerdem wie sollen zukünftige Finanzkapitalisten sich ethisch verhalten, wenn ihre Unternehmerkollegen die Menschen wie die Lemminge in den Selbstmord treiben.Schon alleine nicht reden am Arbeitsplatz ist ein menschliches Horrorszenario.Und dann wenn die Menschen nicht funktionieren, sie in die Psychatrie überweisen, das erinnert an Stalinismus.Ich bin kein Apple-Fan, mein Computer war immer der gute alte IBM-Compatible.Falls es mal eine Giftliste geben sollte, werde ich sie mir genau anschauen, damit ich nicht bei Herstellern kaufe die, die Menschenwürde mit Füssen treten.
30.05.2010 16:51 Uhr
von Schöne-Neue-Welt:
Die Fortführung des Manchester-Kapitalismus auf hohem technologischen und organisatorischen Niveau feiert fröhliche Urstände ! "Unsere" Welt/Erde wird immer rücksichtsloser und unverschämter im Sinne des globalen Kapitalismus "umorganisiert und umstrukturiert". Die skandalösen Dumpinglöhne in China (und zunehmend auch in der EU) und das "Preisniveau" bei den Discountern stehen im unmittelbaren Zusammenhang. Wir EU-Bewohner leben von der Ausbeutung dieser geknechteten Chinesen. Wovon leben denn diese armen Menschen ? Das Model der globalen Superausbeutung gilt tragischer Weise auch für viele andere Branchen (Textil- , Autoindustrie, Landwirtschaft (Erdbeeren werden in deutschen Marmeladen bzw. Joghurts verarbeitet usw. usw. ...) Weshalb organisieren sich Parteien und Gewerkschaften nicht auch global und wirken diesem menschenverachtenden Wahnsinn entgegen ?
30.05.2010 10:28 Uhr
von WOP:
Apple polarisiert. Es gibt Apple-Fans und PC-Fans, zwischendrin sieht es eher mau aus. Ich gehöre zu den ersten und dies seit ca. zwei Jahrzenten. Diese Tage las ich öfters im Netz vom Apple-Zulieferer Foxconn und deren geschundenen Mitarbeitern. Mehrere Menschen haben sich bereits aufgrund der miserablen Arbeitsbedingungen umgebracht. Das ist traurig. Doch überall wird vom Apple-Zulieferer, iPhone-, bzw. iPad-Hersteller geschrieben. In Nebensätzen oder Infokästen erfahre ich, dass alle großen Computerhersteller, wie Dell, HP, Sony, Motorola und wie sie alle heißen dort produzieren lassen. Nun steht es auch in der taz, in derselben Art und Weise. Das ist Meinungsmache auf unterstem Niveau. Hier sind ALLE in der Verantwortung, nicht nur Apple.
Ich will sogar die These aufstellen, falls Apple mit diesem Zulieferer nicht zusammen arbeiten würde, solche Meldungen eher zu den unwichtigen zählen würden...
29.05.2010 22:58 Uhr
von Nachdenken-ist-Pflicht:
Die Fortführung des Manchester-Kapitalismus auf hohem technologischen und organisatorischen Niveau feiert fröhliche Urstände ! "Unsere" Welt/Erde wird immer rücksichtsloser und unverschämter im Sinne des globalen Kapitalismus "umorganisiert und umstrukturiert". Die skandalösen Dumpinglöhne in China (und zunehmend auch in der EU) und das "Preisniveau" bei den Discountern stehen im unmittelbaren Zusammenhang. Wir EU-Bewohner leben von der Ausbeutung dieser geknechteten Chinesen. Wovon leben denn diese armen Menschen ? Das Model der globalen Superausbeutung gilt tragischer Weise auch für viele andere Branchen (Textil- , Autoindustrie, Landwirtschaft (Erdbeeren werden in deutschen Marmeladen bzw. Joghurts verarbeitet usw. usw. ...) Weshalb organisieren sich Parteien und Gewerkschaften nicht auch global und wirken diesem menschenverachtenden Wahnsinn entgegen ?
29.05.2010 20:54 Uhr
von spontan:
Wo das Problem liegt? Menschenunwürdige Lebens- und Arbeitsverhältnisse lassen sich nicht mit Quotientenbildung wegrechnen. Und dass Apple sich genau wie andere Firmen (man denke z. B. an Benetton vor einigen Jahren)ein sauberes Image bastelt, hinter dem in Wahrheit Lohnsklaverei steht, ist in jedem Fall berichtenswert.
29.05.2010 17:32 Uhr
von mir:
@ich: Und welcher Apple-Konkurrent verwendet keine Foxconn-Teile?
29.05.2010 12:35 Uhr
von Rolf:
ZUM KOMMENTAR VON "ICH"
erst mal über statistiken nachdenken, bevor voreilige vergleiche angestellt werden! dein vergleichswert in Deutschland bezieht sich auf das Gesammtbild der Bevölkerung, bei den chinesischen Beschäftigten betrachtet man einen Ausschnitt von arbeitenden jungen Menschen, die doch wohl deutlich weniger zu einer Risikogruppe gehören sollte - oder???
29.05.2010 11:50 Uhr
von Nachdenken-ist-Pflicht:
Die Fortführung des Manchester-Kapitalismus auf hohem technologischen und organisatorischen Niveau feiert fröhliche Urstände ! "Unsere" Welt/Erde wird immer rücksichtsloser und unverschämter im Sinne des globalen Kapitalismus "umorganisiert und umstrukturiert". Die skandalösen Dumpinglöhne in China (und zunehmend auch in der EU) und das "Preisniveau" bei den Discountern stehen im unmittelbaren Zusammenhang. Wir EU-Bewohner leben von der Ausbeutung dieser geknechteten Chinesen. Wovon leben denn diese armen Menschen ? Das Model der globalen Superausbeutung gilt tragischer Weise auch für viele andere Branchen (Textil- , Autoindustrie, Landwirtschaft (Erdbeeren werden in deutschen Marmeladen bzw. Joghurts verarbeitet usw. usw. ...) Weshalb organisieren sich Parteien und Gewerkschaften nicht auch global und wirken diesem menschenverachtenden Wahnsinn entgegen ?
29.05.2010 09:30 Uhr
von hdtom:
In der Tat ist es erstaunlich, dass Kritik an Arbeitsbedingungen in Asien immer dann besonders deutlich auf die Titelseiten wandert, wenn sich diese mit den Produkten von Apple verbinden und damit auflagensteigernd vermarkten lässt. Kommt mir dann doch zu scheinheilig einher - über die Produkte anderer Hersteller, die sicherlich auch nicht in Bottrop gefertigt werden, hört man nichts, es findet nicht mal eine Erwähnung bzw. ein Vergleich statt. Apple-Bashing in seiner Reinform. Wo und unter welchen Bedingungen wird noch das Produkt (bitte nach Wunsch einsetzen) hergestellt.
29.05.2010 04:32 Uhr
von Matthias:
vielen dank für die ein- und ansichten eines angehörigen der "geiz-ist-geil, psII- und spaß"-generation. hier geht es um menschenleben! die (mal wieder) dem schnöden mammon geopfert werden (friss oder - stirb..). wie würden der kommentar aussehen, wenn es sich um einen angehörigen gehandelt hätte? ich bezweifle, daß dann irgendwelche statistische rechnungen aufgestellt werden würden... nein - an den geräten klebt blut (und leider an denen von vielen andern herstellern auch). sicher, es ist faktisch kaum mehr möglich noch elektronikprodukte zu erwerben, die nicht in china hergestellt worden sind. aber umso dringender ist es, auf die asozialen bedingungen hinzuweisen, unter denen diese geräte hergestellt werden. und massiv druck zu machen. auf dass sich diese zustände für die arbeiter die ganz unten, am band stehen, spürbar und REAL verbessern. nicht nur auf dem papier! egal, was wann wo auf den markt kommt.
und noch zu apple - ich gehe (aus eigener erfahrung mit diversen audits) davon aus, daß foxconn über den kontrollbesuch informiert war. die herren von apple hätten gut getan, ihren besuch ohne vorankündigung und unter geheimhaltung durchzuführen. u.u. wäre einiges eher ans tageslicht gekommen und einige arbeiter wären jetzt noch am leben. - so den herren aus amerika denn auch wirklich etwas daran liegt...
29.05.2010 02:05 Uhr
von helgo:
Eure Apple-Phobie ist wirklich lächerlich, und es ist geschmacklos, diese Phobie an einem so ersten Thema aufzuhängen.
29.05.2010 00:29 Uhr
von Brotaktivist:
Journalistisch mal wieder wieder gegen Null.
Sehr schwach alles nur auf Apple zu beziehen. Nintendo, Sony etc. lassen übrigens KOMPLETT bei Foxcoon fertigen.
Ich glaub die TAZ entwickelt so langsam zur Bild PRO. Hauptsache steht "Apple" im Blog.... *klick klick*
28.05.2010 22:46 Uhr
von Philipp:
Um den Gedanken mit den Selbstmordraten aufzugreifen:
Ich finde nicht, dass es wichtig ist, wie viele Leute sich umbringen in der Fabrik. Die Arbeitsbedingungen sind unmenschlich, egal ob 10 oder 50 Leute deswegen vom Dach springen. Die Selbstmorde haben geholfen, das öffentliche Interesse zu wecken.
Es ist auch völlig klar, dass andere Unternehmen unter ähnlichen Bedingungen produzieren lassen, vielleicht noch schlimmer. Das Problem ist auch bestimmt nicht auf die Computerbranche beschränkt.
Es bleibt: Die gesamte Weltöffentlichkeit ist aufmerksam geworden und es besteht die Chance ein Zeichen zu setzen. Ein Boykott, wie von der chinesischen Organisation verlangt, wäre die richtige Entscheidung. Ganz unabhängig von Apple, iPads oder Selbstmorden würde es dabei auch um die Entwicklung eines bisher leider unterrepräsentierten politischen Machtinstrumentes gehen. Wer heute die arbeitsrechtliche Verhandlungsposition von 300000 chinesischen Arbeitern stärkt, hat morgen 300000 chinesische Arbeiter im Rücken, wenn es um die Bedingungen am eigenen Arbeitsplatz geht. Der FoxConn Zwischenfall bietet eine historische Chance, die in dieser Art und handlungstechnischen Klarheit relativ selten ist.
28.05.2010 22:37 Uhr
von McMac:
Mag mensch zu Apple stehen wie er will - ich selbst bin großer Apple Fan - an seiner Verantwortung für Umwelt und Mensch kann sich kein Konzern entziehen. Auch wenn Apple bereits viel gerade für umweltschonende Produktion und sozialeren Umgang mit Arbeitern getan hat, kann es doch nur so viel sein wie es die kapitalistischen Regeln zulassen. Daher ist die Kritik an Apple durchaus berechtigt. Nicht berechtigt ist dagegen, ausschließlich Apple zu kritisieren. Aber haben wir uns nicht längst daran gewöhnt, dass wann immer ein neues Produkt auf den Markt kommt, sich irgendein Journalist kaufen lässt und ein wenig herumstänkert? Wenn wir schon über diese Dinge reden, dann erstens genauer analysieren und zweitens im Kontext sehen. Wer sich nicht benimmt gehört abgestraft. Das gilt auch für Apple. Doch sind hier Zusammenhänge verantwortlich, die weit mehr Verantwortliche hat als die Elite eines Konzernes. Letztlich ist jeder einzelne von uns dafür verantwortlich! Dieser Verantwortung werden wir jedoch nicht gerecht, wenn wir bestimmte Produkte boykottieren und mit Fingern auf Manager zeigen. Diese Dinge werden wir erst ändern können, wenn es Manager oder Profitinteressen nicht mehr gibt.
28.05.2010 19:32 Uhr
von kein name:
Hallo liebe Taz,
wie fühlt es sich für ein journalistisches Machwerk an, wenn die Kommentare informativer sind als der Artikel?
Lg
28.05.2010 18:50 Uhr
von Hagen:
Wen interessiert schon, wenn in China einige Leute Selbstmord begehen. Wir habe genug eigene Probleme.
28.05.2010 18:18 Uhr
von mir:
@ich: du willst doch nicht ernsthaft die quote foxconn (china) mit der deutschen durchschnitts-quote vergleichen??? nicht nur deutsche medien berichten darüber, btw.
vergleiche, beispielsweise mit anderen durchschnittsquoten finde ich realitätsfern.
die selbsttötungen (gerade die auf dem firmengelände) scheinen mehr protest gegen die arbeitsbedingungen, als alles andere.
etwas für den gesunden menschenvertand: wir wollen tolle, neue aber billige bzw. erschwingliche geräte - ergo: produktions, mehr noch lohnkosten müssen immer weiter sinken.
firmen wie Microsoft, Amazon, Dell, HP, Motorola, Sony, LG, Vizio und Apple sollten ihren enormen einfluss und ihre finanzkraft lieber nutzen, die bedingen zu verbessern, oder?
28.05.2010 15:56 Uhr
von hgs:
Liebe taz,
ein ganz netter Artikel, aber dieses mit dem iPad und nur mit Apple in Verbindung zu setzen, ist keine ausgewogene Sicht auf die Dinge.
Schuld ist unsere globale Wirtschaftsentwicklung. Die Firma Foxconn ist ein Auftragshersteller! In anderen Branchen, wie bei Textilien für die Modehäuser oder Schuhe für z.B. NIKE gibt es ähnliche Unternehmensmodelle.
Daher sollte man auch andere PC Hersteller an den Pranger stellen!!!Denn Foxconn produziert auch für HP, Sony, DELL, Metro, Medion und und und (die Liste ist unendlich lang), sowie für das kommdende Google Android-Tablet...
Es sind mehrere Selbsttötungen und Versuche, die sich allein in diesem Jahr im chinesischen Werk Shenzhen ereignet haben. Arbeiter und Aktivisten werfen dem Konzern unerträgliche Arbeitsbedingungen vor. Das Unternehmen betreibt in Shenzhen den größten Produktionskomplex der Welt mit 420.000 Arbeitern – ich wiederhole 420.000 Bewohner bzw. Arbeiter auf engsten Raum, fast alle von ihnen sind unter 25 Jahre alt, viele sind noch Teenager. Das sind Abartige entwicklungen, die man nicht Apple in die Schuhe schieben kann, da bitte ich dies als ein allgemeines Problem zu sehen und nicht alleine auf dem Erfolg einzelner Produkte auf dem Haus Apple..
28.05.2010 15:45 Uhr
von Michel:
http://www.zdnet.com/blog/foremski/media-gets-its-facts-wrong-working-at-foxconn-significantly-cuts-suicide-risk/1356
"Media gets its facts wrong - working at Foxconn significantly cuts suicide risk"
28.05.2010 15:34 Uhr
von JOHANNA:
Scheint wirklich so zu sein. Ein PR-Problem, wenn Menschenleben beim Hersteller für den Konsum des ipad zerstört werden.
Diesr Konsum soll dem Käufer aber das Gelfühl geben zur guten Seite der Menschheit zu gehören: aufgeklärt, smart, kaufkaräftig.
Bisher hat sich Apple wenig um soziale und ökologische Belange geschert. Gemessen am Umsatz. Ich sehe den Konzern in der Pflicht sich um eine umfassende Lösung dieser sozialen Probleme zu bemühen.
28.05.2010 14:57 Uhr
von ich:
In Deutschland begeht jährlich jeder 7450. Einwohner Selbstmord.
In dieser Fabrik arbeiten 300.000 Menschen. Diese 11 Selbstmörder innerhalb von 6 Monaten ergeben rechnerisch, dass dort jeder 13600. Beschäftigte Suizid begeht. Demzufolge liegt die Selbstmord-Quote dieser Firma 1,8 mal UNTER dem Deutschen Durchschnitt.
Wo also liegt das Problem?
Mir scheint, als ob Apple-Konkurrenten den aktuellen Foxconn-Medienhype inszenieren, um zwei Wochen vor der Produktvorstellung des neuen iPhone-Modells Negativpropaganda verbreiten zu wollen. Und die Deutschen Medien stürzen sich auf das Thema wie Durstende in der Wüste. Vorzeitiges Sommerloch-Fieber?