Mit absurden Vorwürfen geht der von Präsident Daniel Ortega
kontrollierte Justizapparat gegen unliebsame Kritiker und unabhängige
NGOs vor. von Ralf Leonhard
Lieber Ralf Leonhard. Da sollten Sie sich aber schon ein bischen schaemen ueber diese Verdrehung der Sachlage. Der vermeindliche "Korruptionsskandal" wurde von einem skandalumgebenen Grundstuecksmakler und Sohn eines ehemaligen Somozaministers (unter Anwendung illegaler CIA Methoden) "aufgedeckt"; der selbe Unternehmer, gegen den seit vielen Jahren Strafverfahren wegen Betrugs und illegaler Aneignung von ehemaligem Kooperativenland laufen. Diese Starfanzeigen wurden nie zu Ende gefuehrt, weil besagter Immobilienunternehmer mit der Lieblingsenkelin des ehemaligen Praesidenten Bolanos verheiratet ist und einen Grossteil seiner illegalen Machenschaften unter tatkraeftiger Unterstuetzung des Bolanos Clans durchgefuehrt hat.... All dies scheinen Sie bei ihren Recherchen uebersehen zu haben...?
18.10.2008 22:20 Uhr
von winchester73:
Die Behauptung "Schlimmer als unter Somoza" ist wirklich eine unsägliche Übertreibung und macht es leider dem an Amtsmissbrauch grenzenden Gehabe gegenwärtiger Regierungskreise leichter, ihre Kritiker u. Kritikerinnen weiter zu diffamieren.
Besser wäre es, die neue Politik gegen Frauenrechte als Verrat an einstigen sandinistischen Idealen zu benennen - immerhin waren E. Cardenal, G. Belli und viele andere einst auch Sandinistas, bzw. sind bis heute die "wahren" Sandinistas, die diesen Namen mehr verdient hätten, als die gegenwärtige Regierung.
Die Frau des Präsidenten, die in dieser Frage konservativer ist als der Vatikan, könnte man polemisch mit dem Doppelnamen "Ortega-Paylin" bezeichnen - als bewusste Anspielung auf die Vizepräsidentschaftskandidatin der US Republikaner, mit der sie ja viel gemeinsam hat. Zugleich würde das zeigen, wo die tatsächlichen Linien der Ähnlichkeiten verlaufen.
Leider ist in Nicaragua ja eine kritische Haltung gegenüber dem Vatikan immer noch recht schwach - trotz des Falls "Ernesto Cardenal" (Entzug der kirchlichen Lehrerlaubnis, als er Bildungsminister in der ersten sandinistischen Regierung war) ja sogar Cardenal fiel bei einem Besuch des Papstes vor einigen Jahren vor diesem untertänig auf die Knie - sonst könnten Ortega und dessen Gattin mit ihren wenig demokratischen und wenig politisch liberalen Einstellungen (mit wirtschaftsliberalen Einstellungen aber wohlgemerkt nicht zu verwechseln!) als "Papst" und "Päpstin" tituliert werden.
Leserkommentare
13.11.2008 20:18 Uhr
von Amando:
Aufgedeckter Korruptionsskandal?
Lieber Ralf Leonhard.
Da sollten Sie sich aber schon ein bischen schaemen ueber diese Verdrehung der Sachlage. Der vermeindliche "Korruptionsskandal" wurde von einem skandalumgebenen Grundstuecksmakler und Sohn eines ehemaligen Somozaministers (unter Anwendung illegaler CIA Methoden) "aufgedeckt"; der selbe Unternehmer, gegen den seit vielen Jahren Strafverfahren wegen Betrugs und illegaler Aneignung von ehemaligem Kooperativenland laufen. Diese Starfanzeigen wurden nie zu Ende gefuehrt, weil besagter Immobilienunternehmer mit der Lieblingsenkelin des ehemaligen Praesidenten Bolanos verheiratet ist und einen Grossteil seiner illegalen Machenschaften unter tatkraeftiger Unterstuetzung des Bolanos Clans durchgefuehrt hat....
All dies scheinen Sie bei ihren Recherchen uebersehen zu haben...?
18.10.2008 22:20 Uhr
von winchester73:
Die Behauptung "Schlimmer als unter Somoza" ist wirklich eine unsägliche Übertreibung und macht es leider dem an Amtsmissbrauch grenzenden Gehabe gegenwärtiger Regierungskreise leichter, ihre Kritiker u. Kritikerinnen weiter zu diffamieren.
Besser wäre es, die neue Politik gegen Frauenrechte als Verrat an einstigen sandinistischen Idealen zu benennen - immerhin waren E. Cardenal, G. Belli und viele andere einst auch Sandinistas, bzw. sind bis heute die "wahren" Sandinistas, die diesen Namen mehr verdient hätten, als die gegenwärtige Regierung.
Die Frau des Präsidenten, die in dieser Frage konservativer ist als der Vatikan, könnte man polemisch mit dem Doppelnamen "Ortega-Paylin" bezeichnen - als bewusste Anspielung auf die Vizepräsidentschaftskandidatin der US Republikaner, mit der sie ja viel gemeinsam hat.
Zugleich würde das zeigen, wo die tatsächlichen Linien der Ähnlichkeiten verlaufen.
Leider ist in Nicaragua ja eine kritische Haltung gegenüber dem Vatikan immer noch recht schwach - trotz des Falls "Ernesto Cardenal" (Entzug der kirchlichen Lehrerlaubnis, als er Bildungsminister in der ersten sandinistischen Regierung war) ja sogar Cardenal fiel bei einem Besuch des Papstes vor einigen Jahren vor diesem untertänig auf die Knie - sonst könnten Ortega und dessen Gattin mit ihren wenig demokratischen und wenig politisch liberalen Einstellungen (mit wirtschaftsliberalen Einstellungen aber wohlgemerkt nicht zu verwechseln!) als "Papst" und "Päpstin" tituliert werden.