Humboldt-Universität zu Berlin, Raum: 001

Die "präsidiale" Türkei: Wie geht es weiter mit der Demokratie?

Vor dem Hintergrund des autoritären Sicherheitsdenkens und neoliberalen Gesellschaftsmodells in der Türkei befassen wir uns mit dem konservativen politischen Projekt des Präsidentialismus aus der Perspektive der Demokratisierung und sozialen Gerechtigkeit. Was im Kontext des Neoliberalismus als Allheilmittel gesehen wurde, um das Land durch eine starke Exekutive fit für den globalen Wettbewerb zu machen, wurde endlich durchgesetzt - jedoch ohne die Unterstützung einer breiten Basis. Im Mittelpunkt dieses Workshops stehen folgende Fragen: Erwartet das Land eine lange Systemkrise oder die "Normalisierung" des Ausnahmezustands? Wie können wir die gegenwärtigen politischen Entwicklungen im historischen Kontext der Europäisierung der Türkei verstehen? Wie steht der Aufstieg des Sicherheitsdenkens in der Türkei in Beziehung zu den globalen und regionalen Transformationsprozessen? Wie hat sich die Krise der Rechtsstaatlichkeit in der Türkei vertieft? Warum ist die Europäisierung der Türkei in die Krise gekommen? Wer sind die Akteure der "neuen" Türkei, welche Motivationen liegen ihren Handlungen zu Grunde und welche politischen Ziele verfolgen sie? Welche Perspektiven existieren (noch) für eine emanzipatorische Politik jenseits von Autoritarismus? Wir gehen diesen Fragen anhand von Fallbeispielen, Arbeitsgruppen, Experteninputs, Filmen und Diskussionen nach. Ort: Humboldt-Universität zu Berlin, Universitätsstraße 3B, 10117 Berlin Raum: 001 Referent*innen: Dr. Gökhan Tuncer, Politikwissenschaftler, Lecturer am Institut für Sozialwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin Dr. Alphan Tuncer, Politikwissenschaftler, Rhizomia e.V Nahost-Experte N.N. Diese Veranstaltung wird realisiert mit Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin.