Die geheime Liste der Subventionen
Staatsknete für die Agrarindustrie
Lange geheim gehalten, jetzt veröffentlicht: die Liste der Empfänger von EU-Exportbeihilfen. Vor allem die Großkonzerne profitieren, die mit Dumpingpreisen auf den Weltmarkt drängen.von Jost Maurin
Leserkommentare
12.06.2009 01:37 Uhr
von Tyler Durden:
Sebastian Lakner
Danke für den grossartigen Tip, die sogeannnten "Grünen" zu wählen... sind das nicht diejenigen, die in Deutschland Krieg wieder salonfähig gemacht haben?
Und deren Verbraucherschutzministerin es in ihrer Amtszeit zugelassen hat, dass gentechnisch veränderte Produkte UNGEKENNZEICHNET in unseren Supemarkt Regalen stehen dürfen?
Ersparen sie uns die üblichen Ausreden einer Antwort..
11.06.2009 12:14 Uhr
von Sebastian Lakner:
Wenn man die Kommentare der User zum Taz-Artikel liest, bekommt man den Eindruck, als würden hier nur Jung-Bauernverbandsvertreter kommentieren. Gab es einen Aufruf vom DBV oder meinen "Christoph" und "o aus h" ihre Kommentare wirklich ernst??
Das Thema wurde gut dargestellt: Exporterstattungen sind ein Skandal in vielerlei Hinsicht, denn es geht hier um hungernde Bauern in Westafrika und um die Verschleurderung der Steuern, die wir zahlen. Insofern ein Dankschön an die taz-Redaktion. Wenn man wissen will, ob Exporterstattungen über Marktentlastungseffekte oder direkt an die Landwirte weiter gegeben werden, so muss man schon sehr genau analysieren und ganz sicher ist da in der Agrarökonomie im Moment niemand.
Und nochwas: Wer die Abschaffung der Exporterstattung will, der sollte Bündnis90/Die Grünen wählen, hier treffen Umwelt-, Entwicklungs- und Agrarpolitik nämlich aufeinander. So einfach ist das!
10.06.2009 17:30 Uhr
von Redaktion:
Anmerkung der Redaktion:
In einer früheren Version dieses Artikels war die Hamburger Firma August Töpfer fälschlicherweise als Tochter des US-Unternehmens Archer Daniels Midland (ADM) bezeichnet worden. Zu ADM gehört dagegen die Hamburger Firma Alfred C. Toepfer International, die ebenfalls auf der Liste der Subventionsempfänger steht. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.
10.06.2009 16:59 Uhr
von Christoph:
Vorweg: Ich bin auch nicht für Agrarsubventionen. Aber ich habe selten mal einen so schlecht recherchierten und frei von Sachverstand geschriebenen Artikel geschrieben. Als Beispiel: August Töpfer gehört nicht zu ADM. Aber wichtiger noch: Eine Exporterstattung bekommen die hier genannten Firmen. Doch diese Firmen reichen das natürlich über die Einkaufspreise weiter bzw. diese wären natürlich ohne Erstattung geringer. Doch für das bisschen ökonomischen Sachverstand reicht es schon nicht mehr. Statt mal tiefer in die Analyse zu gehen, warum Subventionen eigentlich schädlich sind und langfristig nicht der Landwirtschaft nutzen, wird hier sehr platt und vereinfachend argumentiert. Das ist einfach nur peinlich.
10.06.2009 16:38 Uhr
von seidelbast:
Zunächst einmal geht unser Dank an Greenpeace, die die Herausgabe dieser analytischen Informationen erstritten haben. Irgendwann wird es hoffentlich vollständige, aktuelle Daten in der Zeitreihe geben - was in einer sog. Demokratie eigentlich längst selbstverständlich sein sollte.
Schon jetzt zeigt sich, dass grosse, konventionelle Lebensmittelverarbeiter und -händler von dem System der Agrarsubventionen profitieren. Nicht landwirtschaftliche Betriebe und nicht der finanzierende Steuerzahler.
Die Molkereien sind sehr gut positioniert, sie verdienen gleich doppelt: durch niedrigste Milcheinkaufspreise und Exportsubventionen. Wer zwei Hände hat, braucht ja nicht nur mit einer zu kassieren.
Das Subventionssystem fördert die Überproduktion: was "über" ist, wird exportiert. Es schädigt den landwirtschaftlichen Hersteller, der durch das (geförderte) Überangebot von Ware am Markt immer in der prekären Preissituation gefangen bleibt (Bsp. Kuhmilch).
Es schädigt den Steuerzahler, der Millionen Euro für Dinge bezahlt, von denen er nichts hat.
Es schädigt den landwirtschaftlichen Hersteller in der Region, in die exportiert wird, denn dort drückt die subventionierte Ware auf die Marktpreise.
Es macht Firmen zu Profiteuren, die auf diese Weise risikolose Geschäfte tätigen können. Man hat keinerlei Preis- oder Absatzproblem, die Ware ist ja hochsubventioniert.
Eine bürgerunfreundlichere Steuergelderverbrennung ist mir (noch) nicht bekannt.
Ohne Agrarexportsubventionen: keine Überproduktion, marktgerechte Preise für landwirtschaftliche Güter, kein Dumping auf Exportmärkten und nicht zuletzt ein milliardenschwerer, steuerlicher Minderaufwand.
Nur die paar Zucker-, Milch-, Fleisch-, Weizen-spekulanten und die geschmierten Europaabgeordneten hätten das Nachsehen.
Gell, Frau Aigner, stopp den Milchexportsubventionen - so geht's fei net !
10.06.2009 16:07 Uhr
von Samsa:
Es gibt doch genug Parteien, die gegen das EU-Subventionssystem sind. Warum wählt die nur keiner ?
ÖDP, Piraten, Linke...einfach mal informieren und entsprechend wählen!
10.06.2009 14:53 Uhr
von o aus h:
Sorry, aber dieser Artikel ist schlicht irrelevant. Das konnte man sich doch wirklich an den Fingern einer Hand ausrechnen, dass die größten Firmierungen in der Lebensmittelwirtschaft auch die höchsten absoluten Subventionsbeträge erhalten. Natürlich bekommt ein Hof mit - was weiß ich - 100.000 Euro Jahresumsatz nicht auf Subventionsbeträge von mehreren Millionen.
Interessant wäre ein Vergleich der relativen Zahlen, also wie viel von den Einnahmen macht es bei Nordmilch im Vergleich zum Milchbauern, bei Südzucker im Vergleich zum Rübenbauern aus.
10.06.2009 10:59 Uhr
von Linkshänder:
Ihr seit überrascht?! Dazu dient dieses System der Abzocke.
@BÄÄÄÄÄrk:
Schnapp dir 150 Freunde mit der gleichen Gesinnung und tritt in eine Partei ein. Schon hast du Mehrheiten gegen dieses System. Wir müssen aufhören zu jammern, sondern aktiv werden. Wir können es verändern, wenn wir wollen. Aber wer jetzt Angst um seine Zukunft(Hertie, Karstadt etc.)hat, hat wenig Energie sich zu wehren. Unser Anspruchsdenken muß zwingend verbessert werden.
Nord milch hat in unserer Region Arbeitsplätze vernichte und Zweigstellen aufgelöst. Zum Dank bekommen die dann auch noch EU Hilfen. Grausam, einfach grausam.
10.06.2009 10:24 Uhr
von Heinrich:
Und all das wird 2 Tagen nach der Wahl veröffentlicht???
10.06.2009 08:06 Uhr
von BÄÄÄÄÄRRK!!!:
Irgendwo müssen ja die Teuros für astronomische Gehälter, Bonis , Abfindungen und dergleichen herkommen, welche die Vorstände dieser Firmen für ihre exorbitante LEISTUNG erhalten. Einem einfachen und fleißigen Facharbeiter im Dumpinglohnsektor müssen sich ja die Fußnägel vor Frust aufrollen bei solchen Zahlen, aber die Wählen dann noch solche Parteien wie CDU/CSU/ FDP seit Schröder leider auch SPD/GRÜNE denen wir diese neoliberalen Praktiken zu verdanken haben. Rennen denn hier nur noch Masochisten rum? Ich bin absolut ratlos, denn mit Blick auf Berlin sind die Salonkommunisten, die LINKE, auch nicht besser. Da macht DEMOKRATIE einfach keinen Spaß mehr!
10.06.2009 02:23 Uhr
von Tyler Durden:
Anscheinend gibt es keine einzige Richtung mehr in die man blicken könnte, ohne überall die gleichen verlogenen, verbrecherischen Abzocker sehen zu müssen...