Die besonderen Potenziale von Terra Preta
Blühende Landschaften
Die Indios nutzten schon vor 7.000 Jahren die Fruchtbarkeit von Schwarzerde. Terra Preta kann beim Kampf gegen Welthunger und Klimakrise helfen. Ein Besuch bei den Pionieren.von Ute Scheub
Leserkommentare
23.11.2010 13:58 Uhr
von Peter A. Weber:
Mich hat das Projekt "Terra Preta" fasziniert und ich glaube auch, daß nach Aufbau der erforderlichen Strukturen (daß sich bisher keine Initiatoren gefunden haben, um diese aufzubauen, ist auch der Grund für die bisher fehlende Verbreitung)dieses ein global wegweisendens Vorhaben darstellt, um Versorgungs- und Klimaprobleme zu lösen.
Was die Zweifler wegen des Holzbedarfs bzw. -verbrauchs für diese Biotechnologie angeht, so haben sie sicherlich versäumnt, die genannten Links aufzugreifen und sich ein wenig mehr mit der Materie zu befassen.
Vorraussetzung ist allerdings, daß die Biokohleherstellung in regionale Stoffströme eingebettet wird. Mit Pyrolyseverfahren, Verwendung aller Arten organischen Abfalls und in Koppelung mit Biogasanlagen kann die Produktion von Schwarzerde in einem geschlossenen ökologischem System betrieben werde. Insbesondere durch den Einsatz einer Vergärungsanlage für die Gärreste aus der Biogasanlage, die von den Landwirten der Region nicht mehr genutzt werden können, kann die Schwarzerdeproduktion optimiert und in ein Kreislaufsystem ohen Rückstände verwandelt werden.
Ein Modell dafür ist die Energielandschaft Morbach (Hunsrück), in dem bisher bereits unter der kombinierten Nutzung von Sonnen-, Wind- und Bioenergie eine autarke Energieversorgung der Region erreicht wurde. Durch die Integration einer neuen Großanlage von Terra Preta in dieses vorhandene regenerative Verbundsystem wird eine Versorgung von Landwirten, Kleingärtnern usw. weit über den engen regionalen Rahmen hinaus ermöglicht.
Wenn ein breites Bewußtsein für die Zweckmäßigkeit dieser alten Kulturtechnik geschaffen und eine flächendeckende Versorgung aller potentiellen Abnehmer angegangen wird, dann glaube ich, ist Terra Preta nicht nur eine illusionäre Vision sondern ein praktikables und segensreiches Medium zum Nutzen der Menschheit.
21.11.2010 23:23 Uhr
von Christian:
Danke Yann, ich habe mich immer gefragt, wo denn der Haken an dieser Wundertechnik ist. Seit Jahrzehnten verspricht Terra Preta alle Probleme der Welt zu lösen: Hunger, Armut, Bodenerosion, Klimawandel. Nur irgendwie passiert nix. Das könnte immerhin ein Hinweis darauf sein, warum. Es mag ja sein, dass die Schwarzerde trotzdem Potential hat, nur Probleme mit Neuem totzuschweigen, sowas hasse ich ja wie die Pest.
21.11.2010 02:23 Uhr
von Jochen Braun:
Zur Frage der Verfügbarkeit von Holzkohle:
Es gibt eine ausreichende Zahl schnellwachsender Baumarten die sich für eine entsprechende Produktion eignen würden. Das wäre dann z.B. Melina in vielen Tropenländern oder auch hiesige "Knickgehölze".
Es könnten dann z.B. auf ariden Böden wie in der Sudan-/Sahelregion entsprechende Baumarten in Plantagen gepflanzt werden, durch Laub und Bodenorganismen würde sich die Bodenqualität verbessern, die Erosion durch Wind und Regen vermindert, der Grundwasserspiegel würde stabilisiert, es würde durch Beschattung Weidefläche entstehen,....
Mit der Holzkohle, bzw. dem was an Holzkohlebruch anfällt (der Rest liesse sich in den regionalen Städten gut vermarkten, da dort viele Menschen mit Holz bzw. Holzkohle kochen), könnten die Terra-Preta Anlagen beschickt werden.
20.11.2010 17:03 Uhr
von Saby:
@nordmann, christian: Keine Sorge, um etwas patentieren zu lassen, muss es NEU sein - etwas, das wo auch immer auf der Welt bereits vorhanden ist (oder nur vor 7000 Jahren bei den Indios vorhanden WAR), ist eben (leider oder glücklicherweise?) NICHT patentwürdig.
Nichtsdestoweniger ist es natürlich eine tolle Idee, der man eine möglichst weite Verbreitung wünscht.
20.11.2010 14:58 Uhr
von nordmann,christian:
bin selber schwarzer erde fan,seid ca 35 jahren.
die idee und umsetzung ist super.
respeckt.
doch wie arrogant und egozentrisch muss ein mensch sein,der versucht sich uralte kuturtechniken patentieren zu lassen.
nur weil er sie nun auch erlernt hat.
könnte ich auch noch verstehen,zum schutz (vor monsanto und co.) .wenn er dafür eine stiftung gegründet hätte ,die nach gemeinnützigen vorgaben,das eventuelle patent verwaltet.
wie auch bei monsantos patentierungsorgien ,kann ich nur hoffen das das europäische patentamt solche patente nicht zu lässt.
ansonsten tolles projekt.
20.11.2010 12:38 Uhr
von Yann:
To whom it may concern
Habe neulich mit einem Forscher vom Umweltforschungszentrum Leipzig über Terra preta gesprochen, die in der taz schon vor einem halben Jahr besprochen wurde. Dieser gab an, auch schon entsprechend geforscht zu haben, aber ein bestimmtes Problem nicht gelöst zu bekommen: Die Menge an benötigter Holzkohle sei zu groß. Um große Landflächen zu terra pretaisieren müsste quasi der Welt-Waldbestand abgeholzt und verkohlt werden.
Wenn das wirklich eines der entscheidenden Probleme ist, könnte Ihr dort bitte mal nachhaken, und in zukünftigen Artikeln drauf eingehen, woher die Kohle stammen sollte und wie sie genau zu erstellen wäre? Vielleicht ist das Problem ja wirklich nur der Zeitrahmen. Hätten wir tausend Jahren damit begonnen, regelmäßig unsere landwirtschaftlichen Böden aufzubessern, hätten wir heute nicht das Problem, zu wenig aktuell vorhandener Holzkohle.
Herzliche Grüße aus Leipzig,
Yann
20.11.2010 12:28 Uhr
von Neo:
Hoffentlich werden die indigenen Völker an Ihrem Wissen das bisher schamlos von den "weißen Mann" ausgebeutet wurde fair am Umsatz und Gewinn beteiligt!?
Neo
20.11.2010 10:35 Uhr
von fred:
Wahrscheinlich lässt sich dann demnächst ein Konzern die Mischungsverhältnisse der Schwarzerde da patentieren & die Indios müssen blechen, wenn sie weiterhin da anbauen wollen..
Ähnliches passiert da dutzendfach mit jahrhundertealten Rezepten auf der Welt.
Geliebte Patente ^^
Anstatt das jeder vom Weltwissen profitieren kann, wird es monopolisiert, um den Wissensvorsprung zu erhalten & neuere Unternehmen zu unterdrücken.